Switzerland

BWL-Empfehlung: Das gehört alles in den Notvorrat

Lange Schlangen vor den Kassen und leer geräumte Regale – dieses Bild bietet sich momentan in Supermärkten Norditaliens. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus stocken die Bewohner vor Ort den Vorrat in ihrem Haushalt auf. Da das Virus aber bereits sehr nahe an der Tessiner Grenze ist, legen auch Schweizer Notvorräte an. «Wir haben dieses Wochenende vermehrt Nachfragen bezüglich Notvorrat erhalten. Allerdings auf sehr tiefem Level», sagt Regula Rutz, Sprecherin des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL).

Das BWL empfehle ohnehin, stets einen Notvorrat zu halten – unabhängig von eintretenden Szenarien. «Es liegt im Interesse jedes Einzelnen, eine individuelle kurzfristige Notlage überbrücken zu können und für ein paar Tage eine gewisse Unabhängigkeit zu haben», erklärt Rutz. Die eingekauften Lebensmittelvorräte sollten am besten den Bedarf von rund einer Woche decken. Neben Lebensmitteln wird auch zu ausreichend Vorrat an Verbrauchsgütern wie Hygieneartikel, Arzneimittel, Tierfutter und Bargeld geraten.

Laut einer Broschüre des Bundes gehört Folgendes in den Notvorrat:

Getränke
9 Liter Wasser (pro Person) und weitere Getränke

Lebensmittel (für rund 1 Woche)
Reis/Teigwaren
Öl/Fett
Konserven (z. B. Gemüse, Früchte, Pilze)
Fleisch-/Fischkonserven
Dauerwürste, Trockenfleisch
Fertiggerichte (z. B. Rösti)
Fertigsuppen
Hart- oder Schmelzkäse
Kaffee, Kakao, Tee
Bouillon, Salz, Pfeffer
UHT-Milch, Kondensmilch
Müesli, Dörrfrüchte, Nüsse
Hülsenfrüchte
Zwieback oder Knäckebrot
Schokolade
Zucker, Konfitüren, Honig
Spezialnahrung bei Nahrungsmittelunverträglichkeit
Futter für Haustiere

Verbrauchsgüter
Batteriebetriebenes Radio, (Kurbel-)Taschenlampe, Ersatzbatterien
Kerzen, Streichhölzer und/oder Feuerzeug
Gaskocher, Rechaud

Hausapotheke/Hygiene
Seife, WC-Papier
Desinfektionsmittel, Hygienemasken
Einweghandschuhe
Persönliche Medikamente

«Vorräte mit Freunden teilen»

Primär soll man sich laut dem Bund hauptsächlich an den eigenen Bedürfnissen und geschmacklichen Vorlieben orientieren. Proteine, Kohlenhydrate und Fette sollen berücksichtigt werden. Der gekaufte Vorrat soll in der Küche oder dem Keller gelagert und in den Kochalltag integriert werden. Das Warenlager sollte nicht unangetastet bleiben, sondern laufend verbraucht und innert nützlicher Frist wieder ersetzt werden. Zudem empfiehlt das BWL, bei zu vielen Vorräten «Freunde einzuladen oder sie mit Nachbarn zu teilen, die nicht vorgesorgt haben».

Obwohl gemäss Artikel 102 der Bundesverfassung die Versorgung des Landes mit Gütern und Dienstleistungen Sache der Wirtschaft ist, bewahrt der Bund im Falle von Mangellagen Güter und Lebensmittel auch in eigenen Pflichtlagern auf. Die Freigabe von solchen Lagern erfolgt in der Regel ziemlich schnell. Laut BWL decken die Pflichtlager den durchschnittlichen Bedarf der Schweizer Bevölkerung für drei bis vier Monate ab und kosten jährlich rund 100 Millionen Franken.

Wie Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Interview mit 20 Minuten sagte, ist es wegen des Coronavirus nicht nötig, mehr Lebensmittel zu hamstern: «Ich denke, in der Schweiz wird es uns gelingen, die Bevölkerung fortlaufend so zu informieren, dass keine panische Angst entsteht und es nicht zu Hamsterkäufen kommt.»