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Berner Jagdmesse: «Ich habe auf der Jagd in Afrika zwei Zebras erlegt»

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Auf dem Bernexpo-Gelände in Bern startete am Donnerstag die Messe Fischen, Jagen, Schiessen. Vor Ort sind auch zwei Veranstalter, die Jagdreisen in Afrika anbieten.

Vom 13. bis 16. Februar findet auf dem Bernexpo-Gelände in Bern die Messe Fischen, Jagen, Schiessen statt. Sie ist ein Treffpunkt für Laien- und Profijäger. Die neusten Ausrüstungen, Waffen und Geräte werden dort vorgestellt, auch Jagdhunde können bestaunt werden. Alle seien willkommen – «von der Familie über Outdoorfans bis hin zu Tierschützer*innen», heisst es in der Medienmitteilung.

Doch gerade letztere üben scharfe Kritik: «Es ist geschmacklos, auf dieser Messe das Töten von Tieren als eine Art unterhaltsamen Freizeitsport anzupreisen», sagt Carl Sonnthal, Tierrechtler und Sprecher der IG Wild beim Wild. Denn auf der Messe werden auch kontroverse Jagdreisen angeboten: «Trophäenjäger können auf der Messe den Abschuss von Wildtieren in Namibia buchen», sagt Tierrechtler Sonnthal. Er bezeichnet die Jagdreisen als «korruptes Geschäft», bei denen vor allem die Reiseanbieter profitieren würden.

Jagdreisen nach Namibia – auch ohne Schein

An der Messe in Bern bieten mindestens zwei Veranstalter solche Jagdreisen an. Es gibt sogar sogenannte Trophäenlisten, auf denen steht, wie viel der Abschuss der einzelnen exotischen Tiere kostet – vom Gnu über den Strauss bis hin zu Giraffen. Bei einem der Anbieter steht in der Broschüre auch, dass für die Jagd in Namibia kein Jagdschein nötig sei.

Dies bestätigt ein Mitarbeiter eines der Unternehmen vor Ort: «Rechtlich braucht man keinen Jagdschein, bei uns ist jedoch eine gewisse Erfahrung vonnöten.» Das Unternehmen biete Urlaub in der Natur an: «In unserem Camp in Namibia kann man reiten, wandern und auch jagen», so der Veranstalter. Gejagt würden sämtliche Tiere, die in der Natur von Namibia vorkommen und deren Bestand reguliert werden müsse: «Oft sind das Antilopen und Impalas, aber beispielsweise auch Zebras.» Die Tiere könne man sich sogar als Trophäe nach Hause schicken lassen.

Gewissensbisse hat der Mitarbeiter keine: «Ich kann die kontroverse Diskussion über Jagdreisen nicht nachvollziehen. Die Massentierproduktion ist für mich viel unethischer als die Bejagung eines Tiers in der freien Wildbahn.» Ausserdem seien die Reisen für viele afrikanische Länder eine wichtige Einnahmequelle.

Zebras als Trophäe

20 Minuten traf auf der Messe den 82-jährigen Jäger J.P*. Dieser erzählt von seinen Jagdreisen in Namibia: «Auf der Jagd in Afrika habe ich zwei Zebras erlegt», erzählt er stolz. Ausserdem habe er Springböcke, Schakale und Warzenschweine geschossen. Die Trophäen habe er sich nach Hause schicken lassen. Dort hängen sie nun an der Wand. Insgesamt war der Jäger dreimal in Namibia: «Mich würde es heute noch reizen, in Afrika auf die Jagd zu gehen», so P. Doch die Gesundheit lasse dies nicht mehr zu. Auf die Frage, ob diese Reisen ethisch nicht verwerflich seien, meint er: «Die Leute da unten sind auf die Jagdreisen angewiesen und jemand muss den Bestand ja regulieren.»

* Name der Redaktion bekannt

(rc)

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