Switzerland

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will gemeinsames EU-Projekt für Arzneimittelproduktion, Westschweizer Medium «Micro» gibt wegen Coronavirus auf – und weitere Wirtschaftsmeldungen

(dpa) Der deutsche Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will sich auf EU-Ebene für ein gemeinsames europäisches Projekt zur Arzneimittelproduktion einsetzen. Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Es ist keine gute Idee, die Globalisierung zurückzudrehen, aber es ist die richtige Idee, einseitige Abhängigkeiten zu minimieren und in sensiblen Bereichen die nationale Souveränität zu behaupten oder wiederzugewinnen.»

Altmaier sagte, er habe deshalb bereits zwei Initiativen bei der Halbleiterproduktion und Batteriezellenherstellung gemeinsam mit verschiedenen europäischen Partnern aufs Gleis gesetzt. «Ich kann mir auch gut ein gemeinsames europäisches Projekt für die Arzneimittelproduktion vorstellen. Auch hieran arbeiten wir bereits.»

Bei der Fertigung von Batteriezellen für Elektroautos dominieren bisher Anbieter aus Asien den Markt. Geplant ist nun der Aufbau einer grossen Produktion in Europa und Deutschland. Auch viele Wirkstoffe für Arzneien werden aus Kostengründen in Fernost hergestellt - etwa für Antibiotika in China und Indien. Die Bundesregierung hatte bereits den Ausbau der Produktion medizinischer Schutzausrüstungen in Deutschland vorangetrieben, um unabhängiger zu werden.

Mit Blick auf die deutsche EU-Ratspräsidentschaft ab Juli sagte Altmaier: «Nach der Überwindung der akuten Corona-Pandemie brauchen wir weltweit, aber auch in der EU selbst, eine Renaissance der Marktwirtschaft, damit wir im globalen Wettbewerb dauerhaft bestehen können.»

Die deutsche EU-Präsidentschaft verfolge daher das Ziel, eine möglichst rasche Erholung der Volkswirtschaften zu ermöglichen. Dem diene auch die neue deutsch-französische Initiative, sagte Altmaier mit Blick auf das Konzept von Bundeskanzlerin Angela Merkel und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron über EU-Wiederaufbauhilfen im Umfang von 500 Milliarden Euro.

«Wir werden die Industriestrategie, die die EU-Kommission kurz vor dem Corona-Ausbruch vorgelegt hat, daraufhin überarbeiten, wie sie am ehesten dazu beitragen kann. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass wir einseitige Abhängigkeiten vermeiden und reduzieren, indem wir internationale Lieferketten stärker diversifizieren.»

Altmaier sagte weiter: «Ausserdem brauchen wir in der Europäischen Industriestrategie klare Aussagen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen. Ausserdem muss Europa schneller und besser werden, wenn es um die Ansiedlung der Arbeitsplätze der Zukunft geht: Bei Digitalisierung, Kommunikation und Klimaschutz.» Die traditionellen Industrien wie Stahl, Chemie, Maschinenbau, Automobil- und Fahrzeugbau müssten auch künftig in Europa überleben können. «Dafür muss die EU geeignete Rahmenbedingungen schaffen.»

Am kommenden Sonntag soll die Veröffentlichung des Journals «Micro» wegen der Corona-Krise eingestellt werden.

Am kommenden Sonntag soll die Veröffentlichung des Journals «Micro» wegen der Corona-Krise eingestellt werden.

Laurent Gillieron / KEYSTONE

(sda) Die erst vor Kurzem ins Leben gerufene Westschweizer Wochenpublikation «Micro» wird ihren Betrieb einstellen. Dies gaben die Herausgeber in der Nacht auf Montag bekannt.

Als Grund geben die Verantwortlichen die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus an. Die Covid-19-Pandemie habe die Hauptkunden des Titels stark betroffen: Cafés, Arztpraxen und Coiffeursalons, hiess es weiter im Communiqué. Unter diesen Umständen sei es unmöglich, die Veröffentlichung wieder aufzunehmen.

Daher werde man am kommenden Sonntag die Veröffentlichung einstellen. Eine letzte Ausgabe ist laut den Angaben für Samstag geplant.

Die Veröffentlichung in Papierform war bereits seit dem 17. März ausgesetzt worden, nachdem der Bundesrat die Coronavirus-Massnahmen erlassen hatte. Das Konzept der Zeitung, die aus ökologischen Gründen eigens als Blatt zum Teilen ins Leben gerufen worden war, sei im aktuellen Coronavirus-Kontext «sehr kompliziert» geworden, fügte «Micro» hinzu.

