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Coronavirus: 1000 Partikeln reichen für eine Infektion – was das für Weihnachtsfeiern bedeutet

Nur 1000 Partikeln – das klingt auf den ersten Blick nach erschreckend wenig. Aber es ist auch eine gute Nachricht, denn ein Raum muss nicht absolut virenfrei sein, damit man sich dort sicher aufhalten kann.

Idyllisch aber einsam (und auch recht frostig), so eine Waldweihnacht. Es muss auch in Coronazeiten Alternativen geben.

Idyllisch aber einsam (und auch recht frostig), so eine Waldweihnacht. Es muss auch in Coronazeiten Alternativen geben.

Martin Ruetschi / Keystone

Wie gefährlich sind in Corona-Zeiten ein Adventsplausch oder das Weihnachtsfest mit einigen Freunden oder Verwandten – falls das überhaupt erlaubt ist? Um das beantworten oder zumindest seriös abschätzen zu können, muss man wissen, wie viele Viren eine Infektion verursachen. Reichen nämlich wie bei HIV oder dem starken Durchfall verursachenden Norovirus bereits ganz wenige Erreger, so hätte man praktisch keine Chance, nach einem Treffen mit einem unerkannten Sars-CoV-2-Träger den Esstisch gesund zu verlassen.

«Laut unseren Daten führt die Aufnahme von 1000 Virenpartikeln zu einer Infektion», sagt Andreas Bergthaler vom CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin in Wien. Allerdings sei das ein Durchschnittswert. Man habe festgestellt, dass manchmal bereits 100 Virenpartikeln ausgereicht hätten, um eine Person anzustecken. Und in seltenen Fällen kam es sogar erst durch 5000 übertragene Sars-CoV-2-Partikeln zu einer Ansteckung.

Das Wiener Team hat für seine Studie das Erbgut von Sars-CoV-2 in mehreren Paaren aus jeweils einem «Virenspender» und einem «Virenempfänger» entschlüsselt und miteinander verglichen. Ausführliche epidemiologische Untersuchungen hätten bestätigt, dass sich die jeweiligen Virenempfänger tatsächlich bei dem genannten Virenspender infiziert hätten, betont Bergthaler. Aus der Anzahl an genetischen Unterschieden habe man dann berechnet, wie viele Viren bei der Infektion übertragen worden seien.

In einer Person existiert genetisch gesehen ein bunter Strauss an sehr ähnlichen, aber eben nicht hundertprozentig identischen Viren. Denn das Virus verändert sich stetig an einigen Positionen im Genom. Wird nun eine grosse Menge an Viren für eine Infektion benötigt, so müssen sehr viele Viren von Person A auf Person B übertragen worden sein. Dann findet man in Spender und Empfänger viele nahezu identische Virengenome. Reicht hingegen nur eine Handvoll Virenpartikeln für die Infektion aus, sind im Virenempfänger nur wenige der Virenvarianten des Spenders vorhanden, die jeweils entschlüsselten Virengenome sind also sehr unterschiedlich.

Die Berechnungen anhand der Genomanalysen untermauern eine im Oktober publizierte Modellierung. Dabei kamen Forscher des Massachusetts Institute of Technology zu dem Schluss, dass 300 bis 2000 Sars-CoV-2-Partikeln für eine Infektion ausreichen. Sie hatten dafür Ansteckungen in fünf Clustern untersucht, darunter eine Chorprobe in den USA, eine Busreise in China und Aerobic-Kurse in Korea.

Dass es für eine Ansteckung eine gewisse Mindestmenge an Viren brauche, sei eine gute Nachricht, betonen beide Forscherteams. Man müsse nämlich gemäss den Daten die Virenkonzentration in einem Raum nicht auf nahezu null absenken, um sicher vor einer Ansteckung zu sein. Somit sei klar, dass man durch eine Kombination von Masken und regelmässigem Lüften – was ja alles nachweislich die Virenmenge in der Luft reduziere – für ein zumindest weitgehend sicheres Treffen sorgen könne. Wenn man die Massnahmen konsequent einhalte.

Die Studien sind aber auch eine Warnung vor ausgelassenen und maskenlosen Treffen am Esstisch, wo auch immer der steht. Denn die US-Forscher schätzen, dass pro Stunde beim Atmen 10 Virenpakete, die für eine Infektion ausreichen, ausgestossen werden, beim Sprechen hingegen 460. Beim Singen seien es sogar noch sechs Mal mehr. Dies bedeute, dass sich auch in einem grösseren, aber gut mit Personen gefüllten und zudem nicht gelüfteten Raum innert einer Stunde ausreichend Virenpartikeln verteilen würden, so dass sich dort anwesende Personen anstecken könnten – sofern sich ein Infizierter in der Gruppe befinde und ohne Mundschutz mitrede.

Aerosole im Raum

Aerosole im Raum

Die Angst vor einer grossen und üppigen Familienweihnacht ist also berechtigt. Das MIT-Team ist sogar überzeugt, dass der Infizierte noch nicht einmal ein Superspreader sein muss. Gemäss Berechnungen sind nämlich innert einer Stunde in einem Raum auch dann ausreichend Virenpartikeln für die Infektion anderer Menschen vorhanden, wenn der Infizierte «nur» durchschnittlich viele Viren ausstösst. Vielmehr seien die Räumlichkeiten – eng, voll, schlecht gelüftet – entscheidend dafür, ob es zu einem Superspreader-Ereignis komme oder nicht.

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