Switzerland

Credit Suisse hat Corona-Kredite im Wert von 2,8 Milliarden Franken ausgesprochen, Parmelin: Bund unterstützt Lehrlinge in der Corona-Krise – die neusten Entwicklungen zum Coronavirus in der Schweiz

Bisher sind in der Schweiz rund 30 855 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden, 1920 Infizierte sind gestorben.

Wiedereröffnung des Schulbetriebs an der Schule Juch in Zumikon nach über acht Wochen Lockdown wegen Corona. Am 8. Juni geht es für alle Zürcher Schüler wieder mit dem Präsenzunterricht los.

Wiedereröffnung des Schulbetriebs an der Schule Juch in Zumikon nach über acht Wochen Lockdown wegen Corona. Am 8. Juni geht es für alle Zürcher Schüler wieder mit dem Präsenzunterricht los.

Christoph Ruckstuhl / NZZ

Die neusten Entwicklungen

  • Die Grossbank Credit Suisse (CS) hat in der Corona-Krise 15 400 Kredite im Gesamtvolumen von 2,8 Milliarden Franken ausgesprochen. Das neue System habe gut funktioniert, sagte CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner in der Sendung «Samstagsrundschau» von Radio SRF. Für insgesamt 2,2 Milliarden Franken gingen Kredite bis 500 000 Franken an kleinere Firmen, die vom Bund zu hundert Prozent garantiert seien. Weitere rund 600 Millionen Franken machten Kredite aus, die zu 85 Prozent vom Bund garantiert seien. Hier betrage das Ausfallrisiko für die Bank 15 Prozent. Die Banken würden zwar nicht an diesen Krediten direkt verdienen, jedoch sei ein indirekter Effekt möglich, nämlich dass es weniger Konkurse gebe, so Rohner.
  • Laut Wirtschaftsminister Guy Parmelin hat der Bund eine neue Regelung erlassen, um Lehrlingen auch dann die Stelle zu sichern, wenn Firmen wegen der Corona-Krise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Firmen in Kurzarbeit dürften normalerweise kein zusätzliches Personal einstellen, sagte Parmelin in einem Interview mit den Tamedia-Medien (30. 5.). Der Bund habe nun aber für Lehrabgänger eine Ausnahme von diesem Einstellungsstopp beschlossen. Die Lehrlinge könnten in ihrem Lehrbetrieb für ein Jahr weiter beschäftigt werden. Diese Neuerung trete Anfang Juni in Kraft.
  • Zum ersten Mal stirbt ein Kind in der Schweiz wegen des Coronavirus. Es stammt aus dem Kanton Aargau und hat sich im Ausland angesteckt, wie Stefan Kuster, neuer  Corona-Chef beim Bund und Nachfolger von Daniel Koch, an der Medienkonferenz vom Freitag (29. 5.) sagte.
  • «Die Finanzkommissionen des National- und Ständerats haben dem neuen Corona-Kreditpaket ohne Gegenstimme zugestimmt, wie die Parlamentsdienste am Freitag (29. 5.) mitteilten. Dieses wird in der Sommersession von beiden Räten behandelt. Stimmen auch diese zu, stehen zur Bewältigung der Corona-Krise insgesamt rund 72 Milliarden Franken zur Verfügung. In der ausserordentlichen Corona-Session von Anfang Mai hatten National- und Ständerat bereits rund 57 Milliarden Franken zur Bewältigung der Krise bewilligt. Inzwischen hat der Bundesrat gut 14,9 Milliarden Franken zusätzlich beantragt, den grössten Teil davon für die Arbeitslosenversicherung (ALV). Letzterem stimmten die beiden Finanzkommissionen am Freitag zu. Mit dem Geld sollen die Kosten der Kurzarbeitsentschädigungen gedeckt werden.
