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Coronavirus weltweit: Frankreichs Präsident Macron kündigt erste Lockerungen an, EU schliesst Vertrag mit Impfstoffhersteller Moderna ab

Die neusten Entwicklungen

Mehr als 59,1 Millionen Menschen sind laut der Johns-Hopkins-Universität weltweit positiv auf das Virus getestet worden. Mehr als 1,39 Millionen Infizierte sind verstorben, über 37,8 Millionen genesen.

Auch Moderna meldet, dass der von ihm entwickelte Impfstoff eine hohe Wirksamkeit aufweise. – Blutproben einer klinischen Studie des amerikanischen Pharmakonzerns in Miami, 2. September 2020.

Auch Moderna meldet, dass der von ihm entwickelte Impfstoff eine hohe Wirksamkeit aufweise. – Blutproben einer klinischen Studie des amerikanischen Pharmakonzerns in Miami, 2. September 2020.

Taimy Alvarez / AP

Die neusten Entwicklungen

  • Die EU-Kommission hat mit dem Impfstoff-Hersteller Moderna einen Rahmenvertrag über bis zu 160 Millionen Dosen ausgehandelt. Das teilte Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag (24. 11.) mit. Der Vertrag soll am Mittwoch formal besiegelt werden. «Impfungen werden uns helfen, die Pandemie zu beenden», betonte von der Leyen. Die EU-Kommission hat nun Verträge mit den Herstellern aller drei Impfstoffe, denen die besten Chancen für eine rasche Zulassung in den kommenden Wochen gegeben werden. Neben Moderna sind das Biontech/Pfizer und AstraZeneca. Alle drei hatten in den vergangenen Tagen vielversprechende Testdaten bekanntgegeben. Demnach sind alle drei Vakzine wirksam und verträglich.
  • Der tschechische Ministerpräsident will vor Weihnachten Gratis-Tests zur Verfügung stellen. Das gab Regierungschef Andrej Babis am Dienstag (24. 11.) bekannt. «Ich würde es begrüssen, wenn sich eine Woche oder zehn Tage vor Weihnachten alle Bürgerinnen und Bürger freiwillig testen lassen könnten.» Freiwilliges Massentesten könnte Teil der Strategie sein, welche die tschechische Gesundheitsbehörde aktuell ausarbeitet, stellte Babis in Aussicht. Tschechien wurde von der zweiten Pandemiewelle hart getroffen. Da sich die Infektionszahlen nach einem neuerlichen Lockdown in den letzten Wochen stabilisiert haben, wurde die Corona-Warnstufe am Montag auf die zweithöchste von fünf Stufen gesenkt.
  • Mehrere europäische Länder haben einen neuen Rekord bei den Todesfallzahlen gemeldet. Österreich registrierte am Dienstag (24. 11.) für die letzten 24 Stunden 118 coronabedingte Todesfälle – die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie. Auch die Zahl der Spitaleinweisungen und Intensivbehandlungen stieg zuletzt auf ein Rekordhoch, nachdem sich diese Werte an den Vortagen vorübergehend stabilisiert hatten. Italien verzeichnete einen Höchstwert an Corona-Toten seit März: Innerhalb von 24 Stunden sind dort etwas mehr als 850 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. In Slowenien erreichte die Zahl der Todesfälle mit 59 ebenfalls einen Höchstwert. Auch Bulgarien hatte die bisher meisten Corona-Toten zu beklagen.
  • Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat die Aussicht auf Winterferien und ein normales Weihnachten in diesem Jahr getrübt. «Es ist nicht möglich einen Winterurlaub zuzulassen, wir können uns das nicht leisten», sagte Conte am Montagabend (23. 11.) in einem Interview mit dem Fernsehsender «La7». Conte schloss auch einschneidende Beschränkungen an Weihnachten nicht aus. Am Reisen zwischen den verschiedenen Regionen werde gearbeitet, sagte der parteilose Anführer der Mitte-Links-Regierung. Die Weihnachtszeit erfordere allerdings «Ad-Hoc-Massnahmen», erklärte er weiter. «Alle für die Weihnachtszeit typischen gesellschaftlichen Anlässe zu erlauben, ist nicht möglich.»
  • England kehrt nach einem vierwöchigen Teil-Lockdown Anfang Dezember wieder zu einem Warnstufen-System mit regionalen Corona-Beschränkungen zurück. Das kündigte der britische Premierminister Boris Johnson am Dienstag (24. 11.) in einer virtuellen Ansprache an das Londoner Parlament an. Bei Sportevents sollen ab dem 4. Dezember je nach Risikostufe bis zu 4000 Zuschauer zugelassen werden. In den englischen Fussball-Ligen beispielsweise wird seit der Wiederaufnahme der Meisterschaft nach dem Lockdown im Frühjahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt.
  • Schweden verlässt mit strengen Vorschriften ab Dienstag (24. 11.) seinen Corona-Sonderweg. Erstmals gelten in dem skandinavischen Land nun Auflagen für Treffen in der Öffentlichkeit, nur noch acht Personen dürfen zusammenkommen. Bisher durften sich je nach Anlass 50 bis 300 Personen treffen. Schulen und Lokale sollen weiter geöffnet bleiben, aber Restaurantbetreiber müssen nun darauf achten, dass pro Tisch nicht mehr als acht Gäste Platz nehmen. Die schwedische Regierung hatte bisher auf das Verhängen von Einschränkungen verzichtet und auf Empfehlungen für die Bürger gesetzt. Die nun erstmals verhängten Einschränkungen gelten allerdings nicht für Treffen in privaten Wohnungen. Der Regierung fehlt die Befugnis, um dafür Vorschriften zu machen.

