Switzerland

Coronavirus weltweit: Die italienischen Provinzen Lombardei und Kampanien planen nächtliche Ausgangsverbote, über eine Million Corona-Fälle in Argentinien

Die neusten Entwicklungen

Mehr als 40,3 Millionen Menschen sind laut der Johns-Hopkins-Universität weltweit positiv auf das Virus getestet worden. Rund 1,1 Millionen Infizierte sind verstorben, rund 27,6 Millionen genesen.

Ein Schild erinnert die Menschen im britischen Landesteil Wales daran, auch draussen Distanz zu wahren.

Ein Schild erinnert die Menschen im britischen Landesteil Wales daran, auch draussen Distanz zu wahren.

Carl Recine / Reuters

Die neusten Entwicklungen

  • Die Zahl der Corona-Fälle in Argentinien ist auf über eine Million gestiegen. Weltweit liegt das Land damit am Dienstag (20. 10.) nach den USA, Indien, Brasilien und Russland an fünfter Stelle. Bisher sind in Argentinien mehr als 26 000 Patienten im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Seit rund einem Monat ist es das Land mit der höchsten Zahl an Todesopfern pro Million Einwohner. Argentinien hatte bereits Mitte März recht harte Ausgangssperren verhängt. Dadurch war es gelungen, die Ausbreitung des Coronavirus zunächst zu bremsen. In den vergangenen Tagen ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf rund 14 000 gestiegen.
  • Irland verschärft seine Massnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Am kommenden Mittwoch tritt die höchste von fünf Stufen in Kraft, wie die irische Regierung am Montag (19. 10.) mitteilte. Besucher fremder Haushalte sind dann in Innenräumen nicht mehr gestattet, Pubs und Restaurants dürfen Essen nur als Lieferservice anbieten, die Schulen sollen aber geöffnet bleiben. Die Massnahmen sollen bis zum 1. Dezember gelten. 
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit einem Start der Impfungen gegen das Coronavirus zur Jahresmitte 2021. Anfang nächsten Jahres sollten die Daten aus den abschliessenden Phase-3-Studien vorliegen, sagte eine WHO-Expertin am Montag (19. 10.) in Genf. Danach könnten die Entscheidungen zum Impfstart fallen. Die beteiligten Firmen produzierten vorsorglich bereits Millionen von Dosen. Risikogruppen könnten als erste mit einer Impfung rechnen. Die bisherigen Studienergebnisse seien durchaus ermutigend, was ihre Wirksamkeit speziell bei älteren Menschen angehe, hiess es weiter.
  • Polen will im Warschauer Nationalstadion ein provisorisches Spital für Corona-Patienten einrichten. Das teilte ein Regierungsbeamter am Montag (19. 10.) mit. Die ersten 500 Betten sollen bereits vor Ende Woche für Patienten verfügbar sein. Das Spital, das im Konferenzraum des Stadions entstehen soll, werde auch über rund 50 Intensivpflegebetten verfügen. Das Stadion war für die Fussball-Europameisterschaft 2012 gebaut worden.
  • Frankreichs Präsidentengattin Brigitte Macron hat sich in eine siebentägige Quarantäne begeben. Das bestätigten Kreise des Amts von Staatschef Emmanuel Macron am Montag (19. 10.). Die Präsidentengattin hatte demnach Kontakt mit einem Infizierten und wird deshalb nicht an der nationalen Gedenkfeier für den ermordeten Lehrer Samuel Paty am Mittwoch teilnehmen. Die «Première Dame» hat demnach keine Symptome.

Die weltweit bestätigten Infektionszahlen überschreiten 39 Millionen

Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle weltweit (in Millionen)

Die Entwicklungen in der Schweiz finden Sie hier.

Die Entwicklungen in Deutschland finden Sie hier.

Informationen zu den beliebtesten Feriendestinationen finden Sie hier.

Die wichtigsten Antworten zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus finden Sie hier.

