Switzerland

Der EV Zug ist nach langem Warten wieder Schweizer Meister – auf diesen Personen gründet der gegenwärtige Erfolg des Klubs

Ein grosszügiger Vereinspräsident, ein unüberwindbarer Goalie und der beste Offensivspieler der Liga – das sind die Schlüsselfiguren auf dem Weg zum zweiten Meistertitel des EV Zug.

Die Zuger Spieler feiern am Freitagabend den ersten Meistertitel des Klugs seit 1998.

Die Zuger Spieler feiern am Freitagabend den ersten Meistertitel des Klugs seit 1998.

Ennio Leanza / Keystone

Hans-Peter Strebel (Besitzer und Präsident)

Hans-Peter Strebel

Strebel durchlebte das, was die Amerikaner eine Teller-Wäscher-Karriere nennen: Vom einfachen Apotheker zum Multimillionär, vom Fan auf der Stehplatzrampe zum Präsidenten des EV Zug. Seit der 72-jährige 2015 Roland Staerkle als Verwaltungsratspräsident abgelöst hat, ist er der starke Mann im EVZ. Sein Vermögen machte Strebel mit der Entwicklung eines Medikaments gegen multiple Sklerose. Die Firma, die auf diesem basierte, verkaufte er 2006 an den amerikanischen Biotech-Konzern Biogen. Sein Vermögen wird auf 350 bis 400 Millionen Franken geschätzt. Doch Strebel legt Wert darauf, dass kein Franken davon in den Profibetrieb fliesst, was man ihm ausserhalb von Zug allerdings nicht abnimmt. Er finanzierte für 100 Millionen das Leistungssportzentrum OYM (on your marks), das dem EVZ auf Jahre hinaus einen Platz in der nationalen Eishockeyspitze sichern soll.

Dan Tangnes (Trainer)

Dan Tangnes

Als Tangnes 2018 für Harold Kreis nach Zug kam, war er in der Schweizer noch ein weitgehend unbekannter Coach. Der heute 42-jährige Norweger hatte zuvor seine Trainerkarriere in Schweden aufgebaut und vor dem Engagement in Zug drei Jahre lang als Headcoach den Linköping HC geführt. Tangnes war einer der ersten wichtigen Transfers von Sportchef Reto Kläy. Bereits im ersten Jahr führte er den EVZ zum Cup-Sieg und in den Play-off-Final, in dem er dem routinierteren SC Bern unterlag. Kläy und Tangnes bilden das gemeinsame sportliche Rückgrat des Klubs. Der Sportchef stellte eine meisterwürdige Mannschaft zusammen, der Coach verstand es, das Potenzial der Spieler zu schärfen und zu nutzen. 2019, nach der verlorenen Finalserie gegen die Berner, versprach er dem Anhang in einem Interview mit der «Luzerner Zeitung», den Titel früher oder später nach Zug zu holen. Er hat Wort gehalten.

Leonardo Genoni (Torhüter)

Leonardo Genoni

Als Genoni im August 2018 in Zug unterschrieb, warnte er vor übertriebener Euphorie: Er werde, sagte er im Interview mit der «NZZ am Sonntag», den Pokal nicht einfach im Gepäck aus Bern mitbringen. Doch genau das hat er nun getan. Der 33-jährige Zürcher ist ein Erfolgsgarant. Er holte vor dieser Saison bereits mit dem HCD (2009, 2011, 2015) und dem SCB (2017, 2019) fünf Meistertitel. Genoni ist kein Spektakelmacher. Doch gerade in der Ruhe liegt eine seiner grössten Stärken. Je wichtiger die Partien sind, desto besser werden seine Leistungen. Das war auch in diesem Frühjahr nicht anders. Noch zu Beginn der Viertelfinalserie gegen Bern unterlief ihm der eine oder andere Fehler. Wie gross seine Bedeutung ist, zeigt die Tatsache, dass er das Rückgrat von vier der letzten sechs Meister war. Genonis Vertrag in Zug läuft noch mindestens drei Jahre. Weitere Titel sind nicht ausgeschlossen, sondern wahrscheinlich.

Jan Kovar (Stürmer)

Jan Kovar

Kovar stiess im Herbst 2019 mit dem Ruf eines begabten, aber zuweilen etwas trainingsfaulen Spielmachers zum EV Zug. Sein Versuch, in der Organisation der Boston Bruins Fuss zu fassen, endete nach nur zwölf Spielen in der AHL-Franchise in Providence. Die Bruins sahen in ihm nicht das Potenzial, in der NHL eine respektable Rolle zu übernehmen. In Zug setzte er sich auf Anhieb durch. Schon im ersten Winter war er der sechstbeste Skorer der Liga, im zweiten wurde er Topskorer der Regular Season – momentan ist er der beste Offensivspieler der Liga. Der 31-jährige Tscheche brilliert nicht nur als Individualist, sondern macht auch seine Nebenspieler besser: Dario Simion spielt als Flügel neben ihm und Grégory Hofmann den produktivsten Winter seiner Karriere. Kovar ist einer der Spieler, die am meisten von der hochprofessionellen Infrastruktur im OYM profitiert hat. Nicht nur statistisch, auch physisch erreichte er in diesem Winter Bestwerte.

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