Switzerland

Chur: Café reagiert mit Humor auf den Bankräuber

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In Chur ist am Donnerstag ein Bankräuber nach dem Überfall in eine Café geflüchtet, um dort ein Bier zu trinken. Nun weist ein Schild darauf hin, dass auch «Nicht-Bankräuber» willkommen sind.

«Man muss keine Bank überfallen, um bei uns ein Bier zu kriegen! 😊», steht auf dem Schild vor dem Café «Ela Coffee & Cocktail» in der Churer Reichsgasse. In dieser Bar wurde am Donnerstagmorgen ein 55-jähriger Tscheche verhaftet, der Minuten zuvor die Kantonalbank am Postplatz in Chur überfallen hatte. Kurz vor dem Zugriff hatte der Mann ein Bier bestellt und auch schon zwei, drei Schlucke davon getrunken.

Einen Tag später entdeckte ein Leser-Reporter das Schild vor dem Lokal. «Ein Kollege von mir hat mir geraten, das Schild so zu beschriften», sagt Wirtin Ela zu 20 Minuten.


Wirtin Ela erzählt vom Kurzbesuch des Bankräubers. (Video: jeb)

Sie habe viele positive Reaktionen auf das Schild bekommen. «Viele schauen kurz herein und schmunzeln.» Viele würden sich auch erkundigen, wie es ihre gehe, nachdem sie am Vortag von der Polizei überrascht wurde. Doch um Ela müsse man sich keine Sorgen machen. «Ich freue mich, wenn ich dank dem Schild ein paar Leuten ein Lächeln auf das Gesicht zaubern kann.» Schliesslich sei das Leben bereits ernst genug. Ob sie demnächst eine «Bankräuber-Stange» auf die Karte nimmt, lässt die Wirtin offen. «Vielleicht gibt es mal ein Bankräuber-Special, wer weiss?»

Der Tscheche bestellte nach dem Überfall ein Stange Quellfrisch. Bezahlen konnte er sie nicht mehr. «Die Polizei nahm in mit, ohne dass er seine Schuld begleichen konnte. Es vielen zwar einige Noten bei der Festnahme auf den Boden, doch die Polizei hat alle eingesammelt und mitgenommen», sagt Ela. Mittlerweile hätten mehrere Gäste ihr angeboten, die Schuld des Bankräubers zu übernehmen. Doch sie das hätte sie abgelehnt.

Erste Befragungen durchgeführt

Die Kantonspolizei hält sich derweil bezüglich Ermittlungen bedeckt. Erste Befragungen seien durchgeführt worden.
«In einem ersten Schritt geht es nun darum, den Tathergang zu rekonstruieren», sagt ein Sprecher auf Anfrage. Nach ersten Erkenntnissen gehe man von einem Einzeltäter aus. Wieso der Täter nach dem Überfall in eine Beiz ging und nicht die Flucht ergriff, sei noch unklar. Dass man einen Täter in einem Lokal festnehme, sei aber aussergewöhnlich.

(jeb)

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