Switzerland

CH Media kauft die TV-Rechte an der Champions League

Die frei empfangbaren TV-Sender der privaten CH Media werden künftig die Champions League live zeigen. Den Sendern der staatlichen SRG bleiben nur die Rechte für Highlights.

Die Champions League macht ab der nächsten Saison einen Bogen um die SRG.

Die Champions League macht ab der nächsten Saison einen Bogen um die SRG.

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Er konnte sich einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. Man wisse, dass für die Live-Rechte im europäischen Fussball «unverhältnismässig hohe Geldbeträge geboten werden», sagte Roland Mägerle, Chef der SRG-Sportabteilung, «den geforderten Preis konnten und wollten wir nicht bezahlen». Der Verlust der Rechte ist eine herbe Niederlage für das öffentlichrechtliche Fernsehen. Seit 2016 ist der Aufwand für Lizenzen von 51 auf 46 Millionen Franken gesenkt worden. Man muss sparen im Leutschenbach. Das bekommt auch der Sport zu spüren. Und die Zuschauer und Zuschauerinnen.

Live-Spiele auf 3+ und TV24

Live-Spiele werden aber weiterhin im Free TV zu sehen sein. Die CH-Media, ein Joint Venture der AZ-Medien und der NZZ-Regionalmedien, überträgt ab der Saison 2021/22 auf ihren Sendern 3+ und TV24 jeweils Spiele der Champions League, der Europa League und der neuen Conference League. Allerdings ist das frei empfangbare Angebot kleiner als heute: Sämtliche Partien in den Play-offs der Champions League können nur noch beim Bezahlsender Cinetrade/Teleclub geschaut werden.

Cinetrade/Teleclub hat bereits vor einigen Wochen das Rechtepaket vom europäischen Fussballverband Uefa gekauft. Cinetrade/Teleclub, mit der finanzstarken Swisscom als Hauptaktionärin im Rücken, verlängert damit das Engagement im europäischen Fussball. Die CH-Media stärkt mit dem Vorpreschen die Strategie, die audiovisuellen Plattformen auszubauen mit dem Ziel, wegbrechende Werbeeinnahmen zu kompensieren. Teil dieser Strategie war bereits der Kauf des Senders 3+. Im Tessin und in der Romandie werden die frei empfangbaren Spiele von der Teleclub-Plattform Zoom verbreitet. Der SRG bleibt die Ausstrahlung von Highlights nach Spielende.

Unbekannt ist der Preis, den die CH-Media für die Rechte bezahlt. Die SRG spricht «vom Mehrfachen des bisherigen Preises». Schätzungen gehen von einem einstelligen Millionenbetrag aus. Eine Herausforderung für die Sender der CH-Media wird die redaktionelle Aufbereitung und Begleitung der Spiele sein. Das Unternehmen hat bis jetzt nur Erfahrung mit vereinzelten Übertragungen von Länderspielen ohne Schweizer Beteiligung. Offen ist, ob es bei der SRG nach dem verlorenen Rennen zu redaktionellen Umstrukturierungen und Stellenabbau kommen wird.

Und die Super League?

Der Kauf der Rechte von einem Privatsender wirft auch ein Schlaglicht auf die bevorstehende Ausschreibung der Übertragungsrechte der nationalen Fussballliga. In den kommenden Wochen wird die Swiss Football League die TV- und Marketingrechte für den Vierjahreszyklus 2021 bis 2025 auf den Markt bringen. Auch diese Rechte sind derzeit im Besitz von Cinetrade/Teleclub. Die SRG ist Juniorpartnerin und überträgt derzeit ein Spiel pro Runde live. Ob das so bleiben wird, ist nach dem Coup der CH-Media offener denn je. Vor allem das neu lancierte Blick TV des Ringier-Konzerns hat sich in Stellung gebracht.

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