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Das Vindonissa Museum präsentiert einmalige Funde – einer davon geht auf das Konto einer Praktikantin

«Aktuell wissen wir wenig darüber, was in Zukunft passiert. Umso wichtiger ist es, dass man weiss, woher man kommt.» Mit diesen Worten weihte Rahel Göldi, Leiterin Römerlager Vindonissa, am Mittwoch die jährlich wechselnde «Vitrine Aktuell» ein. Seit 2004 stellt das Brugger Vindonissa Museum hier neuste Ausgrabungsergebnisse aus der Region aus.

Unter dem Namen «Von A wie Augustus bis Z wie Zikade – neue Funde aus Vindonissa» werden fünfzehn Gegenstände des römischen Lebens gezeigt – und damit laut Göldi einige der bedeutendsten Entdeckungen der letzten zehn Jahre. Kantonsarchäologe Jürgen Trumm sagt:

Die meisten der Objekte würden nicht nur eine, sondern mehrere Geschichten über das Leben der damaligen Menschen erzählen. Gleich ein Vielfaches an Geschichten bietet die «Goldmünze des Kaisers Tiberius Caesar Augustus».

Eine Praktikantin machte den Sensationsfund

Die Münze wurde zwischen 14 und 37 n.Chr. mit dem Abbild des Kaisers und einer weiblichen Figur versehen. Jürgen Trumm führt aus: «Bisher wurden nur vier oder fünf dieser Münzen überhaupt in Vindonissa gefunden. Eine ist etwa eineinhalb Mal so viel wert, wie ein Soldat damals im Monat verdiente.» Neben der Frage, wer wohl das so wertvolle Zahlungsmittel verloren hat, sei ebenso offen, wo dieses geprägt wurde. Die Forschung gehe zwar davon aus, dass man Münzen dieses Typs im französischen Lyon bearbeitete. Jedoch sei 2004 ein Prägestempel in Vindonissa gefunden worden. Arbeitete man also mit mobilen Prägestätten? Neben ihrer historischen Bedeutung erzählt die Münze auch etwas über die Arbeit der Kantonsarchäologie Aargau. Trumm führt lachend aus:

Für einen weiteren Fund seien «europaweit keine Vergleichsstücke bekannt»: Die gut drei Zentimeter grosse Fibel ist eine einer Sicherheitsnadel ähnliche Klemme. Sie diente zum Zusammenhalten von Kleidung und gehörte wohl einer Frau oder Jugendlichen. Die Fibel sei ein Unikat und handwerkliches Meisterwerk. «Sie besteht aus Buntmetall und ist mit kleinen, feinen Tierfiguren verziert. Unter anderem sieht man einen Siebenschläfer.» Weil die Brosche im nordöstlichen Adriaraum hergestellt worden sein könnte, stehe man nun im Kontakt mit kroatischen Forschern, wie Trumm erklärt.

Jedes Objekt sei ein Mosaikstein der Geschichte

In den letzten zehn Jahren sammelte die Kantonsarchäologie Aargau fast eine Viertelmillion Fundgegenstände. Dass davon gerade die fünfzehn Objekte in die «Vitrine Aktuell» gelangten, ist auch einem subjektiven Auswahlverfahren zu verdanken. Die Ressortleiterin Archäologische Sammlung der Kantonsarchäologie, Regine Fellmann, erzählt: «Wir suchten kleinere Kostbarkeiten aus, die sonst zwischen anderen Ausstellungsstücken untergegangen wären.» Darum hat man im Vindonissa Museum zusätzlich zur Vitrine auch eine Diashow installiert. Diese erlaubt es, die zum Teil nur fingernagelgrossen Fundgegenstände im Detail zu betrachten. Die Grösse mindere ihren Wert aber nicht, wie Fellmann sagt: «Jeder Fundgegenstand ist ein Mosaikstein, der uns mehr über die vergangene Geschichte erzählt.»

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