In Georgien, Österreich und Slowenien gibt es derzeit die meisten Neuinfektionen

Neu bestätigte Infektionen und Todesfälle in den letzten 14 Tagen, pro 100 000 Einwohner, nach Land

Land Tote
Georgien 1286,8 13,7
Österreich 1035,2 11,4
Slowenien 974,8 25,1
Kroatien 902,7 13,8
Serbien 889,7 4,8
Schweiz 835,2 15,5
Polen 811,5 15,1
Litauen 805,5 6,5
Portugal 791,5 9,8
Italien 780,1 14,4

Die Entwicklungen in der Schweiz finden Sie hier.

Die Entwicklungen in Deutschland finden Sie hier.

Informationen zu den beliebtesten Feriendestinationen finden Sie hier.

Die wichtigsten Antworten zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus finden Sie hier.

Die zweite Welle hat Europa fest im Griff. In vielen Ländern werden die Massnahmen wieder verschärft. Frankreich und Grossbritannien gehen zum zweiten Mal in den Lockdown.

Wo Covid-19 in Europa am stärksten verbreitet ist

Coronavirus-Fälle pro 100 000 Einwohner in der letzten Woche, nach Region

In Deutschland steigen die Zahlen der Neuinfektionen stark. Seit dem 2. November gelten neue Massnahmen, die das öffentliche Leben weitgehend einschränken. In der Öffentlichkeit sollen sich nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen, insgesamt höchstens zehn Personen. Der Detailhandel bleibt unter Auflagen geöffnet. Bars, Klubs und Restaurants müssen bis Ende November schliessen, wobei Gerichte zur Abholung angeboten werden dürfen. Theater, Konzerthäuser, Opern, Schwimmbäder und Saunen müssen genauso schliessen wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Bordelle und Tattoo-Studios. Friseure bleiben offen, Schulen und Kitas ebenso. Touristische Übernachtungen in Hotels sind untersagt. Profisport darf, einschliesslich der Bundesliga, nur noch ohne Zuschauer stattfinden. Der Freizeitsport in Vereinen und Fitnessstudios soll eingestellt werden. Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit ersten Impfungen gegen das Corona-Virus noch in diesem Jahr.

Neuinfektionen in Deutschland steigen an

Bestätigte Coronavirus-Fälle in Deutschland, nach Status der Patienten (in Tausend)

Genaueres zur Situation in Deutschland erfahren Sie hier.

In Frankreich gilt seit dem 30. Oktober ein neuer Lockdown. Unter anderem bleiben Bars und Gaststätten geschlossen, Schulen dagegen offen. Allgemein soll von zu Hause aus gearbeitet werden, Universitäten sollen auf einen Online-Betrieb umstellen. Einwohner dürfen ihr zu Hause nur noch zum Einkaufen von essenziellen Gütern, für ärztliche Behandlungen und für maximal einstündige sportliche Aktivitäten verlassen. Der Einzelhandel ist geschlossen, nur noch lebensnotwendige Produkte dürfen verkauft werden. Spazieren darf man nur im Umkreis eines Kilometers zur eigenen Wohnung während einer Stunde pro Tag. Die Massnahmen sind zunächst bis zum 1. Dezember befristet.

Einen Überblick der Massnahmen in Frankreich finden Sie hier.

In Österreich gilt seit dem 17. November bis 6. Dezember ein harter Lockdown. Geschäfte und Schulen müssen schliessen, das Verlassen des privaten Wohnraums ist nur aus triftigen Gründen wie Grundbedürfnissen, der Arbeit, der Hilfe etwa für Angehörige und zur Erholung im Freien erlaubt. Bereist seit dem 3. November sind Kultureinrichtungen, Hotels (ausser für Geschäftsreisende) und Sportstätten geschlossen, nicht aber Bibliotheken und Parks. Restaurants dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen anbieten. Generell dürfen sich nur noch Menschen aus zwei Haushalten treffen. Das Land plant ausserdem, Massentests bei der Bevölkerung durchzuführen, wie Kanzler Sebastian Kurz am 15. November bekanntgab.

In Italien hat die Regierung den Notstand bis zum 31. Januar verlängert. Das Land überschritt am 11. November die Schwelle von einer Million registrierter Corona-Fälle. Es gilt überall im öffentlichen Raum eine Maskenpflicht sowie eine nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr. Mit je nach Zone unterschiedlich strengen Einschränkungen des öffentlichen Lebens soll die Ausbreitung von Sars-CoV-2 gebremst werden. In den grünen Zonen werden Freizeiteinrichtungen wie etwa Museen geschlossen. Restaurants dürfen ab 18 Uhr Essen nur noch zum Mitnehmen anbieten oder per Hauslieferung. In den orangen Zonen gilt diese Regel den ganzen Tag über. Seit dem 13. November sind sieben rote Zonen im harten Lockdown, darunter die Lombardei, die süditalienische Region Kampanien, die Abruzzen und die Toskana. Die Industriebetriebe sollen weiter funktionieren, Geschäfte bleiben aber geschlossen. Restaurants dürfen nur noch Take-away- und Lieferangebote führen.

In Spanien hat das Parlament am 29. Oktober den Notstand bis Mai des nächsten Jahres verlängert. Im Rahmen des Notstandes kündigten mehrere Regionen eine Abriegelung ihres Territoriums an, unter anderem Katalonien mit der Metropole Barcelona, Madrid sowie Kantabrien. Die betroffenen Menschen dürfen ihre Region nur mit triftigem Grund verlassen – etwa, um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren. Seit Ende Juli gilt in Spanien eine umfassende Maskentragpflicht, nicht nur in geschlossenen öffentlichen Räumen, sondern auch im Freien – ausser auf den Kanarischen Inseln.

