Switzerland

CNN-Reporter vor laufender Kamera verhaftet, Polizeigebäude in Minneapolis gestürmt

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd nach massiver Polizeigewalt lässt die Proteste eskalieren. Die Demonstrationen weiten sich aufs ganze Land aus. Donald Trump droht mit Konsequenzen.

Eine Demonstrantin auf dem Parkplatz eines Supermarkts in Minneapolis. Sie wurde bei Auseinandersetzungen mit der Polizei verletzt. Die Aufnahme stammt vom Donnerstag.

Eine Demonstrantin auf dem Parkplatz eines Supermarkts in Minneapolis. Sie wurde bei Auseinandersetzungen mit der Polizei verletzt. Die Aufnahme stammt vom Donnerstag. 

Carlos Barria / Reuters

In der amerikanischen Grossstadt Minneapolis ist es in der Nacht auf Freitag erneut zu Protesten und Ausschreitungen gekommen. Demonstranten drangen am späten Abend in ein Polizeigebäude ein und legten Feuer. Das Gebäude war zuvor evakuiert worden, Verletzte wurde vorerst keine gemeldet. Gemäss lokalen Medienberichten taten in der ganzen Stadt mehrere tausend Menschen auf der Strasse ihren Unmut kund. 

Bereits in den vorangehenden zwei Nächten war es in Minneapolis zu Demonstrationen, Plünderungen und nächtlichen Ausschreitungen gekommen. Der Gouverneur des amerikanischen Gliedstaats Minnesota hatte deshalb am Donnerstag einen Notstand für die 3,5-Millionen-Stadt erklärt und 500 Nationalgardisten mobilisiert. Zu einer Beruhigung der Lage hat dies bisher offenbar nicht geführt.

Am frühen Morgen verhaftete die Polizei ein Team des Nachrichtensenders CNN, das über die Proteste berichtete. Der Reporter Omar Jimenez wurde mit zwei Kollegen in Handschellen abgeführt, auch nachdem er sich eindeutig als Journalist zu erkennen gegeben hatte.

Der Reporter wurde gemäss CNN inzwischen wieder freigelassen. 

Vielmehr scheinen sich die Proteste auszuweiten: Am Donnerstag kam es auch in zahlreichen anderen amerikanischen Grossstädten zu Protestaktionen. 

FBI ermittelt, Trump droht

Auslöser für die Wut und Empörung der Demonstranten ist ein brutaler Polizeieinsatz gegen George Floyd in Minneapolis, der am Montag zum Tod des Afroamerikaners führte. Ein rund zehn Minuten langes Video des Einsatzes hatte sich in der Folge wie ein Lauffeuer in den sozialen Netzwerken verbreitet. 

Ein Video vom 25. Mai zeigt, wie ein Polizist auf dem Hals eines Mannes in Handschellen kniet. Der Mann starb kurz danach im Krankenhaus.

Ein Video vom 25. Mai zeigt, wie ein Polizist auf dem Hals eines Mannes in Handschellen kniet. Der Mann starb kurz danach im Krankenhaus.

Darnella Frazier via AP

Die Aufnahme zeigt, wie ein weisser Polizist während mehrerer Minuten sein Knie auf den Hals Floyds drückt. Mehrmals fleht dieser um Hilfe, verspricht zu kooperieren und sagt wiederholt: «Ich kann nicht atmen.» Dann verliert der 48-Jährige, den die Polizei wegen der Verwendung eines mutmasslich falschen Geldscheins festgenommen hatte, das Bewusstsein. Im herbeigerufenen Krankenwagen verstirbt er, noch vor Ankunft im Spital. 

Die amerikanische Bundespolizei FBI und die örtliche Staatsanwaltschaft erklärten am Donnerstag in einer gemeinsamen Stellungnahme, sie hätten wegen einer möglichen Verletzung der Bürgerrechte Floyds Ermittlungen eingeleitet. Diesen werde «höchste Priorität» gegeben.

Bereits am Dienstag hatte der Bürgermeister von Minneapolis erklärt, die vier in den Fall involvierten Polizisten seien entlassen worden. «Was wir gesehen haben, ist schrecklich», sagte er.

Auch Präsident Donald Trump äusserte sich bereits mehrfach zu dem Ereignis. Am Mittwoch sprach er den Angehörigen und Freunden des Opfers George Floyd sein Mitgefühl aus und versprach auf Twitter: «Der Gerechtigkeit wird Genüge getan!» Nach den jüngsten Ausschreitungen änderte sich indes seine Tonlage: «Diese Schlägertypen entehren das Andenken an George Floyd, und das werde ich nicht zulassen», schrieb Trump in der Nacht auf Freitag. Wenn es weiter Schwierigkeiten gebe und der «sehr schwache Bürgermeister» die Lage nicht in den Griff kriege, werde das Militär in Minneapolis die Kontrolle übernehmen. «Wenn die Plünderungen beginnen, beginnt das Schiessen», schrieb Trump.

Twitter warf dem Präsidenten kurz danach vor, mit dieser Nachricht die Richtlinien der Plattform gegen die Verherrlichung von Gewalt verletzt zu haben. Der Konzern deckte den Tweet ab und versah ihn mit einem Warnhinweis, gefolgt von einem Link, über den Trumps Aussage trotzdem sichtbar gemacht werden kann.

«Zieht die Mörderpolizisten zur Verantwortung», steht auf dem Plakat einer Demonstrantin in Minneapolis, wo die Beamten Pfefferspray gegen die Frau einsetzen (27. Mai).

«Zieht die Mörderpolizisten zur Verantwortung», steht auf dem Plakat einer Demonstrantin in Minneapolis, wo die Beamten Pfefferspray gegen die Frau einsetzen (27. Mai).

Tannen Maury / EPA

Erinnerungen an 2014

In den USA erregen Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze seit Jahren immer wieder Aufsehen. Wiederholt kam es deshalb zu Demonstrationen, teilweise auch zu Ausschreitungen.

Der jüngste Vorfall erinnerte an den ebenso auf Video festgehaltenen Fall des Afroamerikaners Eric Garner. Der damals 43-Jährige wurde 2014 von New Yorker Polizisten zu Boden geworfen; sie drückten ihm die Luft ab, später starb er im Spital.

Garners letzte Worte – «Ich kann nicht atmen» – wurden zu einem Slogan der Bewegung «Black Lives Matter». Diese setzt sich in den USA für Gleichberechtigung von Schwarzen und Weissen und gegen Polizeigewalt ein.

Mit Agenturmaterial.

Football news:

Pep Guardiola: ich Will, dass Messi in Barcelona bleibt
Kike Setien: Natürlich können wir die Meisterschaft gewinnen. Darüber sprechen Fakten und Mathematik
Bartomeu über Messi: wir sind verpflichtet, den Vertrag zu verlängern. Leo hat mir gesagt, dass er seine Karriere bei Barça beenden will
Chelsea ist bereit, Havertz 8 Millionen Euro pro Jahr zu zahlen und wird bald mit Bayer verhandeln
Lukomski-über die Krise in Barcelona: Bartomeu hat die Netze eingewechselt, Star-Senatoren verhängen den Trainern Taktik
Barça-Präsident: VAROUFAKIS ist unfair. Nach dem Neustart gibt es Lösungen, die dem einen helfen und dem anderen Schaden
Real will Mbappé 2022 kostenlos Unterschreiben. Der Abo-Bonus beträgt 100 Millionen Euro