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Coronavirus weltweit: Irans Parlamentspräsident nach positivem Corona-Test in Quarantäne, monatelanger Lockdown in Südaustralien aufgehoben

Die neusten Entwicklungen

Mehr als 43,8 Millionen Menschen sind laut der Johns-Hopkins-Universität weltweit positiv auf das Virus getestet worden. Rund 1,16 Millionen Infizierte sind verstorben, rund 29,7 Millionen genesen.

Die Staaten der Welt haben ihre Testkapazitäten ausgeweitet, um möglichst viele Covid-Infizierte zu identifizieren und die Infektionsketten so schnell wie möglich zu unterbrechen.

Die Staaten der Welt haben ihre Testkapazitäten ausgeweitet, um möglichst viele Covid-Infizierte zu identifizieren und die Infektionsketten so schnell wie möglich zu unterbrechen.

Elaine Thompson / AP

Die neusten Entwicklungen

  • Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat sich nach einem positiven Corona-Test in häusliche Quarantäne begeben. Dies gab der 58-Jährige am Mittwoch (28. 10.) auf seiner Twitter-Seite bekannt. Ghalibaf ist seit Ende Mai Präsident des von Hardlinern und Erzkonservativen geführten Parlaments. In den vergangenen Wochen war er trotz Warnungen von Gesundheitsexperten viel auf Reisen. Seine Anhänger lobten seine Courage sowie Volksnähe und kritisierten im Gegenzug Präsident Hassan Ruhani, weil der sich an die Corona-Vorschriften hält und an vielen Terminen nicht persönlich teilnimmt. Wegen der immer weiter steigenden Fallzahlen in Iran mussten in mehreren Grossstädten erneut Lockdowns eingeführt werden. In der Hauptstadt Teheran wurden seit Anfang der Woche mehr als 50 Prozent der Beamten ins Home-Office geschickt. Die Gesamtzahl der Corona-Toten seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar liegt laut Gesundheitsministerium bei mehr als 33 000, die der Infizierten bei mehr als 580 000.
  • Der Gliedstaat Victoria im Südosten Australiens hat nach mehreren Monaten seinen Corona-Lockdown aufgehoben. Seit Mittwoch dürfen Geschäfte, Bars, Cafés und Restaurants wieder öffnen. Die strengen Auflagen galten seit Anfang August. Auch dürfen die Bürger wieder ohne grössere Auflagen ihre Häuser verlassen. Das gilt für die rund 4,9 Millionen Bürger der Hauptstadt Melbourne zunächst jedoch nur eingeschränkt: Sie dürfen sich nun in einem Umkreis von 25 Kilometern um ihr Zuhause bewegen – diese Beschränkung soll erst am 8. November aufgehoben werden. Zuvor waren es nur fünf Kilometer. Damit endet eine der längsten Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Pandemie: Sie war bereits Anfang Juli eingeführt worden und galt damit 112 Tage. Damals waren fast 200 Neuinfektionen pro Tag registriert worden. Am Mittwoch wurden in ganz Victoria nur zwei neue Corona-Fälle gezählt, in New South Wales, dem bevölkerungsreichsten Gliedstaat, einer. Bisher sind in Australien 907 mit dem Virus infizierte Menschen gestorben, davon 819 in Victoria. Australien meldet insgesamt 27 500 Infektionsfälle. 
  • In Rom sind am Dienstagabend (27. 10.) auf der zentralen Piazza del Popolo mehrere Hundert Menschen – darunter Anhänger der neo-faschistischen Partei Forza Nuova – mit der Polizei aneinander geraten. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, zündeten Demonstranten Mülleimer an und beschädigten parkierte Fahrräder und Motorroller, die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Nach Ausschreitungen in Mailand und Turin in der Nacht zum Dienstag wurden mindestens sechs Menschen festgenommen, wie Ansa meldete. Dutzende wurden laut Polizeiangaben abgeführt. Bei den Ausschreitungen seien mindestens elf Beamte verletzt worden.
  • Fifa-Präsident Gianni Infantino ist positiv getestet worden. Er habe leichte Symptome, heisst es in einer Mitteilung des Weltfussballverbands vom Dienstag (27. 10.). Infantino werde nun mindestens zehn Tage in Quarantäne bleiben.
  • Ärzte und Pfleger in Belgien arbeiten trotz Corona-Infektion. Dutzende von Ärzten und Pflegern in den völlig überlasteten Kliniken der belgischen Provinz Lüttich sind laut Gewerkschaftern trotz Infektion mit dem Coronavirus im Dienst. «Wir müssen wählen zwischen einer schlechten und einer sehr schlechten Lösung», sagte Philippe Devos vom belgischen Verband der medizinischen Gewerkschaften am Dienstag (27. 10.) der Deutschen Presse-Agentur. Die sehr schlechte Lösung sei, Patienten gar nicht zu behandeln.
  • Mindestens fünf Corona-Infektionen legen das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York vorläufig lahm. Wegen der positiv auf das Virus getesteten Mitarbeiter eines Mitgliedsstaates seien für Dienstag alle persönlichen Treffen diverser Gremien auf dem Gelände am East River abgesagt worden. Das geht aus einem internen Brief des Präsidenten der Uno-Vollversammlung, Volkan Bozkir, vom Montag (27. 10.) hervor. Laut Diplomatenkreisen handelt es sich um einen Ausbruch in der Uno-Vertretung Nigers. 
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer Überlastung von Intensivstationen vor allem in Europa und Nordamerika. «Viele Länder auf der Nordhalbkugel sehen derzeit einen besorgniserregenden Anstieg von Fällen und Einweisungen ins Krankenhaus», sagte der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einem Briefing in Genf am Montag (26. 10.). An einigen Orten füllten sich die Intensivstationen schnell. Tedros äusserte Verständnis für eine gewisse «Pandemie-Müdigkeit» vieler Menschen. Dennoch dürfe man jetzt nicht aufgeben. Vor allem müssten die Gesundheitssysteme geschützt werden und die Menschen, die für sie arbeiteten. Er rief die Menschen dazu auf, alle Vorsichtsmassnahmen zu treffen, um Ansteckungen zu vermeiden. Nur so könnten auch weitere Lockdowns vermieden werden.
  • Am Montag (26. 10.) sind vielerorts in Europa neue Beschränkungen in Kraft getreten. In Italien müssen landesweit alle Restaurants und Bars um 18 Uhr schliessen. Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen. Ein Grossteil der italienischen Gymnasialschüler wird vorerst online unterrichtet. Die Massnahmen sollen zunächst bis zum 24. November gelten. In Dänemark dürfen sich von nun an nicht mehr als zehn Personen an einem Ort versammeln. Kioske und Supermärkte dürfen nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen. In Brüssel gilt ab Montag überall Maskenpflicht, die nächtliche Ausgangssperre beginnt dort bereits um 22 Uhr. Schwimmbäder, Sportclubs und Fitnessstudios müssen schliessen, ebenso Theater, Kinos und Museen. Heimarbeit ist Pflicht, soweit dies möglich ist. Kinder dürfen an Halloween nicht von Tür zu Tür ziehen. Slowenien schränkt wegen stark steigender Zahlen bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus die Bewegungsfreiheit seiner Bürger weiter ein. Seit Dienstag (27. 10.) dürfen Bürger die eigene Gemeinde ohne triftigen Grund nicht mehr verlassen. Die Regelung gilt zunächst für sieben Tage.
Unterstützer des Covid Memorial Project platzieren 20 000 amerikanische Flaggen in der National Mall in Washington, nachdem am 21. September die Zahl der Corona-Toten in den USA auf über 200 000 gestiegen ist.

