Switzerland

Coronavirus in der Schweiz: GDK-Präsident Lukas Engelberger: «Wenn wir jetzt nicht vorsichtig sind, bezahlen wir den Preis über Weihnachten», BAG meldet 4509 neue Fälle und 79 Tote

Seit Beginn der Pandemie sind in der Schweiz und in Liechtenstein laut Angaben des Bundesamts für Gesundheit 313 978 Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, 4109 Infizierte sind gestorben.

Das wichtigste aus der Medienkonferenz:

  • Alain Berset erklärt, man habe eine schweizerische Strategie angeboten. Es sei ein Mix aus Selbstdisziplin in Bezug auf Distanz und Hygiene sowie Eigenverantwortung und Vernunft. Dies habe uns eine gute Entwicklung erlaubt. «Wir haben einen guten Weg gefunden, der auch ein gutes Leben ermöglicht», sagt Berset. Es sei nicht alles zu, es gebe keine Ausgangssperre. «Das ist nur möglich, wenn der Mix wirklich gut funktioniert. Und es funktioniert nur, wenn alle mitmachen.» Gerade Ereignisse wie der Black Friday seien nun Tests für diese Strategie.
  • Die Skisaison habe nun begonnen. Erste Herausforderung für die Schweizer Skigebiete ist Ende Dezember, sagt Berset. Unkontrolliert könne es sehr problematisch werden. «Es braucht gute Schutzkonzepte, die man sehr strikte umsetzen müsse», sagt Alain Berset. «Ich gehe davon aus, dass das sehr anspruchsvoll sein wird.» Die Nachbarländer fahren einen ziemlich strikten Weg, wie er feststellt. «Einige Länder wollen eine Schliessung der Skigebiete.» Man habe schon im Frühling darüber gesprochen. Berset selbst habe das auch mit den Nachbarländern anschauen wollen, doch das sei abgelehnt worden. Nun sei es leider etwas spät. 
  • Berset stellt fest, dass die Infektionszahlen in der Schweiz seit einiger Zeit zurückgehen. Er erwähnt die Romandie, wo die Fallzahlen sehr stark zurückgegangen sind. Es sei aber nötig, nun auf ein Niveau zu kommen, bei dem das Contact Tracing wieder gut funktionieren könne. 
  • Wenn alles gut gehe, könne man früh im nächsten Jahr mit dem Impfen beginnen. Es sei aber eine grosse logistische Herausforderung. «Es braucht zwei Impfungen mit ein bisschen zeitlichen Abstand.» Man bekomme die Impfstoffe zusammen mit der EU und Kanada. Sie würden aber erst zugelassen, wenn die Sicherheit gewährleistet sei. Ziel sei es, dass die Impfungen gratis zur Verfügung stehen werden, ohne Selbstbehalt und ohne Franchise. Vorgesehen ist laut Berset, dass der Bund einen grossen Betrag übernimmt, ebenso die Krankenversicherer. Ein weiterer Teil der Finanzierung wäre durch die Kantone zu übernehmen. Er betont: «Es wird keine Impfpflicht geben.»
  • Laut Berset muss mehr getestet werden als heute. Die Positivitätsrate sei viel zu hoch. Berset appelliert: «Lassen Sie sich testen» Man werde auch eine Sensibilisierungskampagne machen. Skeptisch zeigt sich Berset gegenüber Massentests, wie sie in Österreich unter anderem durchgeführt werden. Man beobachte die Entwicklung aber.
  • Lukas Engelberger, Chef der kantonalen Gesundheitsdirektoren, spricht von einer Verbesserung der Situation. Die Lage sei aber immer noch ernst. Es steckten sich zu viele Menschen an, man habe zu viele Hospitalisierungen und auch Todesfälle: «Es ist noch nicht an der Zeit, um über generelle Lockerungen zu sprechen.» Es sei niemandem geholfen, wenn man nun lockere und dann in eine dritte Welle schlittere. Es braucht laut Engelberger einen Mix aus Massnahmen. «Wir sind mit einem Hybridmotor unterwegs, aber die Strecke ist noch weit.»
  • Auch Engelberger betont, man strebe Gratisimpfungen an. Man wolle keine zusätzlichen Hürden schaffen. 
  • «Wenn wir jetzt nicht vorsichtig sind, werden wir den Preis über Weihnachten zahlen müssen», mahnt Engelberger. Das wolle man verhindern, denn damit sei niemandem gedient. Es stehe kein normaler Winter bevor. Man sei auf Verhaltensregeln angewiesen, auf die Vorsicht und Rücksicht von allen. Im Frühling sei mit der Impfung wieder ein positiver Ausblick möglich.