  • Die Zürcher Bildungsdirektion hat am Freitag (29. 5.) in einer Medienkonferenz zum weiteren Vorgehen beim Schulunterricht informiert. Der Halbklassenunterricht an den Zürcher Volksschulen wird ab 8. Juni aufgehoben, sie wechseln wieder zum Vollbetrieb. Auch die Zürcher Gymnasien und Berufsschulen können ihren Betrieb dann wieder aufnehmen, allerdings mit reduziertem Präsenzunterricht. Die Jugendlichen und die Lehrpersonen der nachobligatorischen Schulen müssen gemäss Vorgaben des Bundes untereinander zwei Meter Abstand halten. Zudem gilt ein Richtwert von vier Quadratmetern pro Person in Unterrichtsräumen. Solange die Vorgaben des Bundes in Kraft sind, gelten die vorgegebenen Einschränkungen und es findet noch kein Normalbetrieb statt. Die Zürcher Bildungsdirektorin und EDK-Präsidentin Silvia Steiner will sich jedoch dafür einsetzen, dass diese Vorgaben gelockert werden und alle Bildungsinstitutionen möglichst schnell wieder zum Normalbetrieb wechseln können. «Angesichts der Lockerung in anderen Bereichen, sind die strengen Vorgaben für Schulen und Hochschulen nicht mehr angemessen.» 
  • Angelehnt an die Anordnungen des Bundesrats kehren die SBB in zwei Schritten – am 6. und 8. Juni –  zum Normalbetrieb zurück. Dies betreffe insbesondere die Linien des rein touristischen Verkehrs wie Panoramazüge, Bergbahnen und Schiffe, die momentan nicht verkehrten, schreiben die SBB am Donnerstag (28. 5.) in einer Mitteilung. Vereinzelt sei auch danach noch mit einem reduzierten Angebot bei Zusatzkursen zu den Hauptverkehrszeiten und Nachtverbindungen zu rechnen. Auch nehmen die SBB Leistungen, die während des Übergangsfahrplans nicht angeboten wurden, wieder auf. Gruppen können danach wie gewohnt Reservationen vornehmen, zudem verkehren Speisewagen und das Gepäck kann transportiert werden lassen. Das per 11. Mai eingeführte Schutzkonzept im öffentlichen Verkehr wurde laut Mitteilung um die dazugekommenen Angebote wie der rein touristische Verkehr und Services wie die Bahngastronomie ergänzt.
  • Das Luzerner Drive-In-Corona-Testzentrum wird geschlossen. Weil es im Kanton Luzern weniger Neuansteckungen mit dem Coronavirus gibt, können die Spitäler und Hausarztpraxen die Tests alleine bewältigen. Die ergänzenden Testangebote des Kantons werden nicht mehr benötigt. Das Drive-In-Testzentrum beim Armee Ausbildungszentrum in Luzern werde per Ende Mai eingestellt, teilte die Staatskanzlei am Freitag (29. 5.) mit. Gleiches gelte für das Angebot, sich mit Hilfe der Spitex zu Hause auf das Coronavirus testen zu lassen.
  • Am Flughafen Zürich werden Vorbereitungen getroffen, um nach den Grenzöffnungen Mitte Juni wieder mehr Passagiere abfertigen zu können. Eine Maskenpflicht gibt es nicht, wie der Flughafen sowie die Fluggesellschaft Swiss, die Gepäckabfertigung Swissport und die Kantonspolizei Zürich am Donnerstag (28. 5.) bekannt gegeben haben. Man rät Passagieren aber zum Tragen einer Maske, wenn ein enger Kontakt nicht vermieden werden kann. Kantonspolizisten dürfen in Einzelfällen zudem Passagiere auffordern, eine Maske zu tragen. Vor gewissen Flügen wird den Reisenden die Temperatur gemessen. Zum Bericht
  • Der Bundesrat hat am Mittwoch (27. 5.) weitere Lockerungen angekündigt. So sind ab dem 30. Mai Versammlungen von bis zu 30 Personen im öffentlichen Raum erlaubt, bisher lag die Obergrenze bei fünf Personen. Ab 6. Juni sind Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen erlaubt – auch der Trainingsbetrieb für alle Sportarten ist ab dann ohne Einschränkungen möglich. Bergbahnen, Campings und Zoos dürfen öffnen und auch bei den Restaurants fallen weitere Auflagen. Die Einreisebeschränkungen werden ab dem 8. Juni gelockert und die «ausserordentliche Lage» am 19. Juni beendet. Ab dann gilt wieder die «besondere Lage». Diese und alle weiteren Beschlüsse vom Mittwoch in der Übersicht

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Kleine Grüppchen bei der Gelateria di Berna am Brupbacherplatz in Zürich. Dank dem nächsten Lockerungsschritt dürfte sich das Bild bald verändern. Der Bundesrat lässt nun wieder grössere Gruppen zu.