Unterstützer des Covid Memorial Project platzieren 20 000 amerikanische Flaggen in der National Mall in Washington, nachdem am 21. September die Zahl der Corona-Toten in den USA auf über 200 000 gestiegen ist.

Jim Lo Scalzo / EPA

Die weltweit bestätigten Infektionszahlen überschreiten 41 Millionen

Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle weltweit (in Millionen)

Die Entwicklungen in der Schweiz finden Sie hier.

Die Entwicklungen in Deutschland finden Sie hier.

Informationen zu den beliebtesten Feriendestinationen finden Sie hier.

Die wichtigsten Antworten zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus finden Sie hier.

Die Todesfälle in ausgewählten europäischen Ländern

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), Schweiz, Österreich, Deutschland sowie fünf europäische Länder mit den meisten Todesfällen

Die Todesfälle in ausgewählten europäischen Ländern - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), Schweiz, Österreich, Deutschland sowie fünf europäische Länder mit den meisten Todesfällen

Nachdem die Infektionsraten vielerorts zunächst gesunken waren, wurden die Beschränkungen schrittweise gelockert. Dadurch sind die Infektionsraten in vielen Ländern wieder gestiegen. Fast alle Grenzen sind für Reisende innerhalb des Schengenraums wieder offen. Die meisten Regierungen versuchen mit Maskenpflicht, Massentests, Apps und anderen Gegenmassnahmen einen weiteren Lockdown zu verhindern.

Müssen Sie nach Ihren Ferien in die Quarantäne? Alles Wissenswerte zu den beliebtesten Feriendestinationen der Schweizerinnen und Schweizer erfahren Sie hier.

Auch in Deutschland steigen die Zahlen wegen der Neuinfektionen stark an. Es wird auch deutlich mehr getestet. Am 14. Oktober verständigten sich Bund und Länder auf einheitliche Regeln für Städte und Regionen mit hohen Infektionszahlen. Dazu gehören eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und eine Sperrstunde für die Gastronomie.

Genaueres zur Situation in Deutschland erfahren Sie hier.

Künftig müssen Demonstrierende in Berlin eine Maske tragen, wenn mehr als 100 Personen an einer Kundgebung teilnehmen.

Künftig müssen Demonstrierende in Berlin eine Maske tragen, wenn mehr als 100 Personen an einer Kundgebung teilnehmen.

