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China bereitet sich auf den grössten Börsengang der Geschichte vor

Der für kommende Woche geplante IPO des Technologiekonzerns Ant Group bricht alle Rekorde. Doch wo Euphorie herrscht, lauern auch Risiken.

The Ant-Gruppe - im Bild der Empfang am Hauptsitz in der chinesischen Stadt Hangzhou - versucht, sich als Technologiefirma und nicht als Bank zu positionieren.

The Ant-Gruppe - im Bild der Empfang am Hauptsitz in der chinesischen Stadt Hangzhou - versucht, sich als Technologiefirma und nicht als Bank zu positionieren.

Qilai Shen / Bloomberg

An Superlativen herrscht bei diesem Börsengang kein Mangel. Nachdem die Ausgabepreise der Aktien für die Kotierungen in Hongkong und Schanghai feststehen, dürfte die Ant Group bei ihrem Börsendebüt am 5. November insgesamt rund 34,5 Mrd. $ einsammeln. Es wäre das bisher weltweit grösste IPO (Initial Public Offering) überhaupt. Der Petrokonzern Saudi Aramco nahm bei seinem Börsengang im Dezember 29,4 Mrd. $ ein. Realisiert die Ant Group sämtliche Zuteilungsoptionen wäre sie, gerechnet nach der Marktkapitalisierung, grösser als die amerikanische Bank JP Morgan Chase. Nach Vermögenswerten wäre Ant mit einer Bewertung von rund 320 Mrd. $ zudem auch grösser als die Industrial and Commercial Bank of China, der zurzeit grösste Finanzkonzern der Welt.

Alipay hat 731 Mio. aktive Nutzer

Doch was ist die Ant Group überhaupt? Gross geworden ist Ant als Finanztochter des Tech- und E-Commerce-Konzerns Alibaba. Die Bezahl-App Alipay hatte zum 30. September 731 Mio. aktive Nutzer. Die Vermögensverwaltungssparte hat Anlageprodukte mit einem Volumen von 580 Mrd. $ vermittelt; 400 Mio. chinesische Konsumenten nutzen von der Ant Group vermittelte Verbraucherkredite. Ausserdem vertreibt Ant Versicherungen.

In den vergangenen Jahren hat Jack Ma, Gründer von Alibaba und bis Herbst vergangenen Jahres CEO, Ant mehr und mehr aus dem Mutterkonzern herausgelöst. Heute ist Alibaba noch zu 30% an der Ant Group beteiligt. Zuletzt benannte sich der Finanzarm ausserdem von Ant Financial in Ant Group um. Ant, so die Message, versteht sich als Technologiefirma, nicht als Bank und fällt damit nicht unter die Regulierung der chinesischen Finanzmarktbehörden.

Ant hat gewaltiges Wachstumspotenzial

Tatsächlich ist die Ant Group eher ein Vermittler von Finanzdienstleistungen, denn ein Finanzdienstleister im eigentlichen Sinne. Ant arbeitet mit Partnern und bringt mit Hilfe seiner Apps, ähnlich wie viele Fintechs in Europa, Verbraucher mit Banken und Versicherern zusammen.

Die schiere Zahl der Nutzer in China, gepaart mit den Datenmengen, über die Ant verfügt, beflügelt die Phantasie der Investoren. Die weiter steigenden Einkommen in China eröffnen der Ant Group ein gewaltiges Wachstumspotenzial, auch im Ausland. Die Gebühren, die etwa Alipay bei Detailhändlern erhebt, liegen noch bei einem Bruchteil dessen, was westliche Kreditkartenfirmen verlangen. Kein Wunder, dass die Papiere um ein Vielfaches überzeichnet sind.

Doch mit der wachsenden Grösse gerät Ant zunehmend auf den Radar der Behörden, egal ob das Unternehmen Bank, Fintech oder Technologiekonzern ist. So listet der Börsenprospekt explizit Risiken auf, die durch eine strengere Regulierung der Kartellbehörden drohen könnten. Bei den Fintechs suchen Chinas Finanzaufsichtsbehörden schon länger nach Möglichkeiten, diese einzuhegen und strenger zu kontrollieren. Keine grosse Börsengeschichte ist ohne Risiken.

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