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Coronavirus in der Schweiz: Armee setzt Rekrutierung aus, Spitalkapazitäten dürften laut Taskforce des Bundes in den nächsten Wochen überschritten werden

Die neusten Entwicklungen

Seit Beginn der Pandemie sind in der Schweiz und in Liechtenstein laut Angaben des Bundesamts für Gesundheit 154 251 Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, 2037 Infizierte sind gestorben.

Ein neues BAG-Plakat mit der Verhaltensregel «Treffen Sie so wenige Menschen wie möglich» wird auf dem Bundesplatz befestigt.

Ein neues BAG-Plakat mit der Verhaltensregel «Treffen Sie so wenige Menschen wie möglich» wird auf dem Bundesplatz befestigt.

Peter Klaunzer / Keystone

Die neusten Entwicklungen

  • Die Schweiz und Liechtenstein verzeichnen 9207 Neuinfektionen. Dies geht aus den Zahlen des BAG vom Freitagmorgen (30. 10.) für die vergangenen 24 Stunden hervor. Es wurden 38 211 Tests ausgewertet. Zudem mussten 279 weitere Covid-19-Patienten ins Spital eingeliefert werden, 52 starben in Zusammenhang mit der Erkrankung. Die Positivitätsrate für die letzten 14 Tage liegt bei 23,4 Prozent.
  • Die Schweizer Armee setzt die Rekrutierung für voraussichtlich drei Wochen aus. Dies gab das Verteidigungsdepartement am Freitagabend (30. 10.) in einem Communiqué bekannt. Die Rekrutierung werde für voraussichtlich drei Wochen ausgesetzt. Stellungspflichtige, die ab Montag, 2. November in einem der schweizweit sechs Rekrutierungszentren der Armee zur Rekrutierung aufgeboten sind, werden zu einem späteren Zeitpunkt einen neuen Marschbefehl erhalten.
  • Die wissenschaftliche Covid-19-Taskforce des Bundes rechnet damit, dass die Spitalkapazitäten in den nächsten Wochen überschritten werden. Das sagte der Präsident der Taskforce, Martin Ackermann, am Freitag (30. 10.) vor den Bundeshausmedien in Bern. Bleibe der Trend ungebrochen, sei die Kapazität der Spitäler zwischen dem 8. und 18. November erschöpft. Das Bundesamt für Gesundheit hat die Kantone aufgefordert, nicht notwendige Eingriffe in den Spitälern aufzuschieben und Platz und Kapazitäten für Corona-Patienten zu schaffen. Laut Ackermann würden nicht notfallmässige Eingriffe verschiedenenorts bereits heute massiv reduziert. «Das ist ein massiver Eingriff in unser Gesundheitssystem.» So müssten beispielsweise Tumorpatienten auf ihre Operation warten. Ackermann rechnet aber damit, dass die am Mittwoch vom Bundesrat getroffenen flächendeckenden Massnahmen einen Effekt haben werden. Jedoch sei dieser erst in 15 Tagen aussagekräftig messbar.
  • Der Bundesrat hat die Bevölkerung in einem Video eindringlich zum Einhalten der neuen Regeln aufgerufen. Bundesratssprecher André Simonazzi postete das Video, in dem alle Bundesratsmitglieder zu Wort kommen, am Freitag (30. 10.) auf Twitter. Darin warnt etwa Ueli Maurer vor einer Überlastung der Spitäler und appelliert an die Bevölkerung, sich an die Regeln zu halten. Es sei im Interesse aller, dass bald wieder Normalzustand herrsche. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Guy Parmelin beschwören den Zusammenhalt als wichtigen Faktor. Ignazio Cassis zeigt sich zuversichtlich, das wir alle Mittel hätten, um die zweite Welle zu brechen. Und die Bundesräte erzählen auch, worauf sie verzichten müssen. So bedauert Karin Keller-Sutter, dass das Familientreffen zum Grabbesuch der Mutter an Allerheiligen ausfalle. Und Viola Amherd und Alain Berset erzählen, dass auch sie momentan auf Treffen mit Freunden verzichten müssten.
  • Die Mehrheit der Bevölkerung befürwortet die jüngsten Massnahmen des Bundesrates. Das zeigt der am Freitag (30. 10.) veröffentlichte SRG-Corona-Monitor, für den Antworten von rund gegen 34 800 Personen ausgewertet worden sind. Die Umfrage wurde vor der Bundesratssitzung durchgeführt. Eine Ausdehnung der Maskenpflicht wurde mehrheitlich gewünscht. Umstritten ist aber, ob der als weitere Massnahme diskutierte Kurz-Lockdown angezeigt wäre. 49 Prozent sprechen sich dafür aus, 47 Prozent dagegen. Während Befragte im Rentenalter mehrheitlich dafür sind, stellen sich Jüngere häufiger dagegen. Anhänger von SP und Grünen befürworten diese Massnahme eher als jene von SVP, FDP und CVP.
  • Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat das konkrete Alter 65 Jahre für die Definition der Risikogruppe gestrichen. Grund dafür ist, dass sich Personen über 65 Jahre diskriminiert fühlten, wie Viginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim BAG, am Freitag (30. 10.) vor den Bundeshausmedien in Bern sagte. Es bleibe aber dabei, dass das Risiko mit zunehmenden Alter ernsthaft steige.
  • Der Kanton Jura verhängt wegen der Corona-Krise den kantonalen Ausnahmezustand. Ab Montag (2. 11.) werden alle Bars und Restaurants sowie weitere öffentliche Einrichtungen von Museen bis Sportzentren geschlossen. Zudem werden Ansammlungen von über fünf Personen untersagt. Die Massnahmen gelten bis vorerst 15. November. 
  • Der Kanton Neuenburg verbietet Ansammlungen von über fünf Personen. Die Anordnung gilt auch im privaten Rahmen und tritt am Montag (2. 11.) in Kraft. Ausgenommen von der Beschränkung sind Kinder unter zwölf Jahren. Die Kantonsregierung hat zudem eine Maskentragpflicht für die Oberstufe der obligatorischen Schule beschlossen.
  • Im Kanton Obwalden sind ab Montag (2. 11.) nur noch Veranstaltungen mit höchstens 30 Personen zugelassen. Obwalden verschärft damit die Vorgaben des Bundes, der die Höchstzahl am Mittwoch auf 50 festgelegt hat. Nicht unter die Grenze fallen in Obwalden Personen, die bei der Durchführung der Veranstaltung mitarbeiten. Auch für Gemeindeversammlungen oder Kundgebungen gilt die Begrenzung der Teilnehmerzahl nicht.

