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Switzerland

Der Captain des FC Thun ist seit Monaten verletzt – und das Team verliert und verliert und verliert

Als sich Dennis Hediger im Februar das Kreuzband riss, dachte niemand, dass er im Dezember noch nicht wieder auf dem Platz steht. Ohne ihn ist der FC Thun am Tabellenende – und Hediger macht sich plötzlich Gedanken, die er noch nie hatte.

Seit Monaten bloss Zuschauer: der verletzte Captain des FC Thun, Dennis Hediger.

Seit Monaten bloss Zuschauer: der verletzte Captain des FC Thun, Dennis Hediger.

Peter Schneider / Keystone

Dennis Hediger kämpft – wie immer. Das schon. So gut es geht. Aber Hediger kämpft auch ein wenig weniger, weil die Heilung seines operierten rechten Knies nicht so verläuft wie vorgestellt. Im Februar erlitt der Captain des FC Thun einen Kreuz- und Innenbandriss. Am Anfang lief alles prächtig, kontinuierliche Fortschritte, danach aber plötzliche Stagnation. Ein Schmerz in einem bestimmten Winkel der Kniebeugung, der auftaucht, «wenn ich an die Belastungsgrenze gehe, impulsive Go-and-Stopp-Bewegungen mache».

Normalerweise kehrt ein Fussballer nach einer solchen Verletzung nach sieben, acht Monaten auf den Platz zurück. Hediger, der Fitness-Spezialist, schaffe das schneller, dachte man. Dachte er vielleicht auch. Jetzt sind zehn Monate ins Land gezogen, und Hediger und das Physio- und Ärzteteam rätseln darüber, ob eine geschädigte Knorpelstelle das Problem ist oder muskuläre Vernarbungen – oder was? Es sei nicht einfach, «das herauszufinden». Hediger kämpft, klar, er möchte «mit den Jungs wieder durchs Feuer gehen». Abstiegskampf-Feuer ist das jetzt. Es scheint aber klar, dass der Schmerz für die Heilung ein Gleichgewicht zwischen Be- und Entlastung verlangt. Also ist auch Geduld gefragt. Es sei «eine Erleichterung» zu wissen, dass mehr machen nicht mehr ist. Es gab schon Behandlungen mit Hyaluronsäure. Eine Eigenblut-Therapie soll noch folgen, vielleicht auch noch einmal eine OP, um das Gelenk zu säubern.

Hediger hat sich Gedanken machen müssen, die zu Beginn der Rehabilitation «weit hinten im Kopf lagen». Stichwort: Karriereende. Er sei nicht mehr zwanzig Jahre alt, ungebunden, sondern habe eine Familie und müsse fit sein für den Beruf. Hediger ist 33 Jahre alt, selbständig in der Fitnessbranche tätig. Um Sport zu treiben wie andere, reicht es, aber Hediger möchte mit höchster Intensität in der Super League wirken. Und seinem FC Thun helfen, der ohne ihn verliert und verliert. Am Sonntag auch gegen St. Gallen, 1:4. Hediger fehlt, überall.

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