Switzerland

Der Bau der Einhausung Schwamendingen lässt sich mit einer Operation am offenen Herzen vergleichen

Die Arbeiten an der Einhausung Schwamendingen stecken in einer intensiven Phase. Eine der beiden Röhren des Schöneichtunnels ist komplett für den Verkehr gesperrt.

Der Bau der Einhausung Schwamendingen lässt sich mit der Analogie einer Operation am offenen Herzen vergleichen. Er ist ein komplizierter Eingriff in ein hochkomplexes Verkehrssystem.

Der Bau der Einhausung Schwamendingen lässt sich mit der Analogie einer Operation am offenen Herzen vergleichen. Er ist ein komplizierter Eingriff in ein hochkomplexes Verkehrssystem.

Karin Hofer

Der Blick vom Besucherzentrum und Bürocontainer hoch über dem östlichen Portal des Schöneichtunnels in Schwamendingen ist faszinierend. Die A 4 präsentiert sich fast bis zum Heizkraftwerk Aubrugg hinaus als eine einzige komplizierte Grossbaustelle. Über ein halbes Dutzend Kräne stehen da, im Streifen zwischen den Fahrbahnen sind Baumaschinen und allerlei Gerätschaften abgestellt.

Die stadtauswärts führende Tunnelröhre ist gesperrt, und die Fahrzeuge Richtung A 1 und Flughafen rollen nun durch die nördliche Röhre. Jetzt, ungefähr um 15 Uhr diesen Dienstagnachmittag, fliesst der Verkehr stadtauswärts noch flüssig, während sich die Autos und Lastwagen stadteinwärts bereits in zwei dichten Kolonnen und mit nurmehr geringem Tempo über die Überlandstrasse quälen. Wenig später stockt die Blechlawine dann in beiden Richtungen.

Corona wirkt auch hier

Der Bau der Einhausung Schwamendingen lässt sich gewissermassen mit einer Operation am offenen Herzen vergleichen. Er ist ein komplizierter Eingriff in ein hochkomplexes Verkehrssystem, das zwingend funktionieren muss und keinesfalls zusammenbrechen darf. Die derzeitige Corona-Epidemie erschwert die Aufgabe der «Chirurgen» zusätzlich. Die Lieferketten blieben zwar intakt, und die behördlichen Abstandsvorschriften lassen sich auf der Grossbaustelle in Zürich Nord gut einhalten. Allerdings hat das Covid-19-Virus viele Pendler weg vom öffentlichen Verkehr zum Privatauto getrieben, und das macht den Verkehrsfluss noch zäher.

Die Bauphase 3.1 mit der temporär geänderten Verkehrsführung und der Sperrung der ersten Tunnelröhre läuft nun seit dem 22. Juni. Voraussichtlich im Oktober werden die Erneuerungs- und Umrüstungsarbeiten auf diesem 1,7 Kilometer langen Streckenabschnitt fertig sein. Danach soll bis im Februar 2021 die zweite Röhre auf Vordermann gebracht werden, was wiederum Anpassungen der Verkehrsführung bedingen wird.

Das Projekt Einhausung Schwamendingen stecke jetzt in seiner arbeitsintensivsten Bauphase, hält Rolf Eberle, der zuständige Projektleiter beim Bundesamt für Strassen (Astra), fest. Gleichzeitig bietet sich die Möglichkeit, die Sanierungsarbeiten im Schöneichtunnel ungefährdet durch den Verkehr zu verfolgen. Das Astra hat deshalb einige Medien zu einer Baustellenbegehung eingeladen.

Respekt für die Mannschaft

159 Fachleute arbeiten zurzeit auf der Grossbaustelle. Die Rasterdecke, welche die beiden Tunnelteile verband und dank ihrer offenen Struktur die Lüftung sicherte, ist bereits abgebrochen. Ein wuchtiger Roboter hat die Beschichtung der Tunnelwand mit Wasserlanzen mit einem Druck von 800 Bar abgetragen. Und dieser Tage haben die Männer auch begonnen, das «Schrammbord» zu ersetzen, das ungefähr 70 Zentimeter breite und 18 Zentimeter hohe Bankett, in dessen Innern die Kabelleitungen verlegt sind. Es verhindert, dass Fahrzeuge gegen die Tunnelwand schrammen, und ist gleichzeitig niedrig genug, dass sich die Autotüren noch öffnen lassen.

Baustelle Einhausung Schwamendingen und Sanierung Schöneich Tunnel.

Baustelle Einhausung Schwamendingen und Sanierung Schöneich Tunnel.

Karin Hofer

Es herrscht ein Mordslärm in der Röhre. Wuchtige Maschinen hämmern, rattern, rasseln, kreischen, klopfen und röhren dermassen, dass man sein eigenes Wort nicht versteht. Die Arbeiter nehmen den infernalischen Lärm und den Staub stoisch hin und erledigen routiniert und unaufgeregt ihre Jobs. «Diese Männer haben den höchsten Respekt verdient», hält Matthias Neidhart fest.

Ein Projekt wie kein anderes

Neidhart, ein 44-jährige Bauingenieur, der schon an mehreren Strassentunnels und eine Zeitlang auch bei der SBB-Tochtergesellschaft Alptransit am Gotthardbasistunnel mitgearbeitet hat, leitet die Schwamendinger Baustelle. Er ist mit Leib und Seele Tunnelbauer und mochte alle seine bisherigen Jobs bei der Erneuerung von Strassentunnels. Aber die Einhausung Schwamendingen hat für ihn einen ganz besonderen Reiz: «Hier entsteht etwas vollkommen Neues, wir schaffen Lebensqualität, und alle freuen sich auf den neuen Park.»

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