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Der Bundesrat hat aufgrund der zweiten Ansteckungswelle die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus deutlich verschärft (29. 10.). Der vorgeschlagene Sicherheitsabstand beträgt 1 Meter 50. Zudem gilt:

Maskenpflicht

Die Maskenpflicht wird ausgedehnt. Sie gilt neu in folgenden Bereichen:

  • Öffentlicher Verkehr: In Zügen, Trams, Bussen, Bergbahnen, Seilbahnen und auf Schiffen, auf Perrons, an Bahnhöfen und an Flughäfen.
  • Öffentlich zugängliche Gebäude: In Geschäften, Einkaufszentren, Banken, Poststellen, Bibliotheken, Kinos, Theatern, Konzertlokalen, Hotels (mit Ausnahme von Gästezimmern), Restaurants, Bars, Arztpraxen, Spitälern, Innenräumen von Parlamenten (sofern für Besucher zugänglich), Kirchen und religiösen Einrichtungen. Auch das Personal – beispielsweise an einer Kasse – muss eine Maske tragen.
  • Urbane Zentren und Dorfkerne: Vor öffentlich zugänglichen Gebäuden, an Wochen- und Weihnachtsmärkten und überall dort, wo der erforderliche Abstand im öffentlichen Raum nicht eingehalten werden kann.
  • Arbeitsplatz: Überall dort, wo der Abstand zwischen den Arbeitsplätzen nicht eingehalten werden kann.
  • Schulen: Lehrpersonen und Schüler in Mittelschulen und an Berufsschulen (Sekundarstufe II) müssen eine Maske tragen – es sei denn, das Tragen einer Maske erschwert den Unterricht wesentlich. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind obligatorische Schulen. Vorlesungen und Seminare an Hochschulen dürfen nicht mehr vor Ort durchgeführt werden.
  • Ausnahmen: Kinder unter 12 Jahren und Personen, die medizinische Gründe geltend machen können, müssen keine Maske tragen. 

