Switzerland

Der Bund gibt noch keine Entwarnung

Die Zahl der bestätigten Corona-Infizierten steigt in der Schweiz zwar weiter an, laut Bundesamt für Gesundheit blieb die Situation übers Wochenende aber stabil. Ein Drittel der verbürgten KMU-Kredite ist schon weg.

Daniel Koch, Leiter der Abteilung Ansteckende Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG), trat am Montag dennoch mit einem Hauch von Optimismus vor die Medien.

Daniel Koch, Leiter der Abteilung Ansteckende Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG), trat am Montag dennoch mit einem Hauch von Optimismus vor die Medien.

Peter Klaunzer / Keystone

Der Corona-Marathon geht bergauf, wie weit wir schon gekommen sind, ist unklar. Der Wendepunkt auf der Ansteckungskurve ist noch nicht in Sicht. Daniel Koch, Leiter der Abteilung Ansteckende Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG), trat am Montag dennoch mit einem Hauch von Optimismus vor die Medien: Die Zahl der Neuinfektionen sei ungefähr gleich gross wie in den vergangenen Tagen, erklärte Koch. Die Kurve entwickelt sich also linear, nicht mehr exponentiell. 

Dies ist laut Koch «ein kleines Zeichen dafür, dass die Massnahmen des Bundesrates greifen». Es sei aber noch zu früh, um Schlussfolgerungen zu ziehen. Positiv wertete Koch auch die Resultate einer Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo zur Wirksamkeit der BAG-Kampagne. Demnach hat ein Grossteil der Bevölkerung verstanden, worin das Risiko des Coronavirus besteht, und scheint die Massnahmen zu dessen Eindämmung umzusetzen.

Hohe Zahl von Krediten

Koch warnte aber davor, nachlässig zu werden: «Jetzt geht es darum, über die Ostertage standhaft zu bleiben. Danach schauen wir, wie sich die Situation weiter entwickelt und wie wir mit den Massnahmen fortfahren.» Lockerungen oder Verschärfungen des Corona-Regimes dürften somit erst in gut vierzehn Tagen zur Debatte stehen. Der Bundesrat muss ohnehin nach Ostern beschliessen, ob er die Einschränkungen der Versammlungsfreiheit oder des wirtschaftlichen Lebens über den 19. April hinaus weiter verlängern oder anpassen will. Die Bevölkerung soll im Marathon kontinuierlich das Tempo halten, um das Bild von Bundesrat Alain Berset aufzunehmen, so der erneuerte Appell aus dem BAG.

Eine erste Zwischenbilanz gab es zu den Überbrückungskrediten. Bis am Sonntagabend haben die Banken 31 852 Vereinbarungen abgeschlossen. Durchschnittlich werden 207 000 Franken ausbezahlt. Diese Zahlen nannte Eric Jakob vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco).

Gesunde kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sollen auf diesem Weg rasch liquide Mittel erhalten. Ein vereinfachtes Verfahren ermöglicht es den Unternehmern, bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes als Bankkredit zu beantragen. Bei Beträgen unter 500 000 Franken ist kein Zins fällig, die Rückzahlfrist hat der Bundesrat auf fünf Jahre festgelegt, in Härtefällen auf sieben.

Der Bund hat eine Bürgschaft von maximal 20 Milliarden Franken in Aussicht gestellt. Die Banken haben laut Seco nun bereits Kredite im Wert von 6,6 Milliarden vergeben, also ein Drittel der verbürgten Summe. Eine Aufstockung ist möglich und müsse nun wohl «schneller als erwartet» geprüft werden, sagte Jakob, der die Direktion für Standortförderung im Seco leitet. 

Er wies darauf hin, dass gemeinsam mit der Eidgenössischen Finanzkontrolle auch Missbräuche bei den Kreditbegehren eruiert werden könnten. Die Umsatzangaben im Gesuch werden zum Beispiel mit den Daten der Mehrwertsteuer verglichen. 

128 infizierte Soldaten

Unterdessen sind beim Bund aus allen Kantonen Gesuche um Unterstützung durch die Armee eingegangen. Das Schwergewicht des Einsatzes betrifft das zivile Gesundheitswesen. Brigadier Raynald Droz, Stabschef im Kommando Operationen, lobte vor den Medien den Einsatz der Miliz: «Diese Leute tun mehr, als von ihnen erwartet wird.» Der Chef der Armee, Korpskommandant Thomas Süssli, telefoniere jeden Tag mit allen eingesetzten Einheitskommandanten, um direkt über die Bedürfnisse der Truppe orientiert zu sein.

Eine Herausforderung ist auch für das Militär der Schutz der Truppe vor dem Coronavirus. Die Ausbildung findet nur im Freien statt, teilweise mit Schutzmasken. Insgesamt sind laut Droz bis jetzt 128 Angehörige der Armee infiziert. Betroffen sind eine Rekrutenschule der Sanität im Tessin und eine der Infanterie in der Romandie. Von Covid-19 verschont geblieben sind bisher die Truppen, die in den vergangenen Tagen nach dem neuen System mobilisiert worden sind. 

Am Montag registrierte das BAG schweizweit 15 457 bestätigte Corona-Infektionen und 295 Todesfälle. 280 Patienten seien derzeit auf ein Beatmungsgerät angewiesen, sagte Koch auf Nachfrage. «Es gibt noch sehr viel mehr Geräte, als momentan gebraucht werden.» Der Bund scheint also einen Silberstreifen am Horizont zu sehen – und spricht der Bevölkerung auf ihrem Marathon etwas Mut zu. 

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