Die neusten Entwicklungen

  • In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) 4509 neue Ansteckungen in den vergangenen 24 Stunden gemeldet worden. Zudem meldet das BAG 79 neue Todesfälle, wie aus den Zahlen vom Donnerstag (26. 11.) hervorgeht. 198 Personen mussten neu ins Spital eingeliefert werden. Die Anzahl durchgeführter Tests liegt bei 28 740. Die Positivitätsrate für die letzten 14 Tage liegt bei 21,2 Prozent.
  • Der Zürcher Stadtrat bittet die Bevölkerung, sich unbedingt auch bei milden Symptomen testen zu lassen. So könnten Ansteckungsketten unterbrochen und das Coronavirus könne eingedämmt werden. Möglich sei das bei der Hausärztin, in Apotheken oder Testzentren, so der Stadtrat am Donnerstag (26. 11.). Innert der vergangenen 14 Tage haben Waid und Triemli an den Standorten Triemli sowie Kasernenareal insgesamt rund 6200 Covid-Tests durchgeführt.
  • Der Test einer Schweizer Medizintechnikfirma soll Ärzten zukünftig bei der Entscheidung helfen, ob an Covid-19 erkrankte Patienten eine Behandlung auf der Intensivstation benötigen. Anhand einer aus der Fingerkuppe entnommenen Blutprobe lasse sich mit dem Verfahren feststellen, wie schwerwiegend die Erkrankung und wie wahrscheinlich eine Verschlechterung des Gesundheitszustands sei, erklärte das Unternehmen Abionic, ein Spin-Off der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne, am Donnerstag (26. 11.). Ärzte könnten das Ergebnis der Untersuchung innerhalb von fünf Minuten erhalten.
  • Der St. Galler Regierungspräsident Bruno Damann ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die St. Galler Staatskanzlei am Donnerstag (26. 11.) in einem Communiqué mit. Der Vorsteher des Gesundheitsdepartementes befindet sich demnach in Isolation und hat nur leichte Symptome. Es sei nicht bekannt, wo sich Damann angesteckt hat. Der Regierungspräsident werde auf digitalem Weg die meisten seiner Verpflichtungen wahrnehmen können.
  • Die Tessiner Regierung verlängert die geltenden Massnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus bis zum 18. Dezember. Das gab die Regierung am Mittwoch (25. 11.) bekannt. Versammlungen von mehr als fünf Personen bleiben verboten – Kinder mit eingerechnet. Von dieser Regelung ausgenommen sind Kinos, Theater, Konzerte und Sportveranstaltungen. 
  • In den Westschweizer Kantonen Waadt, Neuenburg, Freiburg, Genf und Jura dürfen die Restaurants am 10. Dezember wieder öffnen. Darauf haben sich die Wirtschaftsminister der Kantone geeinigt, wie die Waadtländer Regierungspräsidentin Nuria Gorrite am Mittwoch (25. 11.) bekanntgab. Konkret dürfen die Gastronomiebetriebe ab dem 10. Dezember bis 23 Uhr geöffnet haben. Die Sperrstunde gilt von 23 bis 06 Uhr.
  • Der Bundesrat nimmt nach der kurzen Vernehmlassung noch Änderungen an der Verordnung zur Corona-Härtefallhilfe vor. So können die Kantone ein Unternehmen neu sowohl mit Darlehen als auch mit À-fonds-perdu-Beiträgen unterstützen. Ursprünglich war keine Kumulation vorgesehen. Neu muss ein Unternehmen vor der Corona-Krise mindestens 100 000 Franken Umsatz erwirtschaftet haben statt 50 000 Franken. Das fünfjährige Dividenden- und Tantiemenverbot gilt neu nicht mehr, wenn der bezogene Unterstützungsbeitrag zurückbezahlt wird. Vor einer Woche hatte der Bundesrat beschlossen, dass besonders vom Coronavirus betroffene Unternehmen mit der Härtefallregelung unterstützt werden sollen. Dafür ist eine Gesamtsumme von einer Milliarde Franken vorgesehen. Zwei Drittel davon übernimmt der Bund, ein Drittel die Kantone.