Gastronomie und Nachtleben

Private Veranstaltungen

Öffentliche Veranstaltungen

Freizeit

Auslandsreisen

Die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen in der Schweiz und in Liechtenstein lag bis zum 30. Oktober bei 154 251 Fällen. Seit Beginn der Pandemie wurden 6979 Personen hospitalisiert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion beläuft sich auf 2037.

Dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind am Freitag (30. 10.) bei 38 211 Tests 9207 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem registrierte das BAG 52 neue Todesfälle und 279 Spitaleinweisungen.

Die Positivitätsrate für die letzten 14 Tage liegt bei 23,4 Prozent.

Aufgrund der Kontaktrückverfolgung waren laut der Mitteilung vom Freitag (30. 10.) 31 410 Personen in Isolation, 26 333 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 7438 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

Der 7-Tage-Schnitt der Neuinfektionen steigt deutlich

Bestätigte neue Coronavirus-Fälle pro Tag in der Schweiz und in Liechtenstein, nach Testdatum

Der 7-Tage-Schnitt der Neuinfektionen steigt deutlich - Bestätigte neue Coronavirus-Fälle pro Tag in der Schweiz und in Liechtenstein, nach Testdatum

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in der Schweiz steigt sprunghaft an

Täglich bestätigte Neuinfektionen in der Schweiz und in Liechtenstein, 7-Tage-Schnitt bis vor 3 Tagen

März 2020April 2020Mai 2020Juni 2020Juli 2020Aug. 2020Sept. 2020Okt. 20200200040006000800010000861686161234567

1 16. März: Bundesrat erklärt die «ausserordentliche Lage».

2 27. April: Erste Lockerungen treten in Kraft.

3 11. Mai: Geschäfte und Restaurants wieder geöffnet.

4 19. Juni: Bundesrat beendet die «ausserordentliche Lage».

5 6. Juli: Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr eingeführt.

6 1. Oktober: Grossveranstaltungen sind wieder erlaubt.

7 19. Oktober: Maskenpflicht für öffentlich zugängliche Innenräume, Begrenzung von Menschenansammlungen

Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen steigt wieder

Anzahl der Patienten und der freien Betten auf Schweizer Intensivstationen

Wo sich die Infizierten angesteckt haben

Anzahl der zwischen dem 16. Juli und dem 1. August in der Schweiz gemeldeten Coronavirus-Fälle, nach Ansteckungsort

FamilienmitgliedArbeitPrivatfestAls med. und PflegepersonalSpontane AnsammlungDisco/KlubBar/RestaurantSchuleDemo/VeranstaltungAndereUnbekannt/keine Daten2166924171715132199320

Grundsätzlich gelten die Regeln des Bundes für alle Kantone. Diese sind für die Umsetzung und allfällige Verschärfungen der Massnahmen zuständig. Daher können in einzelnen Kantonen unterschiedliche Vorschriften gelten. Dies sind die Bestimmungen in den einzelnen Kantonen, die von denjenigen des Bundes abweichen oder darüber hinausgehen:

Aargau: Bei privaten Veranstaltungen müssen Kontaktdaten erhoben werden und diese auf Verlangen dem Contact-Tracing-Center des Kantons Aargau zur Verfügung gestellt werden. An der Sekundarschule sowie an Mittel- und Berufsfachschulen gilt eine umfassende Maskenpflicht für Jugendliche über zwölf Jahre. Klassen- und Schullager sind verboten.

