Switzerland

Das meint BLICK: SRF muss sich Gedanken über Prioritäten machen

Ab Sommer 2021 gibt es beim Schweizer Fernsehen SRF keinen europäischen Spitzenfussball mehr. Keine Livespiele der Champions League, keine Spiele der Europa League und keine der Europa Conference League, in der die Schweizer Klubs vermehrt auftauchen werden.

Das ist zum einen eine logische Entwicklung im umkämpften TV-Markt, in dem die Rosinen immer konsequenter hinter die Bezahlschranke wandern. Sport ist begehrtes Premiumprodukt – der Fussball ein Quotengarant.

Nostalgiker mögen das bedauern. Aber der freie Markt schert sich nicht um Traditionen und Gewohnheiten. Die gefrässige Geldmaschine Fussball muss ­gefüttert werden. Und längst ist klar, dass die Bezahlsender und Privatstationen den Sport, in diesem Fall Europas Topfussball, mindestens so gut, wenn nicht sogar erfrischender präsentieren, als dies beim doch eher ­verstaubten SRF der Fall ist.

Die Entwicklung ist auch international zu beobachten: Der Sport nabelt sich vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk ab. Aber statt sich über die finanzielle Spirale zu mokieren, muss man sich beim SRF Gedanken über die Prioritäten machen, die man im Haus setzen will. Bei der Abstimmung über die Abschaffung der Fernsehgebühren wurde ein Rundum-Service im Sport gerne als Argument in die Waagschale geworfen. Ein Versprechen, das nicht gehalten werden kann.

Zu denken geben muss, dass private Spartensender mit wenig Reichweite offensichtlich mehr Mittel haben, als das SRF mit mehr als einer Milliarde Gebührengeldern. So gibts für die Fans weiter frei empfangbare Spiele.

Dem SRF Sport sind in den letzten Jahren die Charakterköpfe am Mikrofon abhandengekommen. Jetzt verlieren sie auch ­immer mehr Live-Rechte. Harte Zeiten für brave Gebührenzahler.

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