Die Todesfälle in ausgewählten europäischen Ländern

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), Schweiz, Österreich, Deutschland, sowie fünf europäische Länder mit den meisten Todesfällen

Die Todesfälle in ausgewählten europäischen Ländern - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), Schweiz, Österreich, Deutschland, sowie fünf europäische Länder mit den meisten Todesfällen

Nachdem die Infektionsraten vielerorts zunächst gesunken waren, wurden die Beschränkungen schrittweise gelockert. Dadurch sind die Infektionsraten in vielen Ländern wieder gestiegen. Fast alle Grenzen sind für Reisende innerhalb des Schengenraums wieder offen. Die meisten Regierungen versuchen mit Maskenpflicht, Massentests, Apps und anderen Gegenmassnahmen einen weiteren Lockdown zu verhindern.

Müssen Sie nach Ihren Ferien in die Quarantäne? Alles Wissenswerte zu den beliebtesten Feriendestinationen der Schweizerinnen und Schweizer erfahren Sie hier.

Auch in Deutschland steigen die Zahlen wegen der Neuinfektionen stark an. Es wird auch deutlich mehr getestet. Nach den Sommerferien liessen Ferienrückkehrer aber die Ansteckungszahlen wieder in die Höhe schnellen. Am 14. Oktober verständigten sich Bund und Länder auf einheitliche Regeln für Städte und Regionen mit hohen Infektionszahlen. Dazu gehören eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und eine Sperrstunde für die Gastronomie.

Genaueres zur Situation in Deutschland erfahren Sie hier.

Künftig müssen Demonstrierende in Berlin Masken tragen, wenn mehr als 100 Personen an einer Kundgebung teilnehmen.

Künftig müssen Demonstrierende in Berlin Masken tragen, wenn mehr als 100 Personen an einer Kundgebung teilnehmen.

Christoph Hardt / Imago

In Frankreich hat die Regierung erneut den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Die Mitte-Regierung hat damit die Möglichkeit, Beschlüsse schnell per Verordnung umzusetzen. Für Paris und acht weitere grosse Städte im Land gelten seit dem 17. Oktober Ausgangssperren zwischen 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Die Massnahme gilt für mindestens vier Wochen. Neben dem Grossraum Paris sind die Metropolen Grenoble, Lille, Rouen, Lyon, Aix-Marseille, Saint-Étienne, Toulouse und Montpellier betroffen. Am 17. Oktober verzeichnete das Land mit über 32 000 Neuinfektionen innert 24 Stunden einen neuen Rekord.

Österreich hat die Massnahmen am 19. Oktober wieder verschärft. Dazu gehören strenge Personen-Obergrenzen bei privaten Zusammenkünften in Gebäuden und im Freien. Betroffen sind davon auch Yoga- und Tanzkurse, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten und Vereinstreffen. Auch bei behördlich genehmigten Veranstaltungen gibt es ein Besucherlimit. Zudem muss bei Kultur- und Sportveranstaltungen künftig ständig ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Bereits seit dem 24. Juli galt die zunächst weggefallene Maskentragpflicht wieder in Supermärkten, Banken und Postfilialen. Im Salzburger Land befindet sich zudem der Ort Kuchl seit dem 15. Oktober unter Quarantäne.

In Italien hat die Regierung den Notstand bis zum 31. Januar verlängert. In Rom müssen mit einem Beschluss der lokalen Behörden vom 2. Oktober nun auch an allen Orten im Freien Masken getragen werden. Die Regierung hat zudem Mitte Oktober strenge Regeln für die Gastronomie und Sportwettbewerbe von Amateuren erlassen. Laut einer Studie des Gesundheitsministeriums und des Statistikamtes Istat vom 3. August haben knapp 1,5 Millionen Menschen im Land Antikörper entwickelt, also rund 2,5 Prozent der Bevölkerung.

