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Belästigungsvorwürfe und Sexismus: Heute informiert die SRG

Belästigungsvorwürfe und Sexismus: Heute informiert die SRG

Im November 2020 berichtete «Le Temps» über mehrere Belästigungsvorwürfe bei Radio Télévision Suisse Romande (RTS). Im Zentrum der Anklagen stand ausgerechnet das Aushängeschild Darius Rochebin. Ausserdem war, als es zu den mutmasslichen Übergriffen kam, der heutige SRG-Direktor Gilles Marchand noch Chef des Senders.

Nach Publikwerden der Anschuldigungen ordnete der SRG-Verwaltungsrat gleich drei Untersuchungen an. Heute um 10:15 Uhr informieren Marchand, Verwaltungsratspräsident Jean-Michel Cina, Verwaltungsrätin Ursula Gut-Winterberger und der aktuelle RTS-Direktor Pascal Crittin in einer Pressekonferenz über die Befunde. Was wir bisher wissen:

Das ist passiert

Der ehemalige Star des Westschweizer Fernsehens RTS, Darius Rochebin. Bild: sda

Darius Rochebin moderierte ab 1998 die Hauptausgabe der Nachrichtensendung «Téléjournal». Seither mauserte er sich mit seinen Tätigkeiten bei RTS zu einem der angesehensten Journalisten der Westschweiz. Gross war das Bedauern, als er Anfang 2020 seinen Wechsel zum französischen Sender LCI bekannt gab.

Dann im November ein weiterer Paukenschlag: Anfang November berichtet «Le Temps» von massiven internen Belästigungsvorwürfen gegen Rochebin. Mehrere angehende Journalisten berichten in der aufwändigen Recherche davon, dass Rochebin sein Ansehen und seine Stellung genutzt habe, um sie zu sexuellen Handlungen zu verführen. Dabei sollen auch Praktikas versprochen worden sein.

Die Vorwürfe

Die Westschweizer Zeitung berichtet über unterschiedliche Vorwürfe. So soll Rochebin mehreren jungen Männern Führungen durch die RTS-Gebäude angeboten haben und sei anschliessend dann per SMS anzüglich geworden. Ein Mann berichtet davon, der Journalist habe ihn nach einem Abendessen zum Geschlechtsverkehr genötigt.

Doch auch SRG-intern gibt es Anschuldigungen. Diese richteten sich neben Rochebin auch gegen einen weiteren hohen Mitarbeiter, der aber nicht namentlich genannt wurde. Es soll bei vielen der 1800 Mitarbeitenden bekannt gewesen sein, dass Rochebin und das nicht genannte Kadermitglied mehrfach junge Frauen im Büro anzüglich berührt oder angesprochen haben sollen. Doch die Leitung habe nicht auf die Vorwürfe reagiert und den Mann sogar noch befördert.

Ein eher merkwürdiges Detail der Vorwürfe betrifft zwei Fake-Profile auf Facebook, die von Rochebin selbst betrieben worden seien. Mittels der Profile soll er mehrere Mitarbeiterinnen angeschrieben haben und sie über ihre sexuellen Präferenzen befragt haben. Zudem habe er mittels dieser Profile das Gerücht verbreitet, er – Rochebin – habe einen kleinen Penis.

Rochebin selbst bestreitet alle Vorwürfe und hat «Le Temps» mittlerweile selbst verklagt.

Mögliche Konsequenzen

SRG-Direktor Gilles Marchand steht wegen der Affäre rund um Rochebin in der Kritik. Bild: keystone

Die Mitarbeiter fordern nun die Entlassung des neben Rochebin Beschuldigten hohen Mitarbeiters. Zudem steht auch SRG-Direktor Gilles Marchand scharf in der Kritik. Dieser gab zwar zu, von einigen Anschuldigungen gewusst zu haben, er habe aber «entschlossene Massnahmen» ergriffen.

Nun informiert die SRG heute um 10:15 Uhr zu ihren Untersuchungen. Dabei sollen nicht nur die Anschuldigungen selbst geklärt werden, sondern es wird auch die Reaktion Marchands beurteilt. Im schlimmsten Falle könnte es sich um seinen letzten Aufritt als SRG-Direktor handeln. (leo)

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Heute für euch im Studio, ich, Sergio. Ich habe mich extra in Schale geworfen, um euch auch diese Woche mit den herzallerliebsten Tierbildern zu versorgen.

Pascal ist übrigens mit seinem Team von Analysten:innen und Informatikern:innen noch an der Auswertung der Umfrage von letzter Woche. Sein Pressesprecher bittet dies zu entschuldigen und dankt für das Verständnis und das entgegengebrachte Vertrauen. Eine Stellungnahme von offizieller Seite wird vermutlich noch folgen.

Kurze …

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