In Portugal gilt seit November ein Teil-Lockdown. 70 Prozent der rund 10,3 Millionen Bürger haben laut Regierungschef António Costa die «Bürgerpflicht», möglichst zu Hause zu bleiben. Von 9. November bis 7. Dezember gilt in weiten Teilen des Landes eine nächtliche Ausgangssperre – an Wochentagen von 23 Uhr bis 5 Uhr, an Wochenenden von 13 Uhr und bis 5 Uhr. Die Leute dürfen ihre Häuser jedoch weiterhin verlassen, um zum Arzt oder pflegebedürftigen Angehörigen zu gehen. Auch kurze Spaziergänge oder der Besuch von Restaurants bleiben erlaubt. Die Schulen sollen geöffnet bleiben. Die neuen Einschränkungen gelten in insgesamt 121 Kommunen landesweit einschliesslich Porto und Lissabon. Seit 28. Oktober gilt eine Maskenpflicht im Freien.

Das Vereinigte Königreich hat durch die Corona-Pandemie eine der höchsten Todeszahlen in Europa zu beklagen und registrierte Anfang November bereits über 50 000 Tote. Das Land litt im zweiten Quartal wirtschaftlich am stärksten unter den Folgen des Lockdowns. In England gilt seit dem 5. November bis Anfang Dezember ein zweiter Lockdown. Offen bleiben Geschäfte zur Grundversorgung, Pubs und Restaurants bleiben geschlossen, dürfen aber Lieferdienste anbieten. Treffen von Angehörigen verschiedener Haushalte in geschlossenen Räumen sind untersagt. Im Gegensatz zum ersten Lockdown im Frühjahr bleiben Schulen und Universitäten geöffnet. Am Montag (23. 11.) gab die Regierung eine Lockerung bekannt: Regionen werden in drei Risikostufen – mittel, hoch oder sehr hoch – eingeteilt. Die Gastronomie darf unter bestimmten Auflagen ab dem 3. Dezember in Regionen mit niedrigeren Stufen wieder öffnen. In Nordirland dürfen fremde Haushalte nur noch im Freien besucht werden, Pubs und Restaurants dürfen Essen nur als Lieferservice anbieten.

In Irland ist die Bevölkerung aufgerufen, bis zum 1. Dezember daheim zu bleiben. Das Haus darf zum Einkaufen von Lebensmitteln und Medikamenten, für Arzttermine oder zur Arbeit verlassen werden. Hotels bleiben für wesentliche Dienstleistungen geöffnet. Restaurants, Pubs, Nachtklubs und Bars, Museen und sonstige kulturelle und touristische Attraktionen sind geschlossen.

Bestätigte Coronavirus-Fälle in europäischen Ländern, absolut, nach Status der Patienten (in Millionen)

0,00,51,01,52,0FrankreichRusslandSpanienGrossbritannienItalienDeutschlandPolenUkraineBelgienNiederlandeTschechienRumänienSchweizPortugalÖsterreichSchwedenUngarnSerbienWeissrusslandBulgarien

In den Niederlanden sinken die Infektionszahlen. Das Land lockert die Corona-Schutzmassnahmen leicht. Von Donnerstag (19. 11.) an dürfen Theater, Museen, Kinos und Bibliotheken wieder öffnen, wie Ministerpräsident Mark Rutte ankündigte. Kneipen, Cafés und Restaurants bleiben jedoch geschlossen. Künftig darf man wieder drei Gäste zu Hause empfangen – bisher waren es zwei. In allen öffentlichen Räumen gilt aber eine allgemeine Maskenpflicht. Die Behörden hatten die Corona-Massnahmen Mitte Oktober drastisch verschärft. Trotz der Erleichterungen geht die Regierung davon aus, dass der Teil-Lockdown erst in der zweiten Januar-Hälfte 2021 aufgehoben werden kann.

Belgien hat eine der höchsten Todesraten weltweit. Dort sind am 2. November wegen der dramatisch gestiegenen Corona-Fallzahlen neue Massnahmen in Kraft getreten. Geschäfte, die nicht unbedingt notwendige Waren verkaufen, bleiben geschlossen. Die Schliessung von Restaurants und Cafés sowie nächtliche Ausgangssperren gilt bereits seit Mitte Oktober, ebenso wie die Regel, dass die Bürger ausserhalb des eigenen Haushalts nur noch zu einer anderer Person engeren Kontakt pflegen dürfen. Ausgenommen sind Alleinstehende, die zwei sogenannte «Kuschelkontakte» haben dürfen. An den Hochschulen gilt bis mindestens 1. Dezember Fernunterricht. Die Massnahmen sollen nach Angaben der Regierung bis zum 13. Dezember gelten.

In Dänemark dürfen sich seit dem 26. Oktober nicht mehr als zehn Personen an einem Ort versammeln. Ausserdem dürfen Kioske und Supermärkte nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen. Die Bevölkerung ist aufgefordert, ihre persönlichen Kontakte auf zehn Personen zu beschränken. Von 29. Oktober bis 2. Januar 2021 gilt zudem eine Maskenpflicht für alle Räume, die öffentlich zugänglich sind.

Die Norweger dürfen seit Ende Oktober nicht mehr als fünf Gäste in ihren eigenen vier Wänden begrüssen. Private Zusammenkünfte an öffentlichen Orten sind auf maximal 50 Teilnehmer begrenzt. In Oslo sind Zusammenkünfte mit mehr als 10 Personen verboten. In den Restaurants soll nach Mitternacht kein Alkohol mehr ausgeschenkt und nach 22 Uhr dürfen keine neuen Gäste eingelassen werden. Reisende aus Ländern mit hohen Infektionsraten müssen einen negativen Corona-Test vorweisen und zehn Tage in Quarantäne gehen. Ausgenommen sind Berufspendler aus Schweden und Finnland.