Appenzell Ausserrhoden: Es gilt in obligatorischen Schulen ab Sekundarstufe I eine Maskenpflicht.

Basel-Stadt: Die Maskenpflicht an Schulen gilt auf für Volksschulen.

Bern: Kinos, Fitnesscenter und Museen müssen geschlossen bleiben.

Freiburg: Es gilt ein Versammlungsverbot für mehr als 10 Personen im öffentlichen Raum. Freizeiteinrichtungen wie zum Beispiel Bowling-Hallen sind geschlossen.

Genf: Für Versammlungen von mehr als 15 Personen ist eine Bewilligung notwendig, für die ein Schutzkonzept des Organisators Voraussetzung ist. Klubs und Discos bleiben bis zum 16. November geschlossen. Schul- und Studienreisen sind verboten.

Jura verhängt den kantonalen Ausnahmezustand. Ab Montag (2. 11.) müssen Bars und Restaurants sowie öffentliche Einrichtungen geschlossen bleiben. Ansammlungen von mehr als fünf Personen sind untersagt. Als Ausnahme gelten unter anderem gesetzgebende Versammlungen sowie Gottesdienste. Für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen der Sekundarstufe 1 wurde eine Maskentragpflicht verfügt.

Luzern: Wer im Auto nicht allein ist, muss eine Maske tragen. In Spitälern und Altersheimen gilt ein Besuchsverbot. Bordelle bleiben zu. In der Stadt Luzern wird es 2021 kein Fasnachtstreiben geben.

Neuenburg: Ab Montag (2. 11.) sind Ansammlungen von mehr als fünf Personen untersagt, auch im privaten Rahmen. Bereits jetzt sind Versammlungen von mehr als 10 Personen im öffentlichen Raum sind verboten. Freizeiteinrichtungen wie Kasinos oder Spiel- und Billardsäle sind geschlossen. Für die Oberstufe der obligatorischen Schule gilt zudem eine Maskenpflicht.

Obwalden beschränkt öffentliche Veranstaltungen auf 30 Personen. Nicht unter die Grenze fallen in Obwalden Personen, die bei der Durchführung der Veranstaltung mitarbeiten. Auch für Gemeindeversammlungen oder Kundgebungen gilt die Begrenzung der Teilnehmerzahl nicht.

In Schaffhausen müssen seit Dienstag (27. 10.) auch Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I eine Maske tragen. Für den Musik- und den Sportunterricht gibt es Einschränkungen. Auf Klassenlager soll möglichst verzichtet werden.

Schwyz: Seit Montag (26. 10.) sind private Veranstaltungen mit mehr als 10 Personen und öffentliche Veranstaltungen mit mehr als 30 Personen verboten. Auch an Sekundarschulen gilt seit dem 21. Oktober eine Maskenpflicht. Sie betrifft Lehrpersonen, Mitarbeitende, Schülerinnen und Schüler sowie allfällige Besucher. Im Kindergarten und in der Primarschule müssen Erwachsene eine Maske tragen, wenn die Abstände nicht eingehalten werden können.

Solothurn: Menschenansammlungen von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum sind verboten. Untersagt sind auch Veranstaltungen mit mehr als 30 Personen. Für Gemeindeversammlungen, für Sitzungen der kantonalen und kommunalen Parlamente sowie für politische und zivilgesellschaftliche und Unterschriftensammlungen gibt es Ausnahmen.

St. Gallen: An den Oberstufenschulen gilt ab Montag eine Maskenpflicht für alle Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen – auch im Unterricht. Bereits ab Samstag sind Besuche in Spitälern und Kliniken nur noch in Ausnahmefällen möglich.

Tessin: Am 19. Oktober mussten Erotikbetriebe schliessen.

Uri: In Schulhäusern der Volksschule gilt seit dem 20. Oktober eine Maskentragpflicht für Erwachsene. Wenn der Sicherheitsabstand von 1 Meter 50 eingehalten werden kann oder andere Schutzvorkehrungen wie Plexiglasscheiben vorhanden sind, dürfen Lehrpersonen die Maske abnehmen.