Die Herausgeber würden alle im Jahr 2020 abgeschlossenen Abonnements erstatten und zwei Spenden in Höhe von jeweils 10 000 Franken an die satirische Zeitung «Vigousse» und an die Online-Medien La Torche 2.0 vornehmen, hiess es weiter.

(sda/reu) Der britische Luxusauto-Bauer Aston Martin steht vor einem Chefwechsel. Andy Palmer werde das Unternehmen im Zuge eines geplanten Management-Umbaus verlassen, sagte eine mit dem Thema vertraute Person am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Nachfolger solle Tobias Moers werden, der derzeitige Chef bei Mercedes-AMG.

Zuerst hatte die normalerweise gut informierte «Financial Times» über das Vorhaben berichtet und geschrieben, der Wechsel solle am Dienstag bekanntgemacht werden. Palmer sei über das Vorhaben nicht informiert worden und habe sich nicht dazu äussern wollen, so die Zeitung. Aston Martin erklärte, derzeit stehe das Management-Team auf dem Prüfstand. Mitteilungen dazu werde es zu gegebener Zeit geben.

Die Coronavirus-Krise hatte zuletzt die Probleme des Unternehmens verschärft. Wegen des Stillstands der Produktion und rapide schrumpfender Verkaufszahlen hatte sich der Vorsteuerverlust im Auftaktquartal deutlich ausgeweitet. Der Ferrari-Rivale hat schon länger mit sinkenden Verkaufszahlen und hausgemachten Problemen zu kämpfen.

Daimler ist mit fünf Prozent an Aston Martin beteiligt und beliefert das Unternehmen mit Mercedes-AMG-Motoren.

Das belebte Geschäftsviertel Sugamo in Tokio am 24. Mai. Die Regierung will den Notstand in Tokio und den verbleibenden Gebieten am 25. Mi wieder aufheben.

Das belebte Geschäftsviertel Sugamo in Tokio am 24. Mai. Die Regierung will den Notstand in Tokio und den verbleibenden Gebieten am 25. Mi wieder aufheben. 

Franck Robichon / EPA

(sda/reu) Japan erwägt einen weiteren Nachtragshaushalt von mehr als 100 Billionen Yen, also umgerechnet rund 900 Milliarden Franken, zur Eindämmung der Folgen der Coronavirus-Krise. Dies geht aus einem Medienbericht vom Montag hervor.

In der Budgeterhöhung seien rund 60 Billionen Yen für Niedrigzinskredite für Unternehmen enthalten, die stark von den Coronavirus-Folgen betroffen seien, berichtete die normalerweise gut informierte japanische Wirtschaftszeitung «Nikkei» am Montag. Es werde erwartet, dass das Vorhaben am Mittwoch auf einer Kabinettssitzung seinen Segen erhalte, hiess es weiter.

Im April war bereits ein Konjunkturprogramm im Rekordvolumen von umgerechnet rund 1000 Millionen Franken geschnürt worden.

Die weltweit drittgrösste Volkswirtschaft steht wegen der Coronavirus-Krise ebenso wie viele andere Länder vor einer tiefen Rezession. Die Regierung hatte die Bürger angesichts der Pandemie gebeten, zu Hause zu bleiben. Zudem wurden Firmen aufgefordert, ihre Werkstore geschlossen zu halten. Analysten erwarten, dass die Wirtschaftsleistung im laufenden Quartal in prozentual zweistelliger Höhe schrumpft.

(sda) Geologen nehmen zurzeit Kernbohrungen im Boden von Oberwald im Kanton Wallis vor. Das Ziel ist festzustellen, ob das Unternehmen Gaznat ein Erdgas-Reservoir unter den Alpen bauen kann. Die vier Kavernen sollten es ermöglichen, 1480 Gigawattstunden zu lagern.

Das Unternehmen, das die Gas-Pipelines der Westschweiz besitzt, hatte den Vorschlag bereits 2018 unterbreitet. Die Kosten des Projekts werden auf rund 400 Millionen Franken geschätzt, wie der Direktor von Gaznat, René Bautz, am Sonntag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Er bestätigte damit einen Bericht der Zeitung «Le Matin Dimanche». Die geplanten Kavernen sollen 90 Meter hoch und 40 Meter breit sein.