Christoph Hardt / Imago

In Frankreich hat die Regierung erneut den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Die Mitte-Regierung hat damit die Möglichkeit, Beschlüsse schnell per Verordnung umzusetzen. Für Paris und acht weitere grosse Städte im Land gelten seit dem 17. Oktober für mindestens vier Wochen Ausgangssperren zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Neben dem Grossraum Paris sind die Metropolen Grenoble, Lille, Rouen, Lyon, Aix-Marseille, Saint-Étienne, Toulouse und Montpellier betroffen. Am 24. Oktober wurde die die nächtliche Ausgangssperre auf insgesamt 54 Départements und das französische Überseegebiet Französisch-Polynesien ausgedehnt. Damit betrifft die Massnahme rund zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner oder rund 46 Millionen Menschen. Am 23. Oktober überschritt Frankreich die Millionen-Marke.

Österreich hat die Massnahmen am 25. Oktober wieder verschärft. In Innenräumen ausserhalb der eigenen vier Wände dürfen sich nur noch sechs Personen treffen, draussen zwölf. In Restaurants gilt eine Höchstzahl von sechs statt Erwachsenen pro Tisch. Auf der Strasse muss wieder ein Meter Abstand gehalten werden, ausser zu Menschen, mit denen man zusammenwohnt. Bereits seit dem 15. Oktober muss bei Kultur- und Sportveranstaltungen ständig ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, seit Ende Juli in Supermärkten, Banken und Postfilialen. Im Salzburger Land befindet sich zudem der Ort Kuchl seit dem 15. Oktober unter Quarantäne.

In Italien hat die Regierung den Notstand bis zum 31. Januar verlängert. Es gilt überall im öffentlichen Raum eine Maskenpflicht. Ab dem 26. Oktober wurden die Massnahmen weiter verstärkt. Bars und Restaurants müssen um 18 Uhr Feierabend machen. Fitnessstudios, Schwimmbäder, Kinos, Theater und Casinos müssen ganz schliessen. Ein Grossteil der italienischen Gymnasialschüler wird vorerst online unterrichtet. Laut einer Studie des Gesundheitsministeriums und des Statistikamtes Istat vom 3. August haben knapp 1,5 Millionen Menschen im Land Antikörper entwickelt, also rund 2,5 Prozent der Bevölkerung.

Die spanische Regierung hat am 25. Oktober die Verhängung des sogenannten Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe des Landes, beschlossen. Der Notstand gilt zunächst für zwei Wochen. Eine Verlängerung müsste vom Parlament gebilligt werden. Die Anordnung gilt praktisch für das ganze Land. Ausgenommen sind nur die Kanaren, die das Virus wieder unter Kontrolle bringen konnten. Seit Ende Juli gilt in Spanien eine umfassende Maskentragpflicht. Der Schutz muss nicht nur in geschlossenen öffentlichen Räumen, sondern auch im Freien angezogen werden – ausser auf den Kanaren. Die Zentralregierung hatte am 9. Oktober bereits einen zweiwöchigen Notstand über Madrid verhängt, um die Abriegelung der Hauptstadt durchsetzen zu können.

Portugal hat den landesweiten Katastrophenfall ausgerufen. Die Anordnung gilt seit dem 15. Oktober für zunächst 15 Tage und ermöglicht es der Regierung, bei Bedarf Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und andere einschneidende Massnahmen durchzusetzen.

Das Vereinigte Königreich hat durch die Corona-Pandemie eine der höchsten Todeszahlen in Europa zu beklagen, es litt im zweiten Quartal zudem wirtschaftlich am stärksten unter den Folgen des Lockdowns. Der britische Landesteil Wales hat für den Zeitraum vom 23. Oktober bis zum 9. November einen zweiwöchigen Lockdown beschlossen.
In England will die Regierung die steigenden Fallzahlen mit einem dreistufigen Alarmsystem unter Kontrolle bringen. In den Regionen mit der höchsten Risikostufe treten damit verschärfte Massnahmen in Kraft. In London dürfen sich seit dem 17. Oktober Angehörige verschiedener Haushalte in Innenräumen nicht mehr miteinander treffen. Auch Treffen in Pubs oder Restaurants sind nicht mehr erlaubt. Bei Verstössen gegen die Quarantäneregeln im Falle einer Infizierung oder eines Kontakts mit einem Infizierten drohen hohe Geldstrafen.

Auch in Irland dürfen fremde Haushalte nur noch im Freien besucht werden, Pubs und Restaurants dürfen Essen nur als Lieferservice anbieten. Die Schulen bleiben geöffnet.

Bestätigte Coronavirus-Fälle in europäischen Ländern, absolut, nach Status der Patienten (in Millionen)

0,00,51,01,5RusslandFrankreichSpanienGrossbritannienItalienDeutschlandUkraineBelgienNiederlandeTschechienPolenRumänienPortugalSchwedenSchweizWeissrusslandÖsterreichMoldauUngarnIrland

In den Niederlanden steigen die Fallzahlen stark an. Mehrere Spitäler haben die Belastungsgrenze erreicht. Seit dem 23. 10. werden wieder Patienten zur Behandlung nach Deutschland geflogen. Durch die Verlegungen soll der Druck auf die Intensivstationen gesenkt werden.
Die Behörden haben die Corona-Massnahmen Mitte Oktober drastisch verschärft. Der Ministerpräsident Mark Rutte kündigte am 13. Oktober einen «Teil-Lockdown» an. Kneipen, Cafés und Restaurants sind geschlossen, der Verkauf von Alkohol ist ab 20 Uhr verboten. Ausserdem dürfen die Bürger nur noch maximal drei Gäste pro Tag in ihren Wohnungen empfangen und sollen Bus und Bahn nur noch in dringenden Fällen nutzen. Zudem gilt eine allgemeine Maskenpflicht für alle öffentlichen Räume wie Geschäfte, Museen oder Bibliotheken, bisher war dies nur eine dringende Empfehlung.