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Die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen in der Schweiz und in Liechtenstein lag bis zum 26. November bei 313 978 Fällen. Seit Beginn der Pandemie wurden 12 584 Personen hospitalisiert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion beläuft sich auf 4109.

In der Schweiz und Liechtenstein sind bis Donnerstagmorgen 4509 weitere Personen positiv getestet worden. Es wurden 28 740 Tests ausgewertet, wie das Bundesamt für Gesundheit am Donnerstag (26. 11.) bekanntgab. Die Positivitätsrate für die letzten 14 Tage liegt bei 21,2 Prozent. 198 Patientinnen und Patienten mussten neu ins Spital und 79 starben im Zusammenhang mit der Infektion. 27 768 positiv Getestete befinden sich aktuell in Isolation und gut 31 906 sind in Quarantäne, weil sie Kontakt hatten mit Infizierten.

Der 7-Tage-Schnitt der Neuinfektionen geht zurück

Bestätigte neue Coronavirus-Fälle pro Tag in der Schweiz und in Liechtenstein, nach Testdatum

Der 7-Tage-Schnitt der Neuinfektionen geht zurück - Bestätigte neue Coronavirus-Fälle pro Tag in der Schweiz und in Liechtenstein, nach Testdatum

Die meisten Patienten auf den Intensivstationen sind an Covid-19 erkrankt

Anzahl der Patienten und der freien Betten auf Schweizer Intensivstationen

Der Bundesrat hat aufgrund der zweiten Ansteckungswelle die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus Ende Oktober verschärft. Grundsätzlich gilt der vorgeschlagene Sicherheitsabstand von 1 Meter 50. Zudem gilt:

Maskenpflicht

Wieder aktiviert hat der Bundesrat am 18. November die Ordnungsbussen bei Verstössen gegen die Maskenpflicht. Wer sich nicht an die Maskentragepflicht hält, soll wie im Frühling mit einer Busse von 100 Franken bestraft werden werden können. Die Maskenpflicht gilt in folgenden Bereichen:

  • Öffentlicher Verkehr: In Zügen, Trams, Bussen, Bergbahnen, Seilbahnen und auf Schiffen, auf Perrons, an Bahnhöfen und an Flughäfen.
  • Öffentlich zugängliche Gebäude: In Geschäften, Einkaufszentren, Banken, Poststellen, Bibliotheken, Kinos, Theatern, Konzertlokalen, Hotels (mit Ausnahme von Gästezimmern), Restaurants, Bars, Arztpraxen, Spitälern, Innenräumen von Parlamenten (sofern für Besucher zugänglich), Kirchen und religiösen Einrichtungen. Auch das Personal – beispielsweise an einer Kasse – muss eine Maske tragen.
  • Urbane Zentren und Dorfkerne: Vor öffentlich zugänglichen Gebäuden, an Wochen- und Weihnachtsmärkten und überall dort, wo der erforderliche Abstand im öffentlichen Raum nicht eingehalten werden kann.
  • Arbeitsplatz: Überall dort, wo der Abstand zwischen den Arbeitsplätzen nicht eingehalten werden kann.
  • Schulen: Lehrpersonen und Schüler in Mittelschulen und an Berufsschulen (Sekundarstufe II) müssen eine Maske tragen – es sei denn, das Tragen einer Maske erschwert den Unterricht wesentlich. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind obligatorische Schulen. Vorlesungen und Seminare an Hochschulen dürfen nicht mehr vor Ort durchgeführt werden.
  • Ausnahmen: Kinder unter 12 Jahren und Personen, die medizinische Gründe geltend machen können, müssen keine Maske tragen. 

