Switzerland

«Das goldene Ogi-Tannli geht an…»

Natürlich läuft das Who-is-who der Schweizer Sportprominenz auf, wenn im KKL in Luzern die erstmalige Verleihung des goldenen Ogi-Tannli 2020 über die Bühne geht. Am roten Teppich wird gewerweisst, ob die Heldin selbst kommt, oder ob sie Ueli Maurer als Stellvertreter schickt.

Der Moderator der Preisverleihung – Sven Epiney – bittet als Laudator Bernhard Russi auf die Bühne. Dieser schreitet zum Rednerpult, zieht seine vorbereitete Rede aus der Innentasche seines ­Bogner-­Skianzugs und fasst Geschehenes gewohnt ­wohlwollend so zusammen: «Das Lauberhorn-OK hat sich zuletzt leicht verkantet. Der Verband Swiss Ski hat aufgrund eines Innenskifehlers ein bisschen Goodwill verspielt. Nur eine fuhr im Drama ums Lauberhorn vom Start weg bis ins Ziel wie auf Schienen: Viola Amherd. Ihre Eleganz am Berg sucht ihresgleichen. Mit dem Talski konnte sie sich immer die nötige Stabilität geben, sie fuhr dennoch eine aggressive und direkte Linie, trotz nicht optimaler Sicht auf der stark beanspruchten Piste. Ihr Fokus war klar: den Sieg ins Ziel bringen.»

«He, ihr dort, was lästert ihr über mich?»

Karl Frehsner in der dritten Reihe räuspert sich plötzlich gut hörbar und raunt seinem Sitznachbarn Marc Girardelli, der sich mit gefälschtem Schweizer Pass Zugang zur Veranstaltung erheischt hat, zu: «Wäre die bei mir im Training gewesen, hätte die nicht Bundesrätin werden müssen, dann wäre die ­mindestens eine Vreni ­Schneider geworden.»

Vreni springt auf, zweite Reihe rechts, und ruft: «He, ihr dort, was lästert ihr über mich?» In dem ­Moment betritt Bruno Kernen den Saal durch einen Seiteneingang und fragt laut in die Runde, wo die reservierten Plätze für dreifache Lauberhorn-Sieger seien. Ein Buhruf. «War das Peter Müller?», fragt Pirmin Zurbriggen in der ersten Reihe seine Moni. Beat Feuz reicht Kernen einen Klappstuhl und ruft: «So, Ruhe jetzt!»

Bernhard Russi bedankt sich bei Beat Feuz und spricht die entscheidenden Worte: «Der Schweizer Skisport hat ihr alles zu verdanken. Das goldene Ogi-Tannli 2020 geht an Sportministerin Viola ­Amherd.» Minutenlanger, tosender Applaus.

Was macht Alberto Tomba hier?

Die Bundesrätin spricht in einem wunderschönen ­goldenen Paillettenblazer ein paar Dankesworte. Sven ­Epiney reicht ihr das goldene Tannli. Russi, Amherd, Epiney– die drei stellen sich auf zum abschliessenden Gruppenfoto. Da kommt aus dem Nichts eine vierte Person auf die Bühne geflitzt. Photobomb, ­tatsächlich! «Wie konnte das passieren? Wer hat Alberto Tomba eingeladen?» Adolf Ogi, Schirmherr des Anlasses, ist ausser sich.

Maria Walliser, OK-Präsidentin des neu geschaffenen Gold-­Tannli-Events, gibt zu, dass sie ihn auf die VIP-Liste habe nehmen lassen. Ein Wort gibt das andere. Wilde Flüche jagen sich.

Doch eine Frau bleibt ruhig. Viola Amherd holt ihre ­Aktentasche aus der ­Bundesratslimousine und sagt mit strenger Stimme zu Ogi und Walliser: «Kommt mal mit, ihr beiden, Backstage, jetzt!» Sie hat schon das Lauberhorn gerettet, da bringt doch so ein kleiner Tomba- Zwist eine Amherd nicht aus der Ruhe. An der Aftershow-­Party tanzt Urs Lehmann ausgelassen mit Urs Näpflin. Es läuft ­Beatrice Eglis Hit «Mein Ein und Alles».

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