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Switzerland

Der FC Aarau ist im Niemandsland gefangen, darum gilt vorerst: Wichtiger ist neben dem Platz

Neben dem Spielfeld kann sich der FC Aarau momentan nicht über mangelnden Erfolg beklagen: Schon länger steht in Person des einheimischen Unternehmers Philipp Bonorand die Wunschlösung für die Nachfolge des Ende Saison abtretenden Präsidenten Alfred Schmid bereit. Bonorand wird wie Schmid auf wirtschaftliche Stabilität bedacht sein. Und er hat sich bereit erklärt, im finanziellen Notfall Verantwortung zu übernehmen. Am 26. Mai findet an der Generalversammlung der FC Aarau AG die Stabübergabe von Schmid an Bonorand statt: Das Ende einer 13-jährigen Ära – und der Beginn einer neuen Erfolgs­geschichte?

Die Ausgangslage dafür ist vielversprechend: Das deutliche Abstimmungsresultat am 24. November 2019 (60 Prozent Ja-Stimmen) und die seither erreichten administrativen Fortschritte haben aus dem jahrzehntelangen Traum eines neuen Stadions im Torfeld Süd ein wahrscheinliches Szenario werden lassen, das spätestens 2025 mit dem ersten Anspiel in der neuen Arena Wirklichkeit sein soll.

Weiter hat Anfang dieser Woche eine Konsultativ-Abstimmung der 20 Schweizer Profiklubs ergeben, dass sich wohl ein weiterer Wunsch des FC Aarau erfüllen wird: Die Vergrösserung der Super League von zehn auf zwölf Teams ab der Saison 2021/22. Stimmen an der ausserordentlichen Generalversammlung der Swiss Football League am 13. März mindestens 14 von 20 Vereinen für die Aufstockung, gibt es für den FCA in der nächsten Saison nur ein Ziel: Aufstieg!

Seine Tradition, seine finanziellen Möglichkeiten, die Aussicht auf das neue Stadion und die Strahlkraft als einziger Profiklub im viertgrössten Kanton der Schweiz verpflichten den FC Aarau zum Anspruch, zu den Top 12 zu gehören. Bei einem positiven Entscheid zur Ligavergrösserung würde rund um das Brügglifeld eine Euphorie entstehen und das Interesse von Fans und Sponsoren am FC Aarau schlagartig grösser. Natürlich – mit hohen Zielen steigt auch der Druck auf die Entscheidungsträger, sprich auf Präsident, Sportchef und Trainer. Aber lieber so als das Motto «alles kann, nichts muss» der vergangenen Jahre.

13. März und 26. Mai - auch in den nächsten Monaten finden aus Sicht des FC Aarau die wichtigsten Ereignisse abseits des Spielfeldes statt. Was wiederum bedeutet, dass das eigentliche Kerngeschäft eines Fussballklubs, das Geschehen auf dem Rasen, momentan Nebensache ist. Ein Blick auf die Tabelle macht klar, warum: Elf Punkte Rückstand auf den Barrage-Platz und zehn Punkte Vorsprung auf Schlusslicht Chiasso, der FC Aarau ist im Niemandsland der Challenge League gefangen.
Trotz schwächerem Kader im Vergleich zur vergangenen Saison steht die Zwischenbilanz in keinem Verhältnis zum Aufwand. Knapp fünf Millionen Franken gibt der FCA für seine Profiabteilung aus und somit deutlich mehr als die vor ihm liegenden Kriens, Wil, Winterthur und Vaduz. Die ungenügende Zwischenbilanz haben sich Sportchef Sandro Burki, Trainer Patrick Rahmen und die Mannschaft in erster Linie selber zuzuschreiben. Die von den Protagonisten oft benutzten Verweise auf Schiedsrichter-Fehlentscheide und die Nachwirkungen des Barrage-Dramas gegen Xamax müssen ein für alle Mal ein Ende haben.

Das einzig Gute an der aussichtslosen Tabellensituation: Schon jetzt kann mit der Planung der nächsten Saison begonnen werden. Die Trennung von Stefan Maierhofer, Patrick Rossini und Gezim Pepsi zu Beginn dieser Woche war ein Anfang, nicht mehr: Um im Sommer ein ernsthafter Aufstiegsanwärter zu sein, sind weitere Kaderretuschen notwendig, die aktuelle Mannschaft hat die Qualität für die Tabellenspitze nicht. Neben der Verpflichtung neuer, hungriger Spieler braucht es auch den Mut für unpopuläre Entscheidungen, sprich sich vom einen oder anderen Spieler mit weiterlaufendem Vertrag zu trennen. Wer im Sommer bleiben darf und wer den Ansprüchen nicht mehr genügt, wird die Rückrunde zeigen. Und zwar auf allen Positionen.

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