Switzerland

Der FC Thun ist gefordert: Koch Schwizer serviert die Standards

Dominik Schwizer erzielte beim Saisonauftakt per Freistoss sein erstes Meisterschaftstor für Thun. Am Samstag will er in Wil nachdoppeln.

Kein Start nach Mass: Zum Saisonauftakt mussten sich Dominik Schwizer (rechts) und Thun mit einem 2:2-Unentschieden gegen Stade Lausanne-Ouchy begnügen.

Kein Start nach Mass: Zum Saisonauftakt mussten sich Dominik Schwizer (rechts) und Thun mit einem 2:2-Unentschieden gegen Stade Lausanne-Ouchy begnügen.

Foto: Keystone

Das «Abschlussmätchli» des FC Thun ist geprägt von vielen Standardsituationen. Bei Eckbällen lässt Trainer Marc Schneider seine Jungs jeweils gleich dreimal in Folge antreten. So versucht sich auch Spezialist Dominik Schwizer mehrfach.

Mit seinem linken Fuss zirkelt der 24-Jährige die Bälle von rechts scharf ins Zentrum. «Ich versuche sie immer mit möglichst viel Zug hineinzugeben», sagt Schwizer.

Beim anschliessenden Lattenschiessen, das Assistenztrainer Pi Zürcher inszenierte, liess ihn sein linker Fuss jedoch dreimal im Stich. Und so musste Schwizer eine kleine Busse in die Kasse zahlen. «Das ist nicht so schlimm», erzählt er und lacht.

Stein schlägt Schere

Letzten Freitag gegen Stade Lausanne-Ouchy hatte ihn sein linker Fuss nicht im Stich gelassen – im Gegenteil. Die Berner Oberländer erhielten in der 41. Minute einen Freistoss an der Strafraumgrenze zugesprochen. Schwizer fühlte sich gut, genauso wie Kenan Fatkic. Beide wollten schiessen, deshalb entschied Schere-Stein-Papier. «Ich nahm Stein, er Schere, und so durfte ich schiessen und traf», erklärt die Nummer 10.

Er übt Standardsituationen normalerweise aus längerer Distanz und über die Mauer. Dieses Mal versenkte er den Ball in der Goalieecke. Allerdings gaben die Thuner nach der Pause die Zwei-Tore-Führung preis und mussten sich mit einem Punkt begnügen. «Wir sind die zweite Halbzeit falsch angegangen; wir waren zu wenig aggressiv in den Zweikämpfen», konstatiert Schwizer.

Grosse Freude: Dominik Schwizer (links) jubelt mit Nicola Sutter über seinen Freistosstreffer.

Grosse Freude: Dominik Schwizer (links) jubelt mit Nicola Sutter über seinen Freistosstreffer.

Foto: Keystone

Für Schwizer, den gelernten Koch, ist es der zweite Anlauf beim FC Thun. Im Januar 2018 wechselte der Ostschweizer von Rapperswil ins Berner Oberland. Gleich beim ersten Training zog er sich damals einen Muskelfaserriss zu und hatte anschliessend einen schweren Stand. «Das Selbstvertrauen fehlte. Ich brachte nicht mehr meine Qualitäten auf den Platz und versuchte beispielsweise, nur sichere Pässe zu spielen.» In eineinhalb Jahren kam Schwizer auf 18 Super-League-Einsätze.

Im Sommer 2019 entschieden sich die Thuner, den Linksfuss nach Vaduz in die Challenge League auszuleihen. Ein weiterer Rückschlag, den Schwizer zunächst verkraften musste. Im Nachhinein stellte sich das Gastspiel in Liechtenstein als voller Erfolg heraus. «Ich fühlte mich von Anfang an wohl im Team und konnte der Mannschaft helfen», sagt Schwizer. Insgesamt 21 Skorerpunkte – davon sieben Tore – buchte er wettbewerbsübergreifend. «Das war auf jeden Fall das beste Jahr in meiner Karriere.»

Die Kirsche auf die Torte setzte sich Schwizer mit dem Aufstieg in der Barrage – ausgerechnet gegen seinen eigentlichen Club. «Das war schon ein merkwürdiges Gefühl. Auf dem Platz konnte ich mich nicht ausgelassen freuen. Erst in der Garderobe realisierte ich, was wir erreicht hatten.»

Nochmals zweite Klasse

Jetzt kickt Schwizer erneut in der zweithöchsten Liga. «Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich spiele lieber Challenge League als Super League.» Eine Übernahme durch Vaduz war für ihn durchaus eine Option, ergab sich aus finanziellen Gründen aber nicht. Aber er wisse auch, was er in Thun vorfinde: «Eine geile Truppe, mit der wir aufsteigen wollen.»

Die Promotion kann nur gelingen, wenn die Equipe regelmässig punktet. Am Samstag tritt der Absteiger in Wil an. Dort will Schwizer dem FC Thun mit gefährlichen Standardsituationen zum Erfolg verhelfen.

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