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Corona in Europa: Plötzlich ist Italien das Vorbild

«Network Testing», viel Disziplin und kaum Diskussionen: Wie die Italiener die Seuche fürs Erste unter Kontrolle gebracht haben.

Kein Problem: Die Menschen in Italien tragen Schutzmasken auch im Freien, wie zum Beispiel auf diesem Bild aus Neapel.

Kein Problem: Die Menschen in Italien tragen Schutzmasken auch im Freien, wie zum Beispiel auf diesem Bild aus Neapel.

Foto: Getty Images

Plötzlich steht Italien als Modell da, als Vorbild für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Pandemie. Und diese Wendung war nun wirklich nicht absehbar gewesen.

Während etwa Spanien, Frankreich und Grossbritannien mit den Wogen einer zweiten Welle kämpfen, bleibt die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Italien in diesem Spätsommer unter Kontrolle. Die Kurve stieg auch wieder etwas an, aber bisher nicht exponentiell: Im Durchschnitt zählt man pro Tag etwa 1500 neue Fälle, bei rund 100’000 ausgewerteten Tests. Denn ja: Italien testet nun viel mehr als im Frühling.

Die Quote der positiv Getesteten liegt also bei weniger als 2 Prozent. Die Zahl der Todesfälle schwankt zwischen 10 und 20. In den Intensivstationen liegen gerade 244 Menschen mit Covid-19, und jeden Tag kommen einige weitere hinzu. Doch das Gesundheitssystem hält.

Um Himmels willen nicht nachlassen!

Von einer «seconda ondata», einer zweiten Welle, spricht in Italien niemand. «Fürs Erste» nicht, und diesen Zusatz mit eingebauter Warnung fügen nun alle italienischen Virologen und Epidemiologen immer an, wenn sie die nationalen Daten analysieren und sie mit anderen Ländern vergleichen, auch die optimistischen unter ihnen. Wachsamkeit und Disziplin der Italiener sollen um Himmels willen nicht nachlassen. Sie sind wohl der wichtigste Grund für die einigermassen guten Werte des Landes – und dafür, dass sich im Alltag eine neue Normalität eingestellt hat.

Den Italienern braucht man nicht ständig neu zu erklären, dass diese Seuche eine dramatische Plage ist, dass es jetzt einfach wichtig ist, mal für eine Weile auf einige liebe Gewohnheiten zu verzichten und Gesichtsmasken zu tragen, sich nicht zu herzen, Distanz zu halten. So weh es tut.

«Fifoni», Angsthasen? Eher verantwortungsbewusst

Man erlebt das im täglichen Leben, in den Läden, den Restaurants, in Postämtern, Trams und Bussen: Die Reflexe sind eingespielt. Überall stehen Desinfektionsgels, man greift automatisch zu. Fast alle ziehen sich Schutzmasken über, sobald sich die Trottoirs etwas füllen. Es käme in Italien auch niemandem in den Sinn, jemanden schief anzuschauen, nur weil der in einer leeren Gasse Maske trägt. Demos von Virusskeptikern und Gegnern der Massnahmen? Völlig marginal. Dafür hat man einfach zu viel gesehen – zu viel Leid.

Italien wurde früh und hart von Corona getroffen, vor allen anderen europäischen Ländern. Die Italiener sind bis heute traumatisiert von den Bildern aus der Lombardei, den Militärtransportern mit den Leichen aus Bergamo und den Tälern im Hinterland, von Ambulanzen im Stau vor den Eingängen der Spitäler. Das Virus, es steckte auch die Seelen an.

Als die italienische Regierung das ganze Land in den Lockdown schickte, fragte fast niemand, ob das richtig sei oder ob da womöglich die Grundrechte eingeschränkt würden. Es war richtig und basta. Die Grundrechte sind wichtig, das Überleben war gerade wichtiger. Und die Italiener sind gesundheitsbewusste Menschen. Selber würden sie sagen: «fifoni», Angsthasen.

Boris Johnsons merkwürdige Argumentation

Die Akzeptanz für die harten Dekrete aus dem Büro von Ministerpräsident Giuseppe Conte war immer breit, fast einhellig. Etwa auch, weil die Italiener die Freiheit weniger lieben als andere Völker? Das denkt Grossbritanniens Premier Boris Johnson. Nachdem nun auch die «Financial Times» über das italienische Beispiel berichtet hat, sagt Johnson: «Unser Land ist eines, das die Freiheit liebt.» Es sei deshalb schwierig, dem britischen Volk zu sagen, dass es sich an Auflagen halten müsse.

Vielleicht, entgegnen die Italiener, liege das auch daran, dass Johnson selbst, bevor er sich ansteckte, nicht gerade ein Vorbild war. «Auch wir Italiener lieben die Freiheit», liess Staatspräsident Sergio Mattarella ausrichten, «uns ist aber auch Ernsthaftigkeit wichtig.»

Die Reflexe sind längst automatisiert: Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi mit geistlichen und politischen Würdenträgern bei der Einweihung einer Notaufnahme im September.

Die Reflexe sind längst automatisiert: Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi mit geistlichen und politischen Würdenträgern bei der Einweihung einer Notaufnahme im September.

Foto: Keystone

Nach dem langen Lockdown hat die italienische Regierung das Land nur Schritt um Schritt geöffnet, mit detaillierten Protokollen für das neue Zusammenleben, und das gilt als zweite Erklärung für die nun vergleichsweise beruhigende Entwicklung. Man hatte Zeit, und für einmal nutzte man sie. Sobald sich jetzt ein Infektionsherd entzündet, reagiert der Staat schnell.

Während der Sommerferien etwa steckten sich viele Menschen in Clubs und Diskotheken auf Sardinien an. Die Regierung schloss alle Nacht- und Tanzlokale im ganzen Land bis auf weiteres und verhiess, für den Geschäftsausfall aufzukommen. Wichtig war aber vor allem, dass die Urlaubsrückkehrer das Virus nicht überall auf dem Festland ausbreiteten. Ganz vermeiden liess sich das nicht. Doch die Drive-through-Testanlagen an den Fährhäfen und die Testerei an den Flughäfen halfen, das Phänomen einzukreisen.

Regierungsberater fordert 300’000 Tests pro Tag

Einkreisen ist ein zentraler Begriff. Der gefeierte römische Mikrobiologe Andrea Crisanti sieht im «Network Testing» den dritten Grund für «Italiens Vorteil». Im Auftrag der Region Veneto hatte Crisanti es in Vo’ Euganeo durchgeführt, einem der ersten betroffenen Dörfer im Norden des Landes, nun arbeitet er für die Zentralregierung. «Wenn wir in Italien einen Positiven finden», sagt Crisanti, «testen wir sofort alle seine Familienmitglieder und Freunde, mit denen er sich traf, und deren Verwandten und Freunde.» Ein System der konzentrischen Kreise.

Andere Länder, etwa Grossbritannien, beschränkten sich auf das Contact-Tracing, das gehe vom einzelnen Kontakt aus, eher strahlenförmig. Für Crisanti testet Italien allerdings immer noch viel zu wenig: Er fordert eine Verdreifachung, 300’000 pro Tag.

Die Sorge ist noch lange nicht verflogen. Doch wenn in den nächsten drei Wochen die Zahlen nicht sprunghaft steigen, über 5000, dann würde das heissen, dass Italien auch die Öffnung der Schulen und die Wiederaufnahme des vollen Arbeitsbetriebs nach den Ferien gut gemeistert hat. Dann hätte der momentane Modellfall Italien vielleicht sogar das Zeug zum dauerhaften Lehrstück.

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