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Bern büsst im Strichkampf einen Punkt auf Lugano ein – Fribourg und Lausanne sind «grün»

Bern büsst im Strichkampf einen Punkt auf Lugano ein – Fribourg und Lausanne sind «grün»

Nach der vorletzten National-League-Runde vor leeren Rängen stehen die wichtigsten Entscheidungen weiter aus: Die wichtigste, jene am Playoff-Strich, zwischen Bern und Lugano wurde vertagt, für den SCB sieht es aber düster aus. Am anderen Ende kämpfen die ZSC Lions und Zug morgen um den Qualisieg.

Der SC Bern gewann das Zähringer-Derby gegen Erzrivale Fribourg-Gottéron

Die Stimmung war wohl in keiner der leeren Schweizer Eishockey-Arenen so gespenstisch wie in der Berner PostFinance Arena. Da, wo sonst über 16'000 Fans für Stimmung sorgen, herrschte fast schon Totenstille. Dabei ging es für beide Teams um viel, für den SCB sogar um das Überleben der eigenen Playoff-Chancen.

Entsprechend unternahmen die Berner deutlich mehr, um ein Tor zu erzielen. Doch sie prallten immer wieder am stabilen Freiburger Abwehrriegel und dem seit Wochen in Topform spielenden Goalie Reto Berra (38 Paraden) ab. Der Treffer fiel dann zwar noch, aber vielleicht 32 Sekunden zu spät. Der Kanadier Christian Thomas kam zehn Tage nach seiner Verpflichtung erstmals für den SCB zum Einsatz und verwertete in der Verlängerung einen schönen Pass von Arcobello.

Fribourg verlor zwar erst zum zweiten Mal in dieser Saison - bei zehn Siegen - eine Overtime, und zum zweiten Mal gegen Bern. Der Punkt reicht aber für die Playoff-Qualifikation. Bern hingegen liegt nun einen Punkt hinter Lugano und muss auf eine Niederlage der Tessiner am Samstag im Derby gegen Ambri hoffen, um die Playoffs noch zu erreichen. Selten sorgte ein Derbysieg in Bern wohl für so wenig Freude.


0 Zuschauer. - SR Stricker/Wiegand, Kovacs/Kaderli.
Tor:
Strafen: 0mal 2 Minuten gegen Bern, 3mal 2 Minuten gegen Fribourg.
PostFinance-Topskorer: Arcobello; Gunderson.
Bern: Karhunen; Untersander, Blum; Andersson, Beat Gerber; Krueger, Colin Gerber; Burren; Thomas, Arcobello, Moser; Pestoni, Rüfenacht, Scherwey; Praplan, Ebbett, Jeremi Gerber; Berger, Heim, Kämpf.
Fribourg-Gottéron: Berra; Gunderson, Stalder; Kamerzin, Furrer; Abplanalp, Marti; Forrer, Gähler; Brodin, Desharnais, Rossi; Marchon, Walser, Vauclair; Sprunger, Boychuk, Schmid; Lauper, Schmutz, Lhotak.
Bemerkungen: Bern ohne Mursak (gesperrt), MacDonald (überzähliger Ausländer), Grassi, Sciaroni und Bieber, Fribourg ohne Chavaillaz, Mottet, Bykow (alle verletzt) und Stalberg (private Gründe/wird bald Vater). NL-Debüt von Christian Thomas. Timeout Fribourg (59.).

Traurig, aber wahr: Wegen des Geisterspiels fällt der SCB-Zuschauerschnitt unter die 16'000er-Marke. Bild: KEYSTONE

Dem HC Lugano gelang in Rapperswil der nächste Schritt in Richtung Playoffs. Die Tessiner besiegten die Lakers mit 4:1.

Die fehlenden Zuschauer am Lido zu Rapperswil beeinträchtigten die Luganesi nicht. Sie starteten furios ins Spiel und gingen durch Romain Loeffel schon nach 185 Sekunden in Führung. Schon vor dem ersten Goal hatte Verteidiger Paul Postma für Lugano noch die Latte getroffen.

Die Vorentscheidung in der Partie fiel aber erst viel später. Denn Rapperswil-Jona glich nach sieben Minuten durch einen verwandelten Penalty von Juraj Simek zum 1:1 aus und hielten das 1:1 bis zur 35. Minute – obwohl Lugano drückte und fast doppelt so oft aufs Tor schoss als die Lakers. In der Schlussphase des zweiten Abschnitts stellten aber David McIntyre (35.) und Giovanni Morini (37.) innerhalb von 123 Sekunden von 1:1 auf 3:1. Danach liess Lugano das Heimteam nicht mehr zurück ins Spiel. Reto Suri stellte mit einem Schuss ins leere Goal Luganos Sieg sicher.