Langfristig sollen sie überschüssige Elektrizität von Photovoltaikkraftwerken und Windparks speichern. Oberwald befindet sich einige hundert Meter weit von der Trasse der Gas-Pipeline Transitgas entfernt, die die Region Basel mit der italienischen Grenze (Domodossola) verbindet.

Die Resultate der von den Geologen vorgenommenen Stichproben sollen in zwei bis drei Monaten vorliegen. Bei positivem Ergebnis und wenn die Investoren einverstanden sind, wird eine technisch-wirtschaftliche Machbarkeitsstudie erstellt. Danach würden Sicherheitsfragen und die Auswirkung auf die Umwelt analysiert, sagte Bautz.

Das Baugesuch wird später folgen. Bautz geht davon aus, dass es Einsprachen geben wird. «Das ist allgemein der Fall bei jeder grossen Energieinfrastruktur.» Nach Erhalt der Baugenehmigung dürften die Hauptarbeiten drei bis fünf Jahre dauern.

(reu) Die wegen der Coronavirus-Pandemie angeschlagene Lufthansa will einem Zeitungsbericht zufolge ihr Streckennetz ab Juni wieder ausbauen. In der zweiten Monatshälfte sollen allein aus Frankfurt rund 20 Ziele wieder angeflogen werden, berichtet die «Bild am Sonntag» unter Berufung auf Konzernkreise. Darunter befänden sich Heraklion (Kreta), Rhodos, Dubrovnik, Faro, Venedig, Ibiza und Malaga. Mallorca solle sogar deutlich häufiger angeflogen werden. Mit dem neuen Juni-Flugplan sollen 80 Flugzeuge reaktiviert werden. Dem Bericht zufolge sind am Monatsbeginn konzernweit dann 160 von insgesamt 760 Maschinen im Einsatz.

Lufthansa-Flugzeuge parkieren auf dem Flughafen in München. Ab Juni soll das Streckennetz der Fluggesellschaft wieder ausgebaut werden.

Lufthansa-Flugzeuge parkieren auf dem Flughafen in München. Ab Juni soll das Streckennetz der Fluggesellschaft wieder ausgebaut werden. 

Lukas Barth-Tuttas / EPA

Wegen der Pandemie kam der internationale Luftverkehr praktisch zum Erliegen. Ohne staatliche Finanzspritze droht der Lufthansa nach eigener Darstellung die Insolvenz. Die Airline-Gruppe transportierte im April und Mai gerade noch ein Prozent der Fluggäste im Vergleich zum Vorjahr.  Die Fluggesellschaft hatte in der Nacht zum Donnerstag in einer Pflichtmitteilung Details der bis zu neun Milliarden Euro umfassenden staatlichen Finanzspritze genannt. Die Gespräche mit Vertretern des eigens für Hilfen in der Coronavirus-Krise eingerichteten Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) seien fortgeschritten und sollten zeitnah abgeschlossen werden, um die Solvenz der Lufthansa zu sichern. Den Milliardenkredit muss die Lufthansa nach Informationen der «Bild am Sonntag» erst Ende 2023 zurückzahlen.

(dpa) Der Eurogruppen-Vorsitzende Mário Centeno lobt den deutsch-französischen Vorschlag für einen 500 Milliarden Euro schweren europäischen Wiederaufbaufonds als «gute Nachricht für Europa». Die Initiative von Kanzlerin Angela Merkel und des französischen Staatschefs Emmanuel Macron sei «ein kühner Schritt in die richtige Richtung, um diese Krise zu überwinden», sagte der portugiesische Finanzminister im Interview der «Welt am Sonntag».Diese Initiative könnte die Euro-Zone langfristig prägen. «Wir werden sehen, wie es funktioniert», sagte Centeno. «Der deutsch-französische Vorschlag wäre ein grosser Schritt hin zu einer Fiskalunion und zu einer wirklich funktionierenden Währungsunion, selbst wenn der Wiederaufbaufonds nur zeitlich begrenzt ist.»

Centeno rief die europäischen Regierungen auf, sich rasch auf Kernelemente des europäischen Konjunkturprogramms zu einigen. «Es wäre gut, wenn wir uns vor dem Sommer auf die Grundzüge des Wiederaufbaufonds einigen.» Eine Reihe von EU-Ländern lehnt den Plan von Merkel und Macron ab. In einem Gegenentwurf haben sich vier kleinere EU-Staaten dafür stark gemacht, die Wirtschaft in der Corona-Krise mit günstigen Krediten statt mit Zuschüssen wieder in Schwung zu bringen.