Waadt: Der Waadtländer Staatsrat hat entschieden, dass Gastrobetriebe die Kundendaten künftig digital festhalten müssen.

Wallis: Für Restaurants und Bars gilt eine Sperrstunde ab 22 Uhr.

Zug: In Bars sind im Innern nur noch 30 Gäste erlaubt.

Zürich: Ab Montag (2. 11.) müssen auf dem Areal der Volksschulen alle erwachsenen Personen eine Maske tragen. Neu gilt diese generelle Pflicht auch für Jugendliche in der Sekundarschule und der Sekundarstufe II – auch im Unterricht. Das hat die kantonale Bildungsdirektion am Mittwochabend (28. 10.) bekanntgegeben. Nach wie vor von der Regel ausgenommen sind Kinder im Kindergarten und in der Primarschule. Zudem gilt im Zürcher Kantonsrat eine Maskenpflicht für alle Ratsmitglieder, die nicht an ihrem Platz sitzen oder am Rednerpult stehen.

Und für Liechtenstein gilt: Restaurants und Bars sind seit Samstag (24. 10.) geschlossen. Ebenfalls ist die Konsumation an Veranstaltungen nicht mehr gestattet. Die Massnahmen sind auf drei Wochen befristet.

Seit dem 15. Juni sind die Grenzen für EU- und Efta-Staaten sowie das Vereinigte Königreich grundsätzlich wieder offen. Allerdings ist die Einreise aus der Schweiz nach Deutschland stark eingeschränkt. Die gesamte Schweiz gilt seit dem 22. Oktober als Risikogebiet in Deutschland. Wer aus der Schweiz einreisen will, muss einen negativen Corona-Test vorlegen oder 14 Tage in Quarantäne. Grenzgänger und Einkaufstouristen aus grenznahen Kantonen sind nicht betroffen.

Die Schweiz hat ihre seit dem 2. Juli monatlich angepasste Liste der Risikogebiete am 28. Oktober drastisch gekürzt, weil die ausschlaggebende Zahl der täglichen Neuansteckungen pro 100 000 Personen in den letzten 14 Tagen in der Schweiz höher ist als in den meisten anderen Ländern. Derzeit gelten nur noch die Regionen Ile-de-France (inklusive Paris) und Hauts-de-France in Frankreich sowie Andorra, Armenien, Belgien und Tschechien als Risikogebiete. Einreisende aus diesen Gebieten müssen für 10 Tage in Quarantäne. Wer aus einem Risikoland einreist, muss sich innert zweier Tage bei den kantonalen Behörden melden. Unterlässt ein Reisender dies, muss er mit einer Busse rechnen.

Die wichtigsten Antworten zu Auslandreisen finden Sie hier.

Alle Kantone sollen die Übertragungsketten flächendeckend zurückverfolgen (Contact-Tracing). Alle Personen mit Symptomen sollen sich testen lassen können – der Bund übernimmt alle Kosten der Corona-Tests inklusive Selbstbehalten und Franchisen. Positiv getestete Personen werden isoliert und Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt.

Der Bevölkerung wird eine App zur Verfügung gestellt, die ihre Nutzer informiert, wenn sie zu lange in der Nähe von Infizierten waren: Die SwissCovid-App ist im Apple Store und im Google Play Store verfügbar.

Was Sie zur Tracing-App wissen müssen, finden Sie hier.

Der Wettlauf um die Entwicklung, Zulassung und Herstellung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus ist in vollem Gang. Russland hat bereits einen ersten Impfstoff zugelassen. Auch der Bund ist von sich aus aktiv geworden und hat mit der amerikanischen Firma Moderna Therapeutics einen Vertrag für 4,5 Millionen Impfdosen abgeschlossen. Es gehe darum, der Schweizer Bevölkerung einen schnellen Zugang zu einem sicheren und wirksamen Covid-19-Impfstoff zu gewährleisten. Moderna zählt gegenwärtig zu den führenden Kandidaten für Entwicklung und Herstellung eines Impfstoffs.

