Switzerland

China-Flüge der Swiss sind bis Ende März ausgesetzt

Die Flüge der Swiss nach Peking und Schanghai sind bis zum 28. März ausgesetzt. Die Lufthansa-Gruppe fliegt auch andere chinesische Destinationen nicht mehr an. Europäische Flughäfen leiden nicht so schlimm unter dem Coronavirus.

Die Swiss streicht für die Zeit bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März die Flüge von und nach Peking sowie Schanghai.

Die Swiss streicht für die Zeit bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März die Flüge von und nach Peking sowie Schanghai.

Christian Beutler / NZZ

Während sich in der chinesischen Provinz Hubei das Coronavirus mit mehr als 63 000 Infizierten weiter ausbreitet, haben jetzt mehrere europäische Fluggesellschaften Vorsichtsmassnahmen beschlossen. Die Lufthansa-Gruppe, damit auch die Swiss, stellt China-Flüge mit dem expliziten Hinweis darauf ein, dass die Sicherheit der Passagiere und der Mitarbeitenden oberste Priorität geniesse. Es ist eine reine Frage der Zeit, bis zahlreiche weitere europäische, amerikanische und asiatische Fluggesellschaften ähnliche Entscheide wie die Lufthansa fällen werden. British Airways hatte schon vor einigen Tagen angekündigt, die Flüge nach Peking und Schanghai bis Ende März ausfallen zu lassen. KLM macht dasselbe, aber vorerst nur bis Mitte März.

Flüge noch immer nach Hongkong

Die Swiss gibt bekannt, sie streiche für die Zeit bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März die Flüge von und nach Peking sowie Schanghai. Angefügt wird sogleich, dass die Situation laufend beobachtet werde und man in Kontakt mit den zuständigen Behörden stehe; das lässt ein Türchen offen. Nach Hongkong fliegt die Swiss weiterhin, aber sie setzt auf dieser Route neu den Airbus A340-300 anstelle der Boeing 777 ein; damit werden je Flug im Maximum noch 223 anstelle von 340 Sitzplätzen angeboten. Die Swiss trägt der rückläufigen Nachfrage Rechnung, denn viele Kunden fliegen sonst über das Drehkreuz Hongkong von und zu Destinationen auf dem chinesischen Festland. 

Die Lufthansa lässt die Flüge nach China ausfallen, wobei jetzt angekündigt wird, bis zum 28. März auch die Destinationen Nanjing, Shenyang und Qingdao nicht mehr zu bedienen. Nach Peking und Schanghai sind die Flüge ebenfalls bis 28. März eingestellt; früh am Freitag war noch von einer Suspendierung bist Ende Februar die Rede gewesen. Insgesamt bot die Lufthansa bisher in der Woche 54 Flüge nach China und 19 nach Hongkong an. Das kann in Relation gesetzt werden zu konzernweit mehr als 20 000 Flügen in einer Woche. Auch wenn die Ertragsausfälle auf den Routen von und nach China erheblich sein werden, sollte mit Blick auf diese Relation die Lage nicht dramatisiert werden. 

Europäische Flughäfen nicht stark betroffen

Eine Studie der Rating-Agentur Moody’s zeigt im Weiteren auf, dass europäische Flughäfen wie auch europäische Fluggesellschaften bis anhin nicht allzu stark durch das Coronavirus in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Gemäss den Verkehrszahlen von 2019 flogen zwischen 1 und 3% aller Passagiere von einem europäischen Flughafen direkt zu einer Destination auf dem chinesischen Festland. London-Heathrow lag mit knapp 3% von total etwas mehr als 80 Mio. Passagieren am oberen Ende der Skala; Flughäfen wie Kopenhagen und Brüssel waren am unteren Ende der Skala.

Es wird von Moody’s aber auf die Gefahr hingewiesen, dass der Ausfall der Flüge von und nach China negative Auswirkungen haben werde, die noch schwierig abzuschätzen seien. Beispielsweise waren viele chinesische Touristen auf innereuropäischen Routen unterwegs. Viel stärker als Europa trifft das Coronavirus aber den chinesischen Binnenverkehr und die asiatisch-pazifische Region überhaupt.

Kulante Reiseversicherungen

Bereits melden sich in der Schweiz Reiseversicherungen zu Wort, die Rückerstattungen leisten werden. So übernehmen Helvetia und die mit ihr verbundene Europäische Reiseversicherung ERV die Kosten annullierter Flug- und Hotelbuchungen in ganz China, falls Leistungserbringer ihrerseits nicht bereits das Geld zurückbezahlt haben. Dies gelte derzeit für gebuchte Reisen bis Ende Februar. Es wird darauf verwiesen, dass die Deckung von Reiseversicherungen sich gewöhnlich an den Reiseempfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) orientiert. Das BAG hat eine Epidemie-Warnung für die Provinz Hubei herausgegeben.

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