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Chris von Rohr (68) im Gespräch mit Jewel (19): «Es kann schon hart sein, meine Tochter zu sein»

Krokus-Rocker Chris von Rohr (68) und seine Tochter Jewel (19) trennen mehr als ein halbes Jahrhundert. Während er seit Jahrzehnten erfolgreich auf der Bühne steht, liebt sie das Leben im Schatten, wie sie im BLICK-Generationengespräch erzählt. Man spürt bei ihnen: Die Vibes sind gut. Krachts auch mal? Lassen Sie sich überraschen.

BLICK: Ist es nicht immer etwas laut um Ihren Papa herum?
Jewel von Rohr: Nie zu laut, um auch die leisen Töne noch hören zu können.

Sie können auch ganz leise?
Chris von Rohr: Bei mir ists nur im Probelokal, auf der Bühne und phasenweise im Bett laut – sonst mag ich die Stille.

Was sagen Ihre Freundinnen zu Ihrem wilden Vater?
Jewel von Rohr: Dass er der coolste Rocker der Nation ist.

Woher kommt eigentlich der Name Jewel?
Chris von Rohr: Direkt von oben.

Kann das Juwel auch mal kratzbürstig sein?
Jewel von Rohr: Wenn ich schlafen will und man mich stört, kann ich schon mal bissig werden.

Kinder schämen sich ja manchmal für ihre Väter. Wann ist Ihr Papa peinlich?
Jewel von Rohr: Früher war das etwas mehr der Fall, mittlerweile ist es mir nur noch peinlich, wenn er sein Finger-Yoga mal wieder am Flughafen macht.

Finger-Yoga?
Jewel von Rohr: Ja, auf der Gitarre.

Chris von Rohr: Ja, es kann schon hart sein, meine Tochter zu sein (lacht).

Was sagen Sie, wenn Ihr Vater in seiner Autobiografie über frühere Frauengeschichten schreibt?
Jewel von Rohr: Mein Dad redet und schreibt genauso gerne über die Liebe wie über die Musik. Beides ist spannend und gehört zu seinem Leben.

Wenn es mal Zoff gibt – weswegen?
Jewel von Rohr: Das kommt nur vor, wenn er mal wieder eine zu crazy Freundin anschleppt oder ein absurdes Insta-Bild postet.

Wie haben Sie ihre Pubertät erlebt, Chris?
Chris von Rohr: Ich warte immer noch darauf. Kommt wohl mit dreissig!

Welche Freiheiten hatten Sie, Jewel, die andere Kinder nicht hatten?
Jewel von Rohr: Ich durfte immer so lange draussen bleiben, wie ich wollte. Die Eltern vertrauten mir und ich habe das nie ausgenutzt.

Chris von Rohr: Ich finde es schlimm, wenn die Erwachsenen den Kindern immer dreinreden. Man muss vertrauen und sie machen lassen. Erfahrung ist die Summe aller Fehler.

Hören Sie manchmal die Musik Ihres Vaters, Jewel? Und was für Sound sonst noch?
Jewel von Rohr: Meistens nur, wenn er live spielt, dann dance ich richtig ab. Ich höre queerbeet von klassisch bis Pop eigentlich alles. Ah, und ich bin ein riesiger Beatles-Fan!

Sie waren für die SRF-Serie «Ferien wie gestern» mit Jewel in London. Was sagen die Leute zu Ihrem gemeinsamen Auftritt am TV?
Jewel von Rohr: Dass wir authentisch rüberkamen, was immer gut ist.

Chris von Rohr: «Dok» ist ein gutes Format, man kann wenigstens ein bisschen ausholen und ein Thema vertiefen.

In der ersten Folge sah man, wie Sie sich etwas ärgerten, als Fans mit Ihrem Papa am Flughafen ein Selfie machen wollten.
Jewel von Rohr: Ich verstehe, dass das im Preis inbegriffen ist, aber manchmal ist es etwas viel – dann zieh ich ihn einfach ab.

Warum haben Sie Jewel gerade London gezeigt?
Chris von Rohr: London war meine erste und wegweisende Reise überhaupt. Es wurde zu einer Art zweiten Heimat und ist für mich immer noch Inspiration und grosse Freude.

Hand aufs Herz: Wünschen Sie sich manchmal, Jewel würde Rocksängerin werden?
Chris von Rohr: Nicht unbedingt. Ich wünsche mir einfach, dass sie glücklich im Leben ist und sich verwirklichen kann.

Und warum wollen Sie nicht ins Rampenlicht, Jewel?
Jewel von Rohr: Momentan geniesse ich gerade den Schatten – ha, ha, ha.

Was war Ihnen wichtig bei der Erziehung von Jewel?
Chris von Rohr: «Erziehung ist nichts anderes als Beispiel und Liebe», sagt Remo Largo. Stimmt komplett. Dazu kommt Empathie. Diese Werte versuchte ich ihr immer zu vermitteln.

Haben Sie nie an eine Karriere gedacht?
Jewel von Rohr: Doch, irgendwas will ich schon bewirken bzw. der Welt geben. Es wird noch kommen. Aber im Moment pflege ich das Nomadentum, die Welt zu studieren – da kann ich viel lernen.

Was können Sie besser als der Papa?
Jewel von Rohr: Ein Kamel zeichnen.

Ist er denn digital – oder doch eher «old school»?
Jewel von Rohr: Eine gute Mischung von beidem.

Wann und wo ist Jewel ein Juwel?
Chris von Rohr: Fast überall. Einfach unglaublich, ihre herzliche, schöne, pure Ausstrahlung. Sie hat eine einzigartige Feinheit, wie sie den Menschen und dieser Welt begegnet. Sie ist schlicht ein Rohdiamant.

Wie gross ist Ihre Liebe zu Ihrem Vater?
Jewel von Rohr: So gross, wie die Welt schwer ist.

Worin ist er unübertrefflich?
Jewel von Rohr: Im Spagettikochen, beim Zubereiten von Salatsaucen und im Wortspiel. Wie er mit seiner frechen, offenen Art auf die Menschen zugeht. Das möchte ich eines Tages auch können.

Wohin geht die nächste gemeinsame Reise?
Jewel von Rohr: Ich hoffe, bald nach Los Angeles, aber zuerst kommt Kreta.

Was wollen Sie Jewel und allen Jungen mitgeben?
Chris von Rohr: Seid euch selbst treu – egal, was die anderen sagen. Lebt eure Träume, gebt nie auf und geht euren Weg – es lohnt sich.

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