Kleine Grüppchen bei der Gelateria di Berna am Brupbacherplatz in Zürich. Dank dem nächsten Lockerungsschritt dürfte sich das Bild bald verändern. Der Bundesrat lässt nun wieder grössere Gruppen zu. 

Annick Ramp / NZZ

Bis 29. Mai sind laut offiziellen Angaben der Kantone und des Fürstentums Liechtenstein 30 855 Fälle gemeldet worden. Mindestens 1920 Erkrankte sind bisher im Zusammenhang mit dem Virus verstorben. 342 Personen sind zurzeit hospitalisiert. Der Trend der täglichen Neuinfektionen ist rückläufig.

Im Kanton Zürich sind bisher 3614 Personen positiv getestet worden. 130 infizierte Personen sind gestorben (29. 5.).

Die Angaben zu infizierten und verstorbenen Coronavirus-Patienten variieren je nach Quelle. Die NZZ bezieht sich grundsätzlich auf die Informationen der Kantone. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldet am Freitag (30. 5.) 30 845 Infizierte, 17 mehr als am Vortag, und 1657 Tote. 

Der Bundesrat hatte die Situation in der Schweiz seit dem 16. März als ausserordentliche Lage gemäss Epidemiengesetz eingestuft. Damit erliess er Massnahmen gegenüber der Bevölkerung, Organisationen und Institutionen sowie den Kantonen. Am Mittwoch (27. 5.) gab er deren Ende bekannt: Ab dem 19. Juni gilt wieder die «besondere Lage». Damit gibt es folgende Lockerungen:

  • Beim Versammlungsverbot im öffentlichen Raum wird die Obergrenze per 30. Mai auf 30 statt 5 Personen erhöht. Demonstrationen sind davon seit 19. Mai ausgenommen. Auch Mitglieder kleinerer Gruppen müssen einen Abstand von mindestens zwei Metern zueinander einhalten. Wer dagegen verstösst, muss mit einer Ordnungsbusse bis zu 100 Franken pro Person rechnen.
  • Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen sind ab dem 6. Juni wieder erlaubt. Dazu gehören etwa Familienanlässe, Messen, Konzerte, Theatervorstellungen oder Filmvorführungen, aber auch politische und zivilgesellschaftliche Kundgebungen. 
  • Sportveranstaltungen sind grundsätzlich wieder erlaubt. Wettkämpfe in Sportarten mit ständigem, engem Körperkontakt, wie Schwingen, Judo, Boxen oder Paartanz bleiben voraussichtlich bis am 6. Juli 2020 untersagt. Der Trainingsbetrieb ist für alle Sportarten ab dem 6. Juni ohne Einschränkung der Gruppengrösse wieder erlaubt.
  • Am dem 6. Juni können Bergbahnen, Campingplätze, Zoos und touristische Angebote wie Rodelbahnen oder Seilparks wieder geöffnet werden. In Bergbahnen gelten die gleichen Hygiene- und Abstandsregeln wie im öffentlichen Verkehr. Alle Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wie Casinos, Freizeitparks, Zoos und botanische Gärten können wieder öffnen, ebenso Schwimmbäder und Wellnessanlagen. Ab dem 6. Juni können auch Erotikbetriebe und Angebote der Prostitution wieder öffnen.
  • In Restaurants wird ab dem 6. Juni die Beschränkung der Gruppengrösse auf vier Personen aufgehoben, und Aktivitäten wie Billard oder Live-Musik sind wieder möglich. Die Betriebe sollen die Nachverfolgung von Kontakten sicherstellen, bei Gruppen von mehr als vier Personen sind sie verpflichtet, die Kontaktdaten eines Gastes pro Tisch aufzunehmen. Die Konsumation erfolgt weiterhin ausschliesslich sitzend. Alle Lokale müssen um Mitternacht schliessen. Dies gilt auch für Discos und Nachtclubs. Sie müssen zudem Präsenzlisten führen und pro Abend sind nicht mehr als 300 Eintritte möglich.
  • Personen aus Risikogruppen sollen wieder ins normale Leben zurückkehren können. Man wolle vulnerable Personen weiterhin schützen, erklärte Alain Berset am Mittwoch (27. 5.), aber: «Im Moment gibt es keine Probleme.»
  • Präsenzunterricht in Mittel-, Berufs- und Hochschulen (Sekundarstufe II, Tertiärstufe und Weiterbildung) ist ab dem 6. Juni 2020 wieder erlaubt. Wie der Unterricht vor Ort wieder aufgenommen wird, entscheiden die Kantone oder die Bildungsinstitutionen. Diese können den Unterricht flexibel gestalten und die Mög1lichkeiten von Fernunterricht weiter nutzen.
  • Unterschriftensammlungen im öffentlichen Raum sind mit entsprechendem Schutzkonzept ab dem 1. Juni wieder zulässig.
  • Gottesdienste können ab dem 28. Mai wieder stattfinden. Die Glaubensgemeinschaften müssen dazu Schutzkonzepte erarbeiten.