Zudem hat der Bund einen Reservierungsvertrag mit dem Schweizer Unternehmen Molecular Partners abgeschlossen. Damit hat er sich das Recht auf den Erwerb der ersten 200 000 Dosen des möglicherweise potenten neuen Medikaments gesichert – mit der Option, das Bestellvolumen um weitere drei Millionen Stück zu erhöhen. Anders als der Impfstoff der amerikanischen Firma Moderna Therapeutics befindet sich das Medikament von Molecular noch in einer frühen Phase der Erforschung. Seine Wirkung ist bis anhin erst bei Hamstern und in einzelnen Zellen untersucht worden, was der präklinischen Entwicklungsstufe entspricht.

Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus – hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten.

Am 6. Oktober wurde in der Schweiz erstmals ein Zulassungsgesuch für einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 eingereicht. Die Arzneimittelbehörde Swissmedic hat mit der wissenschaftlichen Begutachtung des «Covid-19 Vaccine AstraZeneca» begonnen. Die Begutachtung erfolgt in einem speziellen Verfahren, das es Pharmafirmen erlaubt, Gesuche für Covid-19-Arzneimittel einzureichen, noch bevor die Entwicklung abgeschlossen und die Gesuchsdokumentation vollständig ist. Ein Zulassungsentscheid kann erst gefällt werden, wenn alle notwendigen Daten zur Prüfung der Sicherheit, der Qualität und der Wirksamkeit eines Impfstoffs vorliegen.

Der Bund hat schon mehrere Millionen von möglichen Corona-Impfstoffen reservieren lassen: AstraZeneca-Labor in Sydney.

Der Bund hat schon mehrere Millionen von möglichen Corona-Impfstoffen reservieren lassen: AstraZeneca-Labor in Sydney.

Dan Himbrechts / Imago

Das Coronavirus hat in der Schweiz zum gravierendsten Einbruch der Wirtschaftstätigkeit seit mehreren Jahrzehnten geführt. Der achtwöchige Lockdown vom Frühjahr lähmte ganze Wirtschaftszweige. Da sich die Lage ab Mai stabilisierte, konnten die harten Massnahmen gelockert werden. Dies hat zu einer konjunkturellen Wiederbelebung geführt. Deshalb ist die Schweiz ökonomisch bisher vergleichsweise glimpflich davongekommen. Die meisten Wirtschaftsinstitute haben denn auch ihre Prognosen bis vor wenigen Wochen wieder nach oben korrigiert. Doch der am 28. Oktober verfügte Slowdown dürfte die Wirtschaftsentwicklung nochmals bremsen. Zuverlässige Voraussagen sind daher derzeit praktisch unmöglich, weil niemand weiss, wie sich die Pandemie entwickelt. Die Ökonomen der ETH-Forschungsstelle KOF gingen vor dem neuerlichen Slowdown davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie rund 40 Milliarden Franken an Wertschöpfung verloren hat. Die Einbussen dürften jetzt noch grösser werden. Allein schon die momentane Unsicherheit hat Folgen, denn sie führt dazu, dass Firmen Investitionen aufschieben oder sogar stoppen.

In einem optimistischen Szenario rechnet die KOF für 2020 mit einem BIP-Rückgang um 3,6 Prozent und für 2021 dann wieder mit einem Wachstum von 3,2 Prozent. Das Vorkrisenniveau würde so frühestens 2022 erreicht. Gemäss dem – möglicherweise jetzt realistischeren –pessimistischen Szenario (dabei wird angenommen, dass sich die Pandemie verschlimmert und bis ins Frühjahr anhält) rechnen die ETH-Forscher mit einem BIP-Rückgang von 4,9 Prozent im laufenden Jahr und mit einem schwachen Wachstum von 1,5 Prozent im nächsten Jahr. Das Vorkrisenniveau dürfte frühestens 2023 erreicht werden.

