Switzerland

Coronakrise: «Langfristig könnten jene Versicherer profitieren, die sich grosszügig zeigen»

Am 11. März deklarierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ausbreitung des Coronavirus zur Pandemie. Das wurde teuer für Schweizer Wirte. Viele hatten eine Epidemieversicherung abgeschlossen und hofften, für die Ausfälle entschädigt zu werden. Der WHO-Entscheid zerstörte diese Hoffnungen.

Die meisten Versicherungen bestehen nämlich darauf: Für Epidemien gibt es Geld, für Pandemien nicht. Von einer solchen spricht man, wenn sich eine Krankheit in vielen Ländern und Kontinenten verbreitet. Am 11. März konnten die Versicherer also aufatmen: Sie sind aus dem Schneider.

Das liessen sich Axa, Helvetia und Co. nicht zweimal sagen und beschieden ihren krisengebeutelten Kunden sogleich, dass sie leer ausgehen. Aus rechtlicher Perspektive ist das in Ordnung. Die Verträge sind eindeutig. Dass Versicherer nur für Schäden aufkommen, die sie auch versichern, scheint zudem ökonomisch sinnvoll: Welche Firma verschenkt schon Geld?

Nur: Langfristig könnten jene Versicherer profitieren, die sich grosszügig zeigen. Der finanzielle Schaden hält sich für sie in Grenzen, nur ein Bruchteil der Firmeninhaber hat überhaupt eine Epidemieversicherung abgeschlossen. Diese aber werden sich genau daran erinnern, wer ihnen in der Krise unbürokratisch geholfen hat. Auch dann, wenn sie privat eine Versicherung brauchen oder Bekannten einen Anbieter empfehlen.

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