Belgien ist nach Tschechien das Land mit den zweithöchsten Infektionszahlen in der EU im Vergleich zur Bevölkerung. Laut der Johns-Hopkins-Universität hat Belgien zudem mit 94 Corona-Toten pro 100 000 Einwohner eine der höchsten Todesraten weltweit. Alle Restaurants und Gaststätten sind geschlossen. Zudem gilt seit dem 20. Oktober von Mitternacht bis 5 Uhr morgens landesweit eine Ausgangssperre. Auch der Alkoholverkauf nach 20 Uhr ist verboten, Weihnachtsmärkte wurden abgesagt. Freizeitparks müssen nach einem Beschluss der Regierung vom 23. Oktober zunächst für vier Wochen schliessen. Für kulturelle, religiöse oder andere Veranstaltungen gilt eine Begrenzung der Anzahl Personen.Zudem gilt eine Maskenpflicht. Bei Sportveranstaltungen sind Zuschauer wieder verboten.

In Dänemark dürfen sich seit Montag (26. 10.) nicht mehr als zehn Personen an einem Ort versammeln. Zuvor lag die Grenze bei 50. Ausserdem dürfen Kioske und Supermärkte nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat die Dänen aufgefordert, ihre persönlichen Kontakte auf zehn Menschen zu beschränken. Für den Zeitraum vom 29. Oktober bis zum 2. Januar 2021 gilt zudem Maskenpflicht für alle Räume, die öffentlich zugänglich sind.

Die Norweger dürfen ab Ende Oktober nicht mehr als fünf Gäste in ihren eigenen vier Wänden begrüssen. Private Zusammenkünfte an öffentlichen Orten werden zugleich landesweit auf maximal 50 Teilnehmer (bisher 200) begrenzt.

Schweden wird wegen hoher Fallzahlen von den meisten Nachbarn und EU-Ländern weitgehend isoliert, mit Ausnahme von Dänemark. Der viel kritisierte Sonderweg Schwedens führte zu viermal mehr Todesfällen als im restlichen Skandinavien.

Russland hat Mitte August den weltweit ersten Corona-Impfstoff zugelassen. Der Impfstoff wurde nach weniger als zwei Monaten Erprobung am Menschen zugelassen. Bereits Anfang September wurde im Rahmen der Phase-III-Studie für den Corona-Impfstoff «Sputnik V» mit ersten Impfungen an Freiwilligen begonnen.

Polen hat Gastronomiebetriebe wieder geschlossen. Für alle Schüler ab der 4. Klasse wurde Fernunterricht per Computer verordnet. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren dürfen das Haus oder die Wohnung auch tagsüber zwischen 8 und 16 Uhr nur noch in Begleitung eines Erwachsenen verlassen.

Ungarn hat nach einem rekordhohen Anstieg der Infektionen am 1. September die Grenzen geschlossen. Ausser Diplomaten, Geschäftsleuten und Studierenden, die jeweils negative Testresultate vorlegen müssen, dürfen keine Ausländer mehr einreisen. Die Bestimmungen gelten vorerst bis 31. Oktober.

Tschechien verzeichnet derzeit den stärksten Anstieg an Covid-19-Fällen. Seit dem 22. Oktober sind fast alle Geschäfte geschlossen. Ausgenommen sind unter anderen Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Apotheken. Zudem gelten Ausgangsbeschränkungen: Die Regierung hat angeordnet, dass Leute ihre Kontakte mit anderen Menschen auf die «absolut notwendige Zeit» begrenzen müssen. Erlaubt sind der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Familienbesuche sowie Spaziergänge in Parks und der freien Natur. Es gilt zudem eine nächtliche Ausgangssperre.

In der Slowakei soll an den beiden kommenden Wochenenden fast die gesamte Bevölkerung des Landes testen. Regierungschef Igor Matovic teilte am Montag (27. 10.) mit, der nationale Corona-Krisenstab habe dem Plan zugestimmt, nachdem eine Pilotphase am Wochenende erfolgreich verlaufen sei. Dabei waren zunächst vier besonders stark von der Pandemie betroffene Bezirke an der polnischen Grenze getestet worden. In den beiden nächsten Phasen sollen binnen vier Tagen, jeweils samstags und sonntags, alle über zehn Jahre alten Einwohner im Rest des Landes einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden. Matovic erwartete, dass das Projekt beispielgebend für ganz Europa sein könnte.

In der Türkei gilt eine generelle Maskenpflicht. Es ist verboten, in öffentlichen Verkehrsmitteln stehend mitzufahren, sollten die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Beobachter äussern immer wieder Zweifel an der Glaubwürdigkeit der amtlichen Fallzahlen.