Schweden wird wegen hoher Fallzahlen von den meisten Nachbarn und EU-Ländern weitgehend isoliert, mit Ausnahme von Dänemark. Der im internationalen Vergleich sehr lockere Sonderweg Schwedens führte bisher zu viermal mehr Todesfällen als im restlichen Skandinavien. Am 16. 11. hat das Land jedoch schärfere Regeln eingeführt. An öffentlichen Versammlungen gilt künftig eine Höchstgrenze von acht Personen. Ministerpräsident Stefan Löfven sagte an einer Medienkonferenz: «Gehen Sie nicht in Turnhallen, gehen Sie nicht in Bibliotheken, veranstalten Sie keine Abendessen. Sagen Sie ab.» Schweden hatte mit seiner unorthodoxen Reaktion auf die Pandemie für internationale Aufmerksamkeit gesorgt, indem es statt auf Abriegelungen auf freiwillige Massnahmen setzte. Ab dem 20. November dürfen Gaststätten nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr servieren.

Finnland weist mit 48 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner eine der tiefsten Raten Europas auf. Dies liegt gemäss Angaben der finnischen Regierung auch daran, dass mehr als die Hälfte der 5,5 Millionen Einwohner die Tracing-App der Regierung heruntergeladen haben und sich an die Massnahmen der Regierung halten.

Die Todesfälle in ausgewählten europäischen Ländern

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), Schweiz, Österreich, Deutschland sowie fünf europäische Länder mit den meisten Todesfällen

Die Todesfälle in ausgewählten europäischen Ländern - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), Schweiz, Österreich, Deutschland sowie fünf europäische Länder mit den meisten Todesfällen

Russland hat Mitte August den weltweit ersten Corona-Impfstoff zugelassen. Anfang September wurde im Rahmen der Phase-III-Studie für den Corona-Impfstoff «Sputnik V» mit Impfungen an Freiwilligen begonnen. Ende Oktober wurde 30 Prozent aller Arbeitnehmer zu Home-Office verpflichtet. Oberstufenschüler werden bis zum 28. November online unterrichtet. Zudem gilt eine allgemeine Maskenpflicht. Personen über 65 Jahre und Angehörige von Risikogruppen dürfen ihre Wohnung nur in bestimmten Ausnahmefällen verlassen. Einen nationalen Lockdown sieht Präsident Wladimir Putin nicht vor.

In Polen hat die Regierung alle öffentlichen Zusammenkünfte verboten und Gastronomiebetriebe sowie Einkaufszentren geschlossen. Schüler ab der 4. Klasse erhalten bis Weihnachten Fernunterricht. Unter 16-Jährige dürfen das Haus wochentags zwischen 8 und 16 Uhr nur noch in Begleitung eines Erwachsenen verlassen. Am Samstag (21. 11.) hat die Regierung eine Lockerung der Schutzmassnahmen für den Einzelhandel in der Vorweihnachtszeit angekündigt mit der Begründung, es gelte Millionen von Arbeitsplätzen zu retten: Geschäfte in Einkaufszentren dürfen ab dem 28. November wieder geöffnet werden, und es gibt zwei Sonntagsverkäufe im Dezember.

Ungarn hat nach einem rekordhohen Anstieg der Infektionen am 1. September die Grenzen geschlossen. Ausser Diplomaten, Geschäftsleuten und Studierenden, die jeweils negative Testresultate vorlegen müssen, dürfen keine Ausländer mehr einreisen. Die Bestimmungen gelten vorerst bis 30. November. Seit dem 11. November gilt im ganzen Land eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 20 Uhr und 5 Uhr. Restaurants, Bars, Clubs und Hotels sind geschlossen. Für Jugendliche ab der 8. Klasse gibt es keinen Präsenzunterricht mehr. Zudem wurde der Gefahrennotstand verhängt, der es der Regierung erlaubt, ausserordentliche Massnahmen via Verordnung zu erlassen.

Tschechien ist stark betroffen von einer zweiten Welle. Der Corona-Notstand wurde bis mindestens 12. Dezember verlängert. Anfang November zeichnete sich aber eine allmähliche Entspannung ab, so dass die Regierung die Corona-Warnstufe am 20. November auf die zweithöchste von fünf Stufen gesenkt hat: Seit Montag (23. 11.) gilt die nächtliche Ausgangssperre erst um 23 statt um 21 Uhr. Die Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte dürfen abends länger offenbleiben und sich bis zu sechs statt zwei Menschen versammeln. Die meisten anderen Massnahmen bleiben unverändert, etwa die Schliessung der Restaurants und die allgemeine Maskenpflicht.

In der Slowakei gilt noch bis Ende Dezember der Notstand. Seit dem 16. November brauchen Einreisende aus vielen Ländern einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. In einer international beispiellosen Aktion hatte die Slowakei Ende Oktober und Anfang November fast alle über zehnjährigen Einwohner einem Antigen-Schnelltest unterzogen. Entsprechend der Höhe der Inzidenz wurde das Land in rote und grüne Zonen eingeteilt.

In der Türkei gilt eine generelle Maskenpflicht. Es ist verboten, in öffentlichen Verkehrsmitteln stehend mitzufahren, sollten die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Zudem dürfen über 65-Jährige das Haus nur zwischen 10 Uhr und 20 Uhr verlassen, in einigen Provinzen ist ihnen auch der Besuch von Hochzeiten, Märkten oder Einkaufszentren untersagt. Der Schulunterricht wurde im November wieder auf Online-Angebote umgestellt. Zudem dürfen Restaurants und Cafés nur noch Lieferdienste anbieten. Kinos werden bis Ende des Jahres geschlossen. Beobachter äussern immer wieder Zweifel an der Glaubwürdigkeit der amtlichen Fallzahlen.

