Switzerland

Bern-Knigge (4): Wieso es «Ii-B» heisst und nicht «Ygrec-Be»

Wir erklären Nicht-Bernerinnen und -Bernern, wie sie Fettnäpfchen vermeiden. Vierte Lektion: «Y» ist ein «I».

Wir sagen fremden Vögeln, wie der Berner Bär tickt.

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Schon oft habe ich meiner Ostschweizer Familie zu erklären versucht, dass der Ort «Lyss» nicht «Lüss» ausgesprochen wird, sondern «Liss». Das Gleiche gilt natürlich für «Lyssach». Erfolglos. Ein «Y» signalisiert für sie automatisch ein «Ü», da gibt es nichts daran zu rütteln. So erzählen sie mir immer wieder mal von einem Ausflug zur Shoppingmeile in «Lüssach» auf dem Weg nach Bern.

Wer in Bern dazugehören will, lernt einzelne Buchstaben besser neu kennen. Ich hatte in meiner Anfangszeit zum Beispiel riesige Mühe, wenn mir jemand ein Wort buchstabierte. Was bitteschön ist ein «langes I»? Gibt es denn im Gegenzug auch ein Kürzeres als das allgemein Bekannte? Um mir auf die Sprünge zu helfen, meinten manche: «‹I› wie «‹Joggeli-I›», was mich nur noch mehr verwirrte. Und wieso sprechen manche Leute von «Ygrec», auch wenn sie keine Romands sind?

Inzwischen habe ich den Dreh raus, auch wenn ich selber weiterhin «Jot» und «Üpsilon» sage. Was mir allerdings nach wie vor ein Rätsel ist: Wieso spricht man eigentlich bei den «Young Boys» von «YB» und nicht von «Ygrec-Be»? Weil es gspässig klingen würde?

Da hilft nur eine Nachfrage beim Fussballclub selbst. «Auf einem Tondokument ist der Ausdruck ‹YB› erstmals in den 1940er-Jahren zu hören», sagt Mediensprecher Stefan Stauffiger. Gut erinnern können sich ältere Leserinnen und Leser vielleicht an das Lied «E rächte Bärner Giu isch für YB», das die Kabarettgruppe Bärner Rohrspatze in den 1960er-Jahren sang.

Wer ursprünglich auf die Abkürzung gekommen ist und wie, kann man aber nicht mehr eruieren. Beim Club vermutet man, dass es daran liegt, wie das «Y» am Wortanfang ausgesprochen wird – als «I» wie zum Beispiel bei «Yvonne» oder «Yves». Das klingt naheliegend.

Meine gänzlich fussballabstinente St. Galler Familie würde sicher «ÜB» sagen. Klarer Fall: Bernerin sein will geübt sein.

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