In Serbien steigt die Infektionszahl seit Anfang Oktober wieder. Es bahnt sich somit für das Land bereits eine dritte Welle an, einen zweiten Höhepunkt hatte es im Juli gegeben. In Serbien gilt eine Maskenpflicht, wenn in der Öffentlichkeit Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Zudem dürfen sich maximal 10 Personen auf einmal treffen.

In Rumänien werfen die Medien der Regierung vor, aus wahlkampftaktischen Gründen verfrüht Mitte Mai die Vorsichtsmassnahmen gelockert zu haben. Seitdem sind die Zahlen rasch gestiegen, weit über jene der «ersten Welle». Auch hier gelten Beschränkungen, unter anderem eine allgemeine Maskenpflicht.

Bulgarien hebt wegen stark steigender Infektionszahlen die Lockerungen wieder auf. So dürfen Bars und Klubs nur noch im Freien öffnen, Fussballspiele müssen ohne Publikum stattfinden. In geschlossenen, gemeinschaftlich genutzten Räumen gilt eine Maskenpflicht.

Auch in Griechenland steigen die Fallzahlen erneut. Deshalb gilt in vielen Teilen des Landes seit dem 24. Oktober eine Maskenpflicht. Zudem wird über Sperrstunden nachgedacht. Alle auf dem Landweg einreisenden Personen müssen seit dem 17. August einen maximal 72 Stunden alten, negativen Corona-Test vorlegen, egal, aus welchem Land sie stammen. Auch in Flüchtlingslagern gab es Corona-Ausbrüche. Die Isolation des Lagers Moria auf Lesbos trug wohl mit zu den Unruhen bei, die zum Abbrennen des Lagers in der Nacht zum 9. September führten.

Die Todesfälle in Nordamerika

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), nordamerikanische Länder

Die Todesfälle in Nordamerika - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), nordamerikanische Länder

Die USA verzeichnen bis jetzt etwa 8,63 Millionen bestätigte Infektionen – das ist ein Rekord. Mit nur 4 Prozent der Weltbevölkerung stellen die Vereinigten Staaten etwa einen Fünftel der Infektionen. Die Zahlen für Infektionen, Hospitalisierungen und Tote liegen weit über denjenigen anderer moderner Industriestaaten. Bisher sind in den USA mehr als 225 200 Personen mit einer Corona-Infektion gestorben sind. Die USA verzeichnen in diesem Jahr bereits jetzt knapp 300 000 mehr Tote als in einem durchschnittlichen Jahr. Mindestens zwei Drittel der Todesfälle schreibt die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC dem Coronavirus zu.

Für Kanada besteht derzeit grundsätzlich eine Einreisesperre. Je nach Region ist das Tragen einer Maske in öffentlichen Innenräumen und Verkehrsmitteln Pflicht.

Diese fünf lateinamerikanischen Länder verzeichnen die meisten Toten

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf mittel- und südamerikanische Länder mit den meisten Todesfällen

Diese fünf lateinamerikanischen Länder verzeichnen die meisten Toten - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf mittel- und südamerikanische Länder mit den meisten Todesfällen

Das Coronavirus breitet sich in Lateinamerika wie ein Lauffeuer aus, ein baldiges Ende ist nicht in Sicht. Trotz monatelanger Quarantäne haben viele Länder den Höhepunkt der Pandemie noch nicht erreicht. Regionale Charakteristiken geben Erklärungen dafür: Mehr als die Hälfte der Beschäftigten arbeitet in Lateinamerika im informellen Sektor. Es handelt sich um Hausangestellte oder Strassenhändler. Ausgangssperren sind für sie keine Option. Sie müssen das Haus verlassen, um Geld zu verdienen und essen zu können. Viele Menschen leben in den Armenvierteln von Ballungszentren auf engem Raum, was die Verbreitung des Virus begünstigt.

Die Ausbreitung des Coronavirus in Peru, Chile, Argentinien und Ecuador hat im Gegensatz zu Brasilien lange wenig internationale Aufmerksamkeit erhalten. Brasilien weist in absoluten Zahlen zwar am meisten Infizierte und Todesfälle in der Region auf. Doch im Verhältnis zur Bevölkerungszahl sind Peru, Chile und Argentinien inzwischen stärker vom Virus betroffen.

Das Land mit der höchsten Zahl an Todesopfern pro Million Einwohner ist mittlerweile jedoch Argentinien (Stand: Ende Oktober). In dem rund 45 Millionen Einwohner zählenden Land sind bisher rund 29 000 Personen mit Corona-Infektion gestorben. Argentinien hatte bereits Mitte März Ausgangssperren verhängt. Dadurch war es gelungen, die Ausbreitung des Coronavirus zunächst zu bremsen. Die Anzahl Infektionen steigt nun aber weiter.

Brasilien ist nach den USA und Indien das Land mit den drittmeisten Infizierten und den zweitmeisten Toten (Stand Mitte Oktober). Brasilien testet wenig, weshalb von einer weit höheren Dunkelziffer auszugehen ist. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben. Besonders betroffen sind indigene Volksgruppen. Trotz den hohen Ansteckungszahlen sind die Grenzen für Flugreisende aus dem Ausland wieder geöffnet, die Einreise auf dem Landweg ist beschränkt. Auch viele lokale und regionale Einschränkungen wurden wieder gelockert.

