Switzerland

Couche-Tard und Carrefour unterbrechen Gespräche nach Veto-Drohung Frankreichs +++ Neuer Autoriese Stellantis macht VW und Toyota Konkurrenz – und weitere Wirtschaftsmeldungen

Die Hypermarkt-Kette Carrefour ist mit über 100 000 Beschäftigten der wichtigste private Arbeitgeber in Frankreich.

Die Hypermarkt-Kette Carrefour ist mit über 100 000 Beschäftigten der wichtigste private Arbeitgeber in Frankreich.

Stephane Mahe / Reuters

(dpa) Die kanadische Alimentation Couche-Tard und der französische Einzelhandelsgigant Carrefour haben Gespräche über ein mögliches Zusammengehen unterbrochen. Zuvor hatte Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire offen mit einem Veto gedroht. Wie die Unternehmen am Samstagabend (16. 1.) mitteilten, wollen sie aber weiter über mögliche Partnerschaften sprechen, beispielsweise beim Einkauf.

Le Maire hatte seine Bedenken bereits Mitte der Woche deutlich gemacht, nachdem eine erste Übernahmeabsicht bekanntgeworden war. Carrefour sei mit über 100 000 Beschäftigten der wichtigste private Arbeitgeber im Land. Zudem stehe die Eigenständigkeit Frankreichs bei der Nahrungsmittelversorgung auf dem Spiel, hatte er gesagt. Die Regierung habe ein Gesetz in der Hand, um Käufe in der Branche notfalls zu blockieren.

Die Unternehmen gingen nicht explizit auf die Veto-Drohung des Ministers ein und sprachen nur allgemein von «jüngsten Ereignissen», die sie dazu bewogen hätten, die von Couche-Tard angestossenen Gespräche zu unterbrechen. Wie ein Zusammengehen konkret aussehen sollte, war offen geblieben.

Alimentation Couche-Tard hat sich in den vergangenen Jahren durch Zukäufe stetig vergrössert - zuerst in Kanada, später in den USA. Seit 2012 ist das Unternehmen in Europa vertreten. Eine Übernahme von Carrefour hätte Couche-Tards Präsenz in Europa sowie Südamerika erhöht. Carrefour betreibt allein in Europa 2800 Supermärkte sowie gut 700 grossflächige Einkaufsmärkte.

Der französische Peugeot-Hersteller PSA und Fiat Chrysler (FCA) haben ihre Megafusion zum weltweit viertgrössten Autokonzern abgeschlossen. Das bestätigten die Unternehmen am Samstag (16. 1.) in einer gemeinsamen Erklärung. Der neue Verbund mit dem Namen Stellantis wird vom bisherigen PSA-Chef Carlos Tavares (62) geführt und macht in der internationalen Topliga VW oder Toyota Konkurrenz.

Stellantis hat grosse Standbeine in Europa und Nordamerika. Der Konzern mit offiziellem Sitz in den Niederlanden führt 14 Automarken wie Opel, Peugeot, Citroën, Jeep, Maserati oder Alfa Romeo. Beschäftigt werden rund 400 000 Mitarbeitende. Die Aktie von Stellantis soll von Montag an in Mailand und Paris gehandelt werden. Tavares will sich am Dienstag vor den Medien äussern. Ab diesem Tag soll die Aktie dann auch in New York gehandelt werden.

JP-Morgan-Chef Jamie Dimon legt ein glänzendes Resultat vor.

JP-Morgan-Chef Jamie Dimon legt ein glänzendes Resultat vor.

Jeenah Moon / Reuters

(dpa) Der boomende Wertpapierhandel an den Finanzmärkten und gesunkene Kreditrisiken in der Corona-Krise haben die grösste US-Bank JP Morgan Chase zum Jahresende glänzend verdienen lassen. Unter dem Strich gab es im vierten Quartal einen Rekordgewinn von 12,1 Milliarden Dollar, wie der Finanzkonzern am Freitag mitteilte. Das waren 42 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die gesamten Erträge wuchsen um drei Prozent auf 30,2 Milliarden Dollar.

Während die Zinseinnahmen sanken, florierte wie schon im Vorquartal erneut das Handelsgeschäft mit Aktien und Anleihen, besonders gut lief zudem diesmal das klassische Investment-Banking. Die Bilanz profitierte darüber hinaus sehr stark davon, dass ein Teil der milliardenschweren Rückstellungen für ausfallbedrohte Kredite, die aufgrund der Pandemie gebildet worden waren, angesichts verbesserter wirtschaftlicher Aussichten wieder aufgelöst werden konnte.

