Switzerland

Biel versetzt den ZSC Lions einen Dämpfer

Die Partie hatte für beide Mannschaften keine existenzielle Bedeutung. Die ZSC Lions verlieren zwar klar 1:5, können jedoch im letzten Qualifikationsspiel gegen den EVZ die Tabellenspitze erringen.

Biels Damien Riat (r.) erzielt das Tor zum 5:1 gegen die ZSC Lions.

Alessandro Della Valle / Keystone

Man muss sich die Stimmung jetzt halt einfach einbilden. Die wegen des Coronavirus verursachten Geisterspiele in der National League erfordern ein wenig Vorstellungsvermögen. Immerhin war es nicht schwierig, sich auszumalen, wie die Atmosphäre in der Bieler Eishalle gewesen wäre, als Luca Cunti nach vier Minuten per Kunstschuss backhand getroffen hatte. Es war nach Marc-Antoine Pouliots Führungstor bereits das 2:0 für die Bieler, der perfekte Start. Er wurde von einer Handvoll Klubangestellter mit einer Fahne frenetisch gefeiert.

Einer, der schon fast alles erlebt hat, war nicht mit von der Partie an diesem sonderbaren Abend. Mathieu Tschantré, der Bieler Captain und seit zwanzig Jahren im Dienst der Seeländer, verabschiedete sich nach dem Einlaufen in Richtung Spital. Doch nicht wegen eines Krankheitsverdachts, sondern aus familiären Gründen. Seine Frau erwartete das dritte Kind. Bei den ZSC Lions gab es mit Roman Wick und Raphael Prassl zwei Rückkehrer nach Verletzungen.

Am Ende kam der EHC Biel ohne seinen Captain viel besser über die Zeit als der ZSC mit seinen zwei Rückkehrern. Toni Rajalas 3:0 stellte den Bieler Sieg sicher, daran änderte auch Chris Baltisbergers postwendende Antwort zum 3:1 nichts mehr. Dann fielen noch zwei Treffer ins leere ZSC-Tor. Die Partie hatte für beide Teams keine existenzielle Bedeutung mehr, sie war dennoch intensiv und vor allem ausgeglichener, als es Spielverlauf oder Resultat erahnen lassen. Abgesehen von den Startminuten waren die Lions mindestens ebenbürtig, scheiterten aber an ihrer für einmal wieder mangelhaften Chancenauswertung.

Der ersehnte Schritt an die Tabellenspitze ist den Zürchern somit nicht gelungen. Er kann aber immer noch erfolgen, der Rückstand auf den EV Zug beträgt zwei Punkte. Am Samstag, wenn die zweite Geisterspiel-Runde stattfindet, wird die Entscheidung fallen. Dann kommt es im leeren Hallenstadion zum Spitzenkampf zwischen den ZSC Lions und den Zentralschweizern.

Keine Zuschauer. – Schiedsrichter: DiPietro/Salonen, Cattaneo/Fuchs. – Tore: 3. Pouliot (Fuchs, Hügli) 1:0. 5. Cunti 2:0. 41. (40:33) Rajala (Riat/Ausschluss Noreau) 3:0. 42. (41:13) Chris Baltisberger (Marti, Suter) 3:1. 58. (57:03) Schneider 4:1 (ins leere Tor). 58. (57:13) Riat 5:1. - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Biel, 4mal 2 Minuten gegen ZSC Lions. - PostFinance-Topskorer: Rajala; Suter.
Biel: Hiller; Jakowenko, Kreis; Rathgeb, Forster; Fey, Sataric; Hügli, Pouliot, Rajala; Riat, Nussbaumer, Fuchs; Schneider, Cunti, Künzle; Ulmer, Gustafsson, Kohler.
ZSC Lions: Flüeler; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Sutter; Chris Baltisberger, Roe, Suter; Bodenmann, Krüger, Hollenstein; Pettersson, Prassl, Wick; Diem, Schäppi, Pedretti; Sigrist.Bemerkungen: Biel ohne Brunner, Moser, Salmela, Ullström, Neuenschwander, Wüest und Lüthi, ZSC Lions ohne Blindenbacher und Ortio (alle verletzt). Cunti verletzt ausgeschieden (28./Puck ins Gesicht). - Pfostenschuss Pedretti (51.). - Timeout ZSC Lions (57.).

Die weiteren Spiele: Ambri-Piotta - Davos 3:0 (0:0, 1:0, 2:0). Bern - Fribourg-Gottéron 1:0 (0:0, 0:0, 0:0, 1:0) n.V. Genf/Servette - Lausanne 4:1 (2:0, 0:1, 2:0). Rapperswil-Jona Lakers - Lugano 1:4 (1:1, 0:2, 0:1). Zug - SCL Tigers 5:4 (2:1, 1:2, 1:1, 0:0) n.P.

Rangliste: 1. Zug 49/90 (146:120). 2. ZSC Lions 49/88 (162:123). 3. Davos 49/86 (154:139). 4. Genf/Servette 49/86 (134:115). 5. Biel 49/78 (149:140). 6. Fribourg-Gottéron 49/73 (121:130). 7. Lausanne 49/72 (133:129). 8. Lugano 49/69 (124:135). 9. Bern 49/68 (129:139). 10. Ambri-Piotta 49/60 (116:135). 11. SCL Tigers 49/60 (113:146). 12. Rapperswil-Jona Lakers 49/52 (126:156).