Neben den Ländern mit dramatischem Verlauf gibt es in Lateinamerika einen Staat, der die Pandemie bisher erstaunlich gut überstanden hat: Uruguay.

Diese fünf asiatischen Länder verzeichnen die meisten Toten

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf asiatische Länder mit den meisten Todesfällen

Diese fünf asiatischen Länder verzeichnen die meisten Toten - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf asiatische Länder mit den meisten Todesfällen

China galt Anfang des Jahres als das Zentrum der Pandemie. Durch einschneidende Massnahmen hat das Land das Virus unter Kontrolle bekommen – wie viele andere asiatische Länder auch. Allerdings steigen in vielen Regionen Asiens die Infektionszahlen wieder. Mehrere Länder kämpfen darum mit neuen Massnahmen gegen eine zweite Welle.

Wenige aktive Fälle in China

Bestätigte Coronavirus-Fälle in China, nach Status der Patienten (in Tausend)

1 Zwischen dem 12. und dem 18. Februar wurden in der Provinz Hubei nicht nur Fälle gezählt, die durch Tests bestätigt worden waren, sondern auch solche aus klinischen Diagnosen.

2 Die Behörden korrigieren die Zahl der Toten in Wuhan um 1290 nach oben.

Indien liegt mit mehr als 7,9 Millionen bekannten Infektionen weltweit auf Platz zwei der meistbetroffenen Länder. Über 119 000 Menschen sind bereits in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Trotzdem lockert das Land die Einschränkungen, da Millionen von Menschen arbeitslos geworden sind und Angst haben zu verhungern. Laut einer Erhebung im Auftrag der indischen Regierung hat hochgerechnet fast jede dritte Person in der Hauptstadt Delhi Antikörper gegen das Coronavirus im Blut.

Südkorea gilt wegen seiner Test- und Quarantänemassnahmen als Vorbild. Das Land hat die Pandemie trotz gelegentlichen Ausbrüchen insgesamt gut unter Kontrolle.

Nordkorea hat die Abriegelung der Grossstadt Kaesong an der innerkoreanischen Grenze wegen eines Corona-Verdachtsfalls nach drei Wochen wieder aufgehoben. Die Regierung hatte Ende Juli für fast 300 000 Personen Quarantäne angeordnet. Das Land zählt zu den wenigen Ländern weltweit, die bisher keine Coronavirus-Infektionen bestätigt haben. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt Nordkorea Tests durch, die Schulen sind geschlossen, im öffentlichen Leben gilt eine Maskenpflicht.

Japan verzeichnete Anfang August die höchsten Infektionszahlen seit Beginn der Pandemie. Nach einem Coronavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff «Diamond Princess» Mitte Februar schloss Japan Anfang März die Schulen. Für die Zeit von Anfang April bis Ende Mai rief das Land den Notstand aus. Nach dessen Aufhebung begannen die Fallzahlen langsam wieder zu steigen. Anfang September sank die Zahl wieder, seit Oktober ist sie konstant.

Auch Australien verzeichnete Anfang August einen Höhepunkt der Fallzahlen. Nach diesen Ausbrüchen, die sich vor allem auf den südlichen Gliedstaat Victoria und die Millionenstadt Melbourne konzentrierten, sind in verschiedenen Teilen des Landes wiederholt weitreichende Einschränkungen verhängt worden. Seitdem sinken die Fallzahlen, inzwischen sind sie verschwindend klein. Neuseeländer aus Corona-freien Landesteilen dürfen seit dem 16. Oktober wieder quarantänefrei einreisen. Allerdings sind ihnen zahlreiche Regionen weiterhin versperrt. Ähnliche Vereinbarungen soll es mit Japan, Südkorea und Singapur geben. Für die meisten Besucher aus dem Ausland bleiben die Grenzen bis mindestens 17. Dezember geschlossen.

In Neuseeland galt das Coronavirus nach drei Monaten ohne lokale Übertragung als eliminiert. Im August hatte die Regierung von Jacinda Ardern angesichts eines neuen Clusters in der Millionenstadt Auckland die Vorkehrungen zur Eindämmung des Virus wieder verschärft. Seither wurden pro Tag nie mehr als 25 Personen im Land positiv getestet. Alle Restriktionen wurden am 5. Oktober aufgehoben. Reisende aus dem Ausland müssen weiterhin zwei Wochen in überwachte Quarantäne.

Fidschi und andere Inselstaaten im Südpazifik haben internationale Flüge gestrichen und weisen Kreuzfahrtschiffe ab. Es gibt vereinzelte Fälle.

Diese fünf Länder im Nahen Osten verzeichnen die meisten Toten

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf Länder aus dem Nahen Osten mit den meisten Todesfällen

Diese fünf Länder im Nahen Osten verzeichnen die meisten Toten - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf Länder aus dem Nahen Osten mit den meisten Todesfällen

Iran und Israel gehören zu den am stärksten vom Coronavirus betroffenen Ländern der Welt. Einige wohlhabende Länder, vor allem Israel und die Golfstaaten, können ihre Gesundheitssysteme vorbereiten. Ärmere Länder, jene unter Sanktionen, im Kriegszustand oder mit riesigen Flüchtlingsbevölkerungen stehen vor einer Tragödie.

