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Champions-League-Viertelfinal: Der FC Bayern deklassiert den FC Barcelona 8:2 – die Niederlage von Barça ist ein historisches Debakel

Bayern München zieht dank dem Kantersieg in den Champions-League-Halbfinal ein. Nur selten in der Geschichte des Fussballs ist ein Team von einem solchen Kaliber derart schonungslos deklassiert worden wie der FC Barcelona.

Barça ist dem FC Bayern am Freitagabend in jeder Hinsicht unterlegen: Lionel Messi (unten) im Duell mit Serge Gnabry.

Barça ist dem FC Bayern am Freitagabend in jeder Hinsicht unterlegen: Lionel Messi (unten) im Duell mit Serge Gnabry.

Manu Fernandez / EPA

Der FC Bayern dieser Tage ist ein Mysterium. Woher nimmt diese Mannschaft bloss die Lässigkeit, die Spielfreude und auch die Energie, die sie von Erfolg zu Erfolg trägt? Dass der FC Chelsea im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League keine sonderliche Hürde darstellen würde nach souverän absolviertem Hinspiel, damit war zu rechnen; dass mit dem FC Barcelona ein Team aus den Reihen der Fussball-Aristokraten im Viertelfinal allerdings derart auseinandergespielt und schliesslich gedemütigt wird, das überrascht dann doch mehr als nur ein bisschen.

Vergleiche mit 2014

Nur selten in der Geschichte des Fussballs ist ein Team von einem solchen Kaliber derart schonungslos deklassiert worden. Einzig der Vergleich des WM-Halbfinals von 2014, als Deutschland in Belo Horizonte den Gastgeber Brasilien mit 7:1 bezwang, war von ähnlicher Brisanz. Die Metaphysiker des Fussballs mögen nun darüber sinnieren, ob es bloss ein Zufall ist, dass der Bayern-Coach Hansi Flick auch damals beteiligt war – als Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft.

Gleich mit 8:2 zogen die Münchner in den Halbfinal ein, in dem sie auf den Sieger der Begegnung zwischen Manchester City und Olympique Lyon treffen werden. Ivan Perisic, Serge Gnabry, und Joshua Kimmich waren erfolgreich, zudem trafen der von Barça ausgeliehene Coutinho (2) und der Dauer-Vollender Robert Lewandowski. Thomas Müller, dem Routinier, gelangen zwei Tore, er liess seine Generationsgenossen auf katalanischer Seite, denen er schon 2013 in einem Halbfinal begegnet war, nur noch älter aussehen. Lionel Messi kam kaum zum Zuge, Luis Suarez hatte immerhin einen guten Moment, als er zum 2:5 traf.

Den Auftritt der Bayern als denkwürdig zu bezeichnen, erscheint angesichts des Niveaus der Münchner Darbietung fast ein wenig untertrieben: Sie kombinierten Zielstrebigkeit mit Eleganz, Effizienz mit Leichtfüssigkeit. Geradezu ideal starteten die Bayern in die Partie, als Thomas Müller in der vierten Minute der Führungstreffer gelang. Umso perplexer wirkten die Bayern drei Minuten später, als David Alaba den Ball zum Verdruss des Goalies Manuel Neuer ins eigene Tor lenkte.

So drohte den Münchnern für ein paar Minuten das Spiel zu entgleiten. Barça stellte die Bayern-Abwehr das eine oder andere Mal vor grosse Probleme, einmal musste Manuel Neuer eingreifen. Doch allmählich gelang es den Bayern, die Kontrolle über das Zentrum zu gewinnen, in dem sonst Sergio Busquets waltet. Kaum ein Ball konnte Marc-André ter Stegen auf Busquets spielen, der so gut abgeschirmt war, dass der FC Barcelona gar keinen Rhythmus finden konnte und auch der Niederländer Frenkie de Jong kaum zum Zuge kam. Und als die Bayern die Kontrolle erlangt hatten, kombinierten sie sich nach Lust und Laune vor das Tor des Gegners. Als es zur Halbzeit schon 4:1 stand – Ivan Perisic, Serge Gnabry und erneut Müller hatten getroffen –, war klar, dass für Barça hier nichts mehr zu gewinnen sein wird, sondern dass es allein darum gehen würde, dass Ausmass der Niederlage in Grenzen zu halten.

Doch auch hierin versagte die Equipe um Lionel Messi. Das Debakel gibt Anlass zur Frage, ob durch diese Niederlage nicht etwas offensichtlich geworden ist, das seit Jahren nur hinausgezögert wird. Älter und träger war kaum je eine Barça-Equipe. So ist die Niederlage dazu angetan, auch jene Figuren zu hinterfragen, die bisher als sakrosankt galten. Als sicher gilt: Barças Figuren der Zukunft werden nicht Lionel Messi oder Sergio Busquets heissen.

Lissabon. – Schiedsrichter Skomina (SLO). – Tore: 4. Müller (Lewandowski) 0:1. 7. Alaba (Eigentor) 1:1. 22. Perisic 1:2. 27. Gnabry 1:3. 31. Müller 1:4. 57. Suarez 2:4. 63. Kimmich 2:5. 82. Lewandowski 2:6. 85. Coutinho 2:7. 89. Coutinho 2:8. – Barcelona: ter Stegen; Semedo, Piqué, Lenglet, Jordi Alba; Roberto (46. Griezmann), Busquets (70. Fati), De Jong; Vidal; Messi, Suarez. – Bayern München: Neuer; Kimmich, Boateng (75. Süle), Alaba, Davies (84. Hernandez); Goretzka (84. Tolisso), Thiago; Gnabry (75. Coutinho), Müller, Perisic (67. Coman); Lewandowski. – Bemerkungen: Barcelona ohne Umtiti, Morer und Todibo (alle verletzt). Bayern München ohne Pavard (verletzt). Verwarnungen: 43. Boateng (Foul), 52. Davies (Foul), 54. Suarez (Foul), 60. Jordi Alba (Unsportlichkeit). 92. Vidal (Unsportlichkeit).

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