Switzerland

Berner Sozialdemokraten: Junge Frauen übernehmen die Partei

Mit Meret Schindler und Lena Allenspach wählt die Stadtberner SP ein junges, dezidiert linkes Duo an ihre Spitze. Kann es die Partei aus dem Abwärtstrend führen?

Meret Schindler und Lena Allenspach haben als Einzige eine Bewerbung für das Co-Präsidium der SP Stadt Bern eingereicht.

Meret Schindler und Lena Allenspach haben als Einzige eine Bewerbung für das Co-Präsidium der SP Stadt Bern eingereicht.

Foto: Franziska Rothenbühler

Nur vordergründig erscheint die Wahl langweilig – es gibt lediglich eine einzige Kandidatur. Das neue Präsidium der Stadtberner SP aber verspricht Spannung. Erstmals soll die Partei am Montagabend ein junges, dezidiert linkes Frauenduo an ihre Spitze wählen. Die Neo-Stadträtin Lena Allenspach ist gerade mal 28 Jahre alt. Etwas erfahrener ist die 34-jährige Meret Schindler. Sie politisiert seit bald sieben Jahren im Grossen Rat. Wer sind die beiden Frauen, und was haben sie mit der Partei vor? Der «Bund» hat sie virtuell getroffen.

Frau Schindler und Frau Allenspach, was bewegt Sie?

Meret Schindler: Ich bin in Bern in einer grossen Familie aufgewachsen – wir waren vier Geschwister. Die Eltern waren beide Lehrer und Heilpädagogen, die sich Haushalt und Beruf teilten. Wir diskutierten am Familientisch immer sehr politisch. Mit eineinhalb Jahren war ich an der ersten Demo und habe mit vier mein erstes Radiointerview zum Irakkrieg gegeben. Im Schülerrat wurde ich mit den Folgen eines Bauskandals konfrontiert, als wir einen Pater-Noster-Lift wollten. Das ging nicht, weil der Bauunternehmer in den 1920er-Jahren nur die Hälfte des Materials verbaut hatte, das er in Rechnung gestellt hatte. Ich habe an zahlreichen Friedensdemos teilgenommen. Auch der Wasserfallen-Skandal – das harte Vorgehen der Polizei gegen die Demonstrierenden, das 2003 zur Absetzung des damaligen Polizeidirektors Kurt Wasserfallen geführt hat – hat mich stark geprägt.

Lena Allenspach: Mein Vater war Hausarzt in Wengen und engagierte sich bei Solidarmed, meine Mutter war medizinische Therapeutin. Mit der Familie, ich habe zwei Geschwister, sind wir oft nach Zimbabwe gereist, wo ich früh mit sozialer Ungleichheit konfrontiert wurde. Der SP beigetreten bin ich aber erst, als ich fürs Studium nach Bern gezogen bin. Die Partei behandelt viele Themen, die mich berühren, etwa die Entwicklungen in der Arbeitswelt. Die Zustände in der neuen Plattformarbeit wie etwa bei Uber schockieren mich.

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