Zahl der aktiven Fälle steigt in Iran an

Bestätigte Coronavirus-Fälle, nach Status der Patienten (in Tausend)

Iran hatte sich kurz nach Beginn der Pandemie zu einem der am stärksten betroffenen Länder weltweit entwickelt. Schiitische Pilger trugen das Virus auch in Nachbarländer wie den Irak, Bahrain und Kuwait, die mit Abschottungsmassnahmen reagierten.

Nach einem Monat Corona-Lockdown sind in Israel am 18. Oktober erste Lockerungen in Kraft getreten. Die Infektionszahlen sinken. Es gelten jedoch weiterhin Versammlungsbeschränkungen.

Israel verhängte schon zweimal einen Lockdown: Besucher eines Testzentrums in Jerusalem.

Israel verhängte schon zweimal einen Lockdown: Besucher eines Testzentrums in Jerusalem.

Abir Sultan / EPA

Diese fünf afrikanischen Länder verzeichnen die meisten Toten

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf afrikanische Länder mit den meisten Todesfällen

Diese fünf afrikanischen Länder verzeichnen die meisten Toten - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf afrikanische Länder mit den meisten Todesfällen

In Afrika ist die Todesrate relativ niedrig, was mit den frühen Beschränkungen sowie der mehrheitlich jungen Bevölkerung (60 Prozent sind weniger als 25 Jahre alt) zu tun haben könnte. Insgesamt sind seit Ausbruch der Pandemie über 1,6 Millionen Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden (Stand: 23. Oktober).

Zahlreiche Länder haben Reisebeschränkungen oder Ausgangssperren erlassen. Viele Regierungen in Afrika sind autoritär. Beschränkungen wurden zum Teil unreflektiert verhängt, obwohl viele Menschen von der Hand in den Mund leben. Versicherungen gibt es kaum, versprochene Staatshilfen kommen – wenn überhaupt – zu spät an. Dies führte zu Revolten wie in Kamerun, Simbabwe oder Niger. Die Sicherheitskräfte haben diese bisher gewaltsam niedergeschlagen.

Ägypten lässt ausländische Reisende ins Land. Der Tourismus bleibt jedoch auf drei Küstenprovinzen beschränkt.

In Tunesien ist seit dem 20. Oktober eine landesweite Ausgangssperre in Kraft. Zuvor hatten nur Bewohner von Regionen mit besonders vielen nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens und am Wochenende ab 19 Uhr abends zu Hause bleiben müssen.

Das grosse Rennen ist eröffnet. Viele verschiedene Forschergruppen beteiligen sich am Wettlauf.

Bis Ende Jahr könnten nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein oder zwei Impfstoffe gegen das Coronavirus vorliegen und bis Ende 2021 zwei Milliarden Impfdosen. An rund 200 möglichen Impfstoffen wird geforscht, mehr als 40 befinden sich in klinischen Studien (WHO-Bericht vom 2. Oktober). Die WHO rechnet mit einem Start der Impfungen gegen das Coronavirus zur Jahresmitte 2021 (Stand: 19. 10.). Anfang nächsten Jahres sollten demnach die Daten aus den abschliessenden Phase-III-Studien vorliegen. Danach könnten die Entscheidungen zum Impfstart fallen. Die beteiligten Firmen produzierten vorsorglich bereits Millionen von Dosen. Risikogruppen dürfen laut der WHO als erste mit einer Impfung rechnen.

Russland hat Mitte August den weltweit ersten Covid-19-Impfstoff bewilligt und Mitte Oktober einen zweiten Impfstoff registriert. Beim ersten Impfstoff hätten die Behörden nach weniger als zwei Monaten mit Tests an Menschen die Genehmigung erteilt, erklärte der russische Präsident Wladimir Putin am 11. August. Der Schritt ebne den Weg für eine Massenimpfung, auch wenn die letzten Phasen der klinischen Studien zur Prüfung der Sicherheit und der Wirksamkeit noch fortgesetzt würden. Die Zulassung in einem so frühen Stadium widerspricht internationalen Kriterien. Der zweite Impfstoff wurde im Forschungszentrum Vektor in der sibirischen Grossstadt Nowosibirsk entwickelt und trägt den Namen «EpiVacCorona». Laut Putin hat Russland bereits einen dritten Impfstoff in Entwicklung.

Mehr zur Entwicklung eines Impfstoffs finden Sie hier.

Die neuesten Erkenntnisse aus aktuellen Studien finden Sie hier.

Das Virus hat das Wirtschaftsleben rund um den Globus zeitweise fast zum Erliegen gebracht. Die Folgen sind dramatisch – auch für die grossen Industrieländer.

Analytiker gehen von unterschiedlichen Entwicklungen in Europa und den USA aus. Im ersten Vierteljahr war die amerikanische Wirtschaft aufs Jahr hochgerechnet bereits um 5 Prozent geschrumpft. Die Zuspitzung der Corona-Pandemie ab Mitte März stürzte die USA dann in eine schwere Wirtschaftskrise. In der zweiten Maihälfte und im Juni gab es bereits Zeichen einer Erholung. Seit Ende Juni hat die Zahl der Neuinfektionen aber wieder dramatisch zugenommen, was zu neuerlichen Einschränkungen des Wirtschaftslebens geführt hat und das Wachstum erneut ausbremsen dürfte. In der Euro-Zone hingegen gehen Ökonomen davon aus, dass mit dem Konjunktureinbruch im zweiten Quartal der Tiefpunkt erreicht ist.