(reu) Dem Schweizer Logistikkonzern Kühne + Nagel drohen als Folge der Coronavirus-Krise tiefe Einschnitte. «Es könnte sein, dass die Gruppe am Ende 20 bis 25 Prozent weniger Mitarbeiter haben wird als vorher.»

Dies sagte Grossaktionär Klaus-Michael Kühne der deutschen Zeitung «Welt» vom Samstag. Vor allem gewerbliche Stellen in den Lagerhallen dürften betroffen sein, hiess es weiter.

Gegenwärtig beschäftige der Konzern rund 83 000 Mitarbeiter. «Wir werden kleiner aus der Krise herauskommen, als wir es vorher waren. Es wird einen Abschmelzungsprozess und eine Re-Dimensionierung geben,» sagte Kühne zudem. Das Ergebnis der Gruppe werde in jedem Fall deutlich schlechter ausfallen als im vergangenen Jahr, hob der Grossaktionär hervor.

Mietautos stehen während der Corona-Krise unbenutzt auf einem Parkplatz des Dogers Stadiums in Los Angeles.

Mietautos stehen während der Corona-Krise unbenutzt auf einem Parkplatz des Dogers Stadiums in Los Angeles.

Etienne Laurent / EPA

(dpa) Der Autovermieter Hertz hat in der Corona-Krise in den USA Insolvenz angemeldet. Der Rückgang von Reisen habe zu einem «plötzlichen und dramatischen» Einbruch bei Umsätzen und Buchungen geführt, teilte das Unternehmen mit Sitz in Estero im US-Bundesstaat Florida am Freitagabend (Ortszeit) mit. Während der wegen der Krise erforderlichen Umstrukturierungen würden die Geschäfte weitergeführt. Das Unternehmen habe mehr als eine Milliarde Dollar (970 Millionen Franken) an Barbeständen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Internationale Operationen des Autovermieters in Europa, Australien oder Neuseeland seien von dem Insolvenzantrag nicht betroffen.

In der Mitteilung hiess es, Hertz habe bereits Massnahmen eingeleitet, als sich die Krise im März abgezeichnet habe. So sei damals beschlossen worden, weltweit 20 000 Mitarbeiter weltweit zu beurlauben oder zu entlassen - rund die Hälfte aller Beschäftigten. Die Zahl der Fahrzeuge und Standorte werde verringert. Man beabsichtige dennoch, Kunden weiterhin die gleiche Qualität anzubieten und Lieferanten sowie Arbeitnehmer zu bezahlen. Auch Treueprogramme sollten weitergeführt werden.

Hertz ist einer der grössten Leihwagenfirmen weltweit und vermietet Fahrzeuge unter anderem auch unter den Firmennamen Dollar und Thrifty. Hertz teilte mit, der Konzern habe sich mit seinen grössten Gläubigern nicht auf eine langfristige Reduzierung der Zahlungen einigen können. Auch seien Hoffnungen auf eine Unterstützung der US-Regierung für Autovermieter zerschlagen worden.

Die Krise hat die US-Wirtschaft schwer in Mitleidenschaft gezogen. Erst vor rund einer Woche hatte die 118 Jahre alte Warenhauskette J.C. Penney Insolvenz angemeldet. Nach den Insolvenzanträgen der Ladenketten Neiman Marcus und J. Crew war J.C. Penney das bisher grösste Corona-Opfer im US-Einzelhandel. Für die Firma arbeiten rund 85 000 Menschen. J.C. Penney hat noch über 800 Läden, von denen viele das Herzstück amerikanischer Einkaufszentren sind.

Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA im März haben bereits mehr als 38 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Die USA befinden sich wegen der Pandemie in einer schweren Wirtschaftskrise. Präsident Donald Trump drängt die US-Bundesstaaten zu einer möglichst schnellen Lockerung der Schutzmassnahmen, um die Wirtschaft vor der Präsidentschaftswahl im November wieder in Gang zu bringen.

Die private Investmentgesellschaft des Luckin-Chefs Charles Zhengyao soll liquidiert werden.

Die private Investmentgesellschaft des Luckin-Chefs Charles Zhengyao soll liquidiert werden. 