In ganz Spanien gilt seit Ende Juli eine umfassende Maskentragpflicht. Der Schutz muss nicht nur in geschlossenen öffentlichen Räumen, sondern auch im Freien angezogen werden – ausser auf den Kanaren. Die Zentralregierung hat am 9. Oktober den Notstand über Madrid verhängt, um die Abriegelung der Hauptstadt durchsetzen zu können. Der Notstand gilt für zwei Wochen. Die Region Katalonien und die Nordafrika-Exklave Melilla haben Mitte Oktober zudem die Schliessung aller Bars und Restaurants für zunächst 15 Tage angeordnet.

Portugal hat den landesweiten Katastrophenfall ausgerufen. Die Anordnung gilt seit dem 15. Oktober für zunächst 15 Tage und ermöglicht es der Regierung, bei Bedarf Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und andere einschneidende Massnahmen durchzusetzen.

Das Vereinigte Königreich hat durch die Corona-Pandemie eine der höchsten Todeszahlen in Europa zu beklagen, es litt im zweiten Quartal zudem wirtschaftlich am stärksten unter den Folgen des Lockdowns. Der britische Landesteil Wales hat vom 23. Oktober bis zum 9. November einen zweiwöchigen Lockdown beschlossen. Die rapide steigenden Fallzahlen in England will die Regierung mit einem dreistufigen Alarmsystem unter Kontrolle bringen. In den Regionen mit der höchsten Risikostufe treten damit verschärfte Massnahmen, wie die Schliessung von Pubs und Fitnessstudios sowie die Einschränkung von Versammlungen in Kraft. In London dürfen sich seit dem 17. Oktober Angehörige verschiedener Haushalte in Innenräumen nicht mehr miteinander treffen. Auch Treffen in Pubs oder Restaurants sind nicht mehr erlaubt. Bei Verstössen gegen die Quarantäne-Regeln im Falle einer Infizierung oder eines Kontakts mit einem Infizierten drohen hohe Geldstrafen.

Bestätigte Coronavirus-Fälle in europäischen Ländern, absolut, nach Status der Patienten (in Millionen)

0,00,51,0RusslandSpanienFrankreichGrossbritannienItalienDeutschlandUkraineNiederlandeBelgienRumänienPolenTschechienSchwedenPortugalWeissrusslandSchweizMoldauÖsterreichIrlandUngarn

In den Niederlanden steigen die Fallzahlen stark an. Mehrere Spitäler in verschiedenen Grossstädten mussten Mitte Oktober zeitweilig die Notaufnahmen von Kliniken schliessen. Dies weil alle Betten belegt waren und zu wenig Personal zur Verfügung stand. Die Behörden haben die Corona-Massnahmen Mitte Oktober drastisch verschärft. Ministerpräsident Mark Rutte kündigte am 13. Oktober einen «Teil-Lockdown» an. Kneipen, Cafés und Restaurants werden geschlossen, und der Verkauf von Alkohol wird ab 20 Uhr verboten. Ausserdem dürfen die Bürger nur noch maximal drei Gäste pro Tag in ihren Wohnungen empfangen und sollen Bus und Bahn nur noch in dringenden Fällen nutzen. Zudem gilt eine allgemeine Maskenpflicht für alle öffentlichen Räume wie Geschäfte, Museen oder Bibliotheken, bisher war dies nur eine dringende Empfehlung.

Belgien schliesst für vier Wochen alle Restaurants und Gaststätten. Zudem gilt seit Montag (20. 10.) von Mitternacht bis fünf Uhr morgens landesweit eine Ausgangssperre. Auch der Alkoholverkauf nach 20 Uhr wird verboten und Weihnachtsmärkte werden abgesagt.

In Dänemark haben die Einwohner die Möglichkeit, sich bescheinigen zu lassen, dass sie das Coronavirus nicht haben, um mit einem negativen Test Quarantänen nach Auslandsreisen zu umgehen.

Schweden wird wegen hoher Fallzahlen von den meisten Nachbarn und EU-Ländern weitgehend isoliert, mit Ausnahme von Dänemark. Der viel kritisierte Sonderweg Schwedens führte zu viermal mehr Todesfällen als im restlichen Skandinavien.