In Serbien steigt die Infektionszahl seit Anfang Oktober wieder. Es bahnt sich eine dritte Welle an, einen zweiten Höhepunkt hatte es im Juli gegeben. Es gilt eine Maskenpflicht, wenn in der Öffentlichkeit Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Besuche in Spitälern sind verboten. Zudem dürfen sich maximal dreissig Personen auf einmal treffen und nur vier pro Quadratmeter aufhalten.

In Rumänien werfen die Medien der Regierung vor, aus wahlkampftaktischen Gründen Mitte Mai verfrüht die Vorsichtsmassnahmen gelockert zu haben. Seitdem sind die Zahlen rasch gestiegen, weit über jene der «ersten Welle». Mehr als 6000 Personen sind an den Folgen des Virus gestorben. Die Regierung hat daher am 26. Oktober entschieden, alle Schulen in Bukarest, Restaurants, Cafés, Theater und Kinos für zwei Wochen zu schliessen.

Auch in Bulgarien steigen die Infektionszahlen stark. Seit dem 29. Oktober müssen Gymnasien und Universitäten zum Fernunterricht übergehen. Sportveranstaltungen finden nur noch ohne Publikum statt. In Diskotheken und Bars müssen die Innenräume geschlossen bleiben. Die meisten Geschäfte sind unter strengen hygienischen Auflagen geöffnet. Veranstaltungen sind auf 30 Teilnehmer beschränkt. In geschlossenen Räumen gilt eine Maskenpflicht und auch im Freien, falls der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

Die Regierung des Kosovo hat Anfang November einen teilweisen Lockdown verfügt. Unter anderen müssen Gaststätten und Einkaufszentren zwischen 21 Uhr und 5 Uhr schliessen. Öffentliche Veranstaltungen, auch Hochzeiten, sind untersagt. Über 65-Jährige dürfen ihre Wohnungen nur von 6 Uhr bis 10 Uhr sowie von 16 Uhr bis 19 Uhr verlassen.

In Griechenland steigen die Fallzahlen erneut. Deshalb gilt in vielen Teilen des Landes seit dem 24. Oktober eine Maskenpflicht, seit dem 7. November gilt ein dreiwöchiger Lockdown für das ganze Land. Alle auf dem Landweg einreisenden Personen müssen seit dem 17. August einen maximal 72 Stunden alten, negativen Corona-Test vorlegen.

Die USA sind das Land mit den weltweit am meisten bestätigten Corona-Fällen. Sie verzeichnen 4 Prozent der Weltbevölkerung, aber etwa einen Fünftel der Infektionen. Auch die Zahlen der Hospitalisierungen und Toten liegen weit über denjenigen anderer moderner Industriestaaten. Der führende Gesundheitsexperte Anthony Fauci stimmte die Amerikaner auf eine deutliche Verschlechterung der Pandemie-Lage ein. Der amtierende Präsident Donald Trump schliesst «drakonische Lockdowns» wie in Europa für die USA trotz stark allem aus. Sein designierter Nachfolger Joe Biden und dessen Vizepräsidentin Kamala Harris haben, kurz nachdem das Wahlergebnis bekanntgegeben wurde, einen 7-Punkte Plan aufgestellt um die Pandemie auf nationaler Ebene zu bekämpfen. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat ausserdem erstmals einen Corona-Test für den Hausgebrauch zugelassen. Am Donnerstag (19. 11.) teilte die FDA mit, der Test sei zunächst nur auf Verschreibung eines Arztes erhältlich.

Die USA haben weltweit absolut die meisten bestätigten Coronavirus-Infektionen

Bestätigte Coronavirus-Fälle in den USA, nach Status der Patienten (in Millionen)

Für Kanada besteht derzeit eine Einreisesperre. Je nach Region ist das Tragen einer Maske in öffentlichen Innenräumen und Verkehrsmitteln Pflicht. Die Mehrheit der Arbeitnehmer befindet sich seit Ausbruch der Pandemie im Home-Office. Für die Stadt Toronto und einen ihrer Vororte wurde am 20. November ein Lockdown angeordnet.

Die Todesfälle in Nordamerika

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), nordamerikanische Länder

Die Todesfälle in Nordamerika - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), nordamerikanische Länder

Das Coronavirus breitet sich in Lateinamerika wie ein Lauffeuer aus, ein baldiges Ende ist nicht in Sicht. Trotz monatelanger Quarantäne haben viele Länder den Höhepunkt der Pandemie noch nicht erreicht. Regionale Charakteristiken geben Erklärungen dafür: Mehr als die Hälfte der Beschäftigten arbeitet in Lateinamerika im informellen Sektor. Es handelt sich um Hausangestellte oder Strassenhändler. Ausgangssperren sind für sie keine Option. Sie müssen das Haus verlassen, um Geld zu verdienen. Viele Menschen leben in den Armenvierteln von Ballungszentren auf engem Raum, was die Verbreitung des Virus begünstigt.

Diese fünf lateinamerikanischen Länder verzeichnen die meisten Toten

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf mittel- und südamerikanische Länder mit den meisten Todesfällen

Diese fünf lateinamerikanischen Länder verzeichnen die meisten Toten - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf mittel- und südamerikanische Länder mit den meisten Todesfällen

Die Ausbreitung des Coronavirus in Mexiko, Peru, Chile, Argentinien und Ecuador hat lange wenig internationale Aufmerksamkeit erhalten. Argentinien hatte bereits Mitte März Ausgangssperren verhängt, womit die Ausbreitung des Virus zunächst gebremst werden konnte. Die Anzahl Infektionen stieg im Herbst aber wieder an. Trotzdem erlaubt Argentinien seit Ende Oktober erstmals seit April wieder internationale Flüge und öffnet die Grenzen zu Brasilien.

