Switzerland

«Daddy chill»: FDP könnte nach irrem Wahlkampf in St.Gallen letzten Stapi-Sitz verlieren

Die Ostschweizer Grossstadt St. Gallen wählt heute das Stadtpräsidium neu. Bild: KEYSTONE

«Daddy chill»: FDP könnte nach irrem Wahlkampf in St.Gallen letzten Stapi-Sitz verlieren

Die FDP muss in St. Gallen um ihren letzten Stapi-Sitz in einer Grossstadt zittern. Ihr Kandidat Mathias Gabathuler fiel durch mehrere «Wahlkampfpannen» auf.

In den Schweizer Städten dominieren die Linken und Grünen? Nicht ganz. St. Gallen, die ehemalige Textil-Hochburg in der Ostschweiz, wird seit 2004 von bürgerlicher Hand geführt. Der amtierende Freisinnige Thomas Scheitlin ist dort seit bald 14 Jahren Stadtpräsident und stellt neben Winterthur (CVP) und Lugano (Lega) eine bürgerliche Ausnahme dar.

Dies könnte sich heute ändern. Denn Scheitlin, der in der Stadt St. Gallen stets gute Wahlresultate holen konnte, hat genug vom Stapi-Amt. Um seine Nachfolge duellieren sich am heutigen Wahlsonntag FDP-Mann Mathias Gabathuler, ein Quereinsteiger und Kanti-Rektor, und die SP-Stadträtin Maria Pappa.

Der heutige zweite Wahlgang könnte zur Zitterpartie werden für den Freisinn. Denn Gabathuler – obwohl gut vernetzt – wird sogar von der liberalen «NZZ» als «Verlegenheitslösung» bezeichnet. Einen grossen politischen Leistungsausweis kann er im Gegensatz zu seiner Kontrahentin Pappa nicht präsentieren. Letztere schaffte vor vier Jahren überraschend die Wahl in die Stadtregierung.

Der FDP-Kandidat Mathias Gabathuler gilt als «Verlegenheitslösung». Bild: keystone

Pappa und Gabathuler lieferten sich untereinander zwar einen gesitteten Wahlkampf, der FDP-Kandidat stolperte aber einige Male über sich selbst. Die «NZZ» druckte am Freitag vor dem Urnengang eine Chronologie von Gabathulers «Wahlkampfpannen». So musste er sich über ein nicht genehmigtes Wahlplakat mit zwei Lokalkünstlern drauf erklären. Unglücklich war auch, dass für eine Wahlempfehlung für den FDP-Mann die Adressen von ehemaligen Kantonsschülerinnen und -schülern verwendet wurde, die zuvor an Gabathulers Kantonsschule waren.

Facebook-Shitstorm wegen linker Wahlempfehlung

Die Nerven drüben in St. Gallen und insbesondere beim Freisinn liegen blank. Das schrieb auch das «St. Galler Tagblatt», als es über Gabathulers jüngsten Fehltritt berichtete. Der FDP-Kandidat ärgerte sich in einem Facebook-Post über die Wahlempfehlung einer Professorin der Fachhochschule Ost, in der sie sich für die Sozialdemokratin Pappa aussprach.

Bild: st. galler tagblatt

Gabathuler warf ihr «Missbrauch» vor: Ihre Wahlempfehlung sei «höchst problematisch», weil die Fachhochschule der (seiner) Kantonsschule am Brühl mit Nachwuchs beliefert werde. Es brach ein Shitstorm aus, in dem auch mit «Daddy chill»- und «Ok Boomer»-Memes herumgeworfen wurde. Gabathuler sah seinen Fehler ein und entschuldigte sich.

Die SP-Kandidatin Maria Pappa sitzt seit 2016 im Stadtrat. Bild: keystone

Im Verlauf des Nachmittags dürfte sich zeigen, ob die St. Gallerinnen und St. Galler ihm diese Fehltritte verzeihen. Gabathuler gab sich in einer ersten Stellungnahme gegenüber dem «Tagblatt» zuversichtlich. Er habe zwar «besser als auch schon, geschlafen: «Ich konnte entspannt mit der Familie in diesen wichtigen Tag starten und bin gespannt, wie der Wahlkampf heute endet.»

St. Gallen war in den vergangenen 100 Jahren – bis auf einen längeren Unterbruch – in bürgerlicher bzw. FDP-Hand. SP-Doyen Heinz Christen gilt als grosse historische Ausnahme, er regierte die Stadt von 1981 bis 2004 und war dafür verantwortlich, dass das Bundesverwaltungsgericht in die Ostschweizer Grossstadt zog.

Die turbulente Zeit des FCSG seit dem Meistertitel 2000

Die lustigsten Auftritte von Bundesrat Schneider-Amman

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

3 Hauptargumente der KVI-Gegner auf dem Prüfstand

Der Kampf um die Konzernverantwortungsinitiative (KVI) tobt unerbittlich. Dabei argumentieren die Gegner auch mit Vorwürfen, die sich bei genauerer Betrachtung als falsch herausstellen. Drei Argumente im Prüfstand.

Im Abstimmungskampf zur KVI gehen die Wogen hoch. Ja-Fahnen zieren jeden zweiten innerstädtischen Balkon, die Initianten machten diese Abstimmung zur teuersten aller Zeiten. Auf der anderen Seite werden die Initianten auf Facebook in einer Verleumdungskampagne als «linke Krawallanten» verunglimpft und Ueli Maurer wird «bei der Arroganz, die hinter dieser Initiative steckt, fast schlecht».

So hart die Bandagen in diesem Kampf sind, so knapp wird wohl auch das Ergebnis werden. Momentan liegen …

Link zum Artikel

Football news:

Der 23-jährige Marokkaner war der erste Spieler in 81 Jahren, der in zwei aufeinanderfolgenden la-Liga-Heimspielen einen hattrick erzielte
Real-Coach Bettoni über das 4:1 mit Alaves: ein Verdienter Sieg. Zidane ist mit dem Spiel sehr zufrieden
Benzema über das 4:1 mit Alaves: ein Gutes Spiel, wichtig für das Selbstvertrauen. Nach einer harten Woche ist Real auf dem richtigen Weg
Cheltenham erzielte Manchester City nach dem aus - in bester Tradition von Rory Delap. Den Ball aus 30 Metern zu werfen, half dem Handtuch
Benzema erzielte 15 + Tore in 10 von 12 Saisonspielen in Real Madrid
Ibrahimovic-Zapate: ich habe mehr Tore erzielt als du in deiner Karriere gemacht hast
Pep Guardiola: Foden muss ein Photon sein, nicht de Bruyne. Es gibt nur einen de Bruyne