Russland hat Mitte August den weltweit ersten Corona-Impfstoff zugelassen. Der Impfstoff wurde nach weniger als zwei Monaten Erprobung am Menschen zugelassen. Bereits Anfang September wurde im Rahmen der Phase-III-Studie für den Corona-Impfstoff «Sputnik V» mit ersten Impfungen an Freiwilligen begonnen.

Ungarn hat nach einem rekordhohen Anstieg der Infektionen am 1. September die Grenzen geschlossen. Ausser Diplomaten, Geschäftsleuten und Studierenden, die jeweils negative Testresultate vorlegen müssen, dürfen keine Ausländer mehr einreisen.

In Tschechien sind seit dem 14. Oktober alle Restaurants, Kneipen und Bars geschlossen. Der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit ist verboten. Alle Schulen haben Fernunterricht eingeführt. Es dürfen sich sowohl drinnen als auch draussen nur noch maximal sechs Menschen treffen. Sport- und Kulturveranstaltungen sind untersagt. Ab dem 21. Oktober gilt wieder eine Maskenpflicht im Freien.

In der Türkei gilt eine generelle Maskenpflicht. Es ist verboten, in öffentlichen Verkehrsmitteln stehend mitzufahren, sollten die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können.

In Serbien nehmen die Fälle nach einem zweiten Höhepunkt im Juli wieder ab. Es herrscht eine Maskenpflicht, wenn in der Öffentlichkeit kein Abstand gehalten werden kann und nicht mehr als 10 Personen dürfen sich zugleich treffen.

In Rumänien werfen die Medien der Regierung vor, aus wahlkampftaktischen Gründen verfrüht Mitte Mai die Vorsichtsmassnahmen gelockert zu haben. Seitdem sind die Zahlen rasch gestiegen, weit über jene der «ersten Welle». Auch hier gelten Beschränkungen, unter anderem eine allgemeine Maskenpflicht.

Bulgarien hebt wegen stark steigender Infektionszahlen die Lockerungen wieder auf. So dürfen Bars und Klubs nur noch im Freien öffnen, Fussballspiele müssen ohne Publikum stattfinden. In geschlossenen, gemeinschaftlich genutzten Räumen gilt eine Maskenpflicht.

Auch in Griechenland steigen die Fallzahlen erneut. Daher verlangen die Griechen negative Corona-Tests von Einreisenden aus mehreren Ländern, darunter Belgien, Spanien, Polen und Tschechien. Zudem müssen alle auf dem Landweg einreisenden Personen seit dem 17. August einen maximal 72 Stunden alten, negativen Corona-Test vorlegen, egal aus welchem Land sie stammen. Auch in Flüchtlingslagern gab es Corona-Ausbrüche. Die Isolation des Lagers Moira auf Lesbos trug wohl mit zu den Unruhen bei, die zum Abbrennen des Lagers in der Nacht zum 9. September führten.

Die Todesfälle in Nordamerika

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), nordamerikanische Länder

Die Todesfälle in Nordamerika - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), nordamerikanische Länder

Die USA verzeichnen Mitte Oktober rund 8 Millionen bestätigte Infektionen – das ist ein Rekord. Mit nur 4 Prozent der Weltbevölkerung stellen die Vereinigten Staaten mehr als einen Viertel der Infektionen. Die Zahlen für Infektionen, Hospitalisierungen und Tote liegen weit über denjenigen anderer moderner Industriestaaten. Mitte Oktober meldeten die USA über 219 000 Personen, die infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind.

In Kanada bleiben die Neuansteckungen bisher auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Je nach Region ist das Tragen von Masken in öffentlichen Innenräumen und Verkehrsmitteln Pflicht. Ministerpräsident Justin Trudeau warnte allerdings in einer seltenen nationalen Fernsehansprache am 23. September, dass in den vier grössten Provinzen eine «zweite Welle» begonnen habe.

