Switzerland

Crypto-Leaks: Bei diesen Skandalen wussten die Geheimdienste dank Schweizer Technik Bescheid

Der Spionage-Skandal um die in Zug produzierten Verschlüsselungsmaschinen katapultiert die neutrale Schweiz ins Epizentrum der Weltpolitik. Hunderte Länder konnten dank der Schweizer Technik abgehört werden. Im Falklandkrieg wie im Geiseldrama im Iran hörten die Geheimdienste mit – selbst vor dem Papst machten die Lauscher nicht Halt. Die Recherchen der «Washington Post» belegen die internationale Dimension der Schweizer Technik.

Was wusste die Schweizer Regierung?

«Irgendwelche Leute in der Schweiz werden das gewusst haben. In der Firma und in den Geheimdiensten. Alles andere ist unwahrscheinlich», sagt der Schweizer Historiker Philipp Sarasin (63) zu BLICK. «Die grosse Frage ist, ob die Schweizer Regierung etwas wusste. Das wäre neutralitätspolitisch ein enormes Ding.»

In folgenden Konflikten wussten die beteiligten deutschen und US-amerikanischen Geheimdienste dank der manipulierten Schweizer Maschinen Bescheid – und einige davon werfen ein schiefes Licht auf das Schweizer Selbstverständnis als neutrale Friedensmacht.

Die Militärjunta verfolgte Regimegegner in den 1970er-Jahren gnadenlos, warf unter anderem Tausende lebendig in den Atlantik. Die Schweiz setzte sich – allerdings recht erfolglos – mehrmals für Verschwundene und Verhaftete schweizerischer Herkunft sowie für ausländische Verfolgte ein, die eine Einreiseerlaubnis für die Schweiz erhalten hatten.

Weil auch der Vatikan auf Schweizer Technik setzte, erfuhren die USA schnell, dass sich der gefürchtete Machthaber Manuel Noriega (1934–2017) in der Vatikanbotschaft in Panama-Stadt versteckt hielt.

Mithilfe der USA, welche die argentinische Regierung fleissig abhörten, stürzten rechte Militärs den sozialistischen Machthaber. Was folgte, waren 17 Jahre Pinochet-Diktatur, während der fast 30'000 Menschen verhaftet wurden. Fast 3000 wurden ermordet oder gelten als verschwunden.

Als argentinische Truppen die unter britischer Verwaltung stehende Falkland-Inselgruppe im Atlantik besetzten, hörten die Amerikaner und die Deutschen alles mit – und informierten die Briten.

Der Funkverkehr war ausschlaggebend für den Angriff auf den argentinischen Kreuzer Belgrano, der 300 Tote forderte. Noch vor Beginn des bewaffneten Konflikts liess Grossbritannien über die Schweizer Botschaften Argentinien eine Warnung zukommen.

Der für die Schweiz pikanteste Konflikt: Während der 444-tägigen Gefangennahme von 52 Mitarbeitern der amerikanischen Botschaft in Teheran erkundigte sich Präsident Jimmy Carter (95) fast täglich nach den neusten Erkenntnissen aus der Überwachung der iranischen Kommunikation.

Die Schweiz, wo die abgehörte Verschlüsselungsmaschine hergestellt wurde, vertritt die USA seit dem Geiseldrama als Schutzmacht im Iran. Wenn klar würde, dass der vermeintlich neutrale «Briefträger» Schweiz von der Manipulation der Zuger Chiffriermaschinen wusste und ein Doppelspiel gespielt hat, könnte das auch gut 40 Jahre später noch ein Nachspiel haben.

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