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Cédric Brunner, «Schweizer Uhrwerk» in Bielefeld: Hat Sie Herr Petkovic schon angerufen?

BLICK: Cédric Brunner, acht Monate ist es nun her seit Ihrem Ur-Schrei auf dem Balkon nach dem Aufstieg mit Bielefeld...
Cédric Brunner: (Lacht) ...deswegen hat man mich anfangs immer wieder mal angehauen, auf Social Media beispielsweise. Mittlerweile hat sich das aber gelegt.

Wie haben Sie Ihre ersten Bundesliga-Monate erlebt?
Sie waren interessant und spannend, aber auch hart. Es war nicht immer schön, was die Resultate und die Stärke der Gegenspieler betrifft. Aber in Anbetracht unserer bescheidenen Mittel, haben wir eine Ausgangslage, die okay ist.

Bielefeld steht auf dem Relegationsplatz und stellt mit rund 25 Millionen Euro das kleinste Budget der Liga.
Ja, es wird eng werden im Abstiegskampf. Aber wir werden für unser grosses Ziel, in dieser Liga zu bleiben, kämpfen. Die wichtigen Direktduelle kommen alle noch.

Sie sind auf der rechten Abwehrseite gesetzt. Wie sehen Sie Ihre Rolle im Team?
Ich glaube, ich habe es bislang nicht ganz so verkehrt gemacht. Trainer Uwe Neuhaus weiss, was er an mir hat. Meine Stärke ist, dass ich konstant Leistung erbringe. Wie ein…

...ja?
Wie ein Schweizer Uhrwerk. Das hat man mir schon ein, zwei Mal im Klub gesagt. (Schmunzelt)

Wer Stammverteidiger in der Bundesliga ist, dürfte zwangsläufig auch für die Nati ein Thema werden. Haben Sie schon einen Anruf von Herrn Petkovic bekommen?
Nein, noch nicht. Vielleicht braucht es ein zweites Jahr in der Bundesliga, als Bestätigung. Ich weiss es nicht.

Aber die Nati wäre schon ein Traum von Ihnen?
Klar. Ich werde sicher nicht absagen, wenn der Anruf kommt. Wahnsinnig werde ich deswegen aber auch nicht. Das Einzige, was ich tun kann, ist: Leistung zeigen. Vielleicht müsste ich sieben, acht, neun Tore vorbereiten. Aber das ist noch schwierig – wir haben erst 18 Treffer in dieser Saison erzielt. (Lacht) Und überhaupt haben wir in der Schweiz mit Mbabu, Lang, Widmer, Hefti und Lotomba viele gute Spieler auf der rechten Abwehrseite. Aber wenn der Verband meint, er könne einen wie mich gebrauchen, dann bin ich bereit.

Sie haben mit der Arminia erst gerade ein 3:3 gegen die Bayern geholt. Wie wars gegen Coman und Davies auf Ihrer Abwehrseite?
Das war das Heftigste, was mir bis jetzt in meiner Karriere passiert ist. Diese zwei? Die legen ein unfassbares Tempo an den Tag, sind spielerisch top. Wirklich Weltklasse.

Jetzt steht das Duell mit Dortmund an.
Da wartet wohl die zweitschlimmste Kombination dieser Liga auf uns. Sancho und Guerreiro auf meiner Seite – mit ihren unglaublichen Dribblings. Dazu kommt Haaland mit seiner unglaublichen Wucht. Er ist ein kleines Monster vor dem Tor. Im positiven Sinne natürlich.

Kurzer Themaschwenker. Wie läufts mit Ihrem Psychologie-Studium?
Gut, ich bin mittlerweile in Hamburg imatrikuliert und habe, wenn alles rund läuft, 2022 meinen Bachelor. Das Studium macht grossen Spass. Ich kann viele Dinge auch in den Alltag mitnehmen.

Zum Beispiel?
Ich kann einordnen, wie Leute auf gewisse Situationen reagieren. Ich kann mir auch immer mehr vorstellen, nach meiner Karriere den Sport und die Psychologie zu verbinden. Kopf und Geist kommen meiner Meinung nach noch immer zu kurz im Profi-Sport. Und ich denke, es kann ein Vorteil sein, wenn der Coach dann auch schon all die verschiedenen Dinge im Sportleralltag erlebt hat – wie ich: Den Ab- und Aufstieg mit dem FCZ, den Cupsieg, den Aufstieg in die Bundesliga mit Bielefeld…

… und bald möglicherweise den Ligaerhalt mit der Arminia. Müssen sich die Nachbarn dann wieder in Acht nehmen, wenn Sie Ihr Glück frei rausschreien?
Auf jeden Fall. Die sollen sich dann schon mal rechtzeitig Ohrenschützer zulegen. Dann wirds wieder laut!

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