Brendan Mcdermid / Reuters

(awp/sda/reu) Die kreditgebenden Banken gehen gegen den Chairman der chinesischen Kaffeehaus-Kette Luckin Coffee vor. Die durch Credit Suisse vertretenen Institute hätten ein Gerichtsverfahren zur Liquidation der Privatfirma von Charles Zhengyao Lu eingeleitet, wie aus einem Amtsblatt auf den Britischen Jungferninseln hervorging.

Auf dem britischen Überseegebiet ist seine Haode Investments genannte Gesellschaft registriert. Am 8. Juni soll eine Gerichtsverhandlung zu der Liquidation stattfinden. Der Starbucks-Rivale hatte im April Manipulationen der Bilanz für 2019 eingeräumt. Haode wurde darauf bezüglich des Darlehens, das durch Luckin-Aktien besichert war, zahlungsunfähig. Diese Luckin-Aktien übernahmen die Gläubiger.

Insider hatten erklärt, dass hinter dem 518-Millionen-Dollar-Kredit an Lu neben Credit Suisse auch Goldman Sachs, Morgan Stanley, Barclays, China International Capital und Haitong International Securities stehen würden. Die Credit Suisse habe Grant Thornton als Liquidator von Haode Investments vorgeschlagen. Die Schweizer Grossbank lehnte eine Stellungnahme ab. Luckin konnte nicht erreicht werden.

Die Coronavirus-Pandemie wird den Tourismus in den Schweizer Grossstädten am härtesten treffen. Dies geht aus einer Studie der Credit Suisse hervor. Die Berghotels dürften dagegen von den inländischen Gästen profitieren. Mit den nächsten Lockerungen am 8. Juni könnte auch der Tourismus in der Schweiz wieder ins Rollen kommen. Da globale Reisen aber noch immer stark eingeschränkt sind, wird man weiter auf ausländische Gäste verzichten müssen. Darunter werden die Grossstädte diesen Sommer massiv leiden. Auch die Regionen Luzern/Vierwaldstättersee und das Berner Oberland haben den Ausfall vieler asiatischer Reisender zu beklagen. Besser ist der Ausblick für die Tourismusgebiete in den Bergregionen, wie Graubünden, das Wallis oder die Ostschweiz sowie das Tessin, die von den einheimischen Gästen profitieren.

(dpa) Mit zusätzlichen Milliardenausgaben und neuen Schulden will Chinas Regierung gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie ankämpfen. Das kündigte Premierminister Li Keqiang am Freitag zum Auftakt des Pekinger Volkskongresses an. Vorgesehen ist demnach die zusätzliche Ausgabe von Staatsanleihen im Wert von einer Billionen Yuan (rund 128 Milliarden Euro), mit denen die Wirtschaft neuen Schwung erhalten soll.Zur Finanzierung neuer Infrastruktur soll zusätzlich der Umfang regionaler ausgegebener Anleihen von 2,15 auf 3,75 Billionen Yuan im Vergleich zum Vorjahr erhöht werden. Das Haushaltsdefizit der Regierung wird laut dem Plan von 2,8 auf 3,6 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen.

«Dies sind aussergewöhnliche Massnahmen für ungewöhnliche Zeiten», rechtfertigte Regierungschef Li Keqiang die zusätzlichen Ausgaben. Laut Regierungsbericht müsse auch sichergestellt werden, dass kleine- und mittelgrosse Firmen einen signifikant besseren Zugang zu Krediten erhalten und die Finanzierungskosten sinken. Weitere Abgaben- und Steuersenkungen im Umfang von 500 Milliarden Yuan seien geplant.

(dpa) Japans Notenbank flankiert in der Corona-Krise die Konjunkturmassnahmen der Regierung mit einem neuen Programm zur Unterstützung kleinerer Unternehmen. Auf einer Sondersitzung der Bank of Japan (BoJ) beschlossen die Währungshüter am Freitag ein Kreditprogramm für kleine und mittlere Unternehmen im Volumen von 30 Billionen Yen. Diese Unternehmen stellen das Gros der Arbeitsplätze in der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt. Japan ist im Zuge der Corona-Pandemie im ersten Quartal in eine Rezession gerutscht. Für das zweite Quartal rechnen Ökonomen mit einem noch stärkeren Rückgang der Wirtschaftsleistung. Die Regierung stemmt sich mit milliardenschweren Konjunkturprogrammen gegen die Folgen der Krise. Erstmals seit mehr als drei Jahren waren auch die Verbraucherpreise in Japan im April wieder rückläufig. Die Preise gingen um 0,2 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat zurück, wie die Regierung am Freitag bekanntgab. Dazu trugen vor allem die gesunkenen Ölpreise infolge der globalen Coronavirus-Pandemie bei.

