Switzerland

Das Leben von Esther S. (†55), die im Zoo Zürich von Tigerin Irina (5) getötet wurde: «Eine Welt ohne Tiere wäre für mich unvorstellbar»

Das Leben von Tierpflegerin Esther S.* (†55) nahm am Samstag ein tragisches Ende. An einem ihrer Lieblingsorte: im Gehege von Amurtigerin Irina (5) im Zoo Zürich (BLICK berichtete). Warum sich Pflegerin und Tigerin plötzlich gegenüberstanden, ist noch immer nicht bekannt. Erste Untersuchungen deuten auf einen Unfall hin. Die leidenschaftliche Tierpflegerin galt als sehr erfahren, arbeitete seit gut zwei Jahrzehnten im Zoo. «Tiere sind mein Leben», sagte sie 2013 in einem Porträt zur Lokalzeitung «Anzeiger Luzern».

Bereits damals betreute sie im Zoo Zürich die Reviere von Tigern. Aber auch Pandas, Schneeleoparden, Wölfe, Löwen und Zwergotter fielen in ihr Aufgabengebiet. «Wir gehen kein Risiko ein. Wenn ich Coto, den Tiger, rufe, kommt er ans Gitter.» Die Gefahren ihres Berufs waren der Frau aus dem Kanton Luzern bewusst, wie sie betonte: «Respekt ist wichtig, man darf aber keine Angst haben.» Es gebe immer wieder heikle Situationen. Auch komme es vor, dass ein Tier zubeisse. Aber: «Zum Glück in den seltensten Fällen mit fatalen Folgen.»

Mit dem Job als Tierpflegerin einen Kindheitstraum erfüllt

Seit sie ein kleines Mädchen war, war Tierpflegerin ihr Traumberuf. «Meine Eltern wollten, dass ich etwas Anständiges lerne. So liess ich mich zur Primarlehrerin ausbilden», so Esther S. rückblickend. Den Beruf habe sie sogar 15 Jahre ausgeübt. Doch dann verwirklichte sie endlich ihren Lebenstraum. Nach einer Schnupperlehre liess sie sich zur Tierpflegerin mit Vertiefung Wildtierpflege ausbilden. Sie verliess Luzern in Richtung Zoo Zürich – und wohnte zuletzt in der Nähe von Wetzikon ZH. «Eine Welt ohne Tiere wäre für mich unvorstellbar», sagte sie am Ende des Interviews.

Immer wieder nutzte Esther S. ihren guten Draht zu Kindern, um die Liebe zu Tieren auch den Kleinsten zu vermitteln. 2015 hatte sie dafür sogar einen Auftritt in einer Kindersendung von SRF.

Gehege weiter abgesperrt

Im Zoo Zürich war das Gehege der Tiger gestern noch weiträumig abgesperrt. «Wegen eines tragischen Vorfalls bleibt dieser Bereich geschlossen», steht auf einer Tafel geschrieben. Für die Verstorbene wurden an den Gittern Kerzen und Rosen niedergelegt. Ansonsten erinnert nicht viel an den tödlichen Angriff. Der Besucherandrang ist trotz des Zwischenfalls gross. Von den Zoo-Verantwortlichen wollte sich niemand zum tödlichen Unfall der Tierpflegerin äussern.

Am Samstag sagte der neue Zoodirektor Severin Dressen (32) an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz, man habe eine «verdiente» Kollegin verloren und sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Der Deutsche machte aber auch schnell klar: Den Tiger trifft keine Schuld am tödlichen Zwischenfall. Die Tigerdame folgte «ihren natürlichen Instinkten», so der Zoo später in einer Mitteilung. Eine Person sei auf der Anlage des Tiers ein Eindringling. Daher habe der Vorfall auch keine Konsequenzen für den Tiger. Auch die Abläufe zur Reinigung der Raubtiergehege wurden offenbar nicht angepasst.

Unfall im Zentrum der Ermittlungen

Ein Augenzeuge berichtete gegenüber BLICK von den dramatischen Szenen, die Zoobesucher am Gehege der Tigerin beobachten mussten: «Der Tiger hat die Frau am Genick gepackt!» Besucher hätten noch gegen die Absperrung gehämmert und Krach gemacht, aber das Tier liess sich dadurch nicht ablenken. «Als wir ankamen, lag das Opfer hinter einem Baumstamm versteckt. Direkt darüber der Tiger.»

Bleibt die Frage: Warum befanden sich die erfahrene Pflegerin und das Raubtier plötzlich beide im Gehege? Bei der Zürcher Staatsanwaltschaft heisst es auf Anfrage von BLICK: «Aufgrund der angetroffenen Situation steht für die Staatsanwaltschaft und die Polizei derzeit ein Unfallgeschehen im Vordergrund. Wie bei Unfällen mit Todesfolge üblich haben die Staatsanwaltschaft und die Polizei eine Untersuchung eröffnet, um dessen Hintergründe zu klären.»

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