Um die Konjunktur zu stützen, wurden grosse Hilfspakete geschnürt. So haben sich die Mitgliedstaaten der EU auf ein Hilfspaket in Höhe von 540 Milliarden Euro geeinigt. Zudem haben sich die Staats- und Regierungschefs auf einen Aufbaufonds von 750 Milliarden Euro und ein Sieben-Jahre-Budget von 1074 Milliarden Euro geeinigt. Viele Notenbanken haben ebenfalls ihre Leitzinsen reduziert und auch die übrigen geldpolitischen Instrumente praktisch ausgeschöpft, um Kredite zu verbilligen sowie Investitionen und den Konsum anzukurbeln.

In der Corona-Krise verändert sich die Wirtschaftslage fast im Wochenrhythmus. Wir zeigen mit neuartigen Daten den Verlauf der Krise.

Anfang Januar teilte die WHO mit, dass eine mysteriöse Lungenerkrankung in der zentralchinesischen Metropole Wuhan durch ein neuartiges Coronavirus verursacht werde. Laut verschiedenen Studien sind die ersten Fälle von Covid-19 in Wuhan Ende November oder Anfang Dezember aufgetreten. Gleichzeitig gibt es auch Hinweise darauf, dass das neue Coronavirus schon Wochen oder Monate früher in Südchina zirkuliert haben könnte, möglicherweise sogar im August. Der Stammbaum des Virus lässt sich über die Veränderungen in seinem Genom nachvollziehen (Details hier).

Seinen Ursprung soll das Virus auf einem Tiermarkt in Wuhan haben. Dort soll es von einer noch nicht identifizierten Tierart auf den Menschen übergesprungen sein. Die am engsten mit ihm verwandten Viren sind Fledermausviren, was darauf hindeuten könnte, dass Fledermäuse an der Infektionskette beteiligt sind.

Es kursieren Verschwörungstheorien, wonach das Virus in einem Labor in Wuhan gezüchtet worden ist. Auch der amerikanische Präsident Donald Trump äusserte sich dieserart. Diese Vorwürfe wies Yuan Zhiming, Chef des Instituts für Virologie in Wuhan, zurück. Auch die WHO ist der Ansicht, das Virus sei tierischen Ursprungs.

Anfang Mai hat die WHO alle Länder dazu aufgefordert, Fälle von Lungenentzündungen von Ende 2019 zu überprüfen. Damit reagierte die WHO auf einen Bericht aus Frankreich, wonach Covid-19 bereits am 27. Dezember bei einem Mann in einem französischen Spital behandelt worden ist, fast einen Monat bevor die französische Regierung die ersten Fälle bestätigte. Die später als Covid-19 identifizierte Krankheit wurde der WHO von den chinesischen Behörden zum ersten Mal am 31. Dezember gemeldet.

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen Sars-CoV-2 («severe acute respiratory syndrome coronavirus 2»). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde Covid-19 («coronavirus disease 2019») genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die den Erreger Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Ein ausführliches Glossar mit den zwanzig wichtigsten Begriffen in Zusammenhang mit der Pandemie finden Sie hier.

Mitarbeit: toc., wej., ran., kus., ni., slz., koe., gam., nyf., bso., esb., kkl., nbe., tsm., lat., ela., koa., nth., joe., cke. ful., nad., ebl., lat., wde., fma., med., vmo., bet., ann., win., mit Agenturmaterial

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Tuchel über Champions League: Das Spiel gegen Leipzig - das Finale unserer Gruppe
Antoine Griezmann: es ist Zeit, alles an seine Stelle zu setzen. Barcelona-Stürmer Antoine Griezmann hat sein Interview mit dem TV-Sender Movistar angekündigt. Unter anderem spricht der Franzose über seine Beziehung zum Katalanen-Stürmer Lionel Messi
West Bromwich-Torwart Sam Johnston Sprach über den Elfmeter, den sein Team im Spiel gegen Manchester United mit einem zweiten Versuch von Brune Fernandes ins Tor befördert hatte
Brügge-Trainer über das Spiel gegen Borussia Dortmund: Wenn man nur verteidigt, hat der FC Brügge-Trainer Philipp Clement die Erwartungen an das Spiel gegen Borussia Dortmund in der Champions-League-Gruppe geteilt
Mason Mount: das Ziel von Chelsea ist es, immer die Nummer 1 in allen Turnieren zu sein und Trophäen zu gewinnen
Lewandowski über Karriereende bei Bayern: keine Ahnung. Vor weiteren 2,5 Jahren unter Vertrag: Bayern-Stürmer Robert Lewandowski hat sich Gedanken über das Karriereende beim Münchner Klub gemacht
Bayern München hat ein T-SHIRT mit dem Namen Medwedew vorbereitet: mit einem Sieg beim ATP-Turnier hat der FC Bayern dem Russischen Tennisprofi Daniil Medwedew zum Sieg beim ATP-Finalturnier gratuliert