Switzerland

Bildungsdirektor Hürzeler zum Fernunterricht: «Moment ist erreicht, das ernsthaft zu prüfen»

Im Frühling waren die Schulen geschlossen. Das soll für die Volksschule ein weiteres Mal möglichst verhindert werden, sagt Bildungsdirektor Alex Hürzeler. Geht es nach ihm, könnten die Mittel- und Berufsschulen aber schon bald wieder in den Fernunterricht wechseln.

Der Aargauer Regierungsrat hat am Donnerstag über die aktuelle Lage informiert. Nur die Schulen waren kein Thema. Warum nicht?

Alex Hürzeler: An der Medienkonferenz ging es um die Auswirkungen der Entscheide des ­Bundesrats vom 13. Januar. Der Bundesrat hat nichts zu den Schulen entschieden. Deshalb waren sie auch kein Thema.

Dennoch, ein Entscheid darüber, wie es mit den Schulen weitergeht, wird angesichts der anderen, schweizweiten Verschärfungen erwartet. Wann ist mit einem solchen zu rechnen?

Der Schulbetrieb mit Präsenzunterricht an der Volksschule und der Sekundarstufe II wird nächste Woche weiterlaufen. Der Bundesrat diskutiert die Rückmeldungen der Kantone zum Thema Schulbetrieb nächste Woche in seiner Sitzung vom 20. Januar. Die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) hat eine konsolidierte Haltung der Kantone erarbeitet. Auch der Regierungsrat des Kantons Aargau wird nächste Woche informieren – voraussichtlich auch über die Schulen.

Sie haben letzte Woche gesagt, Schulschliessungen seien die Ultima Ratio. Hat sich daran inzwischen etwas verändert?

Nein, daran hat sich grundsätzlich nichts geändert: Schulschliessungen sind Ultima Ratio. Aber aufgrund der vom Bundesrat beschlossenen scharfen Massnahmen, die ab kommendem Montag gelten, ist der Moment erreicht, um die Frage des Fernunterrichts auf der Sekundarstufe II ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

Was heisst das?

Der Bundesrat setzt mit Home­office-Pflicht und Ladenschliessungen klar auf eine Einschränkung der Mobilität, um die Verbreitung des Virus zu ­stoppen. Wären Berufs- und Mittelschulen im Fernunterricht, würde das diesem Vorhaben entsprechen. Sollte der Bundesrat somit nächste Woche in seiner Lagebeurteilung zum Schluss kommen, dass noch zusätzliche ­Mobilitätseinschränkungen für Erwachsene nötig sind, wäre es meines Erachtens die logische Konsequenz, wenn er dazu einen entsprechenden Entscheid für die Sekundarstufe II ­fällen würde. Unsere Berufs- und Mittelschulen wären vorbereitet, falls es dazu kommen würde. Ich würde eine nationale Lösung bevorzugen. Ansonsten braucht es mindestens eine überregionale Lösung, einen Alleingang des Aargaus wird es nicht geben. Aber auch wenn die Sekundarstufe II in den Fernunterricht wechseln sollte, so muss gezielter Präsenzunterricht weiterhin möglich sein – etwa für ­Prüfungen oder Laborarbeiten. Zudem sollen Schülerinnen und Schüler, die zu Hause nicht die entsprechende Infrastruktur haben, in der Schule arbeiten können.

Was wäre ein «Ultima Ratio»- Szenario?

Das wäre erreicht, wenn der Präsenzunterricht auch an den Volksschulen wie im Frühling generell verboten werden müsste, um jegliche Kontakte ausserhalb des eigenen Haushalts zu unterbinden. In diesem Fall stellte sich erneut auch die Frage nach der Betreuung von Kindern berufstätiger Eltern und nach unterstützenden Massnahmen für Kinder in prekären sozialen Situationen.

Die Volksschule soll also möglichst im Präsenzunterricht bleiben?

Ja. So verlieren wir auch die Schwächeren nicht.

Sind für die Volksschulen weitere Massnahmen gegen Ansteckungen vorgesehen als bisher gelten?

Man darf nicht vergessen, dass der Präsenzunterricht auch jetzt nicht wie gewohnt läuft. Die geltenden Schutzmassnahmen wie Abstände, Maskenpflicht und Hygienevorschriften schränken ein, etwa Musik- und Sportunterricht. Eben haben wir aufgrund der neuen Vorschriften die Weisung für Lehrpersonen anpassen müssen, für sie gilt ab Montag Maskenpflicht auch, wenn die Abstände eingehalten werden können – wie es neu an allen Arbeitsplätzen der Fall ist. Weiter gilt die 5-Personen-Regel auch für Kinder im öffentlichen Raum. Das heisst, auch auf dem Pausenplatz müssen strengere Regeln eingehalten werden.

Wie geht es den Aargauer Schulen in der aktuellen Situation? Was ist Ihr Eindruck?

Die höchsten Fallzahlen hatten wir nach den Herbstferien, noch bevor wir verschärfte Massnahmen bezüglich Maskenpflicht beschlossen hatten. Inzwischen sind die Zahlen ziemlich stabil und entwickeln sich parallel zu jenen in der Gesamtbevölkerung. Die Schulen haben gelernt, mit der besonderen Situation umzugehen. Die Ungewissheit, wie sich die neuen Virus-Mutationen aus Grossbritannien und Südafrika auswirken werden, führt aber natürlich auch in den Schulen und Familien zu Verunsicherung und Meinungsverschiedenheiten, wie darauf reagiert werden soll.

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