Diese fünf lateinamerikanischen Länder verzeichnen die meisten Toten

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf mittel- und südamerikanische Länder mit den meisten Todesfällen

Diese fünf lateinamerikanischen Länder verzeichnen die meisten Toten - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf mittel- und südamerikanische Länder mit den meisten Todesfällen

Das Coronavirus breitet sich in Lateinamerika wie ein Lauffeuer aus, ein baldiges Ende ist nicht in Sicht. Trotz monatelanger Quarantäne haben viele Länder den Höhepunkt der Pandemie noch nicht erreicht. Regionale Charakteristiken geben Erklärungen dafür: Mehr als die Hälfte der Beschäftigten arbeitet in Lateinamerika im informellen Sektor. Es handelt sich um Hausangestellte oder Strassenhändler. Ausgangssperren sind für sie keine Option. Sie müssen das Haus verlassen, um Geld zu verdienen und essen zu können. Viele Menschen leben in den Armenvierteln von Ballungszentren auf engem Raum, was die Verbreitung des Virus begünstigt.

Die Ausbreitung des Coronavirus in Peru, Chile und Ecuador hat im Gegensatz zu Brasilien lange wenig internationale Aufmerksamkeit erhalten. Brasilien weist in absoluten Zahlen zwar am meisten Infizierte und Todesfälle in der Region auf. Doch im Verhältnis zur Bevölkerungszahl sind Peru und Chile inzwischen stärker vom Virus betroffen.

Brasilien ist nach den USA und Indien das Land mit den drittmeisten Infizierten und den zweitmeisten Toten (Stand Mitte Oktober). Brasilien testet sehr wenig, weshalb von einer weit höheren Dunkelziffer auszugehen ist. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen legen nahe, dass sich mindestens sieben Mal so viele Menschen infiziert haben. Besonders betroffen sind indigene Volksgruppen. Trotz den hohen Ansteckungszahlen sind die Grenzen für Flugreisende aus dem Ausland wieder geöffnet, die Einreise auf dem Landweg ist beschränkt. Auch viele lokale und regionale Einschränkungen wurden wieder gelockert. Der weltberühmte Karneval in Rio de Janeiro, der normalerweise im Februar von Millionen von Menschen gefeiert wird, wurde Ende September jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben.

Neben den Ländern mit dramatischem Verlauf gibt es in Lateinamerika einen Staat, der die Pandemie bisher erstaunlich gut überstanden hat: Uruguay.

Diese fünf asiatischen Länder verzeichnen die meisten Toten

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf asiatische Länder mit den meisten Todesfällen

Diese fünf asiatischen Länder verzeichnen die meisten Toten - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf asiatische Länder mit den meisten Todesfällen

China galt Anfang des Jahres als das Zentrum der Pandemie. Durch einschneidende Massnahmen hat das Land das Virus unter Kontrolle bekommen – wie viele andere asiatische Länder auch. Allerdings steigen in vielen Regionen Asiens die Infektionszahlen wieder. Mehrere Länder kämpfen darum mit neuen Massnahmen gegen eine zweite Welle.

Wenige aktive Fälle in China

Bestätigte Coronavirus-Fälle in China, nach Status der Patienten (in Tausend)

1 Zwischen dem 12. und dem 18. Februar wurden in der Provinz Hubei nicht nur Fälle gezählt, die durch Tests bestätigt worden waren, sondern auch solche aus klinischen Diagnosen.

2 Die Behörden korrigieren die Zahl der Toten in Wuhan um 1290 nach oben.

Indien liegt mit mehr als 7,5 Millionen bekannten Infektionen weltweit auf Platz zwei der meistbetroffenen Länder. Über 114 000 Menschen sind bereits in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Trotzdem lockert das Land die Einschränkungen, da Millionen von Menschen arbeitslos geworden sind und Angst haben zu verhungern. Laut einer Erhebung im Auftrag der indischen Regierung hat hochgerechnet fast jede dritte Person in der Hauptstadt Delhi Antikörper gegen das Coronavirus im Blut.

Südkorea gilt wegen seiner Test- und Quarantänemassnahmen als Vorbild. Das Land hat die Pandemie trotz gelegentlicher Ausbrüche insgesamt gut unter Kontrolle.