Bisher hat auf dem Schweizer Arbeitsmarkt trotz dem starken Einbruch in der Schweiz – anders als in den USA – noch keine grosse Entlassungswelle eingesetzt. Das Land steht dank seinen Absicherungsmechanismen wie der Kurzarbeit und Sofortkrediten gut da. Beim Seco sieht man noch keine Anzeichen für «Massenentlassungen auf breiter Front». Anders als während der Finanzkrise handle es sich bei solchen Meldungen noch um vereinzelte spektakuläre Ankündigungen und nicht um ein Massenphänomen.

Die Eidgenossenschaft hat für dieses bisher einigermassen positive Resultat allerdings tief in die Tasche gegriffen. Die ausserordentlichen Corona-Ausgaben des Bundes dürften sich 2020 auf 18 Milliarden Franken belaufen. Dies ist aber deutlich weniger als die im Frühjahr budgetierten 31 Milliarden Franken. Auf dem Höhepunkt der Krise war die Rede von deutlich grösseren Verlusten. Dies deutet darauf hin, dass das Defizit nicht grösser ausfallen wird, als es die Schuldenbremse zulässt. Allerdings hat auch der Bundesrat am 28. Oktober eingeräumt, dass der Anstieg der Corona-Fallzahlen bis Ende Jahr noch grössere Auswirkungen auf den Bundeshaushalt haben könnte. Für 2021 hat der Bundesrat ein Minus von 1,1 Milliarden Franken budgetiert.

In der Corona-Krise verändert sich die Wirtschaftslage fast im Wochenrhythmus. Wir zeigen mit neuartigen Daten den Verlauf der Krise.

Das BAG hat Hygieneempfehlungen zum Schutz vor dem Coronavirus herausgegeben und ergänzt diese laufend. Ende September startete das BAG eine Kampagne gegen den sogenannten «Fist Bump»: Die Begrüssung mit «Ghettofaust» sei aus hygienischer Sicht keine Alternative zum Händedruck. «Hand ist Hand», lautet der Slogan des BAG.

Weiterhin sollte man unter anderem regelmässig die Hände mit Wasser und Seife oder einer alkoholbasierten Lösung reinigen. Händeschütteln oder Begrüssungsküsschen sollen vermieden werden, weil sich ansteckende Tröpfchen aufgrund von Husten oder Niesen an den Händen befinden könnten.

Muss man husten oder niesen, sollte man Mund und Nase mit einem Taschentuch oder der Armbeuge bedecken, das Taschentuch hinterher in einem geschlossenen Behälter entsorgen und die Hände waschen. Zudem darf man nur nach telefonischer Anmeldung in einer Arztpraxis oder auf einer Notfallstation erscheinen.

Ausserdem rät das BAG, Abstand zu halten. Dies gilt zum Beispiel für das Anstehen in einer Schlange. Um die besonders gefährdeten älteren Menschen zu schützen, soll das Abstandhalten vor allem für sie und ihnen gegenüber gelten. Auch Teilnehmende von Sitzungen sollen körperlich auf Distanz gehen.

Während es anfangs lange seitens des BAG hiess, Masken böten keinen wirklichen Schutz vor Viren, ist die Maskentragepflicht seit Juli immer weiter ausgedehnt worden. Die aktuellen Regeln finden Sie hier.

Welche Maske ist die richtige?

Sehen Sie im Video, wie Sie sich und andere schützen können.

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Virus Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom «neuartigen Coronavirus».

Sars-CoV-2: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab dem neuartigen Coronavirus den Namen Sars-CoV-2 («Severe Acute Respiratory Syndrome»-Coronavirus 2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegserkrankung wurde Covid-19 (Coronavirus Disease 2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Virus Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Ein ausführliches Glossar mit den 20 wichtigsten Begriffen im Zusammenhang mit der Pandemie finden Sie hier.

Mitarbeit: wej., len., gam., cts., cb., ase., alg., toc., eru., ran., med., nil., ni., amü., wde., bso. ela.; mit Agenturmaterial.

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