Switzerland

Das Wöschhuus wird neu belebt – aber das im alten Gewand

Die kleine Liegenschaft in der Brugger Altstadt zwischen Falkengasse und Aare wirkt von aussen unscheinbar. Sie ge­hört den Ortsbürgern. Das sogenannte Wöschhuus war laut Historiker Felix Müller vor etwa 300 Jahren eines von total drei städtischen Waschhäusern. Wann genau das Haus gebaut wurde, ist nicht bekannt.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde hoher Raum als Galerie, von Modelleisenbähnlern sowie als Atelier genutzt. Entsprechend wurden im Lauf der Jahre Galerien, Treppen, Leitungen und ein Holzboden eingebaut. Viele Brugger erinnern sich noch, dass vor 15 Jahren Ewald «Walo» Locher im Wöschhuus tödlich verunfallte. Der engagierte und hilfsbereite Direktor des Pflegebereichs der Klinik Königsfelden stürzte im 56. Lebensjahr im Rauminnern von der Leiter, als er die Adventsdekoration abmontieren wollte. Walo Locher verstarb an den Folgen einer Schädelfraktur, wie die gerichtsmedizinische Untersuchung ergab.

Das Wöschhuus in der Brugger Altstadt wird in den Originalzustand zurückgebaut – ein Einblick

Im Video: Feuerstelle, Waschtrog, Galerien und eingebauter Boden.

Wird im September als Ausstellungsort genutzt

Im vergangenen Herbst erfuhren die drei Altstadt-Liebhaber Lukas Huppenbauer, Andrea Gsell und Kaspar Ruoff, dass der Mietvertrag für das Wöschhuus Ende März 2020 ausläuft. Sofort skizzierten das Trio eine Vision für die Liegenschaft an der Falkengasse 9 und teilte diese dem Stadtrat mit (die AZ berichtete). Wenn das Wöschhuus möglichst in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt würde, könnte es künftig als Kunstraum, für Apéros oder bei Stadtführungen neue Funktionen übernehmen.

Vergangene Woche hat der Brugger Stadtrat nun einen ersten Entscheid in Sachen Wöschhuus gefällt. Vizeammann Leo Geissmann sagt: «Der Stadtrat hat an seiner Sitzung vom 1. Juli einen Kredit von 27000 Franken für den Rückbau der Mietereinbauten sowie für Unterhaltsmassnahmen an der Gebäudehülle bewilligt.» Diese Arbeiten werden im Sommer umgesetzt. Lukas Huppenbauer machte sich am Montagabend gleich mit Freiwilligen an den Rückbau.

Damit ist die Benützung des Wöschhuus als Ausstellungsort im Rahmen der für September geplanten Ausstellung «Kupper, Salz und Zimmermann» gewährleistet. Der Stadtrat erwartet von der Initiantengruppe bis Ende Oktober die Vorlage eines Nutzungskonzepts und einen Vorschlag über die Betriebsverantwortung. Danach wird über eine öffentliche Nutzung oder Privatvermietung entschieden.

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