Nordkorea hat die Abriegelung der Grossstadt Kaesong an der innerkoreanischen Grenze wegen eines Corona-Verdachtsfalls nach drei Wochen wieder aufgehoben. Die Regierung hatte Ende Juli für fast 300 000 Personen Quarantäne angeordnet. Das Land zählt zu den wenigen Ländern weltweit, die bisher keine Coronavirus-Infektionen bestätigt haben. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt Nordkorea Tests durch, die Schulen sind geschlossen, im öffentlichen Leben gilt eine Maskenpflicht.

Japan verzeichnete Anfang August die höchsten Infektionszahlen seit Beginn der Pandemie. Nach einem Coronavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff «Diamond Princess» Mitte Februar schloss Japan Anfang März die Schulen und rief von Anfang April bis Ende Mai den Notstand aus. Nach dessen Aufhebung begannen die Fallzahlen langsam wieder zu steigen. Seit Anfang September sinkt die Zahl der Infizierten wieder.

Auch Australien verzeichnete Anfang August einen Höhepunkt der Fallzahlen. Nach diesen Ausbrüchen, die sich vor allem auf den südlichen Gliedstaat Victoria und die Millionenstadt Melbourne konzentrierten, sind in verschiedenen Teilen des Landes wiederholt weitreichende Einschränkungen verhängt worden. Seitdem sinken die Fallzahlen wieder. Neuseeländer aus Corona-freien Landesteilen dürfen seit dem 16.10. wieder quarantänefrei einreisen. Es ist das erste Mal seit Ende März, dass internationale Gäste keine 14 Tage in Corona-Isolation müssen. Allerdings sind ihnen zahlreiche Regionen weiterhin versperrt. Der australische Premierminister Scott Morrison kündigte an, dass es ähnliche Vereinbarungen mit Japan, Südkorea und Singapur geben soll. Für die meisten Besucher aus dem Ausland bleiben die Grenzen bis mindestens 17. Dezember geschlossen.

In Neuseeland galt das Coronavirus nach drei Monaten ohne lokale Übertragung als eliminiert. Im August hatte die Regierung von Jacinda Ardern angesichts eines neuen Clusters in der Millionenstadt Auckland die Vorkehrungen zur Eindämmung des Virus wieder verschärft. Seit dem 24. September hat Neuseeland erneut keine lokal übertragenen Corona-Infektionen verzeichnet. Alle Restriktionen wurden am 5. Oktober aufgehoben. Reisende aus dem Ausland müssen weiterhin für zwei Wochen in überwachte Quarantäne.

Fidschi und andere Inselstaaten im Südpazifik haben internationale Flüge gestrichen und weisen Kreuzfahrtschiffe ab. Dort gibt es vereinzelte Fälle.

Diese fünf Länder im Nahen Osten verzeichnen die meisten Toten

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf Länder aus dem Nahen Osten mit den meisten Todesfällen

Diese fünf Länder im Nahen Osten verzeichnen die meisten Toten - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf Länder aus dem Nahen Osten mit den meisten Todesfällen

Iran und Israel gehören zu den am stärksten vom Coronavirus betroffenen Ländern der Welt. Die Region läuft Gefahr, hart getroffen zu werden, wenn sich das Virus weiter stark ausbreiten sollte. Einige wohlhabende Länder, vor allem Israel und die Golfstaaten, können ihre Gesundheitssysteme wohl vorbereiten. Ärmere Länder, jene unter Sanktionen, im Kriegszustand oder mit riesigen Flüchtlingsbevölkerungen stehen vor einer Tragödie.

Zahl der aktiven Fälle steigt in Iran an

Bestätigte Coronavirus-Fälle, nach Status der Patienten (in Tausend)

Iran hatte sich kurz nach Beginn der Pandemie zu einem der am stärksten betroffenen Länder weltweit entwickelt. Schiitische Pilger trugen das Virus auch in Nachbarländer wie den Irak, Bahrain und Kuwait, die mit Abschottungsmassnahmen reagierten.