Die aktuellen Massnahmen im Detail

Weitergehende Massnahmen wurden seit dem 26. April schrittweise gelockert. Der Bundesrat hat dazu einen Fahrplan in drei Etappen vorgelegt.

Wie die Schweiz zurück zur Normalität findet

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Was die gelockerten Vorschriften im Einzelnen bedeuten, können Sie hier nachlesen.

Seit dem 11. Mai darf auch wieder in Fitness-Studios trainiert werden.

Seit dem 11. Mai darf auch wieder in Fitness-Studios trainiert werden.

Laurent Gillieron / Keystone

Der Bund hat ein Konzept für die sogenannte Eindämmungsphase vorgelegt. Sie soll beginnen, sobald die Zahl der Neuansteckungen genügend gesunken ist. Alle Kantone sollen dann die Übertragungsketten wieder flächendeckend zurückverfolgen (Contact-Tracing). Alle Personen mit Symptomen sollen sich testen lassen können und nicht nur wie bisher die besonders gefährdeten oder hospitalisierten. Positiv getestete Personen werden isoliert und Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt.

Der Bevölkerung wird zudem eine App zur Verfügung gestellt, die ihre Nutzer informiert, wenn sie zu lange in der Nähe zu Infizierten gestanden sind. Die Betroffenen können sich anschliessend über die Infoline des BAG beraten lassen. Der Gebrauch der App ist freiwillig und kostenlos, die eigenen Daten sind allein für die Benutzer einsehbar, und es werden laut Bundesrat keine Personendaten oder Ortsangaben genutzt. Die «Swiss PT-App» soll im Juni breit eingeführt werden.

Was Sie zur Tracing-App wissen müssen

Ein SBB-Mitarbeiter beim Bahnhof Bern trägt eine Schutzmaske. Pendlern empfiehlt die SBB «dringend», eine solche zu tragen, sofern der Abstand nicht eingehalten werden kann. Pflicht ist ist das Tragen von Schutzmasken in Zügen und Bussen bis anhin aber nicht.

Ein SBB-Mitarbeiter beim Bahnhof Bern trägt eine Schutzmaske. Pendlern empfiehlt die SBB «dringend», eine solche zu tragen, sofern der Abstand nicht eingehalten werden kann. Pflicht ist ist das Tragen von Schutzmasken in Zügen und Bussen bis anhin aber nicht.

Anthony Anex / Keystone

Mit dem umfassenden Ausbau am 11. Mai bieten SBB, Postauto und regionale Verkehrsbetriebe wieder den normalen Fahrplan an. Ausgeschlossen sind nach wie vor die touristischen Linien und die Wochenend-Nachtbusse. Die SBB und Postauto empfehlen das Tragen von Schutzmasken im öffentlichen Verkehr «dringend», falls der Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann. Mit der Wiederaufnahme des Fahrplans haben die SBB zudem die Reinigung von Zügen und Bahnhöfen verstärkt.

Der internationale Flugverkehr war beinahe zum Stillstand gekommen. Das führte beim Flughafen Zürich im März zum grössten Einbruch bei den Passagierzahlen seit Jahrzehnten – und es ist noch kein Ende in Sicht, da in vielen Ländern die Grenzen geschlossen bleiben und somit der Flugverkehr obsolet ist. Die Swiss hat auf einen Minimalflugplan mit einem Langstreckenflugzeug und fünf Kurzstreckenmaschinen umgestellt. Bis zum 31. Mai führt die Lufthansa-Tochter weiterhin nur rund 28 wöchentliche Flüge durch. Im Juni sollen ab Zürich und Genf pro Woche wieder bis zu 190 Flüge an 41 europäische Ziele durchgeführt werden. Damit erhöht die Swiss auf bis zu 20 Prozent ihres ursprünglichen Flugangebots. Über die Sommermonate sei ein weiterer Ausbau geplant. 

Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen bleiben bis Ende August verboten. Damit will der Bundesrat Planungssicherheit schaffen. Ab dem 6. Juni sind private und öffentliche Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen erlaubt. Dazu gehören etwa Familienanlässe, Messen, Konzerte, Theatervorstellungen oder Filmvorführungen, aber auch politische und zivilgesellschaftliche Kundgebungen.

Der Bundesrat hat die Einreisebeschränkungen parallel zu den wirtschaftlichen Öffnungsetappen schrittweise gelockert. Um einen möglichst reibungslosen Verkehrsfluss sicherzustellen, hat der Bund am 11. Mai mehrere Grenzübergänge in den Kantonen Graubünden, Tessin und Solothurn, sowie in der Westschweiz geöffnet. Gleichzeitig sind die Öffnungszeiten bereits geöffneter Grenzübergänge verlängert worden.

Die Grenzkontrollen bleiben vorerst bestehen. Ab dem 15. Juni sollen die Grenzen zu Österreich, Deutschland und Frankreich wieder geöffnet werden. Bedingung ist aber, dass die pandemische Entwicklung positiv bleibt.

Spätestens ab dem 6. Juli sollen die Reisefreiheit für alle Schengen-Staaten und die Personenfreizügigkeit vollständig wieder gelten. Der Bundesrat rät jedoch weiterhin von Reisen nach Italien ab.

Zuvor hatte die Schweiz ihre Grenze für Risikoländer und -gebiete im März geschlossen. Dazu zählten alle Länder mit Ausnahme des Fürstentums Liechtenstein. Die Einreise war nur noch Schweizern, Personen mit einem Aufenthaltstitel in der Schweiz sowie Grenzgängern erlaubt. 

Ab dem 8. Juni sollen wieder alle Gesuche um eine Aufentalts- oder Grenzgängerbewilligung von Erwerbstätigen aus einem EU- oder Efta-Staat bearbeitet werden. Das gilt auch für Gesuche für Arbeitskräfte aus Drittstaaten. Schweizer Unternehmen sollen wieder dringend benötigte Arbeitskräfte aus dem Ausland rekrutieren können, wenn diese auf dem Schweizer Arbeitsmarkt nicht verfügbar sind. Gleichzeitig aktiviert der Bundesrat die Stellenmeldepflicht wieder, damit inländische Stellensuchende bei der Bewerbung einen zeitlichen Vorsprung haben.

Nach dem Verbot für Präsenzunterricht haben viele Primar- und Sekundarschulen am 11. Mai den Betrieb vor Ort wieder aufgenommen. Dafür hat der Bund zusammen mit der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren Schutzkonzepte festgelegt. Die Schulen erhalten die Möglichkeit, den Unterricht im Klassenzimmer flexibel zu gestalten, wie es heisst. In den Schulen muss sichergestellt werden, dass das Risiko einer Ansteckung für Kinder und Jugendliche sowie Lehrpersonen auf ein Minimum reduziert wird. Kantone, in denen die obligatorischen Schulen noch länger geschlossen bleiben, müssen für die Schülerinnen und Schüler weiterhin Fernunterricht anbieten.

An Gymnasien sowie an Berufs- und Hochschulen dürfen seit dem 11. Mai wieder Veranstaltungen mit bis zu fünf Personen abgehalten werden, ab dem 6. Juni ist der Präsenzunterricht wieder erlaubt. Wie der Unterricht vor Ort wieder aufgenommen wird, entscheiden die Kantone oder die Bildungsinstitutionen. Diese können den Unterricht flexibel gestalten und die Mög1lichkeiten von Fernunterricht weiter nutzen.

Gymnasien können dieses Jahr auf eine schriftliche Maturaprüfung verzichten. Schon im Vorfeld hatten einige Kantone angekündigt, nicht nur auf mündliche, sondern auch auf schriftliche Abschlussprüfungen zu verzichten, falls das möglich sein wird. Andere Kantone bereiten sich auf schriftliche Prüfungen vor. Wo keine Abschlussprüfung gemacht wird, gilt die Erfahrungsnote.