Für die Tessiner war der Sieg bei den Lakers ein Befreiungsschlag - nach den drei bitteren Niederlagen von letzter Woche. Lugano verlor zuletzt Heimspiele gegen Servette (1:2) und Bern (0:6) und ging dazwischen in Freiburg nach einer 3:1-Führung im Schlussdrittel noch mit 3:6 unter. Im finalen Spiel am Samstagabend gegen Ambri-Piotta benötigen die Luganesi noch zwei Punkte, um sicher das Playoff-Ticket zu lösen.


0 Zuschauer. - SR Müller/Tscherrig, Gnemmi/Schlegel.
Tore: 4. Loeffel (McIntyre/Ausschluss Ness) 0:1. 8. Simek 1:1 (Penalty). 35. McIntyre (Loeffel/Ausschluss Schmuckli) 1:2. 37. Morini (Bürgler) 1:3. 59. Suri 1:4 (ins leere Tor).
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers, 2mal 2 Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Clark; Klasen.
Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Egli, Randegger; Hächler, Maier; Vukovic, Schmuckli; Schneeberger, Profico; Clark, Cervenka, Casutt; Kristo, Dünner, Simek; Loosli, Pyatt, Forrer; Mosimann, Ness, Eggenberger.
Lugano: Schlegel; Postma, Wellinger; Loeffel, Vauclair; Chiesa, Riva; Morini, Jecker; Walker, Lajunen, Suri; Klasen, McIntyre, Bertaggia; Fazzini, Sannitz, Lammer; Bürgler, Romanenghi, Zangger.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Dufner, Gurtner, Schweri (alle verletzt) und Roe (gesperrt), Lugano ohne Chorney und Ryno (beide überzählige Ausländer). Riva verletzt ausgeschieden (33./Puck ins Gesicht). - Lattenschuss Postma (4.).

Rappi-Fans protestieren vor dem Stadion gegen die Geisterspiele. bild: zvg

*** Der Matchbericht folgt in Kürze. ***


0 Zuschauer. - SR Mollard/Urban, Ambrosetti/Progin.
Tore: 2. Mercier (Miranda) 1:0. 15. Rod (Mercier/Ausschluss Winnik!) 2:0. 24. Pereschokow 2:1. 50. Karrer (Tömmernes, Kast/Ausschluss Traber) 3:1. 58. Cajka 4:1 (ins leere Tor).
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 5mal 2 plus 10 Minuten (Traber) gegen Lausanne.
PostFinance-Topskorer: Winnik; Jeffrey.
Genève-Servette: Descloux; Jacquemet, Tömmernes; Karrer, Le Coultre; Völlmin, Mercier; Smons; Caron, Richard, Rod; Miranda, Winnik, Patry; Wick, Berthon, Douay; Fritsche, Kast, Cajka.
Lausanne: Stephan; Grossmann, Genazzi; Nodari, Lindbohm; Heldner, Frick; Oejdemark; Pereschokow, Jeffrey, Kenins; Herren, Jooris, Vermin; Grenier, Bertschy, Moy; Antonietti, Froidevaux, Traber.
Bemerkungen: Genève-Servette ohne Bozon, Fehr, Maillard, Maurer, Riat, Smirnovs und Wingels, Lausanne ohne Almond, Emmerton und Holm (alle verletzt).

Bild: KEYSTONE

*** Der Matchbericht folgt in Kürze. ***


0 Zuschauer. - SR DiPietro/Salonen, Cattaneo/Fuchs.
Tore: 3. Pouliot (Fuchs, Hügli) 1:0. 5. Cunti 2:0. 41. (40:33) Rajala (Riat/Ausschluss Noreau) 3:0. 42. (41:13) Chris Baltisberger (Marti, Suter) 3:1. 58. (57:03) Schneider 4:1 (ins leere Tor). 58. (57:13) Riat 5:1.
Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Biel, 4mal 2 Minuten gegen ZSC Lions.
PostFinance-Topskorer: Rajala; Suter.
Biel: Hiller; Jakowenko, Kreis; Rathgeb, Forster; Fey, Sataric; Hügli, Pouliot, Rajala; Riat, Nussbaumer, Fuchs; Schneider, Cunti, Künzle; Ulmer, Gustafsson, Kohler.
ZSC Lions: Flüeler; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Sutter; Chris Baltisberger, Roe, Suter; Bodenmann, Krüger, Hollenstein; Pettersson, Prassl, Wick; Diem, Schäppi, Pedretti; Sigrist.
Bemerkungen: Biel ohne Brunner, Moser, Salmela, Ullström, Neuenschwander, Wüest und Lüthi, ZSC Lions ohne Blindenbacher und Ortio (alle verletzt). Cunti verletzt ausgeschieden (28./Puck ins Gesicht). - Pfostenschuss Pedretti (51.). - Timeout ZSC Lions (57.).