JP-Morgan-Chef Jamie Dimon sprach von «starken Ergebnissen» zum Abschluss eines herausfordernden Jahres. Insgesamt strich JPMorgan 2020 einen Nettogewinn in Höhe von 29,1 Milliarden Dollar ein, 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Das lag vor allem an der hohen Risikovorsorge für befürchtete Kreditausfälle. Mit 17,5 Milliarden Dollar fiel sie mehr als dreimal so hoch aus wie im Vorjahr. Die gesamten Erlöse des Geldhauses legten im vergangenen Jahr allerdings um vier Prozent auf knapp 120 Milliarden Dollar zu.

JP-Morgans US-Rivale Citigroup hat im vierten Quartal hingegen erhebliche Abstriche machen müssen. Der Nettogewinn sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar, wie das Geldhaus in New York mitteilte. Die gesamten Erträge gingen um zehn Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar zurück. Bankchef Michael Corbat verwies auf «massive wirtschaftliche Folgen durch Covid-19». Die schwächeren Zahlen seien zudem höheren Kosten und Steuern geschuldet. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr brach der Gewinn um 41 Prozent auf 11,4 Milliarden Dollar ein.

Die US-Verkehsbehörde NHTSA hat den Elektroautobauer Tesla wegen Sicherheitsrisiken zu einem grösseren Rückruf aufgefordert. Betroffen sind rund 158 000 von Teslas älteren Modellen S und X mit Baujahren von 2012 bis 2018, wie am Donnerstag (14. 1.) aus einem Schreiben der Aufsicht an den Hersteller hervorging.

Ein Tesla Model X am Autosalon in Genf im Jahr 2013.

Ein Tesla Model X am Autosalon in Genf im Jahr 2013.

Adrian Baer/NZZ

Konkret geht es demnach um Speicherplatz-Probleme bei bestimmten Computerchips, die zu Ausfällen des zentralen Touchscreen-Bildschirms führen können, über den diverse Fahrzeugfunktionen bedient werden. Die Behörde warnte etwa vor Beeinträchtigungen der Rückfahrkamera oder des Fahrassistenzprogramms. Tesla äusserte sich zunächst nicht.

(dpa) Chinas Wirtschaft zeigt Stärke. Als Zeichen für die anhaltende Erholung nach der überwundenen Corona-Krise hat sich der Aussenhandel der Volksrepublik im Dezember erneut deutlich positiv entwickelt. Wie die Pekinger Zollbehörde am Donnerstag mitteilte, legten die Exporte im Dezember im Vorjahresvergleich um 18,1 Prozent zu. Die Importe stiegen um 6,5 Prozent.

Auch auf Jahressicht sieht Chinas Aussenhandel robust aus: Trotz der schwierigen Bedingungen im Corona-Jahr legten die Ausfuhren im Gesamtjahr 2020 um 3,6 Prozent zu. Die Einfuhren gingen nur leicht um 1,1 Prozent zurück.

Da das bevölkerungsreichste Land der Erde das Coronavirus seit dem Sommer weitestgehend im Griff hat und nur vereinzelt Infektionen zählt, haben sich die wirtschaftlichen Aktivitäten wieder normalisiert.

Während der Rest der Welt eine Rezession erlebt, dürfte China aus Sicht von Analysten als einzige grosse Volkswirtschaft im abgelaufenen Jahr ein Wachstum verzeichnet haben. Der Internationale Währungsfonds (IFW) hatte in China zuletzt mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,9 Prozent für 2020 gerechnet. In diesem Jahr soll das Wachstum laut der Prognose sogar bei 7,9 Prozent liegen. Am Montag gibt Chinas seine Wachstumszahlen bekannt.

Von der Erholung der chinesischen Wirtschaft profitieren zwar auch europäische Firmen, die in der Volksrepublik Geschäfte machen. Allerdings treibt sie auch eine grosse Sorge um. Sie warnen vor neuen Risiken. So wird befürchtet, dass China und die anderen grossen Volkswirtschaften in Zukunft weiter auseinanderdriften, was zu Störungen der globalen Handelsströme führe. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag vorgestellte Analyse der EU-Handelskammer in Peking und des China Institut Merics in Berlin.

Der gewählte US-Präsident Joe Biden will die fiskalpolitischen Stützungsmassnahmen für die Wirtschaft wie erwartet stark ausbauen.

Der gewählte US-Präsident Joe Biden will die fiskalpolitischen Stützungsmassnahmen für die Wirtschaft wie erwartet stark ausbauen.

Jonathan Ernst / Reuters

(dpa) Der designierte US-Präsident Joe Biden will einem Bericht zufolge weitere Billionen im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise einsetzen. Berater von Biden hätten Mitgliedern des Kongresses mitgeteilt, dass sie Massnahmen im Volumen von rund zwei Billionen US-Dollar erwarten könnten, berichtete der Nachrichtensender CNN in der Nacht zum Donnerstag. Biden werde die Einzelheiten des Plans am Donnerstag bekannt geben, hiess es weiter. Erwartet wurde dies zuletzt für den Donnerstagabend (Ortszeit).

