Switzerland

Daniel Koch überrumpelt die Super League

Diese Woche wird über die Zukunft des Schweizer Fussballs entschieden. Die Frage ist, ob die Aussage von Daniel Koch die Meinung der Clubs zur Wiederaufnahme der Saison verändert.

Diktiert nun auch der Super League die Geschwindigkeit: Daniel Koch, der Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit.

Diktiert nun auch der Super League die Geschwindigkeit: Daniel Koch, der Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit.

Alessandro della Valle (Keystone)

Es brauchte ein Nachhaken, damit Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten des Bundesamts für Gesundheit (BAG), die Zurückhaltung ablegte. Dann sagte er am Sonntagabend dem SRF betreffend das Verbot von Veranstaltungen mit über tausend Besuchern bis Ende August entwickle sich Zahl der Neuansteckungen weiterhin positiv, würde er dem Bundesrat raten, möglichst früh Lockerungen vorzunehmen. Er könne sich vorstellen, sagte Koch, dass Spiele mit Zuschauern vielleicht schon im Juli wieder möglich seien.

Die Aussage kam unerwartet. Geisterspiele schienen gerade noch die einzige Möglichkeit, die Saison beenden zu können. Als Markus Lüthi, Präsident des FC Thun, letzte Woche andachte, schon ab dem Sommer bei einem Spiel 5000 statt 10’000 Zuschauer zuzulassen, wurde ihm vorgeworfen, den Sinn für die Realität verloren zu haben.

Umsetzbar, aber …

YB- CEO Wanja Greuel spricht von einer positiven Überraschung, einem schönen Zeichen. Er mache deshalb aber keine Jubelsprünge. Denn: «Steigt die Zahl der Neuansteckungen in den nächsten Tagen wieder, sind solche Überlegungen rasch obsolet.»

Ähnlich tönt es bei anderen Clubs, euphorische Stimmen sind keine zu vernehmen. Die Swiss Football League lässt verlauten: «Wir nehmen die Aussagen mit Interesse zur Kenntnis. Wichtig für das weitere Vorgehen sind nun die nächsten Entscheide des Bundesrats zu den Lockerungsschritten. Fallen diese positiv aus, entstehen Perspektiven, und wir werden uns für weitere Gespräche mit den Behörden in Verbindung setzen.»

Koch nannte auch Bedingungen. Man müsste wissen, wer sich wo genau im Stadion aufgehalten habe, damit ein möglicher Ansteckungsfall zurückverfolgt werden könne. Das würde etwa bedeuten, dass es bis auf weiteres nur Sitzplätze angeboten werden könnten. Greuel hält das für umsetzbar, bei YB mache man sich schon länger über solche Szenarien Gedanken, zumal bei europäischen Spielen jeweils keine Stehplätze zugelassen sind. Er meint aber auch, man könne kaum verhindern, dass ein Zuschauer während des Spiels seinen Platz verlasse. «Wobei», sagt Greuel, «die Bevölkerung ist mittlerweile sehr sensibilisiert im Umgang mit dem Virus.»

Zuversichtlich, dass die Saison fortgesetzt wird

Am Mittwoch gibt der Bundesrat definitiv bekannt, ob Profispiele im Juni wieder möglich sind, am Freitag dann entscheiden die zwanzig Clubs der Super und Challenge League an einer ausserordentlichen GV über die Wiederaufnahme des Meisterschaftsbetriebs ab dem 20. Juni. Die Frage ist nun, ob Kochs Aussage gar Einfluss auf die Abstimmung hat.

Greuel, ein grosser Befürworter der Wiederaufnahme der Saison, sagt, sie könne zumindest nicht schaden, wichtiger sei aber, dass die Bundesliga gerade beweise, dass es möglich sei, die Saison trotz Corona fortzuführen. Greuel sagt, er sei zuversichtlich, dass sich die Clubs am Freitag fürs Weiterspielen entscheiden.

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