Switzerland

CO₂-Emissionen sinken kaum: Schweiz verpasst nationales Klimaziel 2020

Die CO₂-Emissionen sind 2019 kaum gesunken. Damit dürfte die Schweiz das nationale Klimaziel 2020 nicht erreichen. Umweltorganisationen wie der WWF sind empört.

Der Osterreiseverkehr staut sich vor dem Gotthard-Tunnel auf der A2 in Richtung Süden. (1. April 2021)

Der Osterreiseverkehr staut sich vor dem Gotthard-Tunnel auf der A2 in Richtung Süden. (1. April 2021)

Foto: Urs Flueeler (Keystone)

2019 stiess die Schweiz insgesamt 46,2 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente (CO₂-eq) aus, wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) am Montag in seinem Treibhausgasinventar schreibt. Das seien 0,3 Millionen Tonnen weniger als 2018 und 14 Prozent weniger als 1990. Damit dürfte die Schweiz weder im Verkehr, noch bei den Gebäuden, in der Industrie oder der Landwirtschaft das nationale Klimaziel für 2020 erreichen.

Gemäss dem Kyoto-Protokoll wäre das Ziel jedoch eine Reduktion von 20 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990. Und dieses werde die Schweiz «nach heutiger Einschätzung» zum Teil deutlich verfehlen.

Dafür wären strengere Massnahmen nötig, wie sie zum Beispiel das neue CO₂-Gesetz vorsehe. Weil dagegen das Referendum ergriffen wurde, wird die Schweizer Stimmbevölkerung am 13. Juni darüber entscheiden.

Verkehr am schlechtesten

Am schlechtesten steht der Verkehr da, der gleichzeitig auch am meisten zur CO₂-Belastung beitrug, nämlich 15 Millionen Tonnen CO2-eq im Jahr 2019. Das ist sogar ein Prozent mehr als im Vergleichsjahr 1990.

Damit werde das Ziel von minus 10 Prozent deutlich verfehlt, schrieb das Bafu. Zwar hätten effizientere Fahrzeuge zu sinkenden CO₂-Emissionen pro Kilometer geführt. Doch weil die Zahl der zurückgelegten Kilometer stieg, wurde dieser Fortschritt wieder zunichte gemacht.

Immer noch zu viele fossile Brennstoffe

Im Gebäudesektor beträgt das Reduktionsziel minus 40 Prozent gegenüber 1990. Mit 11,2 Millionen Tonnen CO₂-eq lag die Schweiz 2019 erst bei minus 34 Prozent. Im untersuchten Jahr sei der CO₂-Ausstoss vor allem wegen des kälteren Winters nicht zurückgegangen.

Der starke Einfluss der Temperaturen auf die Emissionen zeige jedoch auch, dass die Gebäude in der Schweiz weiterhin zu einem bedeutenden Anteil mit fossilen Brennstoffen beheizt würden, hielt das Bafu fest.

Wenigstens hätten die verbesserte Energieeffizienz von Gebäuden und der zunehmende Ersatz von Öl- und Gasheizungen durch Wärmepumpen und erneuerbare Energien dazu beigetragen, dass die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr nicht gestiegen seien. Aber auch wenn man den Kälteeffekt herausrechne, sei der Trend zu gering, um das Reduktionsziel zu erreichen.

Auch Industrie und Landwirtschaft verfehlen Ziel

Die Industrie verharrte 2019 mit einem Ausstoss von 11,2 Millionen Tonnen CO₂-eq unverändert «auf stabilem Niveau». Das sind zwar 14 Prozent weniger als 1990. Das Ziel liege aber bei 15 Prozent und auch dieses werde bei dem derzeitigen Trend nicht erreicht, schrieb das Bafu.

Die Emissionen in der Landwirtschaft gingen gegenüber dem Vorjahr leicht auf 6,5 Millionen Tonnen zurück und liegen nun rund 12 Prozent tiefer als 1990. Auch der Ausstoss synthetischer Treibhausgase wie zum Beispiel Kältemittel habe leicht abgenommen. Aber auch mit einem deutlichen Rückgang der Gas-Emissionen werde die Schweiz das Reduktionsziel von minus zehn Prozent in diesem Sektor nicht erreichen.

Umweltschutzorganisation schockiert

Die Organisation Klimastreik Schweiz zeigte sich in einer Medienmitteilung «schockiert» über den «marginalen Rückgang» der Emissionen. Mit diesem Tempo erreiche die Schweiz das Ziel von Netto-Null Treibhausgasemissionen in 154 Jahren, wird eine Aktivistin darin zitiert.

Die Politik und die Konzerne missachteten klar die Vorgaben des Pariser Abkommens. Um das Ziel von einer maximalen Erderwärmung von 1,5 Grad zu erreichen, brauche es einen «umfassenden Systemwandel, der das Wohl der Menschen über die Profitinteressen der Reichen» stelle. Der Klimastreik ruft deshalb für den 21. Mai zu einem weiteren Aktionstag auf.

Auch die Umweltschutzorganisation WWF schrieb, so könne es nicht weitergehen. Kaum ein Land in Europa benutze weiterhin so viele Ölheizungen und setze Jahr für Jahr eine so verbrauchsintensive Neuwagenflotte auf die Strasse. Ausserdem flögen Schweizerinnen und Schweizer mehr als die Bewohnerinnen und Bewohner der Nachbarstaaten.

Für eine nachhaltige Reduktion der CO₂-Emissionen brauche es den gezielten Umbau des «auf fossilen Energien beruhenden Wirtschaftssystems». Genau das ermögliche das CO₂-Gesetz. Nur so könnten die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 50 Prozent gesenkt werden.

SDA

Football news:

Walcott unterschrieb bei Southampton einen Vertrag bis 2023
Juventus Turin hat die neue Homepage ein Formular für die Saison 2021/22
Lobanovsky hat einen tödlichen Aufstieg erfunden. Kotzten fast alle. Wer nicht kotzte-ging in die Basis. Andrey Shevchenko schrieb eine Autobiographie
Klose kann Fortuna Düsseldorf leiten: Miroslav Klose kann als Cheftrainer des FC Bayern starten. Er könnte Fortuna Düsseldorf aus der zweiten Bundesliga führen, behauptet Express. Ihn will dort Direktor Klaus Allofs einladen, der früher bei Werder arbeitete, wo Klose spielte. Der Rekordweltmeister wird den FC Bayern in diesem Sommer gemeinsam mit Hans-Dieter Flick verlassen und sich selbstständig machen
Mount-Chelsea ' s bester Spieler der Saison
Sevilla will Gödesch von Valencia kaufen. Für ihn werden 40 Millionen Euro verlangt, der Mittelfeldspieler des FC Valencia, Gonzalo Götze, könnte den Klub wechseln
Allegri ist ein vorrangiger Kandidat für Real, Raul ist ein Ersatzkandidat für Real Madrid, für den Fall des Abstiegs von Zinedine Zidane gibt es zwei Kandidaten für den Posten des Cheftrainers. Laut As wählt die Madrider Klubführung zwischen Ex-Juventus-Trainer Massimiliano Allegri und Kastilien-Chef Raúl