CNN berichtet, dass der Plan von Biden beträchtliche Direktzahlungen an Familien vorsieht. Die staatlichen Massnahmen sollen demnach auch Geld für Behörden für die Verteilung von Corona-Impfstoffen vorsehen.

Ende Dezember hatten sich Demokraten und Republikaner im US-Kongress nach monatelangem Streit auf ein Corona-Konjunkturpaket verständigt. Es hat einen Umfang von rund 900 Milliarden Dollar (rund 738,74 Mrd Euro). Es soll etwa finanziell strauchelnden Bürgern helfen, Impulse für die geplagte Wirtschaft geben und Geld für den Kampf gegen das Coronavirus bereitstellen.

(dpa) Der Geschäftseinbruch durch die Corona-Pandemie hat der US-Fluggesellschaft Delta im abgelaufenen Jahr einen zweistelligen Milliardenverlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Minus von fast 12,4 Milliarden US-Dollar (10,2 Mrd Euro) nach einem Gewinn von 4,8 Milliarden ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Donnerstag in Atlanta mitteilte. Delta-Chef Ed Bastian hofft nun, die Airline mit weiteren milliardenschweren Staatshilfen durch die Krise zu bringen: «Ich bin optimistisch, dass es ein Jahr der Erholung und ein Wendepunkt wird.»

Im vergangenen Jahr brach Deltas Umsatz um fast zwei Drittel auf 17,1 Milliarden Dollar ein. Der Flugverkehr war infolge der Corona-Pandemie zeitweise weitgehend zum Erliegen gekommen. Auch danach blieb die Nachfrage nach Flugtickets auf niedrigem Niveau.

(dpa) VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und hat sich in Quarantäne begeben. Bisher zeige der 64-Jährige keine Symptome, hiess es am Donnerstag aus der Mitarbeitervertretung des Konzerns in Wolfsburg. Es gehe ihm gut. «Aber natürlich muss man den weiteren Verlauf abwarten, und das nehme ich auch ernst», liess Osterloh erklären. Er arbeitet nun vorerst von zu Hause aus. Wichtige bevorstehende Termine sollen nicht auf der Kippe stehen.

Nach einem ersten Schnelltest am Mittwochmorgen vor der ersten Gesprächsrunde zum neuen Haustarif bei Volkswagen habe eine anschliessende PCR-Untersuchung bei Osterloh Gewissheit gebracht. Wo und wann genau es zu der Ansteckung kam, sei unklar, so der Betriebsrat.

Das Gesundheitswesen des Unternehmens und das Wolfsburger Gesundheitsamt gingen nun auch weitere enge Kontakte Osterlohs aus den vergangenen Tagen durch. Die entsprechenden Personen arbeiteten nun vorsorglich auch daheim, mehrere würden getestet. Bislang seien jedoch keine Folgeinfektionen bekannt.

(dpa) Der krisenbelastete Autobauer Renault will noch mehr sparen als bisher angekündigt und rasch wieder profitabel werden. Das Sparprogramm laufe nun bis 2025 und habe einen Umfang von drei Milliarden Euro, teilte Renault am Donnerstag in Boulogne-Billancourt bei Paris mit. Bisher war von zwei Milliarden Euro Einsparungen bis 2022 die Rede gewesen.

Das neue Ziel ist Teil eines umfassenden Strategieplans des neuen Renault-Generaldirektors Luca de Meo. Er setzt weniger auf Masse und will Rendite erzielen. Der Konzern solle so rasch wie möglich wieder profitabel werden, hiess es aus Kreisen des Unternehmens. Im ersten Halbjahr 2020 hatte der Hersteller auch wegen tiefroter Zahlen beim japanischen Partner Nissan einen Rekordverlust von rund 7,3 Milliarden Euro eingefahren. Geschäftszahlen für das Gesamtjahr sollen Mitte Februar vorgelegt werden.

Renault will seine industriellen Kapazitäten stark vermindern. Der Hersteller hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, weltweit rund 15 000 Stellen abzubauen. De Meos Plan umfasse keinen zusätzlichen Jobabbau, hiess es aus Unternehmenskreisen.

Wie andere Autobauer auch war Renault im vergangenen Jahr stark von der Corona-Pandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen betroffen. Der Konzernabsatz sank um gut 21 Prozent auf knapp drei Millionen Fahrzeuge.

(dpa) Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im Corona-Krisenjahr 2020 massiv eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte gegenüber dem Vorjahr um 5,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. In der weltweiten Finanz-und Wirtschaftskrise 2009 war das BIP um 5,7 Prozent zurückgegangen.

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