Switzerland

Corona-Kurs des Bundesrates: Gastrosuisse: «Wir sind frustriert und bitter enttäuscht»

Die Gastronomie profitiert noch nicht von den Lockerungen des Bundesrates. Die Wirte und Wirtinnen sind verärgert. Aber auch andere Wirtschaftsverbände und Parteien kritisieren die Schweizer Regierung.

«Eine Grillparty im Wald ist erlaubt, ein Bier im Restaurant nicht»: Ein verärgerter Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer nach den neusten Entscheidungen des Bundesrates.

«Eine Grillparty im Wald ist erlaubt, ein Bier im Restaurant nicht»: Ein verärgerter Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer nach den neusten Entscheidungen des Bundesrates.

Foto: Peter Schneider (Keystone/Archiv)

Für Gastrosuisse ist der Entscheid des Bundesrats nicht nachvollziehbar, dass die Restaurants vorläufig geschlossen bleiben. Der Verband für Hotellerie und Restauration fordert nun rasche Entschädigungen für die betroffenen Betriebe. «Dass es für das Gastgewerbe Anfang März keine Lockerungen geben soll, ist fatal», sagte Casimir Platzer, Präsident von Gastrosuisse, am Mittwoch vor den Medien. Ein Lockdown könne keine Langzeitstrategie sein. (Hier geht es zum Liveticker des Bundesrates).

Die Richtwerte des Bundesrates für Terrassen und Restaurants würden bereits heute bestehen. Seit November seien alle Zahlen am Sinken – von den Ansteckungen bis zu den belegten Intensivbetten in den Spitälern. Zudem gebe es keine übermässigen Ansteckungen in Restaurants. «Eine Grillparty draussen im Wald ist erlaubt. Aber ein Bier im Restaurant nicht. Wir sind frustriert und enttäuscht», kritisierte Platzer die Schweizer Regierung, aber auch das BAG, scharf. Auch an den Fachleuten lässt der Präsident von Gastrosuisse kein gutes Haar. «Epidemiologen treffen nun wichtige Entscheide. Sie sind Statistiker und zeichnen zu hohe Kurven, statt faktenorientiert vorzugehen.»

Auch Massimo Suter, Vizepräsident von Gastrosuisse und Präsident von Gastro Ticino, betonte, es gebe bisher keinen Nachweis, dass die Restaurants ein Ansteckungsherd seien. Gilles Meystre, Präsident von Gastro Vaud, sagte, es bestehe ein grosses Unverständnis darüber, dass der Bundesrat am Mittwoch beschlossen habe, die Schliessung des Gastgewerbes zu verlängern. Die Lage sei für die Branche in finanzieller, sozialer und moralischer Hinsicht dramatisch. Die erste Dringlichkeit sei es nun, die Unternehmen rasch zu entschädigen.

FDP: Unverständlich

Die FDP findet es unverständlich, dass der Bundesrat die Öffnung von Restaurants und anderen Betrieben nicht auf den 1. März zulässt. Das widerspreche einer Forderung der Mehrheit der Kantone und der Branche. Für weitere Öffnungen ab dem 22. März sehen die Freisinnigen keine Anzeichen.

Die Partei wiederholt deshalb ihre Forderung nach einem klaren Koordinatensystem für die kommenden Monate, wie sie am Mittwoch schreibt. Der Bundesrat biete kaum mittelfristige Perspektiven. Immerhin begrüsst die FDP die Festlegung von Indikatoren.

Alle Massnahmen sollen alle 14 Tage anhand des geforderten Koordinatensystems überprüft werden. So sind gemäss der Partei schnelle Reaktionen möglich.

Sobald nachgewiesen ist, dass Impfungen die Ansteckung Dritter verhindern, sollen Grundrechtseingriffe für Geimpfte wie Isolation und Quarantäne dahin fallen. Ist die Risikogruppe geimpft, sind die meisten Einschränkungen generell aufzuheben, verlangt die Partei.

Zudem sollen bei den auf fünf Personen beschränkten privaten Anlässen Minderjährige nicht mehr mitgezählt werden. Die Testrate will die FDP erhöhen und die Impfungen beschleunigen. Das Bundesamt für Gesundheit soll die Kantone verpflichten, mehr Daten über Impfstoffe und Tests zu liefern.

Economiesuisse: Lockerungen sind ungenügend

Für den Wirtschaftsdachverband Economiesuisse sind die per 1. März beschlossenen Lockerungen der Corona-Massnahmen ungenügend. Mit ihrem Zögern nehme die Regierung langfristige Schäden in Kauf.

Obwohl die Fallzahlen in den vergangenen Wochen deutlich gesunken seien und die Intensivstationen nicht mehr an der Belastungsgrenze seien, verzichte der Bundesrat auf wichtige Öffnungsschritte, schreibt Economiesuisse in einer Mitteilung vom Mittwoch. Kritische Worte findet der Verband unter anderem für die anhaltende Schliessung von Aussenräumen von Restaurants und die Homeoffice-Pflicht.

Der Bundesrat habe zudem am Mittwoch nur in Umrissen den Fahrplan für die nächsten Öffnungsschritte skizziert. Für viele Unternehmen bleibe unklar, womit sie ab dem 22. März rechnen dürften. Die Definition der weiteren Öffnungsschritte wäre laut Economiesuisse nun aber angezeigt gewesen, da immer mehr Personen aus den Risikogruppen mittlerweile geimpft und damit ausser Gefahr seien.

Economiesuisse fordert, dass der Bundesrat nicht bis zum 22. März zuwartet, bis er weitere Öffnungsschritte kommuniziert. Die Menschen müssten wieder mehr Selbstverantwortung übernehmen können.

SP begrüsst «vernünftigen Kurs»

Anders sieht es die SP: Sie hat es in einer Mitteilung begrüsst, dass der Bundesrat an seinem «vernünftigen Kurs festhält» und «wissenschaftlich abgestützte Öffnungsschritte plant». Zusammen mit der Impfkampagne gebe diese Lockerungsstrategie der Bevölkerung eine Perspektive für Frühling und Sommer.

Die Unternehmen erhielten ausserdem mehr Planungssicherheit, schreibt die SP Schweiz. Zu schnelle Lockerungen würden die Fortschritte der letzten Wochen zunichtemachen. Unbefriedigend blieben hingegen die begleitenden Wirtschaftshilfen. Bund und Kantone müssten bei Schliessungen für eine rasche Entschädigung sorgen. Ansonsten sorge dies für berechtigten Unmut.

Erfolgten Lockerungsschritte behutsam und nicht im schnellen Zwei-Wochen-Rhythmus, erlaube dies eine bessere Beurteilung der Effekte von Massnahmen. «Der Bundesrat darf sich nicht von den Lobbys zu vorschnellen Öffnungen drängen lassen», lässt sich SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer in der Mitteilung zitieren.

Das Ziel müsse es sein, eine dritte Welle zu vermeiden. Dafür müssten die Fallzahlen weiter deutlich gesenkt und so tief gehalten werden, dass wieder ein effektives Contact Tracing möglich sei, schreibt die SP.

SDAfal

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