Gastronomie und Nachtleben

Private Veranstaltungen

Öffentliche Veranstaltungen

Freizeit

Auslandsreisen

Grundsätzlich gelten die Regeln des Bundes für alle Kantone. Diese sind für die Umsetzung und allfällige Verschärfungen der Massnahmen zuständig. Daher können in einzelnen Kantonen unterschiedliche Vorschriften gelten. Dies sind die Bestimmungen in den einzelnen Kantonen, die von denjenigen des Bundes abweichen oder darüber hinausgehen:

Aargau: Bei privaten Veranstaltungen müssen Kontaktdaten erhoben werden und diese auf Verlangen dem Contact-Tracing-Center des Kantons Aargau zur Verfügung gestellt werden. An der Sekundarschule sowie an Mittel- und Berufsfachschulen gilt eine umfassende Maskenpflicht für Jugendliche über zwölf Jahre. Klassen- und Schullager sind verboten.

Appenzell Ausserrhoden: Es gilt in obligatorischen Schulen ab Sekundarstufe I eine Maskenpflicht.

Basel-Stadt: Die Maskenpflicht an Schulen gilt auf für Volksschulen. Ab Montag, 23. November, werden Restaurants, Bars und Cafés sowie Fitnesscenter, Kunsteisbahnen, Hallenbäder und Casinos geschlossen. Für Veranstaltungen gilt eine Obergrenze von 15 Personen. Die Massnahmen gelten vorerst bis 13. Dezember.

Bern: Kinos, Fitnesscenter und Museen müssen geschlossen bleiben. Die Regierung hat diese Regeln bis zum 7. Dezember verlängert.

Freiburg: Es gilt ein Versammlungsverbot für mehr als 10 Personen im öffentlichen Raum. Restaurants, Bars, Theater, Kinos, Museen, Freizeit- und Fitnesszentren sowie Schwimmbäder sind geschlossen. Die Massnahme gilt bis 6. Dezember. Die Restaurant dürfen gemäss einem Beschluss aller Westschweizer Kantone mit Ausnahme des Wallis vom 25. November am 10. Dezember wieder öffnen. Gottesdienste und Beerdigungen können nur noch mit maximal 30 Personen stattfinden, Priester nicht inbegriffen. Auch Kundgebungen dürfen nur noch mit maximal dieser Zahl von Personen über die Bühne gehen – sofern sie die Oberamtmänner bewilligen. Die Schulen bleiben weiterhin geöffnet.

Genf: Es gilt der Ausnahmezustand: Restaurants und Bars bleiben geschlossen. Die Restaurant dürfen gemäss einem Beschluss aller Westschweizer Kantone mit Ausnahme des Wallis vom 25. November am 10. Dezember wieder öffnen. Viele Läden, die keine Lebensmittel verkaufen, sowie Kinos, Theater, Fitnesszentren und Kunsteisbahnen sind dann ebenfalls geschlossen. Betroffen sind auch Coiffeur- und Schönheitssalons. Schulen und Krippen bleiben offen, allerdings sind Schul- und Studienreisen verboten. Öffentliche und private Veranstaltungen, an denen mehr als fünf Personen teilnehmen, sind sowohl in Innenräumen wie auch draussen verboten (das gilt auch für Hochzeiten und Beerdigungen). Dies gilt auch im Familienkreis, ausser bei Haushalten mit mehr als fünf Personen.

Jura verhängt den kantonalen Ausnahmezustand. Seit dem 2. November müssen Bars und Restaurants sowie öffentliche Einrichtungen geschlossen bleiben. Die Restaurant dürfen gemäss einem Beschluss aller Westschweizer Kantone mit Ausnahme des Wallis vom 25. November am 10. Dezember wieder öffnen. Ansammlungen von mehr als fünf Personen sind untersagt. Als Ausnahme gelten unter anderem gesetzgebende Versammlungen sowie Gottesdienste. Für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen der Sekundarstufe 1 wurde eine Maskentragpflicht verfügt.

Luzern: Wer im Auto nicht allein ist, muss eine Maske tragen. In Spitälern und Altersheimen gilt ein Besuchsverbot. Bordelle bleiben zu. In der Stadt Luzern wird es 2021 kein Fasnachtstreiben geben.