Brasilien ist nach den USA und Indien das Land mit den drittmeisten Infizierten und verzeichnet die zweitmeisten Corona-Tote (Stand Anfang November). Brasilien testet wenig, weshalb von einer weit höheren Dunkelziffer auszugehen ist. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben. Besonders betroffen sind indigene Volksgruppen. Trotz den hohen Ansteckungszahlen sind die Grenzen für Flugreisende aus dem Ausland wieder geöffnet, die Einreise auf dem Landweg ist beschränkt. Grössere Veranstaltungen wie die Silvesterparty an der Copacabana und der Karneval in Rio wurden jedoch abgesagt.

Neben den Ländern mit dramatischem Verlauf gibt es in Lateinamerika einen Staat, der die Pandemie bisher erstaunlich gut überstanden hat: Uruguay. Präsident Luis Lacalle Pou hielt am 29. Oktober erneut fest, dass die Grenzen geschlossen bleiben. Es ist das erste Mal überhaupt, dass keine Touristen und Gäste in das Land einreisen dürfen.

Diese fünf asiatischen Länder verzeichnen die meisten Toten

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf asiatische Länder mit den meisten Todesfällen

Diese fünf asiatischen Länder verzeichnen die meisten Toten - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf asiatische Länder mit den meisten Todesfällen

China galt Anfang des Jahres als das Zentrum der Pandemie. Durch einschneidende Massnahmen hat das Land das Virus unter Kontrolle bekommen – wie viele andere asiatische Länder auch. Allerdings steigen in vielen Regionen Asiens die Infektionszahlen wieder. Auch in China kommt es immer wieder zu lokalen Ausbrüchen. So wurden etwa in einer Fabrik in Xinjiang Ende Oktober mehr als 180 Leute positiv getestet. China reagiert auf lokale Infektionen mit Massentests, lokalen Lockdowns und rigider Nachverfolgung der Infektionsketten. Ausserdem gibt es ein Notfallprogramm zur vorzeitigen Impfung gegen das Coronavirus, bei dem gemäss Angaben von Sinopharm bis Mitte November annähernd eine Million Chinesen geimpft worden sind.

Indien liegt bezüglich Infektionszahlen weltweit auf Platz zwei der meistbetroffenen Länder. Trotzdem lockert das Land die Einschränkungen, da Millionen von Menschen arbeitslos geworden sind. Laut einer Erhebung im Auftrag der indischen Regierung hat fast jede dritte Person in der Hauptstadt Delhi Antikörper gegen das Coronavirus im Blut. Die Todesrate ist trotz der hohen Infektionsrate niedriger als in vielen anderen Ländern. Das könnte mit der relativ jungen Bevölkerung Indiens zusammenhängen. Allerdings ist hierbei auch zu beachten, dass in Indien viele Tote nie erfasst werden und die Testrate tief ist.

Angesichts steigender Corona-Zahlen hat Pakistan die Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie verschärft. In grösseren Städten würden Öffnungszeiten der Geschäfte eingeschränkt, als Corona-Hotspots identifizierte Gegenden abgeriegelt sowie Maskenpflicht in der Öffentlichkeit eingeführt, teilte die Regierung Ende Oktober mit. Nachdem Mitte November eine Rekordzahl an Neuinfektionen seit 4 Monaten gemeldet wurde, wurden einige Viertel der Hauptstadt Islamabad erneut abgeriegelt und vereinzelt Bildungseinrichtungen geschlossen.

Südkorea gilt wegen seiner Test- und Quarantänemassnahmen als Vorbild. Das Land hat die Pandemie trotz gelegentlichen Ausbrüchen insgesamt gut unter Kontrolle und musste nie einen landesweiten Lockdown einführen. Wegen steigender Fallzahlen hat das Land im November jedoch erneut Versammlungsbeschränkungen eingeführt, unter anderem die Obergrenze von 100 Personen. Vorerst sind jedoch nur die Region um die Hauptstadt Seoul und ein grosser Teil der nordöstlichen Provinz Gangwon betroffen.

Nordkorea zählt zu den wenigen Ländern weltweit, die bisher keine Corona-Infektionen bestätigt haben. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt Nordkorea Tests durch, die Schulen sind geschlossen, im öffentlichen Leben gilt eine Maskenpflicht.

Japan verzeichnete im Frühjahr und im Sommer zwei Corona-Wellen, Mitte November zeigten steigende Fallzahlen vor allem in Hokkaido und Tokio eine dritte Welle an. Seit in der Hauptstadt am 19. November mit 534 Infektionsfällen der höchste Tageswert gemessen wurde, gilt dort wieder die höchste Corona-Warnstufe. Insgesamt kam Japan bisher jedoch relativ glimpflich durch die Pandemie. Erst Anfang November wurden in dem Land mit 126 Millionen Einwohnern insgesamt 100 000 Infizierte registriert – eine Zahl, wie sie die USA mit 330 Millionen Einwohnern Mitte November täglich erreichten. Japan gilt als vorbildlich bei der gesellschaftlichen Hygiene: Fast alle tragen freiwillig Masken. Die Regierung steht allerdings wegen anhaltend niedriger PCR-Testzahlen in der Kritik.

