Switzerland

Bern unterliegt Zug: Ein kurzer Flirt mit dem Erfolg

Der SCB kann den Sieg vom Donnerstag nicht bestätigen – im Gegenteil. Die Reprise misslingt deutlich, Zug gewinnt in Bern 4:1.

Auch von oben kommt keine Hilfe: Mario Kogler bezog seine erste Niederlage als SCB-Trainer.

Auch von oben kommt keine Hilfe: Mario Kogler bezog seine erste Niederlage als SCB-Trainer.

Foto: Urs Lindt (Freshfocus)

Wenn etwas im Sport zur Genüge erforscht wurde, dann ist es die Wirkung von Trainerwechseln. Das Untersuchungsmaterial geht diesbezüglich ja nie aus. Mehrheitlich führen die Studien zum Ergebnis, dass ein Trainerwechsel in den seltensten Fällen einen nachhaltigen Effekt hat.

Zwei spanische Forscher haben immerhin beobachtet, dass nach einem Trainerwechsel beim folgenden Heimspiel der betroffenen Mannschaft eine wesentliche Leistungssteigerung auszumachen war. Ein erwähnter Grund hierfür: Der bei den Fans frisch entfachte Enthusiasmus färbte auf die Sportler ab.

Enthusiasmus? Fans? Dürfte dem SC Bern spanisch vorkommen, klar. Jedenfalls widerlegte die Mannschaft von Mario Kogler das Ergebnis besagter Studie in aller Deutlichkeit: Sie unterlag dem EV Zug in der Postfinance-Arena 1:4.

Anderssons Fauxpas

Der Auftritt der Berner war in offensiver Hinsicht eine Nullnummer – selbst wenn ihnen ein Tor gelang. Die beste Chance im Startdrittel vergab mit Miro Zryd ein Verteidiger: EVZ-Keeper Luca Hollenstein parierte Zryds Abschluss nach einem Querpass von Calle Andersson gekonnt. Die Kombination Querpass und Andersson sollte das Geschehen anderweitig beeinflussen. Im zweiten Abschnitt rückte der schwedische Verteidiger auf, schlug beim Passversuch über die Scheibe. Die Zuger nahmen die Konter-Offerte dankend an, Sven Leuenberger reüssierte zum 2:0. Der erste Treffer war den Gästen im Powerplay (Torschütze Santeri Alatalo) geglückt. Und weil sie kurz vor Ablauf des Mitteldrittels erneut eine Überzahl nutzten (Jérôme Bachofner), stand der verunsicherte und zuweilen arg schmalbrüstig wirkende SCB für den dritten Durchgang vor einer schier unlösbaren Herausforderung. Ausser dem Tor von Gaëtan Haas gelang Koglers Auswahl denn auch nichts Zählbares mehr. Den Zugern fehlten zwar wie tags zuvor einige ihrer besten Spieler. Dieser Umstand fiel gegen den enttäuschend schwachen SCB jedoch kaum ins Gewicht.

Was bleibt also aus diesen zwei Partien gegen den EVZ, ausser den zwei Punkten vom Donnerstag? Defensiv zeigte sich der SCB ein My stabiler. Offensiv war er erschreckend harmlos. Trainer Mario Kogler sagte: «Zug hat die Chancen genutzt, wir hingegen standen uns selbst im Weg, wollten vieles unnötig schön machen.» Was zu diesem unschönen Ergebnis führte.

Nächste Woche stehen für die Berner zwei Auswärtsspiele in Lausanne und Genf an – zumindest auf dem Papier. Bekanntlich ist in der National League punkto Spielplan zurzeit gar nichts «quarantiert».

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