Die 15 000 kaufmännischen Lernenden, die in diesem Jahr ihren Abschluss machen, müssen nicht zu einer praktischen Prüfung antreten. Stattdessen entscheiden nur noch die Erfahrungsnoten.

Die Wirtschaft wird schwer getroffen. Der Produktionsausfall beträgt laut Bundesrat schätzungsweise 25 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg im April von 2,9 auf 3,3 Prozent – der höchste Wert seit Frühling 2017. Experten schätzen, dass die Arbeitslosigkeit noch bis auf 7 Prozent steigen könnte. Das Seco, die UBS und die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) sehen die Schweiz in einer tiefen Rezession. Die Ökonomen der Grossbank erwarten für das laufende Jahr einen Einbruch des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 4,6 Prozent, die KOF schätzt diesen auf 5,5 Prozent. Im nächsten Jahr dürfte sich die Schweizer Wirtschaft laut KOF jedoch bereits wieder um 5,4 Prozent erholen. Das Seco rechnet 2020 mit einen Rückgang des BIP von 6,7 Prozent. 2020 sei ein Rezessionsjahr mit dem stärksten Rückgang seit der Ölkrise von 1973. Betroffen seien sowohl Import- als auch Exportbranchen.

Der Bundesrat will mit gezielten Massnahmen Konkurse und den Verlust von Arbeitsplätzen verhindern. Dafür stellt er 40 Milliarden Franken für Überbrückungskredite zur Verfügung. Damit soll die Liquidität von Unternehmen, insbesondere von KMU, gesichert werden. Der Bund sichert Kredite bis 500 000 Franken zu 100 Prozent und Kredite zwischen 500 000 und 20 Millionen Franken zu 85 Prozent ab.

Bis am 15. Mai haben rund 123 000 Unternehmen in der Schweiz Covid-19-Kredite ausbezahlt erhalten. Davon besteht in 36 Fällen der Verdacht auf Missbrauch, wie Erik Jakob vom Seco am Freitag vor den Medien in Bern erklärte. Bei neun weiteren Fällen habe sich der Verdacht nicht erhärtet.

So gelangt ein Unternehmen an einen Kredit.

Mieter und Vermieter warten weiter auf ein klares Signal aus Bundesbern, was den Umgang mit Mieten für geschlossene Geschäfte betrifft. Das Parlament hat sich an der dreitägigen ausserordentlichen Session in dieser Frage nicht einigen können. Die Wahrscheinlichkeit steigt jedoch, dass das Parlament in der Juni-Session eine Motion zugunsten von Geschäftsmietern verabschiedet, die vom Lockdown betroffen sind. Diese sieht vor, dass Betreiber von Restaurants und anderen zwangsgeschlossenen Betrieben ihrem Vermieter für die Zeit des Lockdowns nur 40 Prozent der Miete schulden.

Diese Regelung gilt für Betriebe mit Monatsmieten bis zu 20 000 Franken, wobei ab 15 000 Franken Monatsmiete die Möglichkeit besteht, von der Regelung abzusehen. Geplant ist weiter ein Härtefallfonds für Vermieter (20 Millionen Franken), zudem sollen bereits getroffene private Vereinbarungen ihre Gültigkeit behalten.

Eine verlängerte Nachfrist für Mieten wird es nicht geben. Der Ständerat hat in der Sondersession eine Motion aus dem Nationalrat abgelehnt, die eine Verlängerung des vom Bundesrat beschlossenen Notrechts bis zum 13. September vorgesehen hatte. Der Bundesrat hatte Ende März beschlossen, dass der Vermieter für Mieten, die bis am 31. Mai fällig werden, für die Zahlung 90 statt nur 30 Tage Nachfrist setzen muss.

Die Luftfahrt will der Bundesrat mit rund 1,9 Milliarden Franken unterstützen. Konkret sollen die Fluggesellschaften Swiss und Edelweiss Kredite in Anspruch nehmen können, die bis maximal 1,275 Milliarden Franken durch Garantien des Bundes gesichert werden. Eine Beteiligung an den Airlines ist nicht angestrebt, allerdings werden die Darlehen durch Aktien von Swiss und Edelweiss abgesichert. Keine spezielle Hilfe sieht der Bund für Easy Jet Switzerland vor. Für die flugnahen Betriebe wie Swissport, Gategroup und SR Technics, die mehrheitlich in ausländischen Händen sind, sind die Bedingungen für Unterstützung nicht gegeben. Hier will der Bund aber rund 600 Millionen Franken bereitstellen, um unter der Führung der Flughäfen Auffangstrukturen für die kritischen Teile der Firmen zu schaffen.

