Switzerland

Bernhard Russi: «Für die Skifahrer sind die Einschränkungen ein Gewinn»

Er ist so etwas wie der Mister Ski der Schweiz: Bernhard Russi. Umso mehr begrüsst der 72-Jährige aus Andermatt die jüngsten Entscheide des Bundesrats.

Das Skifahren bleibt in der Schweiz erlaubt. Wie froh sind Sie darüber?

Bernhard Russi: Ich freue mich. Aber es ist noch lange nicht sicher, dass es so bleibt. Das hängt stark davon ab, wie sich die Coronazahlen in der Schweiz entwickeln.

Das hat auch damit zu tun, wie gut sich die Skifahrerinnen und Ski­fahrer an die Konzepte halten.

Absolut. Die Eigenverantwortung ist entscheidend. Trage ich nur deshalb eine Maske, weil ich muss? Oder trage ich eine, die etwas bringt und schützt? Bis das Coronavirus in unser Leben gekommen ist, haben viele von uns gelebt, als ob wir alle eine Vollkaskoversicherung für unser Leben und unseren Luxus haben. Es ist jetzt durchaus die Zeit, sich zu hinterfragen, was brauche ich wirklich und was braucht die Welt wirklich?

Braucht die Schweiz das Skifahren?

Die Natur kann man dem Menschen nicht nehmen. Mit jedem Tag, an dem die Menschen zum Beispiel durch einen Lockdown eingesperrt sind, wächst die Sehnsucht, entsteht ein Vakuum, das gefüllt werden muss. Das Bedürfnis, rauszugehen, wird immer grösser. Das hat man ja im Frühling gut beobachten können.

Erzählen Sie.

Als die Skigebiete im März schliessen mussten, sah man plötzlich ganz viele Menschen mit Fellen an den Ski, um die Pisten hinaufzusteigen. Auch solche, die das vorher noch nie gemacht haben.

Das, obwohl die Zahlen derer, die überhaupt noch Skifahren können, seit Jahren eher rückläufig sind?

Das ist ein Gespenst, das schon lange herumgeistert. Aber stimmt das? Ich habe überhaupt nicht das Gefühl, dass das Interesse am Skisport weniger geworden ist.

In den Schweizer Nachbarländern wird der Entscheid, die Skigebiete offenzulassen, teilweise stark kritisiert. Verstehen Sie das?

In der Schweiz hat jeder Kanton, ja fast jedes Tal, eigene Prioritäten. Da ist klar, dass andere Länder auch andere Ansichten haben. Das ist legitim. Es heisst aber nicht, dass der Bundesrat falsch handelt.

Sie vertrauen ihm?

Er trägt in unserem Land die Verantwortung. Er hat Spezialisten an seiner Seite. Was soll ich mir da anmassen, diese Expertise zu hinterfragen? Für Verschwörungstheorien habe ich kein Verständnis.

Wie sehr werden die Bergbahnen darunter leiden, dass die Anlagen fortan nur noch zu zwei Dritteln ausgelastet werden dürfen?

Für die Skifahrer ist das ein Gewinn. An den Spitzentagen hat es manchmal so viele Menschen auf den Pisten, dass sich die Leute schon vor Corona nicht wohlfühlten. Sie bekommen nun mehr Platz.

Aber die Bergbahnen haben ­dadurch Umsatzeinbussen.

Genau, die Fixkosten, also der Betrieb oder die Schneeproduktion, bleiben genau gleich teuer, ob ich 10000 oder 5000 Menschen auf den Pisten habe. Irgendwann könnte das dazu führen, dass die Tickets teurer werden. Oder es gibt Hilfe.

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