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Davos-CEO Gianola hat noch keinen Plan B: «Wer weiss, ob Chris McSorley Interesse hat»

Marc Gianola braucht einen neuen Sportchef, lässt sich aber Zeit, um die richtige Lösung zu finden. Bild: KEYSTONE

Interview

Davos-CEO Gianola hat noch keinen Plan B: «Wer weiss, ob Chris McSorley Interesse hat»

Raeto Raffainer verlässt nach weniger als zwei Jahren als Sportchef den HC Davos und wechselt zum SC Bern. Der HCD braucht also einen Ersatz für den Mann, der die Mannschaft nach dem Abgang von Arno Del Curto erfolgreich erneuerte. HCD-Geschäftsführer Marc Gianola im watson-Interview zum überraschenden Abgang, zur angestrebten Kontinuität beim HC Davos und über Chris McSorley als möglichen Nachfolger.

Mehr zu Raffainers Abgang:

Herr Gianola, Raeto Raffainer verlässt den HC Davos. Das kommt überraschend. Für Sie auch?
Marc Gianola:
Es kommt für uns alle aus dem Nichts.
Es ging alles sehr schnell. Raeto Raffainer erhielt letzte Woche am Dienstag das Angebot des SC Bern, hat es am Donnerstag angenommen und uns am Freitag darüber informiert.

Gab es Meinungsverschiedenheiten zwischen der Klubführung und Sportchef Raeto Raffainer?
Nein, überhaupt nicht. Er hat sich bei uns immer wohlgefühlt, wir haben uns regelmässig ausgetauscht.

Trotzdem verlässt er den HCD.
Er hat erwähnt, dass das Angebot des SC Bern für ihn eine grosse Chance sei.

War es ein Thema, dass Bern ein finanzielles Angebot unterbreitete, mit welchem Davos nicht mithalten konnte?
Nein, gar nicht.

Raeto Raffainer ist spätestens nächste Saison beim SC Bern. Bild: keystone

Raeto Raffainer hat aber noch einen Vertrag in Davos. Wie kann er so leicht abgeworben werden?
Er hat eine Kündigungsfrist von sechs Monaten. Wenn er jetzt kündigt, kann er nächste Saison beim SC Bern beginnen. Wir werden nun aber prüfen, inwiefern eine weitere Zusammenarbeit noch Sinn macht.

Sind Sie enttäuscht vom Abgang?
Man ist sicher enttäuscht, wenn man eine wichtige Position so gut besetzt hat und dann an einen direkten Ligakonkurrenten verliert. Aber so ist das im Berufsleben.

Haben Sie bereits einen Plan B?
Wenn wir Probleme mit dieser Personalie gehabt hätten, oder sich ein Abgang abgezeichnet hätte, hätte man sich natürlich darauf vorbereitet. Weil wir aber etwas Langfristiges aufbauen wollen, haben wir uns bisher nicht gross mit Alternativen auseinandergesetzt. Wir haben aber überhaupt keinen Stress. Zum Glück hat Raeto Raffainer sehr gute Vorarbeit geleistet, es gibt nur noch wenige Positionen, die im Hinblick auf die nächste Saison noch geregelt werden müssen.

Sehen Sie das Projekt HCD nicht in Gefahr, wenn der Sportchef plötzlich abwandert?
Der HCD ist kein Projekt, der HCD hat eine 100-jährige Geschichte und wird die nächsten 100 Jahre auch noch existieren. Wir haben in den letzten Jahren sehr viel aufgebaut und werden mit Kontinuität an unseren Plänen weiterarbeiten. Beim HC Davos wird es in diesem Stil weitergehen.

Wie lange kann der HC Davos denn ohne Sportchef auskommen?
Das kommt darauf an, wie lange es dauert, bis wir einen geeigneten Ersatz finden. Und noch ist Raeto Raffainer ja nicht weg. Wir haben also Zeit, um die richtige Entscheidung zu fällen.

Der Davoser Offensivtrainer Johan Lundskog steht ebenfalls kurz vor der Unterschrift in Bern. Haben Sie Angst vor weiteren Abgängen?
Nein, überhaupt nicht. Wir sind immer auf der Suche nach Kontinuität, Abgänge gibt es allerdings dennoch. Es gehen Stürmer, Verteidiger und auch mal Staff-Mitglieder. Abgänge gehören einfach zum Geschäft, die kann man aber auch immer ersetzen und wenn man eine Person vom Assistenten zum Cheftrainer entwickeln kann ist dies doch super für ein Unternehmen.

Chris McSorley könnte in Davos zum Thema werden. Bild: keystone

Chris McSorley war beim SC Bern im Gespräch. Ist er ein Kandidat für den HC Davos?
Ich habe bisher nichts von ihm gehört. Aber ich gehe davon aus, wenn er sich in Bern beworben hat, dass er auf dem Markt ist. Aber ob er Interesse hat – wer weiss ...

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