Die Bank of Japan hatte vor sieben Jahren mit einer drastischen Lockerung der geldpolitischen Zügel begonnen, um die jahrelange Deflation mit stetig sinkenden Preisen zu überwinden. Eine Deflation gilt als Gift für die Wirtschaft, weil sich Verbraucher und Unternehmen in Erwartung günstigerer Preise mit Käufen und Investitionen zurückhalten.

Damals hatte die japanische Zentralbank erwartet, das Inflationsziel von zwei Prozent innerhalb von etwa zwei Jahren zu erreichen. Seither musste die Notenbank dieses Ziel immer wieder nach hinten schieben. Sie hatte erst am 27. April weitere Schritte gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise ergriffen. Unter anderem sollen mehr Staatsanleihen und Unternehmenspapiere gekauft werden.

(dpa) Kurz vor Fristende hat die argentinische Regierung ihr Umschuldungsangebot an die privaten Gläubiger erneut verlängert. Bis zum 2. Juni könnte mit den Eignern von nach ausländischem Recht ausgegebenen Staatsanleihen nun weiter nach einer Lösung im Schuldenstreit gesucht werden, teilte das Finanzministerium in Buenos Aires am Donnerstag mit. Eigentlich wäre am Freitag die Frist abgelaufen und Argentinien damit weiter auf eine Staatspleite zugesteuert.

Die Schulden der zweitgrössten Volkswirtschaft in Südamerika sind zu den aktuellen Bedingungen nicht mehr tragfähig. Deshalb fordert Argentinien Zugeständnisse von den Gläubigern. Beispielsweise sollen sie auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Ein erstes Angebot der Regierung, das einen Schuldenschnitt und ein Zahlungsmoratorium bis 2023 vorsah, lehnten die grossen Gläubiger ab. Derzeit wird nachverhandelt. Argentinien steckt in einer schweren Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Inflationsrate betrug zuletzt mehr als 50 Prozent, für das laufende Jahr wird mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft von 5,7 Prozent gerechnet.

(sda/reuters) Ein europäisches Aufbauprogramm nach der Corona-Krise soll einem Medienbericht zufolge mit mehr als 100 Milliarden Euro den klimafreundlichen Umbau der Autoindustrie beschleunigen und zugleich eine «Renaissance der Schiene» einleiten. Allein 40 bis 60 Milliarden Euro könnten für die Entwicklung von emissionsfreien Autoantrieben mobilisiert werden, berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben) unter Berufung auf Pläne aus der engeren Führung der EU-Kommission. Zudem solle ein zweistelliger Milliardenbetrag in rund zwei Millionen Ladesäulen vor allem für E-Autos investiert werden. Weitere 40 Milliarden Euro umfasse demnach ein Bahn-Investitionspaket, das vor allem auf den Ausbau wichtiger Schienenkorridoren ausgerichtet sein soll.

Streit droht dem Bericht zufolge wegen des geplanten Vorhabens, innerhalb der nächsten zwei Jahre mit rund 20 Milliarden Euro den Kauf von neuen, «sauberen» Autos zu fördern. Darauf hätten führende Spitzenmanager der europäischen Autoindustrie bei einem Treffen mit EU-Kommissaren gedrängt und auf den dramatischen Absatzeinbruch wegen der Corona-Krise verwiesen. Im Entwurf aus der Kommission sei aber nur von klugen Anreizen die Rede, die einen Nachfrageschub für saubere Fahrzeuge auslösen könnten. Grünen-Europapolitiker Sven Giegold warnt vor «Kaufprämien mit der Giesskanne». Dies würde dem Prinzip widersprechen, öffentliches Geld für zusätzliche öffentliche Leistungen zu geben, sagte der Sprecher der deutschen Grünen im EU-Parlament den Funke-Zeitungen. «Wenn teure Kaufanreize erwogen werden, so müssen die geförderten Autos tatsächlich erheblich umwelt- und klimafreundlicher sein als die gesetzlichen Standards.»

(reu) Der britische Premierminister Boris Johnson will einem Zeitungsbericht zufolge die Abhängigkeit seines Landes von wichtigen medizinischen Gütern und anderen strategischen Waren aus China beenden. Die Vorbereitungen dazu liefen unter dem Decknamen «Project Defend», berichtete «The Times» am Freitag unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen. Demnach sollen die wichtigsten wirtschaftlichen Schwachpunkte Grossbritanniens zunächst identifiziert werden.