Den Schweizer Sport unterstützt der Bund mit einer halben Milliarde Franken. Die Regierung rechnet mit Kosten von bis zu 500 Millionen Franken. Für die beiden höchsten Fussball- und Eishockeyligen sieht der Bundesrat rückzahlbare Darlehen von bis zu 350 Millionen Franken vor. Damit wird der Spielbetrieb bis Ende der Saison 2020/21 sichergestellt. Den Breitensport sowie den übrigen Leistungssport wird der Bund mit bis zu 150 Millionen Franken unterstützen. Zum Bericht

Ein Corona-Nothilfepaket für Medien umfasst 30 Millionen Franken für private Radio- und TV-Veranstalter, 12,5 Millionen Franken für die indirekte Presseförderung, 10 Millionen Franken für die Nachrichtenagentur sowie 5 Millionen Franken für grössere Tages- und Wochenzeitungen. Mit dem Geld soll der regionale Service public schweizweit gesichert werden.

Der Bundesrat hat am 20. Mai ausserdem eine Zusatzfinanzierung der Arbeitslosenversicherung (ALV) von 14,2 Milliarden Franken beschlossen. Zudem hat er entschieden, schrittweise aus den Covid-Massnahmen der Arbeitslosenversicherung auszusteigen. Die notrechtlich verordneten Massnahmen werden in Abstimmung mit den Lockerungsetappen zur Öffnung der Wirtschaft schrittweise aufgehoben.

Der Bundesrat empfiehlt weiterhin, wo möglich im Home-Office zu arbeiten. Besonders gefährdete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bleiben geschützt. Der Arbeitgeber bleibt in der Pflicht, besonders gefährdete Personen von zu Hause aus arbeiten zu lassen. Ist die Präsenz vor Ort unabdingbar, muss er die betreffende Person schützen, indem er die Abläufe oder den Arbeitsplatz entsprechend anpasst.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat Hygieneempfehlungen zum Schutz vor dem Coronavirus herausgegeben und ergänzt diese laufend. So sollte man unter anderem regelmässig die Hände mit Wasser und Seife oder einer alkoholbasierten Lösung reinigen. Händeschütteln oder Begrüssungsküsschen sollen vermieden werden. Dies, weil sich ansteckende Tröpfchen aufgrund von Husten oder Niesen an den Händen befinden könnten.

Muss man husten oder niesen, sollte man Mund und Nase mit einem Taschentuch oder der Armbeuge bedecken, das Taschentuch hinterher in einem geschlossenen Behälter entsorgen und die Hände waschen. Zudem darf man nur nach telefonischer Anmeldung in einer Arztpraxis oder einer Notfallstation erscheinen.

Ausserdem rät das BAG, Abstand zu halten. Dies gilt zum Beispiel für das Anstehen in einer Schlange. Um die besonders gefährdeten älteren Menschen zu schützen, soll das Abstandhalten vor allem für sie und ihnen gegenüber gelten. Auch Teilnehmende von Sitzungen sollen körperlich auf Distanz gehen.

Masken böten keinen wirklichen Schutz vor Viren, kommunizierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) immer wieder. Sie würden nicht effektiv vor einer Ansteckung schützen. Trotzdem gibt es nun vom BAG zumindest eine Maskenempfehlung, vor allem für Pendler im öffentlichen Verkehr. Sie sollen neu – und vor allem während Stosszeiten – eine Hygienemaske tragen, wenn ein Abstand von zwei Metern zu anderen Fahrgästen nicht möglich ist. Beim Einkaufen hält der Bundesrat Masken weiterhin für unnötig, solange der Abstand eingehalten wird.

Sehen Sie im Video, wie Sie sich und andere schützen können.

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Virus Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom «neuartigen Coronavirus».

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen Sars-CoV-2 («Severe Acute Respiratory Syndrome»-Coronavirus-2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde Covid-19 (Coronavirus-Disease-2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Virus Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Mitarbeit: wej., len., gam., cts., cb., ase., alg. toc., eru., ran., med., nil., ni., amü., wde., bso.; mit Agenturmaterial 

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