Switzerland

Bernerin will international als Star durchstarten: 66-jährige Rich Nana liebt Rapmusik und mag keine Alten

Rich Nana (66) will der ganzen Welt beweisen: Es ist nie zu spät, seine Träume zu verwirklichen! Die Rentnerin aus Bern will als Rapperin durchstarten. Ihr grosses Ziel: die US-Charts erobern. «Ich bin jetzt 66 Jahre alt, fühle mich aber jünger als damals mit 30», sagt sie im Interview mit BLICK. Sie sei froh, dass sie gebraucht werde und nicht allein zu Hause vereinsame.

«Für was sollte ich mich schämen?»

Ihr Karrierestart ist bereits geglückt, mit ihrer ersten Single «Papi Chulo» landete sie auf der Plattform Tiktok einen Hit. Die Videos, in denen die Tiktok-User zu ihrem Song tanzen, wurden bereits millionenfach angeschaut. Diese gefallen auch Rich Nana, die mit bürgerlichem Namen Diana Forster heisst. «Ich finde es total lustig, wie die jungen Leute zu meiner Musik tanzen.»

Doch die 66-Jährige erhält auch Hasskommentare. «Das, was sie macht, ist so schlimm», lautet einer davon. Oder: «Das ist ja zum Fremdschämen.» Die negative Kritik prallt an Forsters ab. «Für was sollte ich mich schämen? Ich habe hart an mir gearbeitet, gebe mir viel Mühe.» Für das Musikvideo habe sie sogar über zehn Kilo abgenommen, damit sie in die Markenklamotten passe.

«Die Alten sind out»

Wie sie sagt, könnte sie ihre Zeit auch in dümmere Dinge investieren als ins Rappen. «Laut Statistik wird die Schweizer Bevölkerung durchschnittlich 80 Jahre alt. Was soll ich jetzt also all die Jahre lang machen als Rentnerin? Jeden Tag Bier in mich reinhauen, wie das andere alte Leute machen?»

Mit Gleichaltrigen könne sie sowieso nichts anfangen. «Die Alten sind out. Meine Freunde sind alle zwischen 20 und 35 Jahre alt. Ich habe sie alle über Instagram kennengelernt.» Menschen in ihrem Alter würden nur in der Vergangenheit leben. «Sie verstehen die Kultur der Jungen nicht. Sie probieren nie etwas Neues aus, das ist doch schade!»

Dabei seien die doch auch einmal jung gewesen. «In meinen jungen Jahren war das Hippie-Sein Trend. Doch wo sind all diese Hippies jetzt? Wenn ich heute durch Bern laufe, sehe ich nur noch alte, graue Leute.»

Forster startet auf Social Media durch

Rich Nana geht lieber mit dem Trend, passt sich der heutigen Zeit an. «Ich liebe die junge Generation, sie ist mein Elixier.» Seit Februar hat sie einen eigenen Instagram-Kanal. «Zuerst hatte ich keine Ahnung, wusste nicht einmal, wie man eine Instagram-Story macht oder einen Link kopiert. Doch das ist alles ‹Learning by Doing›.»

Jetzt will sie auch auf der Plattform Tiktok durchstarten und selber Videos drehen. Im Keller habe sie sich dafür extra ein Studio einbauen lassen. «Bisher hopsten nur die Jungen zu meiner Musik herum. Jetzt will ich das selber auch machen.» Damit auch ihre Tiktok-Videos zum Erfolg werden, hat sie extra einen Fotografen aus Spanien engagiert, der ihr dabei helfen soll.

Anklage wegen Drogenbesitz und Alkohol am Steuer

Diana Forster hat bewegende Jahre hinter sich. Sie wuchs in einem tschechischen Waisenhaus auf, flüchtete anschliessend nach Bremen (D). Im Alter von 23 Jahren kam sie in die Schweiz, arbeitete jahrelang als Tänzerin in einem Zürcher Strip-Club.

Als sie auf die Vierzig zuging, hatte sie eine Lebenskrise: «Ich war unglücklich, fing an zu trinken. Unter Alkoholeinfluss baute ich einen Autounfall. Mit 1,3 Promille habe ich damals mein neues Mercedes-Cabriolet im Wert von 200'000 Franken zu Schrott gefahren.» Doch es kam noch schlimmer: «Die Polizisten fingen mich anschliessend zu Hause ab. Ich warf eine Blumenvase nach ihnen. Dummerweise befand sich darin noch Ecstasy, deshalb hatte ich zusätzlich eine Anklage wegen Drogenbesitz am Hals», erzählt sie.

Rap-Granny posiert mit Puderzucker

Jetzt will sich Forster voll und ganz auf ihre Rapmusik konzentrieren. Voraussichtlich veröffentlicht sie im August ihren zweiten Song. Doch ihr Repertoire hat noch mehr zu bieten, insgesamt habe sie schon sieben eigene Lieder und vier Musikvideos produziert.

Bei den Drehs hatte sie immer sehr viel Spass, wie sie sagt. Sie lacht: «Einmal haben wir in meinem Haus gedreht – mit viel Puderzucker, das aussieht wie Kokain.»

Die Texte für ihre Lieder werden in Amerika geschrieben. «Mein Songschreiber kommt aus Atlanta. Weil ich nicht so gut Englisch kann, weiss ich manchmal nicht, was die Texte überhaupt bedeuten.» Um zu wissen, was sie singe, übersetzte sie die Texte jeweils im Internet. «Als ich den Inhalt dann jeweils verstand, bin ich ab und zu erschrocken im ersten Moment.» Doch solange ihre Musik der jungen Generation gefalle, sei alles gut. Auf die Kritik der Alten höre sie sowieso nicht.

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