Nach einem Monat Corona-Lockdown sind in Israel am 18. Oktober erste Lockerungen in Kraft getreten. Es gelten jedoch weiterhin Versammlungsbeschränkungen.

Israel verhängt schon zum zweiten Mal einen Lockdown: Besucher eines Testzentrums in Jerusalem.

Israel verhängt schon zum zweiten Mal einen Lockdown: Besucher eines Testzentrums in Jerusalem.

Abir Sultan / EPA

Diese fünf afrikanischen Länder verzeichnen die meisten Toten

Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf afrikanische Länder mit den meisten Todesfällen

Diese fünf afrikanischen Länder verzeichnen die meisten Toten - Todesfälle (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), fünf afrikanische Länder mit den meisten Todesfällen

In Afrika ist die Todesrate relativ niedrig, was mit den frühen Beschränkungen sowie der mehrheitlich jungen Bevölkerung (60 Prozent sind jünger als 25 Jahre alt) zu tun haben könnte. Insgesamt sind seit Ausbruch der Pandemie über 1,6 Millionen Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden (Stand: 16. Oktober).

Zahlreiche Länder haben Reisebeschränkungen oder Ausgangssperren erlassen. Viele Regierungen in Afrika sind autoritär. Beschränkungen wurden zum Teil unreflektiert verhängt, obwohl viele Menschen von der Hand in den Mund leben. Versicherungen gibt es kaum, versprochene Staatshilfen kommen – wenn überhaupt – zu spät an. Dies führte zu Revolten wie in Kamerun, Simbabwe oder Niger. Die Sicherheitskräfte haben diese bisher gewalttätig niedergeschlagen.

Ägypten lässt ausländische Reisende ins Land. Der Tourismus bleibt jedoch auf drei Küstenprovinzen beschränkt.

In Tunesien hat die Regierung am 19. Oktober eine nächtliche landesweite Ausgangssperre verhängt. Sie ist seit Dienstag (20. 10.) in Kraft. Bisher hatten nur Bewohner von Regionen mit besonders vielen nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens und am Wochenende ab 19 Uhr abends zu Hause bleiben müssen.

Das grosse Rennen ist eröffnet. Viele verschiedene Forschergruppen beteiligen sich am Wettlauf. Bis Ende Jahr könnten nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein oder zwei Impfstoffe gegen das Coronavirus vorliegen und bis Ende 2021 zwei Milliarden Impfdosen. An rund 200 möglichen Impfstoffen wird geforscht, mehr als 40 befinden sich in klinischen Studien (WHO Bericht vom 2. Oktober).

Russland hat Mitte August den weltweit ersten Covid-19-Impfstoff bewilligt und Mitte Oktober einen zweiten Impfstoff registriert. Beim ersten Impfstoff hätten die Behörden nach weniger als zwei Monaten mit Tests an Menschen die Genehmigung erteilt, erklärte der russische Präsident Wladimir Putin am 11. August. Der Schritt ebne den Weg für eine Massenimpfung, auch wenn die letzten Phasen der klinischen Studien zur Prüfung der Sicherheit und der Wirksamkeit noch fortgesetzt würden. Die Zulassung in einem so frühen Stadium widerspricht internationalen Kriterien. Der zweite Impfstoff wurde im Forschungszentrum Vektor in der sibirischen Grossstadt Nowosibirsk entwickelt und trägt den Namen «EpiVacCorona». Laut Putin hat Russland bereits einen dritten Impfstoff in Entwicklung.

Mehr zur Entwicklung eines Impfstoffs finden Sie hier.

Die neuesten Erkenntnisse aus aktuellen Studien finden Sie hier.

Das Virus hat das Wirtschaftsleben rund um den Globus zeitweise fast zum Erliegen gebracht. Die Folgen sind dramatisch – auch für die grossen Industrieländer.

