Switzerland

Bern schlägt Servette : Zuerst reagiert, gegen Ende inspiriert

Der SCB bezwingt Genf 4:3 nach Penaltyschiessen. Das Mammutprogramm der Mutzen wird mit einem «Roadtrip» fortgesetzt.

Die Entscheidung: Vincent Praplan ist als dritter Berner im Penaltyschiessen erfolgreich.

Die Entscheidung: Vincent Praplan ist als dritter Berner im Penaltyschiessen erfolgreich.

Foto: Anthony Anex (Keystone)

Philip Wüthrich und Daniel Manzato haben mindestens vier Dinge gemeinsam: Sie sind Goalies, haben am 17. Januar Geburtstag, werden nächste Saison für den SC Bern spielen – und sie waren im Dienstagsmatch zwischen Bern und Servette Ersatz.

Der 37 Jahre alte Manzato kennt diese Rolle bestens. In Lugano war er die Nummer zwei hinter Elvis Merzlikins, in Ambri hinter Benjamin Conz, in Genf ist er sie hinter Gauthier Descloux, in Bern wird er sie hinter Wüthrich sein.

Etwas delikater ist die Situation für den 23-jährigen Wüthrich. Er soll in Bern die Zukunft zwischen den Pfosten verkörpern. Doch im Februar hat er nur 4 von 14 Ernstkämpfen bestritten. Das Etikett «Stammgoalie» trägt Tomi Karhunen, obwohl er den Club im Frühling verlassen wird.

Ja, wäre es nach dem Finnen gegangen, stünde er bereits jetzt nicht mehr im SCB-Tor. Ihm lag ein Angebot über die Saison hinaus aus Schweden vor – Sportchefin Florence Schelling legte ihr Veto ein. Trainer Mario Kogler sagt: «Wir befinden uns im Hier und Jetzt. Und Tomi spielt super.»

Damit liegt Kogler richtig. Karhunen ist den Bernern seit seiner Ankunft im Dezember 2019 meistens ein überzeugender Rückhalt. Gegen Genf fiel er zuweilen unter sein Niveau, einige Aktionen waren von Hektik geprägt. Dennoch reüssierte der SCB 4:3 nach Penaltyschiessen.

Pestonis sehenswerter Penalty

Servette war vorab im Startdrittel besser. Wobei die beiden Ausländer Linus Omark und Eric Fehr sinnbildlich für die Stärken der Genfer sind: Omark steht für Technik und Spielwitz, Fehr für Wucht und «Grinta».

Die Führung der Gäste durch Marco Mirandas Ablenker war verdient. Deren zweiter Treffer in Unterzahl durch Tanner Richard stand am Ende einer zügigen Abfolge Berner Unzulänglichkeiten von Praplan über Untersander bis Conacher.

Nun hat der SCB aber nicht erst seit dem Cupsieg am Sonntag an Selbstvertrauen gewonnen. Entsprechend fiel er nicht auseinander, sondern reagierte. Miro Zryd traf unmittelbar nach dem 0:2, André Heim nach dem 1:3. Die Equipe blieb im Spiel. Sie kam im Schlussdrittel kaum zu guten Möglichkeiten – doch eine der seltenen nutzte Cory Conacher in Überzahl (58.).

Es folgten ein uninspirierter, freier Eislauf in der Verlängerung und inspirierte Penaltyschützen: Scherwey, Pestoni (äusserst sehenswert) sowie Praplan trafen und sicherten dem Heimteam den Zusatzpunkt.

Damit haben die Mutzen ihr Mammutprogramm im März (15 Spiele) mit einem Sieg gestartet. Es folgt ein «Roadtrip» mit Partien in Davos (Donnerstag) und Lugano (Freitag).

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