Neuenburg: Seit dem 2. November sind Ansammlungen von mehr als fünf Personen untersagt, auch im privaten Rahmen. Ausgenommen sind Kinder unter zwölf Jahren. Bereits jetzt sind Versammlungen von mehr als 10 Personen im öffentlichen Raum sind verboten. Freizeiteinrichtungen wie Kasinos oder Spiel- und Billardsäle sind geschlossen. Für die Oberstufe der obligatorischen Schule gilt zudem eine Maskenpflicht. Alle Bars, Restaurants und Museen sind zu. Die Massnahme sollten zunächst bis mindestens 22. November dauern, und wurden nun um zwei Wochen bis zum 6. Dezember verlängert. Die Restaurant dürfen gemäss einem Beschluss aller Westschweizer Kantone mit Ausnahme des Wallis vom 25. November am 10. Dezember wieder öffnen.

Nidwalden: Bei Veranstaltungen sind maximal 30 Teilnehmer erlaubt.

Obwalden beschränkt öffentliche Veranstaltungen auf 30 Personen. Nicht unter die Grenze fallen in Obwalden Personen, die bei der Durchführung der Veranstaltung mitarbeiten. Auch für Gemeindeversammlungen oder Kundgebungen gilt die Begrenzung der Teilnehmerzahl nicht. Gastrobetriebe sind verpflichtet, die Kontaktdaten aller Gästegruppen pro Tisch zu erheben.

Schaffhausen: Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I müssen eine Maske tragen. Für den Musik- und den Sportunterricht gibt es Einschränkungen. Auf Klassenlager soll möglichst verzichtet werden.

Schwyz: Private Veranstaltungen mit mehr als 10 Personen und öffentliche Veranstaltungen mit mehr als 30 Personen sind verboten. An Sekundarschulen gilt eine Maskenpflicht. Sie betrifft Lehrpersonen, Mitarbeitende, Schülerinnen und Schüler sowie allfällige Besucher. Im Kindergarten und in der Primarschule müssen Erwachsene eine Maske tragen, wenn die Abstände nicht eingehalten werden können.

Solothurn: Menschenansammlungen von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum sind verboten. Untersagt sind auch Veranstaltungen mit mehr als 30 Personen. Für Gemeindeversammlungen, für Sitzungen der kantonalen und kommunalen Parlamente sowie für politische und zivilgesellschaftliche und Unterschriftensammlungen gibt es Ausnahmen.

St. Gallen: An den Oberstufenschulen gilt seit dem 2. November eine Maskenpflicht für alle Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen – auch im Unterricht. Bereits ab Samstag sind Besuche in Spitälern und Kliniken nur noch in Ausnahmefällen möglich.

Tessin: Versammlungen von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum sind verboten. Von dieser Regelung ausgenommen sind Kinos, Theater, Konzerte und Sportveranstaltungen: An solchen Anlässen dürfen bis 30 Personen zugegen sein. Hingegen sind auch an privaten Nachtessen und Festen sowohl drinnen als auch draussen maximal fünf Personen erlaubt. Auch hier gibt es Ausnahmen, bei denen bis zu 30 Personen zugelassen sind. Dazu gehören religiöse Veranstaltungen wie Begräbnisse oder Hochzeiten. Erotikbetriebe müssen seit dem 19. Oktober geschlossen sein. Die Tessiner Regierung hat am 25. November mitgeteilt, dass die geltenden Massnahmen bis zum 18. Dezember verlängert werden.

Uri: Bei Veranstaltungen ist eine maximale Teilnehmerzahl von 30 Personen erlaubt. In Schulhäusern der Volksschule gilt eine Maskentragpflicht für Erwachsene. Wenn der Sicherheitsabstand von 1 Meter 50 eingehalten werden kann oder andere Schutzvorkehrungen wie Plexiglasscheiben vorhanden sind, dürfen Lehrpersonen die Maske abnehmen.

Waadt: Restaurants, Bars, Kinos und Museen sind geschlossen. Die Restaurant dürfen gemäss einem Beschluss aller Westschweizer Kantone mit Ausnahme des Wallis vom 25. November am 10. Dezember wieder öffnen. Schulen und Krippen bleiben offen.

Wallis: Restaurants, Cafés, Pubs und Bars – auch solche in Bäckereien und Hotels sowie an Tankstellen, in Bahnhöfen oder auf Campingplätzen – sind geschlossen. Lebensmittel- und Mahlzeiten-Hauslieferungen sind nur noch bis 22 Uhr erlaubt.