Nicht ganz alle mussten in Biel draussen bleiben. Bild: KEYSTONE

*** Der Matchbericht folgt in Kürze. ***

Freier Eisblick durch den Fan-Eingang. Bild: KEYSTONE

Ambri-Piotta holte mit einem 3:0-Sieg gegen Davos drei wichtige Punkte im Kampf um den 10. Platz.Für Ambri ging es in der für einmal stimmungslosen, weil fast leeren Valascia um mehr, und das zeigte sich im Einsatz auf dem Eis. Jeder Punkt kann entscheidend sein, wenn es in der Klassierungsrunde darum geht, den zweitletzten Platz und den Gang ins Playout zu vermeiden.

Es dauerte zwar bis zur 22. Minuten, ehe sich das Engagement der Leventiner durch Tommaso Gois drittes Saisontor auszahlte. Die Bündner waren aber zu keiner Reaktion fähig, auch mit der Führung im Rücken hatte HCD-Goalie Sandro Aeschlimann mehr Arbeit als sein gegenüber Benjamin Conz (37:20 gehaltene Schüsse).

Das 2:0 durch Fabio Hofer war so knapp zehn Minuten vor Schluss bereits eine Vorentscheidung und bescherte Ambri den ersten Sieg nach fünf Niederlagen. Davos hat in den letzten Wochen vor allem ein Auswärtsproblem. Seit dem 3. Januar gab es auf fremdem Eis nun sieben Pleiten in Folge.


0 Zuschauer. - SR Lemelin/Hungerbühler, Obwegeser/Bürgi.
Tore: 22. Goi (Trisconi, Plastino) 1:0. 51. Hofer (Plastino) 2:0. 60. (59:32) D'Agostini 3:0 (ins leere Tor).
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 3mal 2 Minuten gegen Davos.
PostFinance-Topskorer: D'Agostini; Lindgren.
Ambri-Piotta: Conz; Plastino, Ngoy; Fora, Dotti; Fohrler, Fischer; Pezzullo; Trisconi, Goi, Bianchi; Hofer, Müller, Zwerger; D'Agostini, Flynn, Sabolic; Mazzolini, Dal Pian, Hinterkircher; Gaeta.
Davos: Sandro Aeschlimann; Stoop, Barandun; Kienzle, Guerra; Rantakari, Jung; Ambühl, Marc Aeschlimann, Hischier; Marc Wieser, Lindgren, Herzog; Mankinen, Baumgartner, Tedenby; Kessler, Egli, Frehner; Bader.
Bemerkungen: Ambri ohne Novotny (krank), Rohrbach, Kneubühler, Jelovac, Kostner, Pinana, Incir und Payr, Davos ohne Dino Wieser, Du Bois, Corvi, Meyer, Paschoud (alle verletzt), Heinen (krank), Palushaj und Nygren (überzählige Ausländer). Davos von 58:13 bis 59:32 ohne Torhüter. (pre/sda)

Ambri zeigt gegen Davos ein starkes Spiel. Bild: KEYSTONE

Die Tabelle:

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Eismeister Zaugg

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Die Lage in Italien kann Einfluss auf unsere Hockey-Meisterschaft nehmen. Was, wenn wegen des Coronavirus Massenveranstaltungen wie Hockeyspiele im Tessin verboten werden? Liga-Direktor Denis Vaucher hat sich bereits mit der Problematik befasst.

Die Situation ist im Eishockey speziell, weil die Spiele der letzten zwei Qualifikationsrunden alle gleichzeitig beginnen müssen und weil die Qualifikation am Samstag abgeschlossen werden muss, damit die Playoffs am Samstag in einer Woche beginnen können. Spielverschiebungen sind also vom Reglement her nicht mehr möglich.

Was also, wenn die Situation noch dramatischer wird und im Tessin Massenveranstaltungen verboten werden sollten? «Wir halten uns an die Vorgaben der Behörden», sagt …

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