Switzerland

Bürkis Zweikampf mit Hitz im BVB-Tor: «Ich bin schon erleichtert gewesen ...»

Im BVB-Podcast mit Kommunikationsdirektor Sascha Fligge spricht Roman Bürki (30) erstmals offen über seine schwierigen Oktober-Wochen, als er sich plötzlich auf der Bank bei Borussia Dortmund wiederfand und mit Marwin Hitz (33) ein anderer Schweizer zwischen den Pfosten stand.

Bürki: «Es war mir klar, dass ich nach meiner Krankheit eine Weile brauche, um wieder fit zu werden.» Aber nach der Nati-Pause habe er sich gut gefühlt: «Der Trainer hat dann auf Marwin gesetzt, was ja überhaupt kein Problem ist. Marwin ist ein Bundesliga-Torhüter, das ist keine Frage. Der Trainer meinte wahrscheinlich, dass es noch nicht der richtige Zeitpunkt ist, mich wieder zu bringen. Was die Medien dann verständlicherweise aufgegriffen und gesagt haben, was ist hier eigentlich los.»

Hitz sei ein toller Typ, «wir haben ein super Verhältnis.» Er sehe dessen Nominierung als Vertrauensbeweis für Hitz: «Damit er zeigen kann, dass auf ihn Verlass ist, dass er auch wichtige Spiele wie in der Champions League spielen kann. Und daher war es für mich dann auch okay, aber ich bin froh, dass ich jetzt wieder zwischen den Pfosten stehe.»

Von entscheidender Bedeutung für Bürki war, dass Sportdirektor Michael Zorc und Lizenzspielleiter Sebastian Kehl im Gegensatz zu Favre sofort unterstrichen, dass Bürki die Nummer 1 sei. Denn Bürki sagt ehrlich: «Das erste Mal denkt man noch: Okay, vielleicht will er einfach noch warten. Dann kommt das Champions-League-Spiel und es heisst wieder, du spielst nicht. Da macht man sich auf jeden Fall Gedanken. Von dem her bin ich schon erleichtert gewesen, dass es nur rein eine Entscheidung des Trainers war. Dass ich immer noch diesen Status als Nummer 1 beim BVB geniessen kann.»

«Ein Teamkollege hat sich einen Witz erlaubt»

Bürki erklärt im Klub-Podcast auch, warum er seinen Spitznamen «Sexy» verpasst bekam: «Bei GC mussten wir unsere Autogrammkarten selber ausfüllen. Grösse, Name, Hobbies und so weiter. Da hing ein Plakat in der Kabine. Ich habe als Spitznamen nichts angegeben, weil ich dachte, ich schreibe nicht auf, wie mans in Bern sagt, das hört sich für alle anderen in der Schweiz komisch an. Und dann hat jemand für mich einfach etwas eingefügt. Ein Teamkollege hat sich einen Witz erlaubt.» Durchgesetzt habe sich der Spitzname nicht.

Bürki setzt sich im Gespräch auch sehr reflektiert mit Kritik auseinander. «Es ist wichtig, jemanden zum Sprechen zu haben. Ich habe das mit meinem Mentaltrainer gemacht. Ich habe ihm genau meine Gefühle erläutert, wie ich mich fühle, wenn ich das lese. Er hat mir einen Weg und einige Tricks gezeigt, wie damit umzugehen ist.»

Denn es gebe «viele Leute, die nichts Gutes für Dich wollen und Dich versuchen runterzuziehen. Da musst Du das ausblenden können und wissen, welche Leute Gutes für Dich wollen und ehrlich zu Dir sind.» Für die Hater auf Social Media findet Bürki klare Worte: «Es ist eine Möglichkeit für irgendwelche Leute, die nicht zufrieden sind mit sich selber oder vielleicht zu wenig geliebt wurden von ihren Liebsten, um einfach Wut rauszulassen oder jemanden schlecht reden zu wollen.»

Er selber habe, wenn es um den Umgang mit Niederlagen gehe, einen Schritt nach vorne gemacht: «Ich habe immer viel hinterfragt, wenn wir verloren haben. Aber ich habe auch Spieler gesehen, die sich gar nicht gross damit beschäftigt haben. Die sind in den Bus eingestiegen und haben wahrscheinlich schon gedacht: «Wir haben ja im nächsten Spiel wieder die Chance, uns zu zeigen. Ist zwar scheisse, dass wir verloren haben, aber kein Weltuntergang.» Ich habe mich immer aufgeregt und überlegt, was wir besser machen können. Und dann war meine Laune zuhause auch nicht okay. Irgendwann habe ich begriffen, dass es erstens ein Spiel ist. Und dass du zweitens auch nur ein Mensch bist. Du kannst Fehler machen, das ganze Team kann Fehler machen.»

«Moukoko? Noch nie so ein Talent gesehen»

Manchmal helfe es auch, wenig nachzudenken: «Auf jeden Fall. Vor allem für junge Spieler, für überragende Talente. Ein Jadon Sancho, ein Gio Reyna, ein Youssoufa Moukoko, die denken nicht darüber nach, die machen einfach. Die denken nicht darüber nach: «Was ist jetzt hier die Konsequenz, wenn ich den Ball verliere?» Die machen einfach. Wenns gelingt, ists überragend und wenn nicht, dann haben sie noch diesen Schutz, dass man sagt, er ist ja noch jung und muss noch lernen.»

Gerade von Moukoko schwärmt Bürki: «Er ist ein Talent, das ich so noch nie gesehen habe. Wir haben viele junge Spieler auch im Team, die mittrainieren. Aber er ist dann nochmals jünger als die... Er macht einfach alles so gut schon, in diesem Alter, und das war schon eine grosse Überraschung für mich.»

Bürki spricht auch davon, einen klar geregelten Tagesablauf in der Corona-Zeit zu haben: «Fussball und Zocken. Ich verlasse meine Wohnung so wenig wie möglich. Weil wir eine Verantwortung für die ganze Bundesliga haben. Wenn wir positiv sind, kann es schnell sein, dass wir Mitspieler anstecken. Ich stehe auf, fahre zum Training, nehme Essen mit vom Trainingscenter, gehe nach Hause, esse, lege mich auf die Couch, ab und zu dann Zocken mit anderen Freunden. Damit man quasi so etwas zusammen unternehmen kann.»

Für einen Lacher sorgt er, als er Sätze vervollständigen muss. Wann er sich hilflos fühle, wird gefragt: «Wenn meine Freundin und ich argumentieren. Da habe ich eigentlich fast keine Chance...» (abö)

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