Dies sei Teil eines umfassenderen neuen Ansatzes zur nationalen Sicherheit. An dessen Ende könne eine «Rückführung» wichtiger Produktionskapazitäten wie etwa für Arzneimittel stehen, die von der Regierung unterstützt werde. Geleitet werde das Projekt von Aussenminister Dominic Raab, schreibt das Blatt.

(dpa) Der Grafikkarten-Spezialist Nvidia hat im vergangenen Quartal von einem regen Geschäft mit Rechenzentren profitiert. Der Umsatz des Konzerns, dessen Technik auch in grossem Stil für Anwendungen mit künstlicher Intelligenz genutzt wird, stieg im Jahresvergleich um 39 Prozent auf gut drei Milliarden Dollar. Der Gewinn sprang in dem Ende April abgeschlossenen Vierteljahr sogar von 394 auf 917 Millionen Dollar hoch.Das Geschäft mit Rechenzentren trug massgeblich zu dem Wachstum mit einem Umsatzplus von 80 Prozent auf 1,14 Milliarden Dollar bei. Im Gaming-Bereich mit Nvidias Grafikkarten für Notebooks und Desktop-Rechner stiegen die Erlöse um 27 Prozent auf 1,34 Milliarden Dollar. Das Autogeschäft - Nvidia entwickelt auch Computer für autonome Fahrzeuge und hoch entwickelte Fahrassistenzsysteme - ist noch deutlich kleiner. Sein Umsatz sank im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 155 Millionen Dollar.

(dpa) Facebook-Chef Mark Zuckerberg geht davon aus, dass die Corona-Krise einen langfristigen Wandel zu Arbeit ausserhalb des Büros angestossen hat. Er rechne damit, dass in zehn Jahren rund jeder zweite Beschäftigte des Online-Netzwerks so arbeiten werde, sagte Zuckerberg in einem Interview des Technologieblogs «The Verge» am Donnerstag. Zuvor hatte bereits unter anderem Twitter angekündigt, dass alle Mitarbeiter auch nach dem Ende der Krise ihre Jobs von Zuhause aus fortführen könnten, wenn ihre Aufgaben dies zulassen. Die Zahl von 50 Prozent sei seine Schätzung, betonte Zuckerberg. In einer Umfrage habe jeder fünfte Mitarbeiter sich dafür ausgesprochen, dauerhaft von Zuhause aus zu arbeiten, weitere 20 Prozent hätten einiges Interesse daran gezeigt. Bei einigen von diesen 40 Prozent werde das angesichts ihrer Jobs nicht funktionieren - aber er gehe davon aus, dass in den kommenden Jahren weitere Mitarbeiter eingestellt werden, die von Anfang an von Zuhause arbeiten.

Die grossen amerikanischen Tech-Konzerne hatten traditionell im Gegenteil darauf gesetzt, ihre Mitarbeiter in Firmenzentralen und grossen Büros im Ausland an einem Ort zusammenzubringen. Dafür leisteten sie sich auch teure Bauprojekte. So errichtete Apple ein noch vom Gründer Steve Jobs erdachtes kreisförmiges Gebäude für 12 000 Beschäftigte. Facebook erweiterte seine Zentrale mit hangargrossen Gebäuden des Stararchitekten Frank Gehry. Google ist dabei, eine aufsehenerregende neue Zentrale in einem gewaltigen Glas-Zelt zu bauen. Zugleich trug die Konzentration hochbezahlter Mitarbeiter zum drastischen Anstieg der Immobilienpreise im Silicon Valley bei, der für soziale Probleme sorgt.

Air France-KLM hat insgesamt neun A380-Jets in seiner Flotte.

Air France-KLM hat insgesamt neun A380-Jets in seiner Flotte.

Philippe Wojazer / Reuters

(dpa) Die angeschlagene Fluggesellschaft Air France-KLM stellt wegen der Corona-Krise den Betrieb seiner A380-Flotte ein. Die Flotte sei derzeit am Boden und werde nicht wieder fliegen, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch. Die Ausmusterung des grössten Passagierjets der Welt war ursprünglich für 2022 vorgesehen. Air France-KLM hat insgesamt neun A380-Jets in seiner Flotte, einige davon sind im Besitz der Airline, andere geleast, hiess es in einer Mitteilung. Airbus hatte bereits Anfang 2019 das Ende der Produktion des A380 mangels Nachfrage verkündet.