Australien verzeichnete Anfang August einen Höhepunkt der Fallzahlen. Nach diesen Ausbrüchen, die sich vor allem auf den südlichen Gliedstaat Victoria und die Millionenstadt Melbourne konzentrierten, sind in Teilen des Landes wiederholt weitreichende Einschränkungen verhängt worden. Seitdem sinken die Fallzahlen, inzwischen sind sie verschwindend klein. Der Gliedstaat Victoria hat seinen mehrmonatigen Lockdown am 28. Oktober aufgehoben. Neuseeländer aus Corona-freien Landesteilen dürfen seit dem 16. Oktober wieder quarantänefrei einreisen. Für die meisten Besucher aus dem Ausland bleiben die Grenzen bis mindestens 17. Dezember geschlossen.

Neuseeland konnte das Coronavirus bereits zweimal unter Kontrolle bringen. Aktuell werden nur sehr wenige Neuinfektionen verzeichnet. Mittlerweile sind daher die meisten Massnahmen im Land aufgehoben. Trotzdem gelten für Ausländer, die das Land besuchen wollen, nach wie vor Beschränkungen. Nur Neuseeländer und Australier sowie Personen mit einer permanenten Aufenthaltsgenehmigung dürfen einreisen. Für andere können Sondergenehmigungen erteilt werden.

Fidschi und andere Inselstaaten im Südpazifik haben internationale Flüge gestrichen und weisen Kreuzfahrtschiffe ab. Es gibt vereinzelte Fälle.

Diese fünf Länder im Nahen Osten verzeichnen die meisten Toten

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf Länder aus dem Nahen Osten mit den meisten Todesfällen

Diese fünf Länder im Nahen Osten verzeichnen die meisten Toten - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf Länder aus dem Nahen Osten mit den meisten Todesfällen

Die Corona-Krise trifft die Länder im Nahen Osten unterschiedlich stark. Einige wohlhabende Länder, vor allem Israel und die Golfstaaten, können ihre Gesundheitssysteme der Lage anpassen. Ärmere Länder, jene unter Sanktionen, im Kriegszustand oder mit riesigen Flüchtlingsbevölkerungen stehen vor einer Tragödie.

Iran hatte sich kurz nach Beginn der Pandemie zu einem der am stärksten betroffenen Länder weltweit entwickelt. Die Regierung erliess Reisebeschränkung innerhalb und ausserhalb der Landesgrenzen. Schulen, Moscheen, Geschäfte und Restaurants sind seit Anfang Oktober geschlossen.

Nach einem erneuten einmonatigen Lockdown lockert Israel die Beschränkungen seit dem 18. Oktober. Die Infektionszahlen sinken.

In Afrika ist die Todesrate relativ niedrig, was mit den frühen Beschränkungen sowie der mehrheitlich jungen Bevölkerung (60 Prozent sind weniger als 25 Jahre alt) zu tun haben könnte. Wegen der schwachen Gesundheitssysteme und mangelnden Testkapazitäten wird jedoch eine Dunkelziffer bei der offiziellen Zahl der Infektionen vermutet.

Diese fünf afrikanischen Länder verzeichnen die meisten Toten

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf afrikanische Länder mit den meisten Todesfällen

Diese fünf afrikanischen Länder verzeichnen die meisten Toten - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf afrikanische Länder mit den meisten Todesfällen

Zahlreiche Länder haben Reisebeschränkungen oder Ausgangssperren erlassen. Viele Regierungen in Afrika sind autoritär. Beschränkungen wurden zum Teil unreflektiert verhängt, obwohl viele Menschen von der Hand in den Mund leben. Versicherungen gibt es kaum, versprochene Staatshilfen kommen – wenn überhaupt – zu spät an. Dies führte zu Revolten wie in Kamerun, Simbabwe oder Niger. Die Sicherheitskräfte haben diese bisher gewaltsam niedergeschlagen.

Am stärksten betroffen ist Südafrika. Die Zahl der Neuinfektionen ist jedoch seit dem Sommer zurückgegangen, so dass die Regierung die nächtliche Ausgangssperre Ende September auf sechs Stunden beschränkte. Auch sind Zusammenkünfte im privaten Rahmen wieder erlaubt. Das Verbot von Alkoholverkäufen, das für viel Unmut sorgte, wurde entschärft. Seit dem 1. Oktober sind die Grenzen wieder geöffnet. Reisende müssen jedoch einen negativen Test vorweisen.

In Tunesien ist seit dem 20. Oktober eine landesweite Ausgangssperre in Kraft. Auch die Schulen sind geschlossen.

Ägypten lässt ausländische Reisende ins Land. Der Tourismus bleibt jedoch auf drei Küstenprovinzen beschränkt.

Derzeit gibt es für das neue Coronavirus weder einen Impfstoff noch eine wirkliche Behandlung. Aber fast 200 potenzielle Impfstoffe werden im Labor, an Tieren und in einigen Fällen auch an Menschen getestet.

Mehrere Impfstoffe stehen jedoch kurz vor dem Durchbruch. Dabei sorgten besonders die Ankündigungen von zwei für Europa relevanten Herstellern im November für Hoffnung. Der RNA-Impfstoff des amerikanischen Pharmakonzerns Moderna habe eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent, hiess es in einer Mitteilung von Moderna. Die EU-Kommission verhandelt mit dem Konzern über die Lieferung von bis zu 160 Millionen Impfdosen. Das Mainzer Unternehmen Biontech und sein amerikanischer Partner Pfizer meldeten ausserdem, dass ihr RNA-Impfstoff einen Schutz von 95 Prozent gezeigt habe. Biontech und Pfizer rechnen damit, noch in diesem Jahr weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoff-Dosen bereitstellen zu können. Im kommenden Jahr kalkulieren sie mit bis zu 1,3 Milliarden Dosen. Am 20. November beantragten Biontech und Pfizer bei der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für ihren Impfstoff. Sollte der Wirkstoff zugelassen werden, könnten besonders gefährdete Personen in den USA bereits Mitte bis Ende Dezember geimpft werden. Auch ein gemeinsam zwischen dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca un der Universität Oxford entwickelte Impfstoff erzielt laut Angaben vom 23. November einen Schutz von mindestens 70 Prozent.