Analytiker gehen von unterschiedlichen Entwicklungen in Europa und den USA aus. Im ersten Vierteljahr war die amerikanische Wirtschaft aufs Jahr hochgerechnet bereits um 5 Prozent geschrumpft. Die Zuspitzung der Corona-Pandemie ab Mitte März stürzte die USA dann in eine schwere Wirtschaftskrise. In der zweiten Maihälfte und im Juni gab es bereits Zeichen einer Erholung. Seit Ende Juni hat die Zahl der Neuinfektionen aber wieder dramatisch zugenommen, was zu neuerlichen Einschränkungen des Wirtschaftslebens geführt hat und das Wachstum erneut ausbremsen dürfte. In der Euro-Zone hingegen gehen Ökonomen davon aus, dass mit dem Konjunktureinbruch im zweiten Quartal der Tiefpunkt erreicht ist.

Um die Konjunktur zu stützen, wurden grosse Hilfspakete geschnürt. So haben sich die Mitgliedstaaten der EU auf ein Hilfspaket in Höhe von 540 Milliarden Euro geeinigt. Zudem haben sich die Staats- und Regierungschefs auf einen Aufbaufonds von 750 Milliarden Euro und ein Sieben-Jahre-Budget von 1074 Milliarden Euro geeinigt. Viele Notenbanken haben ebenfalls ihre Leitzinsen reduziert und auch die übrigen geldpolitischen Instrumente praktisch ausgeschöpft, um Kredite zu verbilligen sowie Investitionen und den Konsum anzukurbeln.

In der Corona-Krise verändert sich die Wirtschaftslage fast im Wochenrhythmus. Wir zeigen mit neuartigen Daten den Verlauf der Krise

Anfang Januar teilte die WHO mit, dass eine mysteriöse Lungenerkrankung in der zentralchinesischen Metropole Wuhan durch ein neuartiges Coronavirus verursacht werde. Laut verschiedenen Studien sind die ersten Fälle von Covid-19 in Wuhan Ende November oder Anfang Dezember aufgetreten. Gleichzeitig gibt es auch Hinweise darauf, dass das neue Coronavirus schon Wochen oder Monate früher in Südchina zirkuliert haben könnte, möglicherweise sogar im August. Der Stammbaum des Virus lässt sich über die Veränderungen in seinem Genom nachvollziehen (Details hier).

Seinen Ursprung soll das Virus auf einem Tiermarkt in Wuhan haben. Dort soll es von einer noch nicht identifizierten Tierart auf den Menschen übergesprungen sein. Die am engsten mit ihm verwandten Viren sind Fledermausviren, was darauf hindeuten könnte, dass Fledermäuse an der Infektionskette beteiligt sind.

Es kursieren Verschwörungstheorien, wonach das Virus in einem Labor in Wuhan gezüchtet worden ist. Auch der amerikanische Präsident Donald Trump äusserte sich dieserart. Diese Vorwürfe wies Yuan Zhiming, Chef des Instituts für Virologie in Wuhan, zurück. Auch die WHO ist der Ansicht, das Virus sei tierischen Ursprungs.

Anfang Mai hat die WHO alle Länder dazu aufgefordert, Fälle von Lungenentzündungen von Ende 2019 zu überprüfen. Damit reagierte die WHO auf einen Bericht aus Frankreich, wonach Covid-19 bereits am 27. Dezember bei einem Mann in einem französischen Spital behandelt worden ist, fast einen Monat bevor die französische Regierung die ersten Fälle bestätigte. Die später als Covid-19 identifizierte Krankheit wurde der WHO von den chinesischen Behörden zum ersten Mal am 31. Dezember gemeldet.

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen Sars-CoV-2 («severe acute respiratory syndrome coronavirus 2»). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde Covid-19 («coronavirus disease 2019») genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die den Erreger Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Ein ausführliches Glossar mit den zwanzig wichtigsten Begriffen in Zusammenhang mit der Pandemie finden Sie hier.

Mitarbeit: toc., wej., ran., kus., ni., slz., koe., gam., nyf., bso., esb., kkl., nbe., tsm., lat., ela., koa., nth., joe., cke. ful., nad., ebl., lat., wde., fma., med., vmo., bet., ann., win. mit Agenturmaterial

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