Die Jumbojets sollen durch Flugzeuge der neuen Generation ersetzt werden - darunter der Airbus-Jet vom Typ A350 und der Boeing-Langsteckenjet 787. Die entsprechenden Auslieferungen dauerten noch an, hiess es. Die Ausmusterung diene dazu, die Flotte mit moderneren, leistungsfähigeren Flugzeugen mit deutlich verringerter Umweltbelastung wettbewerbsfähiger zu machen.

Die Auswirkungen der Ausmusterung des Airbus A380 würden auf 500 Millionen Euro geschätzt und im zweiten Quartal 2020 als langfristige Kosten und Aufwendungen verbucht. Die gesamte Luftfahrtbranche steht aktuell wegen des Zusammenbruchs des internationalen Geschäfts- und Urlaubsreiseverkehrs stark unter Druck.

Die Stadt Tulsa in Oklahoma, wo eine Statue namens «The Golden Driller» steht, wünscht sich, dass Tesla-Chef Elon Musk dort ein Werk eröffnet – und gab daher dem lokalen Symbol das Antlitz des CEOs. Aufnahme von der Medienkonferenz am 20. Mai.

Die Stadt Tulsa in Oklahoma, wo eine Statue namens «The Golden Driller» steht, wünscht sich, dass Tesla-Chef Elon Musk dort ein Werk eröffnet – und gab daher dem lokalen Symbol das Antlitz des CEOs. Aufnahme von der Medienkonferenz am 20. Mai.

Ian Maule / AP

(dpa) Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat die Klage gegen die Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise am Standort seines Stammwerks in Kalifornien fallengelassen. Der Richter stellte das Verfahren daraufhin ein, wie aus Gerichtsunterlagen von Mittwoch hervorgeht.

Tesla hatte den Bezirk Alameda County vor gut zehn Tagen verklagt, weil die Vorschriften zur Eindämmung des Coronavirus aus Sicht der Firma die Wiederaufnahme der Produktion zu Unrecht verhinderten.

Tesla-Chef Elon Musk hatte damals auch angekündigt, das Werk in einem Verstoss gegen die Vorschriften einfach wieder zu öffnen. Inzwischen erlaubte das Gesundheitsamt im Alameda County, dass Tesla das Hochfahren des Werks vorbereiten und dafür auch mehr Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz holen darf.

Unklar ist bisher, wie viele der rund 10 000 Beschäftigten wieder in die Fabrik kommen. Tesla bekam vor einigen Tagen auch Besuch von der örtlichen Polizei, die die Einhaltung von Vorsichtsmassnahmen wie der Nutzung von Masken überprüfte.

Kalifornien erlaubt insgesamt eine vorsichtige Öffnung von Betrieben. Im Alameda County, einem Bezirk in der Nähe von San Francisco, in dem das Tesla-Werk in Fremont liegt, verlängerte jedoch zunächst bis Ende des Monats Ausgangsbeschränkungen, die eine Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollen.

Elon Musk hat genug von der Corona-Krise

(Reuters) Japans Exporte haben wegen der Coronavirus-Pandemie im April den stärksten Rückgang seit der globalen Finanzkrise 2009 verzeichnet. Daten des Finanzministeriums zeigten am Donnerstag einen Einbruch im Aussenhandel um 21,9% im Jahresvergleich.

Ausgeprägt war vor allem der Rückgang bei den Exporten in die USA, die um um 37,8% schrumpften. Auch die Ausfuhren nach China, Japans grösstem Handelspartner, gingen im vergangenen Monat um 4,1% im Jahresvergleich zurück.

Lieferungen nach Asien, die mehr als die Hälfte der japanische Exporte ausmachen, sanken um 11,4 Prozent und die Ausfuhren in die Europäische Union fielen um 28,0 Prozent. Japans Wirtschaft rutschte erstmals seit viereinhalb Jahren in die Rezession.

Auch die BIP-Daten des ersten Quartals vom Montag unterstrichen die Auswirkungen des Virus-Ausbruchs auf den Handel. Analysten warnen vor einem noch düsteren Bild für das aktuelle Quartal, da sich dann erst der Konsumrückgang infolge der Ausgangsbeschränkungen und der Stilllegungen der Unternehmen in den Zahlen zeigen werde.

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