Zug: In Bars sind im Innern nur noch 30 Gäste erlaubt.

Zürich: Seit dem 2. November müssen auf dem Areal der Volksschulen alle erwachsenen Personen eine Maske tragen. Neu gilt diese generelle Pflicht auch für Jugendliche in der Sekundarschule und der Sekundarstufe II – auch im Unterricht. Nach wie vor von der Regel ausgenommen sind Kinder im Kindergarten und in der Primarschule. Zudem gilt im Zürcher Kantonsrat eine Maskenpflicht für alle Ratsmitglieder, die nicht an ihrem Platz sitzen oder am Rednerpult stehen.

Und für Liechtenstein gilt: Restaurants und Bars sind seit dem 24. Oktober geschlossen. Ebenfalls ist die Konsumation an Veranstaltungen nicht mehr gestattet. Die Massnahmen sind auf drei Wochen befristet.

Seit dem 15. Juni sind die Grenzen für EU- und Efta-Staaten sowie das Vereinigte Königreich grundsätzlich wieder offen. Allerdings ist die Einreise aus der Schweiz nach Deutschland stark eingeschränkt. Die gesamte Schweiz gilt seit dem 22. Oktober als Risikogebiet in Deutschland. Wer aus der Schweiz einreisen will, muss einen negativen Corona-Test vorlegen oder 14 Tage in Quarantäne. Grenzgänger und Einkaufstouristen aus grenznahen Kantonen sind nicht betroffen.

Die Schweiz hat ihre seit dem 2. Juli monatlich angepasste Liste der Risikogebiete am 28. Oktober drastisch gekürzt, weil die ausschlaggebende Zahl der täglichen Neuansteckungen pro 100 000 Personen in den letzten 14 Tagen in der Schweiz höher ist als in den meisten anderen Ländern. Auf der Liste dieser Staaten und Gebiete, die ab dem kommenden Montag (23.11.) gilt, stehen neu Oberösterreich, Salzburg, Luxemburg und Montenegro, weiterhin auch Andorra, Armenien und Tschechien. Nicht mehr auf der Liste stehen unter anderem Belgien sowie die Regionen Haut-de-France und Île de France. Einreisende aus diesen Gebieten müssen für 10 Tage in Quarantäne. Wer aus einem Risikoland einreist, muss sich innert zweier Tage bei den kantonalen Behörden melden. Unterlässt ein Reisender dies, muss er mit einer Busse rechnen.

Die wichtigsten Antworten zu Auslandreisen finden Sie hier.

Die Zahl der durchgeführten Corona-Tests war in den letzten Tagen rückläufig.

Die Zahl der durchgeführten Corona-Tests war in den letzten Tagen rückläufig.

Gaetan Bally / Keystone

Alle Kantone sollen die Übertragungsketten flächendeckend zurückverfolgen (Contact-Tracing). Alle Personen mit Symptomen sollen sich testen lassen können – der Bund übernimmt alle Kosten der Corona-Tests inklusive Selbstbehalten und Franchisen. Positiv getestete Personen werden isoliert und Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt.

Der Bevölkerung wird eine App zur Verfügung gestellt, die ihre Nutzer informiert, wenn sie zu lange in der Nähe von Infizierten waren: Die SwissCovid-App ist im Apple Store und im Google Play Store verfügbar.

Was Sie zur Tracing-App wissen müssen, finden Sie hier.

Der Wettlauf um die Entwicklung, Zulassung und Herstellung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus ist in vollem Gang. Russland hat bereits einen ersten Impfstoff zugelassen. Auch der Bund ist von sich aus aktiv geworden. Er setzt dabei auf eine Strategie mit mehreren Herstellern. Mit zwei Impfstoffproduzenten hat er inzwischen einen Vertrag abgeschlossen, bei einem Hersteller besteht eine bindende Reservation.

Mit der amerikanischen Firma Moderna Therapeutics hat der Bund einen Vertrag für 4,5 Millionen Impfdosen abgeschlossen. Mit dem britischen Pharmaunternehmen AstraZeneca und der schwedischen Regierung vereinbarte er die Lieferung von bis zu 5,3 Millionen Impfdosen. Und mit Pfizer/Biontech besteht für rund 3 Millionen Impfdosen eine bindende Reservation. Derzeit werden die Details für einen definitiven Vertragsabschluss ausgehandelt. Der Bundesrat geht davon aus, dass eine Impfung 2021 erhältlich sein wird.

Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus – hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten.

Am 6. Oktober wurde in der Schweiz erstmals ein Zulassungsgesuch für einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 eingereicht. Die Arzneimittelbehörde Swissmedic hat mit der wissenschaftlichen Begutachtung des «Covid-19 Vaccine AstraZeneca» begonnen. Die Begutachtung erfolgt in einem speziellen Verfahren, das es Pharmafirmen erlaubt, Gesuche für Covid-19-Arzneimittel einzureichen, noch bevor die Entwicklung abgeschlossen und die Gesuchsdokumentation vollständig ist. Ein Zulassungsentscheid kann erst gefällt werden, wenn alle notwendigen Daten zur Prüfung der Sicherheit, der Qualität und der Wirksamkeit eines Impfstoffs vorliegen.

Am 11. November entschied der Bundesrat, den Kredit für die Beschaffung eines Impfstoff um 100 Millionen Franken zu erhöhen. Insgesamt will er damit 400 Millionen Franken bereitstellen, um ausreichend Spielraum für weitere Beschaffungen zu haben.

Der Bund hat schon mehrere Millionen von möglichen Corona-Impfstoffen reservieren lassen: AstraZeneca-Labor in Sydney.

Der Bund hat schon mehrere Millionen von möglichen Corona-Impfstoffen reservieren lassen: AstraZeneca-Labor in Sydney.

Dan Himbrechts / Imago

Das Coronavirus hat in der Schweiz zum gravierendsten Einbruch der Wirtschaftstätigkeit seit mehreren Jahrzehnten geführt. Der achtwöchige Lockdown vom Frühjahr lähmte ganze Wirtschaftszweige. Da sich die Lage ab Mai stabilisierte, konnten die harten Massnahmen gelockert werden. Dies hat zu einer konjunkturellen Wiederbelebung geführt. Deshalb ist die Schweiz ökonomisch bisher vergleichsweise glimpflich davongekommen. Die meisten Wirtschaftsinstitute haben denn auch ihre Prognosen bis vor wenigen Wochen wieder nach oben korrigiert. Doch der am 28. Oktober verfügte Slowdown dürfte die Wirtschaftsentwicklung nochmals bremsen. Zuverlässige Voraussagen sind daher derzeit praktisch unmöglich, weil niemand weiss, wie sich die Pandemie entwickelt. Die Ökonomen der ETH-Forschungsstelle KOF gingen vor dem neuerlichen Slowdown davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie rund 40 Milliarden Franken an Wertschöpfung verloren hat. Die Einbussen dürften jetzt noch grösser werden. Allein schon die momentane Unsicherheit hat Folgen, denn sie führt dazu, dass Firmen Investitionen aufschieben oder sogar stoppen.

In einem optimistischen Szenario rechnet die KOF für 2020 mit einem BIP-Rückgang um 3,6 Prozent und für 2021 dann wieder mit einem Wachstum von 3,2 Prozent. Das Vorkrisenniveau würde so frühestens 2022 erreicht. Gemäss dem – möglicherweise jetzt realistischeren –pessimistischen Szenario (dabei wird angenommen, dass sich die Pandemie verschlimmert und bis ins Frühjahr anhält) rechnen die ETH-Forscher mit einem BIP-Rückgang von 4,9 Prozent im laufenden Jahr und mit einem schwachen Wachstum von 1,5 Prozent im nächsten Jahr. Das Vorkrisenniveau dürfte frühestens 2023 erreicht werden.

Bisher hat auf dem Schweizer Arbeitsmarkt trotz dem starken Einbruch in der Schweiz – anders als in den USA – noch keine grosse Entlassungswelle eingesetzt. Das Land steht dank seinen Absicherungsmechanismen wie der Kurzarbeit und Sofortkrediten gut da. Beim Seco sieht man noch keine Anzeichen für «Massenentlassungen auf breiter Front». Anders als während der Finanzkrise handle es sich bei solchen Meldungen noch um vereinzelte spektakuläre Ankündigungen und nicht um ein Massenphänomen.