Zudem befinden sich weiterhin über 40 mögliche Impfstoffe in klinischen Studien (WHO-Bericht vom 2. Oktober). Bis Ende Jahr könnten nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein oder zwei Impfstoffe gegen das Coronavirus vorliegen und bis Ende 2021 zwei Milliarden Impfdosen. Die beteiligten Firmen produzierten vorsorglich bereits Millionen von Dosen. Risikogruppen dürfen laut der WHO als erste mit einer Impfung rechnen.

Mehr zur Entwicklung eines Impfstoffs finden Sie hier.

Die neuesten Erkenntnisse aus aktuellen Studien finden Sie hier.

Das Virus hat das Wirtschaftsleben rund um den Globus zeitweise fast zum Erliegen gebracht. Im Sommer sah es in zahlreichen Regionen nach einer gewissen Entspannung aus. Im Spätherbst verschlimmerte sich die Situation in wichtigen Wirtschaftsregionen aber erneut. Die Folgen sind dramatisch – auch für die grossen Industrieländer.

Der internationale Währungsfonds rechnet mit gigantischen Schäden für die Weltwirtschaft. 28 Billionen Dollar könnten durch die Corona-Pandemie bis zum Jahr 2025 global an Wertschöpfung verloren gehen, schätzte die Chefökonomin des IMF, Gita Gopinath, am 24. Oktober. Sie befürchtete, dass 90 Millionen Menschen im laufenden Jahr wieder in extreme Armut zurückfallen könnten.

Aufgrund der leichten Entspannung im Sommer rechnet Gopinath damit, dass die globale Wirtschaftsleistung in diesem Jahr «nur» um 4,4 Prozent schrumpft. Vor allem Industrieländer wie die USA, aber auch China erholten sich schneller, als zu Beginn der Corona-Pandemie befürchtet. Allerdings sind die Aussichten für einige Entwicklungs- und Schwellenländer eher wieder schlechter geworden. Die Wirtschaftskraft in Lateinamerika und der Karibik wird wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IMF) stark zurückgehen. Für die ganze Region rechneten die Analysten mit einem Minus von 8,1 Prozent, wie der IMF am Sonntag (1. 11) mitteilte. Brasilien als grösste Volkswirtschaft Lateinamerikas dürfte demnach ein Minus von 5,8 Prozent verzeichnen.

Der Ausblick bleibt ungewiss. Der IMF rechnet zwar für das kommende Jahr optimistisch mit einer Erholung der Weltwirtschaft – und einem Wachstum von durchschnittlich 5,2 Prozent. Er wies aber auch darauf hin, dass die Erholung langsam, ungleich, unsicher und anfällig für Rückfälle sein werde. Mit anderen Worten: Fast so unberechenbar wie das Coronavirus selbst.

Die Ökonomen des IMF betonten, dass die längerfristigen Folgen eines Lockdowns – weniger Investitionen der Firmen, zunehmende Arbeitslosigkeit, verlorene Schulbildung – von langer Dauer sein könnten. Der IMF warnte die Länder davor, die milliardenschweren Konjunkturhilfen zu rasch zurückzufahren.

In der Corona-Krise verändert sich die Wirtschaftslage fast im Wochenrhythmus. Wir zeigen mit neuartigen Daten den Verlauf der Krise.

Anfang Januar teilte die WHO mit, dass eine mysteriöse Lungenerkrankung in der zentralchinesischen Metropole Wuhan durch ein neuartiges Coronavirus verursacht werde. Laut verschiedenen Studien sind die ersten Fälle von Covid-19 in Wuhan Ende November oder Anfang Dezember aufgetreten. Gleichzeitig gibt es auch Hinweise darauf, dass das neue Coronavirus schon Wochen oder Monate früher in Südchina zirkuliert haben könnte, möglicherweise sogar im August. Der Stammbaum des Virus lässt sich über die Veränderungen in seinem Genom nachvollziehen (Details hier).

Seinen Ursprung soll das Virus auf einem Tiermarkt in Wuhan haben. Dort soll es von einer noch nicht identifizierten Tierart auf den Menschen übergesprungen sein. Die am engsten mit ihm verwandten Viren sind Fledermausviren, was darauf hindeuten könnte, dass Fledermäuse an der Infektionskette beteiligt sind.

Anfang Mai hat die WHO alle Länder dazu aufgefordert, Fälle von Lungenentzündungen von Ende 2019 zu überprüfen. Damit reagierte die WHO auf einen Bericht aus Frankreich, wonach Covid-19 bereits am 27. Dezember bei einem Mann in einem französischen Spital behandelt worden ist, fast einen Monat bevor die französische Regierung die ersten Fälle bestätigte. Die später als Covid-19 identifizierte Krankheit wurde der WHO von den chinesischen Behörden zum ersten Mal am 31. Dezember gemeldet.

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen Sars-CoV-2 («severe acute respiratory syndrome coronavirus 2»). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde Covid-19 («coronavirus disease 2019») genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die den Erreger Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Ein ausführliches Glossar mit den zwanzig wichtigsten Begriffen in Zusammenhang mit der Pandemie finden Sie hier.

Mitarbeit: toc., wej., ran., kus., ni., slz., koe., gam., nyf., bso., esb., kkl., nbe., tsm., lat., ela., koa., nth., joe., cke. jum. ful., nad., ebl., lat., wde., fma., med., vmo., bet., ann., win., mit Agenturmaterial

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