Switzerland

Campingplatz Thunersee-Gwatt: Nextlevel Camping

Seit der Renovation gilt die herrlich gelegene Anlage am Thunerseeufer als Musterbetrieb.

Madlen Eschler (57), seit letztem Jahr Leiterin des Campingplatzes Thunersee-Gwatt, freut sich auf die neue Saison, die wie auf den meisten TCS-Plätzen am Gründonnerstag, 1. April, startet.

Madlen Eschler (57), seit letztem Jahr Leiterin des Campingplatzes Thunersee-Gwatt, freut sich auf die neue Saison, die wie auf den meisten TCS-Plätzen am Gründonnerstag, 1. April, startet.

Foto: PD

Die ersten Sonnenanbeter besetzen zaghaft die öffentliche Liegewiese. Der Duft des Vorfrühlings hängt über dem Thunerseeufer. Noch verharrt der Campingplatz im Winterschlaf. Sechs kleine Chalets warten darauf, für die Saison vorne am See in Position gebracht zu werden. Die kuscheligen Holzhäuschen bieten Unterkunft für je vier Campingeinsteiger – für Leute, die dem Nomadenleben noch nicht so recht trauen und sich über normale (Kajüten-)Betten, eine Nasszelle in den eigenen vier Wänden und Frühstück im Restaurant freuen. Glamping heisst diese Ferienvariante. Dafür stehen auf dem Campingplatz Thunersee-Gwatt auch noch Schlafröhren, Neudeutsch Swiss Tubes, bereit.

Direkt am See und Aussicht auf die Berge: Der modernisierte Campingplatz Thunersee-Gwatt bietet nebst Glamping-Unterkünften wie den Schlafröhren (rechts im Bild) und Chalets auch 100 Stellplätze.

Direkt am See und Aussicht auf die Berge: Der modernisierte Campingplatz Thunersee-Gwatt bietet nebst Glamping-Unterkünften wie den Schlafröhren (rechts im Bild) und Chalets auch 100 Stellplätze.

Foto: PD

Die Glamping-Unterkünfte und der gesamte 100 Stellplätze zählende Campingplatz werden bis in den Oktober hinein fast immer ausgebucht sein. «Die letzte Saison war hervorragend. Der Boom dürfte auch 2021 anhalten», sagt Madlen Eschler. Die 57-Jährige leitet seit 2020 den Campingplatz zwischen Thun und Spiez.

Aufenthaltsraum im Dschungel-Look

Die Anlage wurde kürzlich gründlich renoviert und umgestaltet. In der ehemaligen Réception befindet sich nun ein Aufenthaltsraum im Dschungel-Look mit Sitzkissen. Der grosse Shop wurde auf eine Verkaufsecke mit einem Minimalsortiment reduziert – der Raum gehört der neuen, luftigen Réception. Das Restaurant im Urban-Chic-Stil erhielt ein Selfservice-Konzept. Wer Salat mit Pouletstreifen, Burger oder Flammkuchen geordert hat, kriegt einen Piepser, der sich regt, wenn das Essen abholbereit ist. Als neues Prunkstück gilt die Outdoor-Küche, in der die Gäste nach Belieben kochen können. Die sanitären Anlagen, der Raum fürs Geschirrspülen und die Waschküche sind auf dem modernsten Stand.

Neu ist unter anderem die grosszügig bemessene Terrasse des Selfservice-Restaurants.

Neu ist unter anderem die grosszügig bemessene Terrasse des Selfservice-Restaurants.

Foto: PD

Kein Wunder, ist Thunersee-Gwatt zum Vorzeige-Camping des Touring-Clubs Schweiz (TCS) gereift, der zwischen Lugano und Flaach ZH zwei Dutzend Plätze betreibt.

«Man musste sich hier den neuen Bedürfnissen anpassen», sagt Madlen Eschler, die fast ihr komplettes Berufsleben auf Campingplätzen verbracht hat, privat aber nie Campingferien verbringt.

Die Standplätze, alle mit Strom- und zum Teil auch Wasseranschluss, wurden mehrheitlich vergrössert, die Parzellen den schweren Motorhomes angepasst. Die Renovation der Anlage brachte auch eine Neuausrichtung. Gärtli, Zäune, fix installierte Vorzelte gehören im Gwatt ebenso der Vergangenheit an wie die braun gebrannten Dauergäste. «Wir nehmen keine Saisonmieter mehr, sondern fokussieren uns ganz auf Touristen», sagt Madlen Eschler.

Campingfreaks, die zum Teil seit Jahrzehnten jede freie Minute am Thunersee verbracht hatten, mussten sich nach einem neuen Standplatz umsehen. Die Chefin verhehlt nicht, dass die Interaktion zwischen Dauermietern und Kurzurlaubern nicht immer spannungsfrei gewesen sei. «Diese Konflikte gibt es nicht mehr – und wir haben nun genügend Kapazitäten für die Touristen.»

Viele Einsteiger im Corona-Jahr

2020 hatten Camper aus halb Europa in Thun-Gwatt gebucht – die TCS-Bilanz bei Saisonschluss zeigte aber erwartungsgemäss, dass im Corona-Jahr 1.0 Schweizerinnen und Schweizer 90 Prozent der Kundschaft bildeten.

«Viele Gäste waren zum ersten Mal auf einem Campingplatz», resümiert Madlen Eschler. Die Neulinge dürften nicht nur im Berner Oberland auf den Geschmack gekommen sein. Das zeigen die aktuellen Verkaufszahlen von Motorhomes und Campingbussen sowie der Buchungsstand im TCS-Computer: Im Vergleich zum Vorjahr kamen zwischen Anfang Januar und Mitte Februar 44 Prozent mehr Reservationen herein.

Glamping pur: Die neuen Chalets direkt am See.

Glamping pur: Die neuen Chalets direkt am See.

Foto: PD

Madlen Eschler freut sich auf die neue Saison, die wie auf den meisten TCS-Plätzen am Gründonnerstag, 1. April, beginnen wird. «Ich bin mit Leib und Seele dabei», sagt die Bernerin, die in der Hochsaison den Überblick über 25 Mitarbeitende wahren muss. «Ein so schöner Arbeitsplatz am See ist ein grosses Privileg.»

tcs.ch/de/camping-reisen

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