Die Eidgenossenschaft hat für dieses bisher einigermassen positive Resultat allerdings tief in die Tasche gegriffen. Die ausserordentlichen Corona-Ausgaben des Bundes dürften sich 2020 auf 18 Milliarden Franken belaufen. Dies ist aber deutlich weniger als die im Frühjahr budgetierten 31 Milliarden Franken. Auf dem Höhepunkt der Krise war die Rede von deutlich grösseren Verlusten. Dies deutet darauf hin, dass das Defizit nicht grösser ausfallen wird, als es die Schuldenbremse zulässt. Allerdings hat auch der Bundesrat am 28. Oktober eingeräumt, dass der Anstieg der Corona-Fallzahlen bis Ende Jahr noch grössere Auswirkungen auf den Bundeshaushalt haben könnte. Für 2021 hat der Bundesrat ein Minus von 1,1 Milliarden Franken budgetiert.

Im November sprach der Bundesrat zudem 63 zusätzliche Millionen Franken für den Erhalt der Innovationskraft. Die Regierung will zudem die Unterstützung für Härtefälle auf eine Milliarde Franken aufstocken und gleichzeitig den Anteil des Bundes daran erhöhen. Einen entsprechenden Vorschlag hat der Bundesrat ans Parlament verabschiedet. Zudem sollen auch Sportvereine unterstützt werden, die besonders stark unter den Corona-Massnahmen zu leiden haben.

In der Corona-Krise verändert sich die Wirtschaftslage fast im Wochenrhythmus. Wir zeigen mit neuartigen Daten den Verlauf der Krise.

Das BAG hat Hygieneempfehlungen zum Schutz vor dem Coronavirus herausgegeben und ergänzt diese laufend. Ende September startete das BAG eine Kampagne gegen den sogenannten «Fist Bump»: Die Begrüssung mit «Ghettofaust» sei aus hygienischer Sicht keine Alternative zum Händedruck. «Hand ist Hand», lautet der Slogan des BAG.

Weiterhin sollte man unter anderem regelmässig die Hände mit Wasser und Seife oder einer alkoholbasierten Lösung reinigen. Händeschütteln oder Begrüssungsküsschen sollen vermieden werden, weil sich ansteckende Tröpfchen aufgrund von Husten oder Niesen an den Händen befinden könnten.

Muss man husten oder niesen, sollte man Mund und Nase mit einem Taschentuch oder der Armbeuge bedecken, das Taschentuch hinterher in einem geschlossenen Behälter entsorgen und die Hände waschen. Zudem darf man nur nach telefonischer Anmeldung in einer Arztpraxis oder auf einer Notfallstation erscheinen.

Ausserdem rät das BAG, Abstand zu halten. Dies gilt zum Beispiel für das Anstehen in einer Schlange. Um die besonders gefährdeten älteren Menschen zu schützen, soll das Abstandhalten vor allem für sie und ihnen gegenüber gelten. Auch Teilnehmende von Sitzungen sollen körperlich auf Distanz gehen.

Während es anfangs lange seitens des BAG hiess, Masken böten keinen wirklichen Schutz vor Viren, ist die Maskentragepflicht seit Juli immer weiter ausgedehnt worden. Die aktuellen Regeln finden Sie hier.

Welche Maske ist die richtige?

Sehen Sie im Video, wie Sie sich und andere schützen können.

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Virus Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom «neuartigen Coronavirus».

Sars-CoV-2: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab dem neuartigen Coronavirus den Namen Sars-CoV-2 («Severe Acute Respiratory Syndrome»-Coronavirus 2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegserkrankung wurde Covid-19 (Coronavirus Disease 2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Virus Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Ein ausführliches Glossar mit den 20 wichtigsten Begriffen im Zusammenhang mit der Pandemie finden Sie hier.

Der Bund setzt grosse Hoffnungen auf Covid-19-Schutzimpfungen.

Der Bund setzt grosse Hoffnungen auf Covid-19-Schutzimpfungen.

Thomas Imo /Imago

Mitarbeit: wej., len., gam., cts., cb., ase., alg., toc., eru., ran., med., nil., ni., amü., wde., bso. ela.; mit Agenturmaterial.

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